Zahlen, Daten, Fakten zur Secondhand-Branche - Blick auf eine Wachstumsbranche - Ein Beitrag von Christine Müller
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25.03.2009

Serie: Secondhand – Das haben wir gerade noch gebraucht - Teil 1

Zahlen, Daten, Fakten zur Secondhand-Branche - Blick auf eine Wachstumsbranche

Gründer und Unternehmer denken bei der Beschaffung  überwiegend an den 1. Markt für Neue Produkte, Arbeitsplätze, Herstellungsverfahren, etc. Das ist der Klassische Weg. Doch es gibt auch einen 2. Markt. Dieser Secondhand-Markt ist eine vielfältige Ergänzung des 1.Markts und aus wirtschaftlicher und ökologischer Sicht betrachtet der ganzheitlichere und oftmals - aus Sicht der finanziellen und persönlichen Ressourcen-Schonung - sogar der sinnvollere. 




Ein Beitrag von Christine Müller

Diese sechsteilige Serie möchte einen Einblick über den Gebrauchtmarkt mit seinen Kennzahlen, Funktionsweisen und auch Stolpersteinen geben und soll dabei helfen, "neue" Beschaffungswege für die Ausstattung (Material, Personal, Verfahrenstechniken, etc.) eines Unternehmens kennen zu lernen.  

Im ersten Teil dieser Serie geht es um einen Überblick über die Gebrauchtbranche allgemein mit ihrer Entwicklung und allen (bekannten) Branchen-Kennzahlen.

Was ist eigentlich Secondhand? Anfänge einer neuen Wachstumsbranche

Was heißt für Sie eigentlich Secondhand? Diese Frage hat der Second-Hand-Vernetzt-Verband bereits 1999 den Gebrauchtkunden seiner Mitgliedsfirmen gestellt hat. Als häufigste Antworten wurde genannt: Billig/Preiswert (53 Prozent), Gebraucht (43,5 Prozent), Kleidung (21,5 Prozent). Erstaunlich ist, dass z.B. Möbel, Haushaltsgeräte, CD, Bücher nur im einstelligen Prozentbereich landeten.

Ein wesentlicher Meilenstein für Secondhand war eben jenes Jahr 1999: Ebay kam nach Deutschland! Durch diesen aus Amerika stammenden demokratisierenden Vermarktungs-Trend  kam Gebrauchtes aus der Schmuddelecke raus und wurde quasi "hoffähig". Es war cool und billig, im Netz einzukaufen. Viele Menschen haben diesen Weg seitdem nicht nur für die Beschaffung, sondern auch als Geschäftsmodell sehr erfolgreich für sich nutzen können. (Dazu mehr im Teil 3 Secondhand – Neuer Arbeitsmarkt).  Ebay hatte sich 1995 in Amerika als Consumer-To-Consumer-Marktplatz mit flohmarktähnlichem Charakter gegründet und entwickelte sich bis heute zu einer Mischplattform aus  B2C (Business-To-Consumer)-Plattform mit Neuwaren professioneller Anbieter und Gebrauchtwaren privater Anbieter. 

Ebay – Beginn der Professionalisierung einer neuen Branche

Nicht verwundern dürfte deshalb auch, dass im Jahr  2000 der Secondhand-Verband in Münster/Westfalen gegründet wurde. Die Aufgabe des Verbands ist laut Satzung bis heute: "§ 1 Der Zweck des Vereins ist die Förderung des Umweltschutz im Sinne der Weiter- und Wiederverwendung gebrauchter Güter, der Second – Hand Nutzung, und der damit verbundenen Vermeidung von Abfall."

Die Entwicklung ging schnell voran: 2003 fragte sich der Secondhand- Verband schon: "Boomt Second-Hand?" Die Mitgliedsbetriebe meldeten gar Umsatzsteigerungen (Bereichen Wohnmöbel und Hausrat, Spielzeug, Textilien und Kindertextilien) von 5 bis 45 Prozent.  Gleiche gilt auch für Ebay: "Edles geht, aber auch Gebrauchtes. Geradezu explodiert sind die Umsätze beim weltgrößten Online-Auktionshaus Ebay. Im Weihnachtsgeschäft handelten die Deutschen Waren im Wert von einer Milliarde Dollar über die Internet-Plattform. Damit steigerte Ebay seinen Umsatz im vierten Quartal 2002 gegenüber dem Vorjahr um 177 Prozent." (Focus, 27.01.03, S.45f.)

In der Zeitschrift "Die Geschäftsidee" (ver-)folgt der Autor Burkhardt Schmidt mit seinem Artikel "Second hand" (6/2003) den Weg des Secondhand-Marktes weg von der Nische mit Arme-Leute-Image hin zur Professionalisierung mit Qualitätsstandards. 

Im Jahr 2008 sagte die Second-hand-Vernetzt-Verbands-Geschäftsführerin Daniela Kaminsik in einem Gespräch mit der dpa in Münster sogar: "Der Trend zum Sparen und ein neuer Zeitgeist lässt deutsche Verbraucher derzeit häufiger zu Blusen, Hosen oder Röcken aus Second-Hand-Geschäften greifen. Finanzkrise und Konjunkturflaute gingen an den Läden mit Kleidung aus Zweiter Hand erst einmal vorbei. Noch, muss man allerdings sagen. Denn die Second-Hand-Läden spüren Veränderungen im Kaufverhalten meist erst verzögert – in einer zweiten Welle."

Secondhand - Branchenkennzahlen bis heute

Der Secondhand-Verband (Stand 2007) schreibt dazu: "Es gibt keine hilfreiche bundesweite Statistik über die Größe der Branche, Anzahl der Arbeitsplätze, Umsatzzahlen oder Ökobilanz. Eine verbandsinterne Erhebung ergab im Jahr 2006 ein Umsatzplus der Verbandsbetriebe von 13,4 Prozent. Es werden über 2000 Verbands-Mitglieds-Adressen betreut, ein Adressanbieter kann jedoch über 6000 Adressen bundesweit vermitteln. Intern gehen wir mindestens von der doppelten Anzahl an Betrieben aus."

Bis heute 2009 hat sich die schlechte Datenverfügbarkeit nicht geändert: Es gibt vom Statistischen Bundesamt oder anderen offiziellen Stellen keine Statistik zur Gebraucht-Branche. Die  Betriebe tauchen auf als "Einzelhandel mit sonstigen Gebrauchtwaren“ – deshalb nicht sehr repräsentativ und nicht aufgeschlüsselt nach Angebotssparten. Gesätzlich ist die Branche sehr schnelllebig." So sprechen auch Schätzungen des Verbandes 2008 bereits bundesweit von mehr als 8500 Second-Hand-Geschäften, die neben Mode, Möbeln, Hausrat auch Babysachen oder Spielzeug anbieten.

Es gibt nichts, was es nicht auch gebraucht gibt - Der Secondhand-Markt 

Was gibt es nun alles secondhand? Die einfache Antwort ist: Fast alles Es gibt Gebrauchthändler für Autos, Büromöbel, Technik, Elektronik, Maschinen, IT Hard- und Software, Versicherungen, Bücher, etc.  Die Aufzählung ließe sich endlos vorsetzen – da schauen sie doch am besten bei ebay oder ähnlichen Anbietern – dort bekommt man einen guten Überblick, was es alles gibt oder geben könnte. Das machen übrigens auch die Gebraucht-Händler zur Produkt- und Preis-Erstinformation.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Secondhand-Branche stetig wächst. Doch es ist noch so viel Dynamik drin, dass auch heute 10 Jahre seit Ihrem offiziellen Entstehen erst Ansätze einer Professionalisierung in der öffentlichen Wahrnehmung und der internen Strukturierung da sind. Das zeigt nicht nur der Abschwung bei Ebay.

Ausblick

Im nächsten Beitrag schauen wir uns an dieser Stelle mal genauer an, wie die Secondhand-Strategien von Anbietern und Käufern im internationalen Vergleich in Deutschland, Frankreich, England, Amerika und Afrika funktionieren.
Was heißt für Sie gebraucht? Schreiben Sie mir entweder an einrichten@das-curriculum.de oder diskutieren Sie mit in meiner XING-Gruppe. Ich werde in meinem nächsten Beitrag auf Ihre Antworten eingehen. Ich bin gespannt von Ihnen zu hören.

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Über den Autor

Christine Müller hat vor ihrer Unternehmensgründung mit "Curriculum- Möbel mit Berufserfahrung" selbst vielfältige Berufserfahrungen gemacht: Magister-Studium Germanistik/Soziologie, im Anschluss daran Tätigkeit als Seminarleiterin in der beruflichen Weiterbildung, danach Disponentin und Geschäftsstellenleiterin in der Zeitarbeit. 2005 verwirklichte SIe ihren Jugendtraum: die Selbstständigkeit.

Bereits in 2006 wurde Curriculum mit seinem Makleransatz für gebrauchte Büromöbel als Beste Geschäftsidee (IHK Bezirk Rhein-Main-Neckar) ausgezeichnet. Seitdem ist Christine Müller im Dienst ihrer klein- und mittelständischen Kunden deutschlandweit unterwegs. Neben Möbeln vermittelt sie aber von Beginn an auch Wissen rund um das Büro und seine passgenaue Einrichtung.

Neben der Franchisierung des Geschäftssystems in 2008 hat sie im August diesen Jahres eine offene Curriculum-Vortragsreihe bei der IHK Darmstadt gestartet. Unter dem Titel "Das Büro ist mehr als Tisch und Stuhl" wird dabei der Schwerpunkt auf unterschiedliche Themenbereiche wie Kosten, Ergonomie, Umweltverträglichkeit etc. für Büroraum und Büroeinrichtung gelegt.
Vorträge, Einrichtungsberatungen und Büro-Check-Up‘s können individuell direkt gebucht werden.

Schubertweg 1
64287 Darmstadt
Telefon: 06151/3535474
email: einrichten@das-curriculum.de

www.das-curriculum.de

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