Mehrwert nicht nur für den Kunden - Ein Beitrag von Regina Deckart
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07.10.2010

Content Marketing

Mehrwert nicht nur für den Kunden

Und was springt für mich dabei raus? Auf diese Frage lassen sich – allen idealistischen Vorstellungen zum Trotz – doch die Hintergrundüberlegungen der meisten Entscheidungen des Menschen herunterbrechen. Mehrwert ist das Stichwort, das von der wirtschaftlichen Seite gerne dafür gebraucht wird. Dem Kunden einen Mehrwert geben, das heißt, seine Entscheidung für ein Angebot erleichtern.




Ein Beitrag von Regina Deckart

Ein Weg, im Internet derartigen Mehrwert für den Kunden zu schaffen, ist guter Content, das heißt zur Zielgruppe passende Inhalte. Diese werden dem Interessenten kostenlos zur Verfügung gestellt – umsonst sollen sie für das Unternehmen aber nicht sein. Denn wem es gelingt, diesen Content als Teil seiner Marketingstrategie einzusetzen, der kann damit unaufdringlich, aber effizient seine Produkte und Angebote in den Fokus der Interessenten lenken.

Warum bringt Content von Unternehmen Mehrwert für den Kunden?

Inhalte gibt es doch im Web überall, wieso sollten die Nutzer da ausgerechnet meine als Mehrwert empfinden? Wer so denkt, der verschenkt Potenzial und lässt sich die Chance entgehen, zum gefragten Problemlöser für seine Interessenten und Kunden zu werden. Und das aus zwei Gründen:

1. Am Anfang jeder Suche im Internet und auch jeder Kaufentscheidung steht ein Problem, für das der Nutzer/ Verbraucher eine Lösung sucht. Wer zur Tankstelle fährt, hat in der Regel das Problem, dass er kein Benzin mehr hat, wer im Internet nach neuen Messern für den Rasenmäher sucht, hat höchstwahrscheinlich das Problem, dass die Alten stumpf sind und er sie auswechseln muss.

2. Niemand kennt die spezifischen Probleme seiner Kunden/ Zielgruppe so gut, wie der Unternehmer, der Produkte anbietet, die mit diesen Problemen zu tun haben. Seine Kompetenz zur Lösung dieser spezifischen Probleme ist damit höher als die der meisten anderen.

Bietet ein Unternehmen also online Content an, der über den Verkauf des Produktes hinaus einen Beitrag zur Lösung der Probleme seiner Kunden leistet (zum Beispiel praktische Tipps, wie Rasenmäher-Messer weniger schnell stumpf werden), so bietet er als Experte damit einen Mehrwert.

Und was bringt der Content dem Unternehmen?

Natürlich ist es nicht reiner Altruismus, der Unternehmen bewegt, ihren Kunden Mehrwert in Form von Content kostenlos zur Verfügung zu stellen. Es ist eine kalkulierbare Marketing-Strategie, deren Return on Invest sich langfristig in Vertrauen und stabilen Kundenbeziehungen äußert. Kurzfristig ist Content-Marketing zudem ein effizientes Mittel zur Leadgenerierung.

Vertrauen und Nähe entstehen im Content-Marketing durch einen einfachen Mechanismus: Das Unternehmen gibt dem Interessenten etwas Wertvolles (Fachwissen, Kompetenz, etwas eigens Erschaffenes), ohne dafür eine Gegenleistung zu verlangen. Das überrascht den ein oder anderen vielleicht, die meisten werden es stillschweigend zur Kenntnis nehmen.

Mit großer Wahrscheinlichkeit aber wird in ihrem Bewusstsein eine Verknüpfung zwischen dem Content und dem  - möglicherweise bis dato unbekannten - Unternehmen bleiben. Dankbarkeit ist vielleicht ein zu großes Wort, aber eine positive Grundeinstellung bleibt allemal, wenn der Content wirklich hält, was er verspricht. Steht dann eine Kaufentscheidung an, so ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass diese positive Grundeinstellung sich für das Unternehmen in Umsatz niederschlägt.

Unmittelbarere Ergebnisse zeitigt Content-Marketing, wenn es zur Leadgenerierung eingesetzt wird. Hierfür eignet sich am besten Download-Content, indem die Möglichkeit zum Herunterladen des begehrten Videos, Programms oder Ebooks an eine Registrierung auf der Website gebunden ist. Jeder Download bringt so einen potenziellen Kundenkontakt.

Wie lässt sich Content-Marketing umsetzen?

Nicht jede Form von Inhalt eignet sich für Content-Marketing. Die Inhalte müssen den Interessenten schon den erwähnten Mehrwert bieten. Worin dieser liegt, kann freilich je nach Zielgruppe völlig unterschiedlich sein. Praktische Tipps und Anleitungen sind ebenso Mehrwert, wie auch Spaß oder ein interessanter Text es sein können. Bei der Auswahl von Themen und Formen von Content (z.B. Video, Whitepaper, Ebook, Software, App) sollten sich Unternehmen auf die Kenntnis ihrer Zielgruppe verlassen.

Ist der Content – unternehmensintern oder mithilfe externer Dienstleister – produziert, dann stehen verschiedene Möglichkeiten zur Veröffentlichung zur Verfügung. Welche am besten gewählt wird, orientiert sich an der Zielsetzung der Content-Marketing Strategie: Zielt sie auf langfristigen Vertrauensgewinn und eine nachhaltige Steigerung der Bekanntheit des Unternehmens und seiner Kompetenzen ab, dann bietet es sich an, den Content möglichst breit zu streuen und über alle Kommunikationswege bekannt zu machen.

Soll der Content dagegen zunächst einmal der Leadgenerierung dienen, dann darf er freilich nur an einer Stelle verfügbar sein: auf der Unternehmenswebsite, gekoppelt an eine Registrierung. Trotzdem muss das Angebot natürlich gefunden werden. Die Kunst ist hier also, die Existenz des Contents über Werbung, PR, Suchmaschinenmarketing und Social Media so breit bekannt zu machen, dass möglichst viele Interessenten die Inhalte finden und sich zu Registrierung und Download entscheiden.

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Über den Autor

Regina Deckart ist Chefredakteurin des marketingshop blog. Die im Tageszeitungs- und Online-Bereich ausgebildete Journalistin setzt sich seit einigen Jahren intensiv in Theorie und Praxis mit Marketing auseinander. Ihre Spezialgebiete sind dabei Dialog- und Online-Marketing mit Schwerpunkten in Content-Marketing, Social Media, Videomarketing und Online Reputation Management sowie PR.

Auf dem marketingshop blog berichtet sie praxisnah über diese und andere Marketing-Themen, die für Gründer, Selbständige, Freiberufler und Marketing-Verantwortliche in kleinen und mittleren Unternehmen von Bedeutung sind.

www.blog.marketingshop.de

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