Midijobs: Stiefkind der Politik - Ein Beitrag des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln
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08.03.2007

Midijobs

Midijobs: Stiefkind der Politik

Anders als die meisten Arbeitnehmer müssen Beschäftigte mit Bruttomonatseinkommen zwischen 400 und 600 Euro 2007 höhere Sozialabgaben zahlen. Denn die Beiträge für die so genannten Midijobs werden nach einer speziellen, jährlich angepassten Formel berechnet.


Ein Beitrag des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln

Das Gros der Arbeitnehmer konnte sich zum Jahresbeginn über etwas niedrigere Sozialversicherungsbeiträge freuen. Denn durch den um 2,3 Prozentpunkte abgesenkten Beitragssatz zur Arbeitslosenversicherung dürften sie mehr sparen, als ihnen durch höhere Kranken- und Rentenversicherungsabgaben wieder aus der Tasche gezogen werden.
 
Den Wermutstropfen müssen jene Beschäftigten schlucken, die im Monat zwischen 400 und 600 Euro brutto verdienen. Die Sozialbeiträge der so genannten Midijobber – mit Einkommen zwischen 400 und 800 Euro – werden nach einer komplizierten Formel errechnet, die für den gleitenden Übergang von den Pauschalbeiträgen für Minijobs zu den ab 800 Euro geltenden allgemeinen Beitragssätzen sorgt. An einer Stellschraube dieser Formel dreht die Bundesregierung jedes Jahr per Verordnung – und 2007 haben dabei die unteren Einkommensbereiche das Nachsehen. So muss ein Arbeitnehmer mit monatlich 450 Euro brutto 5,80 Euro mehr an Sozialbeiträgen zahlen als 2006.

Sein persönlicher Beitragssatz steigt damit von 12,1 auf 13,4 Prozent. Nur wer mehr als 600 Euro einstreicht, kommt besser weg als zuvor.

Damit setzt die Politik den kleinen Beschäftigungsverhältnissen weiter zu. Bereits Mitte 2006 wurden die pauschalen Arbeitgeberbeiträge zur Sozialversicherung für Minijobs von 25 auf 30 Prozent angehoben. Daraufhin fiel deren Zahl bis zum November 2006 um rund 80.000 unter das Niveau des Vorjahresmonats. Und das, obwohl in diesem Zeitraum dank guter Konjunktur insgesamt rund 400.000 zusätzliche Beschäftigungsverhältnisse entstanden.

© Deutscher Instituts-Verlag

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Das Institut der deutschen Wirtschaft Köln ist das führende private Wirtschaftsforschungsinstitut in Deutschland. Es vertritt eine klare marktwirtschaftliche Position. Es hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Verständnis wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Prozesse in Politik und Öffentlichkeit zu festigen und zu verbessern. Es analysiert Fakten, zeigt Trends, ergründet Zusammenhänge – über die die Öffentlichkeit auf vielfältige Weise informiert wird.

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