
E-Commerce
Dropshipping als Umsatzmotor für Online-Shops
Um einen erfolgreichen Online-Shop zu betreiben, bedarf es der Beachtung unterschiedlichster Kriterien. Neben Besuchergewinnung, Vertrauensaufbau, Konversionsraten, Usability und Preisgestaltung spielt aber auch das Produktsortiment eine entscheidende Rolle: Können mehr Produkte angeboten werden, finden potentielle Käufer eher das, was sie suchen und werden zu Kunden.
Ein Beitrag von Nicolai Kuban
Problematik des großen Produktsortiments
Die Vorteile eines großen Sortiments liegen auf der Hand, doch natürlich hat auch hier die Medaille ihre berühmten zwei Seiten: Je mehr Produkte in einem Online-Shop angeboten werden, desto mehr Kapital muss der Shopbetreiber – auf Basis des gewöhnlichen Handels - binden. Die Warenvorfinanzierung, die Unterhaltung der Lagerflächen und die Beschäftigung von Mitarbeitern in der Logistik schlagen sich nicht nur in Fixkosten nieder, sondern schränken auch die Liquidität und somit Investitionen in das Marketing des Online-Shops ein – die Grundlage für schnelles und risikoloseres Wachstum wird genommen.
Lösungsansatz Dropshipping – Warenverkauf ohne Kapitalbindung
Das in Deutschland noch nicht so populäre Modell Dropshipping, welches die als E-Commerce Trendbarometer geltende iBusiness Redaktion nun erstmalig 2010 in einem Executive Summary aufgriff, kann hier Abhilfe schaffen und Shopbetreibern im Auf- und Ausbau Ihres Online-Shops neue Möglichkeiten eröffnen.
Dropshipping – auch als Streckengeschäft bezeichnet – ermöglicht Online-Händlern das Anbieten großer Warensortimente ohne in deren Besitz zu sein und folglich auch ohne Kapital in jenes investieren bzw. binden zu müssen. Dropshipping ist als eine Partnerschaft zwischen dem Online-Händler und Großhändlern/ Herstellern zu verstehen, in der der Online-Shop die Waren an Endkunden verkauft und der Großhändler/ Hersteller an den Endkunden verschickt – am besten lässt sich das Dropshipping Konzept in folgender Grafik darstellen:
Konzentration auf die Kernkompetenz für maximalen Erfolg
Das interessante am Ansatz des Dropshippings ist, dass sich beide Seiten – der Großhändler und der Shopbetreiber – auf ihre jeweiligen Kernkompetenzen konzentrieren können. So ist der Großhändler perfekt im Bezug auf Warensortiment, Warenverfügbarkeit, Logistik und Versandabwicklung aufgestellt, der Online-Shop hingegen sieht seinen Fokus in der Gewinnung und der Bindung von Kunden. Er bedient Marketingkanäle wie Suchmaschinenoptimierung, -marketing, Preissuchmaschinen, E-Mail-Marketing oder Marktplätze, wickelt den Kundensupport ab und sorgt für den Aufbau von zufriedenen Stammkunden.
Auf der einen Seite baut sich der Großhändler/ Hersteller einen neuen Vertriebskanal auf, auf der anderen Seiten profitiert der Online-Shop von bereits perfektionierten Strukturen für den Verkauf großer Produktsortimente und kann Skaleneffekte im Bezug auf Verpackungsmaterial, Versandmitarbeiter und -kosten für sich nutzen.
Nachteile des Dropshipping-Modells
Doch auch in diesem E-Commerce-Modell gibt es Nachteile: Nutzt der Online Shop viele verschiedene Großhändler/Hersteller ist der Kauf für Kunden unter Umständen unkomfortabel, da er mehrere Pakete erhält und die Margen für den Shop aufgrund mehrfach anfallender Versandkosten nicht immer wie gewünscht.
Fazit – E-Commerce-Modell mit Potential
Dropshipping eignet sich meinem Erachten nach optimal, um einen neuen Online-Shop auf Basis der Zusammenarbeit mit einem Großhändler, dessen Sortiment und Strukturen aufzubauen. Ebenfalls für die Erweiterung eines bestehenden Shops ist dieses Modell sehr interessant, um so die Kaufabbrüche aufgrund fehlenden Angebots minimieren und so höhere Konversionsraten und Warenkörbe erreichen zu können. Viele Online-Shops – auch wenn viele Großhändler und Shopsysteme noch nicht darauf vorbereitet sind – bereits heute schon sehr erfolgreich.
Über den Autor
Nicolai Kuban verantwortet als geschäftsführender Gesellschafter den Ausbau der Shopping-Plattform storebird sowie eine Vielzahl an dessen Partnershops. Er blickt auf mehr als sechs Jahre Erfahrung im E-Commerce zurück, begann 2005 als eBay Powerseller und war 2008 an der Gründung von eKomi – einem international führenden Bewertungssysteme für Online-Shops - beteiligt, wo er knapp zwei Jahre das Marketing leitete.
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