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Venture Capital

Venture Capital – welche Voraussetzungen sind nötig?

Venture Capital – eine Finanzierungsform, die nicht zu jedem Unternehmen passt. Denn die Zusammenarbeit mit einer Venture Capital-Gesellschaft ist sehr intensiv, wozu man die richtigen Voraussetzungen mitbringen sollte. Mit ihnen muss sich beschäftigen, wer auf der Suche nach Venture Capital ist. Eine kurze Übersicht.

Am Anfang selten Venture Capital

Ganz am Anfang steigen Venture Capital-Gesellschaften selten ein. Die nötigen Summen sind zu klein, das Risiko ist zu hoch. Jede VC-Gesellschaft scheut den administrativen Aufwand, um viele kleine Investitionen zu verwalten – und das bei einem großen Einzelrisiko. In dieser Phase sind Freunde oder Angehörige gefragt, man spricht auch von der "Friends and Family"-Finanzierung. In einem weiteren Schritt kommen Business Angels ins Spiel, vermögende Privatpersonen, die Beträgen zwischen 200.000 und 600.000 Euro investieren. Jetzt nimmt das Unternehmen Gestalt an, die benötigten Summen werden größer. Zeit für einen ersten Kontakt zu VC-Gesellschaften.

High-Tech im Vordergrund

Welche Unternehmen kommen für ein Engagement von VC-Gesellschaften in Frage? Es sind in der Regel technologieorientierte Start-ups, etwa aus der Pharma-, Biologie- oder Computerbranche. In der sogenannten Seed Phase haben diese jungen Unternehmen einen großen Geldbedarf, um ihre Aktivitäten in der Forschung und Entwicklung zu finanzieren. Ziel ist es, eine Dienstleistung oder ein Produkt zur Marktreife zu bringen. Ein guter Zeitpunkt, damit eine VC-Gesellschaft investiert. Aber: Ein kommerzieller Erfolg ist noch Zukunftsmusik, das Risiko hoch – das Unternehmen muss akzeptieren, dass die VC-Gesellschaft mit einer höheren Beteiligungsquote einsteigt, als es zu einem späteren Zeitpunkt der Fall wäre.

Schnelles Wachstum

Um die 20 Prozent Rendite im Jahr – das ist das Ziel vieler VC-Gesellschaften. Eine überdurchschnittliche Gewinnerwartung, die sich aus dem Risiko der Gesellschaft ergibt. Stichwort "Exit": Nach wenigen Jahren ziehen sich VC-Gesellschaften aus einem Unternehmen zurück. Mehrere Wege sind denkbar:

  • Das Unternehmen geht an die Börse, und die VC-Gesellschaft verkauft ihre Anteile.
  • Ein anderes Unternehmen aus derselben Branche übernimmt die Investition der VC-Gesellschaft.
  • Es findet ein Rückkauf statt, das Unternehmen erwirbt selbst den Anteil der VC-Gesellschaft.

Damit eine dieser Strategien erfolgreich sein kann, ist ein rasches Wachstum des Unternehmens notwendig. Nur so ist es möglich, in kurzer Zeit eine hohe Wertsteigerung zu erreichen. Venture Capital wird zur Verfügung gestellt, wenn die hohen Risiken in einem vernünftigen Verhältnis zu den Gewinnerwartungen stehen. Daher muss ein Unternehmen ein großes Wachstumspotential mitbringen, wenn es sich um Venture Capital bewirbt.

Kooperationsbereitschaft

Wer mit einer VC-Gesellschaft zusammenarbeiten will, muss sich stark in die Karten schauen lassen. Positiv gewendet: Jede VC-Gesellschaft bringt betriebswirtschaftliches Know-how mit, um Gründer ohne Erfahrung am Markt kompetent zu unterstützen. Dazu muss man aber bereit sein – ohne Kooperationsbereitschaft kommt eine VC-Finanzierung nicht zustande. Denn Venture Capital wird auch "smart capital" genannt, weil die VC-Gesellschaft neben dem Finanzkapital Beratungsleistungen zur Verfügung stellt. Sie bahnt auch Kontakte in ihrem geschäftlichen Netzwerk an oder steht dem Unternehmen beim Recruiting zur Seite. Natürlich aus Eigeninteresse: So wächst der Unternehmenswert schneller – die Beteiligung wird rentabler.

Kontrollrechte

Bei der Beteiligung einer VC-Gesellschaft geht es auch um harte juristische Fakten: Das junge Unternehmen muss bereit sein, bestimmte Verträge zu unterschreiben, die dem Investor Kontrollrechte einräumen. Wie soll er auch wissen, ob sein Geld sachgerecht verwendet wird? Eine Möglichkeit besteht darin, Meilensteine festzulegen: Sie müssen erreicht werden, um einen weiteren Kapitalfluss zu garantieren. Das Venture Capital wird also nicht auf einmal ausgezahlt, sondern in Einzelbeträgen – abhängig von der Entwicklung des Unternehmens. Außerdem sichern sich VC-Gesellschaften in der Regel weitgehende Eingriffsrechte: Im äußersten Fall können sie sogar einzelne Manager entlassen, wenn die Leistung nicht stimmt.

Fazit

Wachstumsstarke High-Tech-Unternehmen sind interessant für VC-Gesellschaften. Sie versprechen eine hohe Rendite, wenn die "Exit"-Phase eingeleitet wird. Zuvor kommt es zu einer engen Kooperation – VC-Gesellschaften investieren "smart capital". Läuft es gut, profitieren alle Seiten: Das Investment ist rentabel, und das junge Unternehmen konnte sich durch die Schützenhilfe besser am Markt positionieren.

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Ein Beitrag von Ingo Leipner

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