So überwinden Sie die zweite Wachstumshürde - Ein Beitrag von Stefan Merath
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31.10.2007

Meilensteine in der Unternehmensentwicklung

So überwinden Sie die zweite Wachstumshürde

Unternehmer sind im Berufs- und Privatleben mit einer Vielzahl von Problemen konfrontiert. Es gibt Phasen, da läuft alles wie von selbst und Phasen, in denen nichts mehr zu funktionieren scheint. Besonders dann werden Probleme wie zeitliche Überlastung, Kundenbeschwerden, Verzettelung in der Unternehmensstrategie, Schwächen in der Angebotsstruktur, hohe Mitarbeiterfluktuation oder abnehmende Liquidität sichtbar und spürbar.




Ein Beitrag von Stefan Merath

Ein Problem kommt selten allein

Einzellösungen helfen hier nicht weiter. Da wird der Vertrieb geschult, um die Anzahl der Neukunden zu erhöhen; ein Mitarbeitermotivationsprogramm soll die Zufriedenheit erhöhen oder ein Zeitmanagement-Seminar für den Unternehmer soll die Überlastung beseitigen.

Natürlich ist das alles nicht direkt falsch. Aber - und das ist das Entscheidende: wenn die Probleme regelmäßig oder gehäuft auftreten, dann gibt es einen inneren Zusammenhang. Und wenn es diesen gibt, dann gibt es eine tiefere Ursache. Hier helfen keine Einzellösungen auf der Ebene der Symptome. Ebensowenig wie Aspirin bei einer Hirnhautentzündung dauerhaft die Kopfschmerzen beseitigt.

Beschäftigt man sich näher mit den generellen Wachstumsphasen von Unternehmen, so fällt auf, dass an bestimmten Entwicklungspunkten ähnliche Probleme auftreten – ganz egal um welche Unternehmung oder Branche es sich handelt.

Das Wachstumshürden-Modell

Fachkraft - Manager - Unternehmer

Die Grundlage zum Verständnis dieser Problemphasen wurde von dem in Deutschland leider sehr unbekannten Unternehmensberater Michael Gerber in seinem Buch "Das Geheimnis erfolgreicher Firmen. Warum die meisten kleinen und mittleren Unternehmen nicht funktionieren und was Sie dagegen tun können" gelegt. In den USA wurde der Titel mehr als eine Million mal verkauft.

Gerber unterscheidet zwischen den Rollen(!) einer Fachkraft, eines Managers und eines Unternehmers. Diese Rollen gibt es in jedem Unternehmen, und allzu oft werden diese Rollen von ein und derselben Person ausgeführt.

Die Fachkraft ist der Macher. Sie reagiert auf Ereignisse, auf Dinge, die zu tun sind. Wenn etwas ansteht, macht die Fachkraft es selbst. Sie lebt in der Gegenwart, und Visionen und neue Ideen sind ihr suspekt. Feste Regeln engen die Fachkraft ein. Sie ist glücklich, wenn sie Aufgaben und Probleme lösen kann - am besten auf dem schnellsten und direktesten Weg. Leider gibt es den Manager, der der Fachkraft Regeln vorgibt und den Unternehmer, der ihr mitten im Arbeitsprozess eine andere Aufgabe zuweist.

Der Manager ist derjenige, der Ordnung schafft. Arbeit bedeutet für ihn, Systeme zu schaffen und zu steuern, die zur optimalen Lösung von Aufgaben befähigen. Er ist glücklich, wenn seine Systeme funktionieren. Leider gibt es die Fachkraft, die immer alles anders macht und den Unternehmer, der die Systeme des Managers mit neuen Ideen aus dem Takt bringt.

Der Unternehmer ist derjenige, der neue Visionen entwickelt. Er ist der Träumer und der Motor. Er lebt in der Zukunft und hat eine besondere Weltanschauung, die Michael Gerber sehr treffend beschreibt als "eine Welt, die aus zwei Dingen besteht - einer Fülle von Gelegenheiten und sich dahinschleppenden Füßen". Er ist glücklich, wenn er Träume verwirklichen kann - oder verwirklichen lassen kann. Leider gibt es für den Unternehmer die sich dahinschleppenden Füße der Fachkräfte und Manager.

Hier liegt das Kernproblem: Alle drei Rollen werden in einem Unternehmen gebraucht, aber - diese Rollen widersprechen sich. Niemand kann diese Rollen gleichermaßen gut ausfüllen.

Stellen Sie sich folgende Situation vor: Sie befinden sich in einem Dschungel. Dann benötigen Sie Leute, die mit Ihren Macheten den Weg frei räumen - die Fachkräfte. Zudem benötigen Sie Leute, die die Arbeit einteilen, so dass niemand zu sehr ermüdet, aber trotzdem alle vorwärts kommen. Diese Personen überprüfen auch, ob einzelne Fachkräfte effektiver sind und warum dies so ist. Schließlich bringen Sie den anderen die Optimierungen bei. Das sind die Manager. Und dann gibt es noch einen, der oben im Baum sitzt und herunter ruft: ‚Hört mal zu, Jungs und Mädels, wir sind im falschen Wald.’ Das ist der Unternehmer. Sie können nicht zur gleichen Zeit den Weg frei hacken, die Arbeit einteilen und auf dem Baum sitzen.

Die Tätigkeitsfelder der drei Rollen unterscheiden sich in verschiedenen Faktoren:

  • durch den Anlass, warum sie ausgeführt werden
  • urch das Ziel, das erreicht werden soll
  • durch das grundlegende Verständnis von Arbeit
  • durch die Arbeitsweise
  • durch das Ergebnis
Und sie unterscheiden sich nicht nur, sondern sie widersprechen sich geradezu, wie wir im Dschungel-Beispiel gesehen haben. Was dem einen als Arbeit erscheint, erscheint dem anderen nicht als Arbeit. Was dem einen wichtig ist, hat für den anderen keine Bedeutung. Was der eine als wertvoll erachtet, ist für den anderen lästig.

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Über den Autor

Stefan Merath hat Philosophie, Psychologie, Publizistik und Informatik studiert und war Anfang der 90er Jahre als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der TU Berlin tätig. Seit nunmehr 10 Jahren ist er Unternehmer aus Leidenschaft, kennt somit nahezu alle Probleme und Höhepunkte des Unternehmerlebens. Seit einigen Jahren gibt er diese Erfahrungen als gefragter Unternehmercoach an Unternehmer weiter.

Der Diplom-Soziologe hat zahlreiche Coaching- und Positionierungsweiterbildungen absolviert, ist begeisterter Sachbuchleser und gilt zudem als Experte für erfolgreiches Franchising.

www.unternehmercoach.com

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