Smart Services in den Medien

Nvidia Shield Tablet (Bild: Nvidia)
Nvidia Shield Tablet (Bild: Nvidia)

Die Digitalisierung der Wirtschaft ist eine Mammut-Aufgabe, die unter anderem im Rahmen der Industrie 4.0 Hightech-Strategie gestemmt werden muss. Ein Bereich erlebt den digitalen Wandel schon seit einigen Jahren: Die Medienindustrie. Hier ist der disruptive Umbruch im Rahmen der Smart Services keine Theorie mehr, sondern millionenfach erprobte Realität.

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Was sind Smart Services?

Von selbstfahrenden Autos bis hin zu denkenden Robotern: Smart Products und Smart Services werden die Industrie in den kommenden Jahren verändern. In der Medienwelt kennt man diese „intelligenten“ Dienstleistungen bereits.

Von Songs, welche man jederzeit kostenlos abrufen kann, bis hin zu Webseiten-Inhalten, die voll und ganz auf die Vorlieben des Betrachters zugeschnitten sind: Die Disruption bestehender Wertschöpfungsketten ist im Medienbereich bereits im vollem Gange. Im Zentrum steht immer der Nutzer, der die Medien „as a Service“ schnell und kostengünstig nutzen kann.

Hier ein paar Beispiele, wie verschiedene Medienbereiche durch die Smart Services verändert werden.

Soziale Netzwerke

Briefe, Telefon, E-Mails, Chatprogramme: Die Art und Weise, wie Menschen miteinander kommunizieren, hat sich in den letzten Jahrzehnten stark verändert. Einen gewaltigen Zulauf erhalten seit einigen Jahren soziale Netzwerke wie Facebook, Google+ oder Xing.

Hierüber können sich die User nicht nur bequem und in Echtzeit austauschen, sondern auch medialen Content konsumieren. Inhalte wie beispielsweise Statusmeldungen, News, Videos oder Werbung werden passend zum einzelnen Nutzungsprofil ganz individuell ausgespielt.

Die Betreiber solche Netzwerke erhalten die erforderlichen Informationen ihrer User über die Auswertung der Interessen, Klicks, Bewegungsprofile sowie durch andere Daten, die erhoben und verarbeitet werden. Das Ergebnis ist in den meisten Fällen, dass jeder Nutzer ganz eigene und auf ihn abgestimmte Inhalte geboten bekommt. Diese orientieren sich an seinen aktuellen Interessen und Bedürfnissen.


(Bild: Search Engine)

Musik: Von MP3-Downloads zum Streaming

Die Musikbranche ist eine der ersten Zweige gewesen, die von der Digitalisierung überrannt wurde. In den 1990er-Jahren etablierte sich das MP3-Format, mit dem sich Musikstück stark komprimieren lassen. Zusammen mit der aufkommenden Popularität des Internets, was mit der Verbreitung von ISDN- und DSL-Anschlüssen einherging, erfreute sich in llegalen Tauschbörsen die digitalisierte Musik größter Beliebtheit.

Die Verbreitung der Musik-Raubkopien konnte mit legalen Angeboten wie iTunes oder Musicload Einhalt geboten werden, was unter anderem über niedrige Preise und eine einfache Bedienung gelang. Über die Jahre etablierten sich weitere Download-Portale, auch große Webshops wie Amazon bieten mittlerweile MP3-Downloads gegen Bezahlung an.

Mittlerweile sorgt eine neue Technologie für eine Disruption im Musik-Markt: Streaming. Dienste wie Spotify, Apple Music, Deezer, Napster oder Amazon Prime Musik bieten Millionen von Songs auf Abruf. Hierfür schließt man ein Abonnement ab. Während der Laufzeit kann man auf die großen Bibliotheken zugreifen und die Musikstücke auf verschiedene Endgeräte wie beispielsweise Computer oder Smartphones übers Internet streamen.

Laut Prognosen wird der Markt mit digitaler Musik stetig zunehmen, was dem klassischen Handel schwer zusetzt. Auch Radiosender geraten durch die das stetig wachsende Portfolio der Musikstreaming-Anbieter mit ihren (personalisierten) Playlists unter Druck.

Filme aus dem Internet

Wie Songs wurden und werden Filme über Online-Tauschbörsen im großen Stil illegal ausgetauscht. Mittlerweile konnten sich zahlreiche legale Angebote durch attraktive Inhalte etablieren. Der Platzhirsch unter den Videoportalen ist Youtube, das zum Google-Imperium gehört. Auch andere namhafte Seiten wie beispielsweise Vimeo, Clipfish oder zahlreiche Erotik-Seiten punkten mit kostenlosen Inhalten, die meist über Werbeeinblendungen finanziert werden.

Darüber hinaus machen Video-on-Demand (Filme zum Kaufen und Herunterladen) sowie Videostreaming (Serien und Filme im Abo) den alten Vertriebswegen - bspw. Retail und Videotheken - mächtig Konkurrenz. Netflix, Maxdome, T-Home Entertain, Sky Snap und weitere Produkte erfreuen sich großer Beliebtheit. Sie sorgen mittlerweile für den meisten Traffic im Internet.

Da für die Nutzer die Vorteile klar auf der Hand liegen, zum Beispiele die ständige und schnelle Verfügbarkeit auf allen Plattformen, wird sich auch dieser Markt weiterhin rasant entwickeln.

Games für jede Situation

Die Smart Services findet man auch im Bereich der Computer- und Videospiele vor. In dieser stetig wachsenden Branche (weltweiter Umsatz: rund 80 Milliarden US-Dollar) haben sich verschiedene Formen der Digitalisierung etabliert.

So ist auch hier der Handel unter großem Druck, da PC- und Konsolenspiele vermehrt über Download-Dienste wie Steam, Xbox Live oder Playstation Network sowie Gaming-Apps über die entsprechenden App Stores heruntergeladen werden.

Zudem haben Games-Fans die Möglichkeit, eine stets wachsende Zahl an Spielen direkt im Browser (z.B. Browsergames und Social Games) oder als Client (MMO Games, Massively Multiplayer Online Games) übers Internet zu spielen. Den Hochrechnungen nach wird die Anzahl der Nutzer weiterhin ansteigen.

Neben den genannten Möglichkeiten könnte sich ein weiterer Smart Service etablieren: Cloud Gaming. Hierbei handelt es sich um PC-Spiele, die man nicht mehr auf seinem Computer installiert, sondern als Stream übers Web spielen kann.

Die Cloudgaming-Technologie ist bereits seit ein paar Jahren in der Entwicklung, konnte sich aber bislang noch nicht im Massenmarkt durchsetzen. Unter anderem versucht Hardware-Hersteller Nvidia mit seinem Dienst „Grid“, der beispielsweise auf dem hauseigenen Tablet Nvidia Shield zur Verfügung steht, das „Daddeln über die Cloud“ zu etablieren.

E-Books von jedermann für jedermann

„Weitere Artikel für sie“ – diese Empfehlungen, die sogenannten Personal Recommendations, kennt man unter anderem von Amazon. Sie basieren ebenfalls auf einem Smart Service, da sie das Kaufverhalten des Kunden analysieren und vorhersehen können.

Im Bereich der Bücher bekommt man nicht nur professionelle Bestseller-Autoren, sondern immer häufiger Hobby-Schriftsteller empfohlen. Das liegt daran, dass sie sich zunehmend dem Thema Self Publishing widmen.

Dank Diensten wie KDP (Kindle Direct Publishing), XinXii oder Smashwords ist es relativ einfach, seine selbstgeschriebenen Bücher bzw. eBooks ohne Unterstützung eines Verlages bei Amazon, Hugendubel, Thalia, iBookStore und anderen namhaften Plattformen anzubieten. Mittels spezieller E-Book-Reader oder Apps für Smartphones und Tablets können die digitalen Bücher immer dann, wenn man eines Lesen will, heruntergeladen werden.

Eine weitere Form der Smart Services stellen Books-on-Demand (BoD) dar. Hiermit lassen Self Publisher und Verlage online genau so viele Bücher drucken, wie benötigt werden. Volle Lager und große Retouren gehören damit der Vergangenheit an.

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