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Unterschied Basel I zu Basel II

Von Basel I zu Basel II

Im Jahr 1988 wurde vom Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht das Konsultationspapier zur "Neuen Eigenkapitalvereinbarung" (Basel I) veröffentlicht. Ziel dieser Richtlinie war die Förderung und Sicherung eines funktionierenden Bankwesens. Die Richtlinie beinhaltete die Vorgabe, dass Kreditgeber bei Kreditvergabe den Kredit mit Eigenkapital unterlegen müssen. Die Eigenkapitalunterlegung muss dabei mindestens 8 Prozent der Kreditsumme betragen.

Diese Regelung wurden einem immer dynamischer werdenden Finanzsystem aber bald nicht mehr gerecht. Kritiker bemängelten unter anderem, dass die Risiken der Kreditvergabe einer Bank nur unzureichend abgebildet und neue Finanzierungsmöglichkeiten nicht berücksichtigt werden. Daher wurden die Vorgaben überarbeitet und angepasst.



1999 veröffentlichte der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht das „Erste Konsultationspapier zur Neufassung der Eigenkapitalvereinbarung“. Die darin enthaltenen Anregungen zur Reform der "Neuen Eigenkapitalvereinbarung" (Basel I) wurden unter dem Namen Basel II bekannt. In diesem Konsultationspapier war unter anderem der Vorschlag enthalten, die Eigenkapitalunterlegung durch eine risikogerechte Regelung zu verbessern. 

Nach inhaltlichen Änderungen, mehrfacher Verschiebung des Inkrafttretens von Basel II und mehreren Studien zur Auswirkung der Maßnahmen, wurde im Juni 2004 die Endfassung von Basel II vorgelegt, die als Basis für eine EU-Richtlinie diente.

Der Zeitplan zur Einführung von Basel II sah von Januar 2006 an eine Übergangsfrist von einem Jahr vor. In dieser Zeit wurden Basel I und Basel II parallel angewendet. Seit Januar 2007 gelten nur noch die Regelungen von Basel II. Für Bereiche, die in Basel II nicht geregelt sind, gelten weiter die Regelungen von Basel I. 

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