EU-Förderprogramme - Nicht kleckern, sondern klotzen - Ein Beitrag des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln
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03.05.2007

EU-Förderprogramme

EU-Förderprogramme - Nicht kleckern, sondern klotzen

Um den Wirtschaftsstandort Europa noch fitter für die Zukunft zu machen, hat die Europäische Union in ihrem neuen Forschungs-Rahmenprogramm die Fördermittel kräftig aufgestockt. Vor allem kleine und mittlere Unternehmen sollen auf der Suche nach neuen Produkten und Verfahren mit ins Boot genommen werden.


Ein Beitrag des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln

Im Jahr 2000 hatten die europäischen Staats- und Regierungschefs in Lissabon beschlossen, die EU bis 2010 zum wettbewerbsfähigsten, wissensbasierten Wirt­schaftsraum zu machen. Nicht zuletzt um dieses Ziel zu erreichen, ist das 2007 angelaufene und noch bis 2013 reichende siebte Rahmenprogramm für Forschung und technologische Entwicklung (RP7) mit einem Budget von mehr als 50 Milliarden Euro ausgestattet worden. Gegenüber dem vorherigen Rahmenprogramm hat die EU die Mittel damit um über 40 Prozent aufgestockt.

Aus diesem gut gefüllten Fördertopf werden im Wesentlichen vier Teilprogramme gespeist. Das größte trägt den Titel "Zusammenarbeit". Der Etat von gut 32 Milliarden Euro kommt einer Vielzahl von Bereichen zugute – vom Agrarsektor bis zur Weltraumforschung. Fast die Hälfte der Mittel streichen allerdings zwei Gebiete ein:

EU-Forschungsprogramm Bild: Deutscher Instituts-Verlag
Allein mehr als 9 Milliarden Euro will die EU von 2007 bis 2013 ausgeben, um die Erforschung neuer Informations- und Kommunikationstechnologien zu fördern. Weitere 6 Milliarden Euro sollen der Gesundheitsforschung dienen.

Das zweite RP7-Teilprogramm steht unter dem Motto "Ideen". Mit den hierfür vorgesehenen 7,4 Milliarden Euro will der Europäische Forschungsrat sowohl Nachwuchstüftler als auch etablierte Wissenschaftler begleiten, die neue, viel versprechende Wege auf dem Gebiet der Grundlagenforschung gehen.

Für den dritten Part von RP7 namens "Menschen" stellt die EU 4,7 Milliarden Euro bereit. Hiermit werden Maßnahmen finanziert, die mehr kluge Köpfe dazu ermutigen sollen, eine Forscherlaufbahn einzuschlagen. Zur Verbesserung der Erstausbildung von Wissenschaftlern werden z.B. internationale Forschungsaufenthalte im Rahmen der so genannten Marie-Curie-Netzwerke gefördert. Mit Stipendien unterstützt das Teilprogramm aber auch die lebenslange Weiterbildung der Forscher. Und nicht zuletzt sollen bestehende Mobilitätshindernisse beseitigt werden, um einen gemeinsamen europäischen Arbeitsmarkt für Wissenschaftler zu verwirklichen.

Der vierte Bereich des ForschungsRahmenprogramms mit der Überschrift "Kapazitäten" hat schließlich zum Ziel, die Einrichtung und Nutzung von Forschungsinstitutionen zu optimieren und zugleich das innovative Potenzial kleinerer und mittlerer Unternehmen (KMU) zu stärken. Hierfür stehen insgesamt 4,2 Milliarden Euro zur Verfügung.

Dass die EU-Forschungsförderung auch auf die KMU abzielt, liegt nahe. Denn die künftige Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsraums Europa hängt stark von der Entwicklung des Mittelstands ab, stellt er doch 99 Prozent aller Unternehmen und 66 Prozent aller Arbeitsplätze in der EU. Da ist es konsequent, dass im Rahmen des RP7 jene KMU, die sich an anerkannten Forschungsprojekten beteiligen, mit 75 Prozent der anfallenden Kosten gefördert werden.

Hilfreich dürfte in diesem Zusammenhang auch die kleine Schwester von RP7 sein, das Programm für Wettbewerbsfähigkeit und Innovation. Aus seinem mit 3,7 Milliarden Euro gefüllten Topf sollen vor allem innovative Firmen unterstützt werden, damit sie Forschungsergebnisse möglichst schnell in neue Produkte und Dienstleistungen umsetzen können.

© Deutscher Instituts-Verlag

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Über den Autor

Das Institut der deutschen Wirtschaft Köln ist das führende private Wirtschaftsforschungsinstitut in Deutschland. Es vertritt eine klare marktwirtschaftliche Position. Es hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Verständnis wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Prozesse in Politik und Öffentlichkeit zu festigen und zu verbessern. Es analysiert Fakten, zeigt Trends, ergründet Zusammenhänge – über die die Öffentlichkeit auf vielfältige Weise informiert wird.

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