Mit Werbebriefen mehr verkaufen - Ein Beitrag von Dr. Doris Doppler
teaser_fachbeitraege.jpg
20.08.2009

Marketing

Mit Werbebriefen mehr verkaufen

Eigentlich ist ein Werbebrief die perfekte Verkaufsmaßnahme: Er ist sehr persönlich, seine Streuverluste sind gering und der Werbe-Erfolg lässt sich leicht überprüfen. Außerdem können Sie vorhandene Kunden binden und reaktivieren.Doch leider landen die meisten Mailings ungelesen im Papierkorb. Woran liegt’s? An mangelnder Planung, fehlerhaften Adressen und einem Text, der an den wahren Kundenbedürfnissen vorbeigeht.




Ein Beitrag von Dr. Doris Doppler

Die Überschrift

Welche Überschrift spricht Sie eher an: "Die neueste Kopierer-Generation von Bechmann" oder "Nie mehr Papierstau beim Kopieren"? Die erste Headline beschreibt die Sicht des Unternehmens: Wir haben einen neuen Kopierer entwickelt und sind stolz darauf. – Nur: Was hat der Kunde davon? Auf diesen Punkt geht die zweite Variante ein: Mit dem neuen Kopierer gibt es keine Papierstaus mehr, der Kunde spart Zeit und Nerven. Ein klarer Nutzen wird vermittelt.

Und das ist auch schon die wichtigste Regel für die Headline: Sie muss den Kundenvorteil betonen, sie muss neugierig machen und Gefühle ansprechen. Dann wird auch der restliche Brief gelesen.

Texten Sie daher die Überschrift besonders sorgfältig. Fassen Sie sich kurz, vermeiden Sie Fremdwörter und Doppeldeutigkeiten. Der Leser muss sofort wissen, worum es geht.

Die Anrede

Der eigene Name ist etwas sehr Persönliches. Deshalb fühlt sich jeder Leser geschmeichelt, wenn er mit seinem Namen angeredet wird. Es gilt: Je persönlicher der Werbebrief gestaltet ist, umso erfolgreicher ist er. Das heißt aber nicht, dass Sie den Adressaten in jedem Absatz namentlich erwähnen sollen. Übertreiben Sie es nicht mit der Personalisierung, das stößt ab und macht misstrauisch.

Der erste Satz

"Unser Statikerbüro bietet seit 25 Jahren höchste Präzision in der Lösung komplexer Aufgaben." - Schön, denkt sich der Leser, aber was hat das mit mir zu tun? Und schon wandert das Mailing in den Papierkorb.

Was den Architekten oder Bauträger an dieser Stelle interessiert, sind einzig und allein seine Vorteile. Was hat er davon, wenn er sein nächstes Bauprojekt von Ihnen planen lässt? Genau hier müssen Sie den Leser packen. Und das gelingt Ihnen zum Beispiel, wenn Sie eine Situation schildern, die der mögliche Kunde kennt: „Bestimmt fragen Sie sich bei jedem Bauvorhaben: Wie schaffe ich den Spagat zwischen niedrigen Kosten und höchster Sicherheit?“

Auf eine solche rhetorische Frage antworten die meisten Leser mit "ja". Sie fühlen sich verstanden und sind offen für die folgenden Verkaufsargumente.

Der Hauptteil

Ein Werbebrief ist ein schriftliches Verkaufsgespräch, ein Wechselspiel aus Frage und Antwort. Und der Leser hat eine Menge Fragen: Wer sind Sie? Was bieten Sie mir an? Was habe ich davon?

Wie bei einem persönlichen Gespräch kommt es nun darauf an, dass Sie diese unausgesprochenen Fragen Ihres Gegenübers kennen und beantworten. Nur so liest der mögliche Kunde immer weiter, fühlt sich respektiert und bestätigt. Der Dialog bleibt aufrecht.

Deshalb ist es auch so wichtig, dass Sie nicht lang und breit die Eigenschaften Ihres Produktes beschreiben, sondern den Nutzen Ihres Angebotes zeigen. Wechseln Sie dazu vom „Wir“ zum "Sie". Schreiben Sie statt „Wir entwerfen formschöne Himmelbetten“ besser "In unseren stilvollen Himmelbetten schlafen Sie wie auf Wolken".

Appellieren Sie dabei an die menschlichen Grundbedürfnisse – die vier P’s: Pride (Stolz), Profit (Gewinn), Pleasure (Vergnügen) und Peace (Frieden). Sprechen Sie diese Kauftriebe an und erhöhen Sie damit den Verkaufserfolg. Zum Beispiel Peace: "Ersparen Sie sich den Ärger mit den Nachbarn – mit unserem extra leisen Rasenmäher."

Und: Belassen Sie es nicht bei bloßen Behauptungen. Bringen Sie Beweise – Studienergebnisse, Kundenmeinungen, Berichte aus Fachzeitschriften. Untermauern Sie Ihre Argumente mit nachprüfbaren Tatsachen, sorgen Sie für Glaubwürdigkeit.

Die Handlungsaufforderung

Lassen Sie den Leser nach der Lektüre Ihres Werbebriefes nicht ratlos zurück. Sagen Sie ihm, was er jetzt tun soll: Anrufen, faxen oder mailen? Infos anfordern oder das beworbene Produkt gleich bestellen?

Die gewünschte Handlung des Interessenten hängt auch davon ab, wie komplex das Erzeugnis oder die Dienstleistung ist. Bei umfangreichen Angeboten wie etwa Beratungs-Dienstleistungen wird das Mailing nur die erste von mehreren Werbemaßnahmen sein. Streben Sie daher lieber bescheidene Ziele an – der Leser soll beispielsweise weitere Infos anfordern oder einen persönlichen Beratungstermin vereinbaren.

Wie auch immer Sie die Response-Elemente wie Antwortkarten, Fax-Antwort-Formulare etc. gestalten: Achten Sie darauf, dass sie bereits mit dem Namen des Interessenten versehen sind. Das erhöht die Rücklaufquote.

Der Schreibstil

Denken Sie immer daran: Ein Werbebrief ist kein amtliches Schreiben und keine Doktorarbeit. Ein Werbebrief muss verkaufen – nicht mehr und nicht weniger. Das verlangt eine einfache, klare Sprache. Oder würden Sie im persönlichen Verkaufsgespräch lange Schachtelsätze verwenden? Oder Fachwörter, die nur ein paar Branchenkennern bekannt sind und mit denen der Kunde überhaupt nichts anfangen kann? Eben.

Verfassen Sie Ihr Werbeschreiben in einer leicht verständlichen, aber dennoch nicht plumpen Alltagssprache. Ein Tipp dazu: Denken Sie beim Schreiben nicht an eine anonyme Masse von möglichen Kunden. Stellen Sie sich einfach vor, Sie schreiben an einen Freund oder Nachbarn. So fällt es Ihnen leichter, einfache und knackige Formulierungen zu finden.

Dazu gehört auch, dass Sie Zeit- statt Hauptwörter verwenden. Also statt "Unsere Empfehlung lautet" besser "Wir empfehlen Ihnen". Oder statt "Sie können mit sofortiger Lieferung rechnen" besser "Wir liefern sofort".

Und: Scheuen Sie nicht vor der Befehlsform zurück – sie ist in Werbebriefen zulässig und angebracht. Ersetzen Sie ein umständliches „Wir würden uns freuen, wenn Sie uns anrufen“ durch ein kurzes "Rufen Sie uns gleich an!". Schließlich wollen Sie ja bestimmte Reaktionen beim Leser auslösen.

Das erreichen Sie auch durch anschauliches Schreiben. Versuchen Sie immer, ein greifbares Bild im Kopf des Lesers zu erzeugen. Zeigen Sie ihm, wie viel Geld oder Zeit er mit Ihrem Produkt spart, wie viel leichter, schneller oder unkomplizierter das neue Angebot ist. Nennen Sie konkrete Zahlen. Statt "Mit unserem neuen RegioLiner sind Sie viel schneller in der City" besser "Mit unserem neuen RegioLiner sind Sie in zehn Minuten in der City".

Viel Erfolg!

Mit diesen Tipps sind Sie auf dem besten Weg, Ihre nächste Mailing-Aktion zu einem Erfolg zu machen. Sie wissen jetzt, worauf es beim Brieftext ankommt.

Aber beachten Sie auch das Drumherum, wie die Auswahl der Zielgruppe, die Qualität der Adressen und die Gestaltung des Briefumschlages. Planen Sie Ihre Aussendung sorgfältig – nur so erreichen Sie Ihr Ziel.

  drucken        versenden
Bewerten Sie diesen Beitrag:

Durchschnittliche Bewertung:
[ 4 Bewertungen ]

Über den Autor

Dr. Doris Doppler arbeitet als freie Texterin und Wirtschaftsjournalistin in Innsbruck (A). Die promovierte Betriebswirtin verfasst Broschüren und Webseiten, optimiert be-stehende Texte und entwickelt Konzepte zur Corporate Language. Sie ist für Direktkunden sowie Agenturen im gesamten deutschsprachigen Raum tätig.

doppler@ddoppler.com

www.ddoppler.com

Neue Fachbeiträge

  • Kundenbefragungen

    Critical Incident Technique (CIT)

    Klassische Kundenbefragungen bleiben meist an der Oberfläche – und sie sind gefährlich. Denn auf ihre mehr oder weniger sorgfältig ausformulierten Fragen erhalten die Interviewer kaum Wahrhaftigkeit, sondern vornehmlich Antworten, die opportun erscheinen oder aber den Befragten vor sich selbst und anderen in ein gutes Licht rücken sollen. Dies passiert in aller Regel nicht absichtlich. Die Ursache liegt vielmehr darin, dass uns der Zugang zum Unbewussten fehlt. Wir machen uns selbst etwas vor. Psychologen nennen das Wahrnehmungsgefängnis. Die Critical Incident Technique kann uns daraus befreien. Lernen Sie mehr über diesen Ansatz im Fachbeitrag von Anne M. Schüller, führende Expertin für Loyalitätsmarketing. mehr
  • Do it yourself

    Facebook-Marketing für Gründer

    Mit über 22 Millionen Mitgliedern allein in Deutschland ist Facebook unbestritten das soziale Netzwerk Nummer 1. Kaum verwunderlich, dass es auch von Unternehmen unterschiedlichster Größe genutzt wird, um sich der breiteren Online-Öffentlichkeit vorzustellen und eine eigene Community aufzubauen. Doch wie verhält es sich mit Existenzgründern, deren Budget meist begrenzt ist? Welche Möglichkeiten bietet Facebook-Marketing fürs kleine Portemonnaie? Diese Fragen beantwortet Dr. Rebecca Belvederesi-Kochs in ihrem Fachbeitrag. mehr
  • Fachbeitrag

    Über Ziele und wie die Chance wächst, diese tatsächlich zu erreichen

    Der Jahresanfang ist ja oft der Zeitpunkt, an dem Menschen sich sowohl persönlich als auch beruflich oder für ihr Unternehmen Ziele setzen, Veränderungen erreichen wollen. Nur zu oft werden diese Ziele, obwohl grundsätzlich durchaus realisierbar, letztendlich nicht erreicht, das Vorhaben wieder ad acta gelegt. In seinem Fachbeitrag erklärt Unternehmercoach Jörg Mann wie die Chance wächst, Ziele tatsächlich zu erreichen. mehr
  • Journalisten die Arbeit erleichtern

    Der perfekte Pressebereich: Zwölf Tipps und fünf Tabus

    Bevor ein Redakteur zum Telefonhörer greift, holt er sich erste Informationen über ein Unternehmen oder eine Person aus dem Netz. Hier bekommen Sie zwölf Tipps für einen perfekten Pressebereich – und fünf Tabus. Zusammengestellt von Ulf-Hendrik Schrader, geschäftsführender Gesellschafter der Aufgesang Public Relations GmbH. mehr
  • Fachbeitrag

    Das historisch bedingte Wissen um die Macht einer Geschäftsidee!

    Der Blick auf das Unternehmertum, seine Aufgabenbereiche und die daraus resultierenden Entscheidungen gewinnen zunehmend an Bedeutung. Besonders bei jungen Unternehmen hat sich in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten vieles in Bewegung gesetzt und verändert. In ihrem Fachbeitrag wirft Marketingberaterin Nicole M. Pfeffer einen Blick auf das historisch bedingte Wissen um die Macht einer Geschäftsidee. mehr
  • Vertriebsanalyse

    Wenn die Umsätze nicht stimmen

    Start-ups und junge Unternehmen geraten oft in Schwierigkeiten, weil die Umsätze stagnieren oder sinken, Absatzziele nicht erreicht werden oder die Anzahl der neu geworbenen Kunden zurückgeht. In solchen Situationen ist es hilfreich, den Vertrieb auf den Prüfstand zu stellen, um herauszufinden, ob es Schwachstellen und Optimierungspotenziale gibt. Was es bei einer Vertriebsanalyse zu beachten gilt, erklärt Dipl.-Ing. (FH) Volker Wendeler in seinem Fachbeitrag. mehr
  • Online-Marketing

    Vorsicht bei E-Mail-Marketing!

    Aus Unternehmersicht ist E-Mail-Marketing eine schnelle, kostengünstige und praktische Methode, um viele potenzielle Kunden zu erreichen. Doch Vorsicht: Grundsätzlich ist E-Mail-Marketing unzulässig, egal ob sich die Informationen an Privatpersonen oder an Gewerbetreibende richten, und unabhängig davon, ob sie explizit als Werbung gekennzeichnet sind oder beispielsweise als Newsletter bezeichnet werden. Zur Vorsicht beim E-Mail-Marketing mahnt Fachanwältin Bettina Krause in ihrem Fachbeitrag. mehr
  • Corporate Branding

    Das neue Corporate Branding - konsequent auch für Facebook

    Seit der Beliebtheitsgrad sozialer Netzwerke immer weiter steigt, haben sich die Anforderungen an die Selbstdarstellung von Firmen stark verändert. Die Unternehmens-Identität bildet sich in den Köpfen der Menschen über weit mehr Faktoren als zuvor. Das wirkt sich selbstverständlich auch auf die formalen Aspekte der Corporate Identity aus. Einen Einblick in das neue Corporate Branding gibt Gründercoach und Designerin Ulrike Thiel in ihrem Fachbeitrag. mehr
  • Cloud Computing

    Geschäftssoftware der Zukunft kommt aus dem Netz

    Der klassische Server ist ein Auslaufmodell. Zukünftig werden komplexe Unternehmenslösungen bei Firmen immer weniger vor Ort installiert, sondern über das Internet genutzt. Das sogenannte Cloud Computing ist günstig, flexibel und einfach zu handhaben. Warum die Geschäftssoftware der Zukunft aus dem Netz kommt, erklärt Markus Stahl, Leiter Business Development bei SAP Deutschland, in seinem Fachbeitrag. mehr
  • Fachbeitrag

    Kein Controlling – junge Firmen im Blindflug

    Peter V. aus Karlsruhe hat vor einem halben Jahr eine Agentur für Firmenveranstaltungen gegründet. Er konnte bereits mehrere Unternehmen als Kunden gewinnen und hat gut zu tun. Verblüfft hat ihn folgende Frage seiner Frau: Wie viel verdienst du eigentlich? Anhand eines Fallbeispiels erklärt Gründercoach Wolfgang Riedel, warum Controlling von Anfang an wichtig ist. mehr
  • Fachbeitrag

    Schnellstarthilfe "Crowdsourcing"

    Kennen Sie das? Alle Hände voll zu tun, die finanziellen Ressourcen sind knapp und die Manpower reicht nicht aus. Trotzdem müssen Projekte zeitnah umgesetzt werden. Hier kann die Lösung "Crowdsourcing" heißen. Eine Schnellstarthilfe zum Thema von Ines Maione, clickworker.com. mehr

anzeige

förderland-Newsletter

Close