Smart Services in der Medizintechnik und dem Gesundheitswesen

(Bild: Fotolia.com)
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Selbstfahrende Autos und intelligente Roboter: Die Digitalisierung der Wirtschaft schreitet mit großen Schritten voran. Ein Teilaspekt davon sind die Smart Services. Sie sollen speziell im medizinischen Bereich für eine bessere, schnellere und günstigere Betreuung und Versorgung von Patienten sorgen.

Viel Potential, das genutzt werden muss

Vergleicht man deutsche Leitindustrien im Bezug auf ihre digitale Wettbewerbsfähigkeit, so hinken ein paar Bereiche den weltweiten Konkurrenten hinterher. Laut einer Accenture-Studie aus dem Jahr 2015 erhalten deutsche Unternehmen in der Medizintechnik nur eine Benotung von 3,0 - das bedeutet, sie sind noch kaum digitalisiert.

 

Um international aufholen zu können, hat die Bundesregierung die Digitale Agenda ins Leben gerufen. Ein Teil davon ist das Förderprogramm Smart Service Welt, womit das BMWi (Bundesministerium für Wirtschaft und Energie) innovative Konzepte fördert. Dazu gehören unter anderem Smart Services in der Medizin.

Beispiele für medizinische Smart Services

Wearables sind „in“. Darunter versteht man mobile Kleincomputer, die man am Körper trägt – zum Beispielspiel Fitnessarmbänder oder Smartwatches. Diese erkennen durch verschiedene Sensoren einzelne Vitalwerte (z.B. Puls, Schritte, Körpertemperatur) des Trägers und senden sie ans Smartphone oder den PC.

Diese Daten können nicht nur für den User interessant sein, sondern auch für den Hausarzt oder die Krankenkasse. Denn sie geben Aufschluss über einzelne Aspekte des Gesundheitszustandes. Smart Services könnten so eine engere Beziehung zwischen Patienten, Ärzten und anderen medizinischen Akteuren herstellen.

Smartpatient-App „My Therapy“

Der Therapieassistent auf dem Handy – so wird die App My Therapy beschrieben. Das Münchner Unternehmen Smartpatient hat die Smartphone-Anwendung in Zusammenarbeit mit verschiedenen Kooperationspartnern, u.a. der Charitè in Berlin und dem Klinikum rechts der Isar München, entwickelt.

Die App unterstützt Patienten bei ihren Therapien, indem sie beispielsweise an die Medikamenteneinnahme oder ans Messen des Blutdrucks erinnert.


(Bild: Smartpatient)

MACSS: Medical Allround-Care Service Solutions

Ein Projekt, das vom BMWi mit rund 2,5 Millionen Euro gefördert wird, nennt sich MACSS. Diese Abkürzung steht für Medical Allround-Care Service Solution. Die Anwendung ermöglicht es, dass sich Ärzte untereinander wie auch die Ärzte mit ihren Patienten vernetzen und über die krankheitsrelevanten Dinge austauschen. Für MACSS sollen unter anderem Patienten-Daten aus Praxis- und Kliniksystemen zusammengeführt werden, wodurch eine personalisierte Echtzeit-Therapie möglich wird.

Dies könnte zu deutlichen Einsparungen im Gesundheitssystem führen. Auch an diesem Projekt sind verschiedene Stakeholder beteiligt, dazu zählen die Beuth-Hochschule, SAP SE oder die Universitätsmedizin Berlin (Charitè).

InnOPlan: Der datengetriebene Operationssaal

Ein weiteres Projekt, an dem zahlreiche Partner arbeiten, ist InnOPlan. Hiermit werden Medizingeräte zu smarten Datenlieferanten, um die klinischen Prozesse zu optimieren. Die vernetzten Werkzeuge tragen dazu bei, Workflows zu optimieren und so die Operationssääle effizienter zu gestalten. Damit könnten Ärzte und das Pflegepersonal entlastet und die Kosten in Krankenhäuser gesenkt werden.

Herausforderungen für die Smart Services in der Medizin

Neben der Konzeption und Entwicklung der smarten Technologien stehen die Treiber der Smart Services vor einer weiteren, großen und immanent wichtigen Herausforderung: dem Datenschutz.

Die sensiblen Patienten-Daten dürfen weder an den Maschinen, noch bei der Übertragung oder Verarbeitung über Schwachstellen in die Hände von Unbefugten gelangen. Somit gelten höchste Ansprüche an die IT-Sicherheit, welche bedacht und umgesetzt werden müssen.

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