
Alternative Finanzierungsmöglichkeiten
Private Equity in der Presse - ein paar Gedanken dazu
Die meisten Artikel, welche in der (überregionalen) Presse über das Thema Private Equity veröffentlicht werden, berichten fast ausschließlich über die wenigen, riesigen ausländischen Mega Buy Out Fonds der Branche und deren Übernahmen.
Ein Beitrag von Dipl. Volkswirt Roland Brooks
Was jedoch ist mit den ca. 200 in Deutschland ansässigen kleineren und mittleren Beteiligungsgesellschaften, welche sich aufgrund ihres Fondsvolumens an small und mid caps beteiligen? Oftmals handelt es sich hierbei um Minderheitsbeteiligungen an Gesellschaften, welche geographisch nicht allzu weit vom Finanzinvestor entfernt liegen. Der resultierende Vorteil hieraus ist, dass eine engere - und wenn nötig auch intensivere - Zusammenarbeit zwischen Unternehmensmanagement und dem Private-Equity-Management einfacher möglich ist. Von diesen Unternehmensbeteiligungen liest man nicht in der überregionalen Presse, es findet höchstens vereinzelt eine regionale Berichterstattung statt. Daraus folgt jedoch, dass die breite Öffentlichkeit und insbesondere Unternehmer sowie Politiker kaum etwas (wenn überhaupt) von diesen Private Equity Aktivitäten erfahren.
Unter dem Begriff Private Equity sind aber nicht nur die Megadeals einiger großer ausländischer Finanzinvestoren zu verstehen, sondern auch die - vom Volumen her nicht so umfangreichen - Beteiligungen der oben genannten kleineren Finanzintermediäre. Gerade diese Finanzinvestoren versuchen oftmals in einem längerfristigen partnerschaftlichen Verhältnis, gemeinsam mit den finanzierten Unternehmen, eine erfolgreiche Wachstumsstrategie zu erarbeiten und setzen sich für eine möglichst positive Entwicklung ein.
Wünschenswert wäre, wenn auch über diese Deals und deren weitere Entwicklung bzgl. Wachstum und Beschäftigung vermehrt in der (überregionalen) Presse berichtet würde, damit eine größere Leserschaft ebenfalls von diesen - für die Volkswirtschaft wichtigen - Finanzierungen mehr erfährt. Somit würde auch ein wenig dazu beigetragen, dass unter dem Begriff Private Equity von branchenfremden nicht ständig nur der böse habgierige Finanzhai verstanden wird, welcher mit Hilfe einer hohen Fremdkapitalfinanzierung lediglich auf eine maximale schnelle Rendite seines Investments aus ist ohne dabei Rücksicht auf die finanzierten Unternehmen zu nehmen.
Solange dieser Punkt hierzulande, insbesondere von einigen Politikern aber auch von vielen Unternehmern nicht richtig verstanden wird, werden sich die Private-Equity-Industrie und viele Unternehmen mit tollem Potential mit hoher Wahrscheinlichkeit leider nicht so (schnell) entwickeln, wie es unsere Wirtschaft dringend gebrauchen könnte.
Über den Autor
Roland Brooks arbeitete - im Anschluss an seine kaufmännische Ausbildung bei BMW sowie dem erfolgreichen Abschluss als Dipl.-Volkswirt an der Rheinisch-Westfälischen-Universität in Bonn - vier Jahre als Beteiligungsmanager in der Private Equity Branche. Dort leitete er ein Beteiligungsportfolio und managte hauptsächlich VC-finanzierte Unternehmen von der Gründungphase bis zum Exit. Danach war er für einen börsennotierten Konzern im Bereich des Beteiligungscontrollings in verantwortlicher Position tätig. Derzeit ist er beim Bundesverband Alternative Investments e. V. (BAI) primär für den weiteren Ausbau des Private Equity Bereiches zuständig.
Kontaktdaten:
Bundesverband Alternative Investments e. V.
Poppelsdorfer Allee 106
53115 Bonn
Tel.: +49 228 96987 16
E-Mail: brooks@bvai.de
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