
Innovationsmanagement
Erfolgreiche Unternehmen haben einen Innovationsmanager
Erfolgreiche Unternehmen investieren in den Erhalt und in den Ausbau der eigenen Innovationskraft. Braucht es dafür einen Innovationsmanager? Ist nicht die Wortbildung Innovations-Manager schon ein Widerspruch in sich? Kann einer Person die Hauptverantwortung für das Thema Innovation übertragen werden? Diese oder ähnliche Fragen werden immer wieder aufgeworfen, wenn es um die organisatorische Eingliederung von Innovationsmanagement in Unternehmen geht.
Ein Beitrag von Dipl.-Ing. Josef Siegemund
Eines ist sicher: Der Innovationsmanager ist kein Bewahrer und Verwalter, wie viele hinter dem Begriff Manager vermuten würden. Das Gegenteil ist der Fall. Der Innovationsmanager – in der idealen Besetzung – ist Generalist. Wenn das erfolgreiche Management von Innovationen als wichtige und strategische Aufgabe im Unternehmen angesehen wird, dann ist die Einführung der Rolle des Innovationsmanagers eine ideale Funktion, um die Herausforderung anzunehmen.
Hauptaufgaben des Innovationsmanagers
Der Innovationsmanager steht an einer zentralen Schnittstelle im Unternehmen, er ist die Kommunikationszentrale nach innen wie nach außen. Er ist vor allem für die Entwicklung neuer Produkt-, Prozess- und Service-Ideen verantwortlich. Zu seinen weiteren Aufgaben gehören der Aufbau und die Pflege von Kontakten zu Forschungseinrichtungen und Hochschulen sowie die zielgerichtete Recherche nach neu entwickelten Techniken und Verfahren, wie etwa im Internet oder auf Erfindermessen. Im einzelnen ergeben sich folgende Aufgabenfelder:
Strategisch auf Gesamt-Unternehmensebene:
- Entwickelt und pflegt die Kernkompetenz Innovationsmanagement für das Unternehmen.
- Hüter der Innovationskultur
- Dienstleistungszentrum für Methoden und Tools
- Kreativitätstechniken, QFD, Lead-User-Ansatz, Szenariotechnik, Roadmapping, etc.
- Werkzeuge & Instrumente zur Ideengenerierung und –bewertung
- Vorhandenes Wissen intelligent nutzen
- Innovationscontrolling
- Veränderungen im Innovationsmanagement initiieren und erfolgreich durchführen. - Koordiniert die Innovations-Manager der operativen Bereiche / Divisionen
- Schnittstelle und Mittler zwischen der Kunden- und der Techniksicht
- Aufbau und Pflege eines Expertennetzwerks / Innovationsnetzwerks (Hochschulen, Kooperationspartner, strategische Partner)
- Synchronisiert übergreifende Innovationen, um Doppelarbeit zu vermeiden
- Unterstützt die operativen Bereiche / Divisionen beim Aufbau und in der Umsetzung des Innovationsmanagements
Operativ in ausführenden Unternehmensbereichen:
- Koordiniert die systematische Generierung, das Sammeln und die Bündelung von Ideen für Produkt- / Prozessinnovationen (kontinuierlich)
- Prozesseigentümer Innovationsprozess -> Motivator für die Innovationskultur
- Initialisiert erste Markt- und Patentrecherchen
- Innovations-Road-Map erstellen und aktuell pflegen
- Entwicklung von Konzepten in Konzeptteams
- Aktive Projektbegleitung bis einschließlich Marktdurchdringung (Erfolgskontrolle, stimmt Veränderungen am Lastenheft zu)
- Führung von Innovationsteams (interdisziplinärer Kreis)
- Einsetzen von Innovations-Scouts (Suche nach relevantem Wissen)
- Berichtet an Innovationskonferenz
- Abstimmung / Koordination mit Corporate Innovation-Manager
Innovationsmanager sind Generalisten. Geeignete Innovationsmanager werden oft aus der Reihe der eigenen Führungskräfte rekrutiert. Die Arbeit von Innovationsmanagern ist zeitintensiv und verlangt je nach Unternehmensgröße eine Vollzeitstelle. Falls die Ressourcensituation des Unternehmens dies nicht zulässt, kann die Rolle auch existierenden Positionen (z.B. Produktmanager, Spartenmanager, Leiter der Vorausentwicklung) zugeordnet werden.
Der ideale Kandidat sollte folgende persönliche Voraussetzungen mit sich bringen:
- Teamfähigkeit / Teamführung
- Flexibilität / Spontanität
- Moderationsfähigkeit / kommunikativ
- Neugier / Risikobereitschaft / Hohe Frustrationstoleranz
- Vielseitiges Wissen / Methodenkompetenz
- Weitreichendes technisches Verständnis
- Marktkenntnisse
- Problemsensibilität (erkennen und analysieren von Problemen)
Es gibt mittlerweile auch eine Vielzahl von berufsbegleitenden Aus- und Weiterbildungsprogrammen zum Innovationsmanager.
Organisatorische Integration
Versteht ein Unternehmen die Innovationsfunktion und die Rolle des Innovationsmanagers als eine interne Aufgabenstellung, so kann sie in die Unternehmensorganisation eingegliedert werden. Aufgrund seiner zentralen Schnittstellenfunktion (Markt-Technik) ergeben sich unterschiedliche formale Integrationsformen:
- Zentrale Stabsstelle berichtet an Geschäftsführung
- Eigenständiger Bereich berichtet an Geschäftsführung
- Teil eines Funktionsbereichs (z. B. Marketing/Vertrieb) oder einer Division
- Kombiniert zentral-dezentral
Die Rolle des Innovationsmanagers ist für Unternehmen mit innovativem Anspruch absolut unverzichtbar. Der Innovationsmanager als Motor des Fortschritts wird immer wichtiger und Innovationsmanager werden zukünftig in vielen Unternehmen genauso selbstverständlich sein, wie heute Produkt- oder Projektmanager. Die TMG Technologie Management Gruppe hat schon in vielen Unternehmen erfolgreich Innovationsmanager in der Organisation positioniert.
Über den Autor
Dipl.-Ing. Josef Siegemund, Jahrgang 1962, absolvierte sein Studium der Elektrotechnik an der Universität Karlsruhe. Er war unter anderem als Produktentwickler und Projektleiter bei TMG itec GmbH – Gesellschaft für industrielle Informationstechnik tätig und leitetet das International General Management Programm am IMD Lausanne.
Josef Siegemund ist heute Seniorberater und Partner bei der Technologie Management Gruppe – Unternehmensberatung für Markt und Innovation GmbH in Karlsruhe. Seit mehr als 10 Jahren berät er Unternehmen in den Branchen Automobil und Automobilzulieferer, Elektrotechnik / Elektronik, Maschinen- und Anlagenbau und Spezialchemie. Seine fachlichen Beratungsschwerpunkte sind: Systematisches Innovationsmanagement, Produktlebens-zyklus-Management, Entwicklungs- und Projektmanagement, Kostenmanagement im Produktentwicklungsprozess.
Neue Fachbeiträge
-
Online-Marketing
Was man im Umgang mit sozialen Netzwerken beachten sollte
Vor dem Hintergrund der sich immer stärker abzeichnenden Schwächen herkömmlicher Marketinginstrumente wie der Kaltakquise flüchten immer mehr Unternehmen in die Welt der sozialen Netzwerke. In ihnen lassen sich mit wenig Aufwand und geringen Investitionen hohe Erfolgsraten realisieren - so zumindest die Theorie. Viele Firmen aber scheitern in der Online-Welt und stellen nach einigen Monaten enttäuscht fest, dass sie keine neuen Kunden gewonnen, sondern Ansehen verloren haben. Was man im Umgang mit sozialen Netzwerken beachten sollte, erklärt Robert Nabenhauer in seinem Fachbeitrag. mehr
-
Kundenbefragungen
Critical Incident Technique (CIT)
Klassische Kundenbefragungen bleiben meist an der Oberfläche – und sie sind gefährlich. Denn auf ihre mehr oder weniger sorgfältig ausformulierten Fragen erhalten die Interviewer kaum Wahrhaftigkeit, sondern vornehmlich Antworten, die opportun erscheinen oder aber den Befragten vor sich selbst und anderen in ein gutes Licht rücken sollen. Dies passiert in aller Regel nicht absichtlich. Die Ursache liegt vielmehr darin, dass uns der Zugang zum Unbewussten fehlt. Wir machen uns selbst etwas vor. Psychologen nennen das Wahrnehmungsgefängnis. Die Critical Incident Technique kann uns daraus befreien. Lernen Sie mehr über diesen Ansatz im Fachbeitrag von Anne M. Schüller, führende Expertin für Loyalitätsmarketing. mehr
-
Versicherung
Berufsunfähigkeit - Auch für Gründer ein Thema
Wer ein Unternehmen gründet oder führt, sollte sowohl das Gewerbe als auch sich selbst gegen alle möglichen Risiken absichern. Dazu gehört beispielsweise die Absicherung gegen Schadensersatzansprüche Dritter. Aber auch die eigene Arbeitskraft sollte beim Versicherungsschutz nicht außen vor gelassen werden. Einen Einblick ins Thema gewährt uns Juliane Wellisch, Redakteurin bei berufsunfaehigkeit.com, in ihrem Fachbeitrag. mehr
-
Do it yourself
Facebook-Marketing für Gründer
Mit über 22 Millionen Mitgliedern allein in Deutschland ist Facebook unbestritten das soziale Netzwerk Nummer 1. Kaum verwunderlich, dass es auch von Unternehmen unterschiedlichster Größe genutzt wird, um sich der breiteren Online-Öffentlichkeit vorzustellen und eine eigene Community aufzubauen. Doch wie verhält es sich mit Existenzgründern, deren Budget meist begrenzt ist? Welche Möglichkeiten bietet Facebook-Marketing fürs kleine Portemonnaie? Diese Fragen beantwortet Dr. Rebecca Belvederesi-Kochs in ihrem Fachbeitrag. mehr
-
Fachbeitrag
Über Ziele und wie die Chance wächst, diese tatsächlich zu erreichen
Der Jahresanfang ist ja oft der Zeitpunkt, an dem Menschen sich sowohl persönlich als auch beruflich oder für ihr Unternehmen Ziele setzen, Veränderungen erreichen wollen. Nur zu oft werden diese Ziele, obwohl grundsätzlich durchaus realisierbar, letztendlich nicht erreicht, das Vorhaben wieder ad acta gelegt. In seinem Fachbeitrag erklärt Unternehmercoach Jörg Mann wie die Chance wächst, Ziele tatsächlich zu erreichen. mehr
-
Journalisten die Arbeit erleichtern
Der perfekte Pressebereich: Zwölf Tipps und fünf Tabus
Bevor ein Redakteur zum Telefonhörer greift, holt er sich erste Informationen über ein Unternehmen oder eine Person aus dem Netz. Hier bekommen Sie zwölf Tipps für einen perfekten Pressebereich – und fünf Tabus. Zusammengestellt von Ulf-Hendrik Schrader, geschäftsführender Gesellschafter der Aufgesang Public Relations GmbH. mehr
-
Fachbeitrag
Das historisch bedingte Wissen um die Macht einer Geschäftsidee!
Der Blick auf das Unternehmertum, seine Aufgabenbereiche und die daraus resultierenden Entscheidungen gewinnen zunehmend an Bedeutung. Besonders bei jungen Unternehmen hat sich in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten vieles in Bewegung gesetzt und verändert. In ihrem Fachbeitrag wirft Marketingberaterin Nicole M. Pfeffer einen Blick auf das historisch bedingte Wissen um die Macht einer Geschäftsidee. mehr
-
Vertriebsanalyse
Wenn die Umsätze nicht stimmen
Start-ups und junge Unternehmen geraten oft in Schwierigkeiten, weil die Umsätze stagnieren oder sinken, Absatzziele nicht erreicht werden oder die Anzahl der neu geworbenen Kunden zurückgeht. In solchen Situationen ist es hilfreich, den Vertrieb auf den Prüfstand zu stellen, um herauszufinden, ob es Schwachstellen und Optimierungspotenziale gibt. Was es bei einer Vertriebsanalyse zu beachten gilt, erklärt Dipl.-Ing. (FH) Volker Wendeler in seinem Fachbeitrag. mehr
-
Online-Marketing
Vorsicht bei E-Mail-Marketing!
Aus Unternehmersicht ist E-Mail-Marketing eine schnelle, kostengünstige und praktische Methode, um viele potenzielle Kunden zu erreichen. Doch Vorsicht: Grundsätzlich ist E-Mail-Marketing unzulässig, egal ob sich die Informationen an Privatpersonen oder an Gewerbetreibende richten, und unabhängig davon, ob sie explizit als Werbung gekennzeichnet sind oder beispielsweise als Newsletter bezeichnet werden. Zur Vorsicht beim E-Mail-Marketing mahnt Fachanwältin Bettina Krause in ihrem Fachbeitrag. mehr
-
Corporate Branding
Das neue Corporate Branding - konsequent auch für Facebook
Seit der Beliebtheitsgrad sozialer Netzwerke immer weiter steigt, haben sich die Anforderungen an die Selbstdarstellung von Firmen stark verändert. Die Unternehmens-Identität bildet sich in den Köpfen der Menschen über weit mehr Faktoren als zuvor. Das wirkt sich selbstverständlich auch auf die formalen Aspekte der Corporate Identity aus. Einen Einblick in das neue Corporate Branding gibt Gründercoach und Designerin Ulrike Thiel in ihrem Fachbeitrag. mehr
-
Cloud Computing
Geschäftssoftware der Zukunft kommt aus dem Netz
Der klassische Server ist ein Auslaufmodell. Zukünftig werden komplexe Unternehmenslösungen bei Firmen immer weniger vor Ort installiert, sondern über das Internet genutzt. Das sogenannte Cloud Computing ist günstig, flexibel und einfach zu handhaben. Warum die Geschäftssoftware der Zukunft aus dem Netz kommt, erklärt Markus Stahl, Leiter Business Development bei SAP Deutschland, in seinem Fachbeitrag. mehr
anzeige
-
Steuerberater suchen
Jetzt kostenlos und unverbindlich.
mehr...
-
Private Krankenversicherung
Sparen Sie 2.500 EUR pro Jahr bei besserer Leistung.
mehr...
-
Gründerberater suchen und finden
Sie sind Gründerberater? Jetzt eintragen und Vorteile sichern.
mehr...
RSS Feed abonnieren
- Nachrichten Gründer, Start-ups, Investoren Feed abonnieren
- Aktuelle Veranstaltungen Feed abonnieren
- Aktuelle Fachbeiträge Feed abonnieren
förderland-Autor werden
Neue Autoren
- 09.02.2012Robert Nabenhauer
- 31.01.2012Juliane Wellisch
- 26.01.2012Dr. Rebecca Belvederesi-Kochs
- 22.12.2011Ulf-Hendrik Schrader
- 01.12.2011Volker Wendeler
- 25.11.2011Bettina Krause
- Alle Autoren
