Factoring erleichtert das Exportgeschäft - Ein Beitrag von Julia Kinzler
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07.10.2008

Finanzierung

Factoring erleichtert das Exportgeschäft

Die wirtschaftliche Entwicklung in Europa hat sich maßgeblich durch die Fortschritte des Binnenmarktes verbessert. Allerdings haben europäische Unternehmen jedes Jahr rund 25 Mrd. Euro zusätzliche Kosten zu tragen aufgrund von verspäteten Zahlungen. Säumige Kunden bringen ihre Lieferanten oftmals in schwerwiegende Liquiditätsengpässe.




Ein Beitrag von Julia Kinzler

Es dauert im europäischen Durchschnitt 58 Tage, bis Gläubiger ihr Geld erhalten. Im europäischen Vergleich ist Norwegen Vorreiter bei der Zahlungsdauer mit 26 Tagen, die Niederlande liegen im Durchschnitt bei 40 Tagen, Deutschland bei 46 Tagen, Belgien bei 50 Tagen, Frankreich bei 65 Tagen, Spanien bei 82 Tagen und Griechenland als Schlusslicht bei 105 Tagen.

Aufgrund von Rechtsunterschieden und Sprachbarrieren ist zudem das Debito-renmanagement deutlich aufwendiger als im eigenen Land. Hinzu kommt, dass die Unternehmen die Solvenz ihrer Exportkunden in der Regel nicht einschätzen können. Bleibt die Zahlung aus, drohen ein langwieriger Rechtsstreit und der Ausfall der Forderung.

Wie funktioniert Factoring?

Ein probates Mittel, die Chancen ausländischer Märkte zu nutzen ohne in die Liquiditäts- oder Risikofalle zu geraten, ist Factoring. Beim Factoring verkauft ein Unternehmen seine Forderungen aus Warenlieferungen und Dienstleistungen fortlaufend an ein Factoringinstitut. Auf diese Weise erhält das Unternehmen sofort Liquidität aus seinen Außenständen und die Finanzierung wächst automatisch mit steigenden Umsätzen. Factoring ist aber weit mehr als eine reine Finanzierungsform. Neben sofortiger Umwandlung von Forderungen in Liquidität bietet Factoring hundertprozentigen Schutz vor Forderungsausfällen, aktuelle Bonitäts-informationen über die Abnehmer und die Übernahme des Forderungsmanagements, inklusive Mahn- und Inkassowesen.

Der Nutzen für das Unternehmen

Die Vorteile liegen insbesondere beim Exportgeschäft auf der Hand. Mit der Liquidität ist das Unternehmen in der Lage, seinen Abnehmern branchen- und landesübliche Zahlungsziele einzuräumen. Außerdem sind zusätzliche Erträge im Einkauf möglich, weil Skonto und Sonderkonditionen genutzt werden können.

Der Ausfallschutz und aktuelle Informationen über die Bonität der Abnehmer garantieren sichere Vertriebswege. Jede angekaufte Forderung ist zu 100 Prozent gegen Ausfall versichert, einen Selbstbehalt für das Unternehmen gibt es nicht.

Für spürbare administrative Entlastung sorgt die Auslagerung des Forderungsmanagements. Gerade in der Zusammenarbeit mit ausländischen Debitoren profitiert ein Unternehmen vom Know-how eines Factoringinstituts, das sich um das in der Landessprache gängige Mahnwesen kümmert und die Rechtsunterschiede im Exportland kennt.

Nicht billig, aber preiswert

Natürlich ist Factoring nicht umsonst zu haben. Meistens besteht der Preis aus zwei Komponenten: Erstens einem Zins auf den finanzierten Forderungsbestand. Zweitens aus einer Factoringgebühr für das Forderungsmanagement und den Ausfallschutz. Der Preis wird für jeden Factoringkunden individuell ermittelt und ist vom Umsatz, der Debitoren- und Rechnungsanzahl sowie den Exportländern abhängig. Üblicherweise liegen die Gesamtkosten für den Factoringkunden zwischen 0,8 und 2,8 Prozent seines Factoringumsatzes.

Ein stark wachsender Markt

Der deutsche Factoringmarkt hat sich in den vergangenen Jahren sehr positiv entwickelt. So hat sich der Factoringumsatz innerhalb von sieben Jahren mehr als verdreifacht von 23,5 Mrd. Euro in 2000 auf 83,5 Mrd. Euro in 2007. Der Anteil des Export-Factorings erhöhte sich in 2007 um 30,86 Prozent auf 22,5 Mrd. Euro.

In anderen europäischen Ländern ist Factoring schon weitaus populärer. Gemessen an den Factoringumsätzen 2007 liegen Großbritannien (286 Mrd. Euro), Italien (122 Mrd. Euro) und Frankreich (121 Mrd. Euro) deutlich vor Deutschland. Die Wachstumsraten der vergangenen Jahre weisen allerdings darauf hin, dass sich diese Lücke in absehbarer Zeit schließen wird.

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Über den Autor

Frau Julia Kinzler (Diplom-Betriebswirtin) absolvierte nach dem Studium zunächst ein internationales Trainee-Programm, bevor sie bei der Handelsmarketingagentur BBDO Sales unterschiedliche Kunden aus den Bereichen Automobil, Finanz, Mode und LEH betreute. Heute leitet Frau Kinzler den Marketingbereich der VR FACTOREM GmbH.

Die VR FACTOREM GmbH ist die Factoringgesellschaft des genossenschaftlichen Finanz-Verbundes und Mitglied im Deutschen Factoring-Verband eV. Das Portfolio umfasst Full-Service-, Inhouse-, Inland- und Export-Factoring mit Debitoren aus allen OECD-Staaten mit den Produkten VR FACTORINGprimo®, VR FACTORINGplus® und VR FACTORINGprofessional®.

VR FACTOREM GmbH
Ludwig-Erhard-Straße 30-34
65760 Eschborn
Telefon: +49 (6196) 802 – 0
Telefax: +49 (6196) 802 – 1000
 

www.vr-factorem.de

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