Smart Services: Mobilität

Smart Mobility (Bild: Fotolia.com)
Smart Mobility (Bild: Fotolia.com)

Wenn man von der Digitalisierung der Wirtschaft redet, wird meist zuerst an die Industrie 4.0 gedacht. Doch die neuen Technologien können nicht nur die Produktion verbessern und optimieren, auch im Bereich der Mobilität sorgen sie für innovative Lösungen. Hier entstehen unter anderem dank Connected Cars und Künstlicher Intelligenz (KI) neue Dienstleistungen: die Smart Services.

Eine neue Evolutionsstufe für Automobile

Seitdem Carl Benz im Jahr 1886 mit seinem „Benz Patent-Motorwagen Nr. 1“ die Geburt des Automobils einläutete, ist viel passiert. Unsere PKWs fahren sich deutlich komfortabler, auch die Sicherheit wird ständig verbessert. Trotzdem blieben einige Grundkonzepte bis heute fast unangetastet. Zum Beispiel muss der Fahrer immer noch die ganze Zeit voll konzentriert hinterm Steuer sitzen.

Seit ein paar Jahren ist die Branche im Umbruch. Neue Technologien, die teilweise von Startups und anderen branchenfremden Firmen entwickelt werden, sorgen für eine neue Evolution des Automobils. Die Anbindung ans Internet mündet im Connected Car, mit dem sich viele neue Möglichkeiten ergeben. Daraus resultieren auch neue Dienstleistungen, die Smart Services, welche ebenfalls bislang ungeahnte Möglichkeiten gebären. Hier ein paar Beispiele.

Mehr Power und bessere Pannenhilfe aus dem Netz

Elon Musk ist ein Visionär und bekannter Startup-Gründer. Er machte PayPal erfolgreich und sorgte unter anderem mit seiner Firma Tesla für großes Aufsehen. Die Fahrzeuge stellen mehr als nur reine Elektromobile mit hoher Reichweite dar. Das innovative Unternehmen sorgt mit seinen neuartigen Ideen immer wieder für Schlagzeilen.

So brachte Tesla beispielsweise ein Update für seine E-Sportwagen heraus, welches mehr Leistung aus dem Motor herauskitzelt. Mehr Power via Software-Update – das war bislang fast undenkbar, ist aber dank vernetzter Fahrzeuge möglich. Solche Smart Services sind auch in andere Richtungen denkbar. Zum Beispiel könnte ein besorgter Vater mittels Smartphone die Leistung seines Autos drosseln, damit der Nachwuchs damit nicht zu schnell fährt.

Zudem finden Connected Cars aufgrund verschiedener Daten – beispielsweise über das GPS-Signal – selbständig die nächste passende Ladestation. Und sollte das „Auto 4.0“ mal ein technisches Problem haben oder gar liegenbleiben, sendet es selbständig alle wichtigen Informationen an den Pannendienste. Opel gehört mit seinem OnStar-System zu den ersten Automobilbauern, die in diese Richtung vorstoßen.


(Bild: Opel)

Intelligente Staumelder und bessere Parkplatzsuche

Rund 65 Stunden pro Jahr verschwenden Autofahrer in Köln und Stuttgart, weil sie in einem Stau stehen. Deswegen sollen Smart Services auch in diesem Bereich das Chaos auf den Straßen entwirren. Zu den klassischen Verkehrsüberwachungsmethoden (bspw. Kameras) können die Smartphone-Signale und Daten von vernetzten Autos ausgewertet werden, um drohende Staus herauszufinden. Diese Informationen werden dann wieder an die Connected Cars gesendet, damit diese sich der Situation anpassen. Aus Big Data wird so ein Smart Service.

Ein weiteres Problem, das gerade Stadtbewohner kennen, ist der Mangel an freien Parkplätzen. Apps wie beispielsweise Parktag bieten dafür schon spezielle Lösungen an. In Zukunft könnte es aber noch bessere Konzepte geben.

Carsharing und selbstfahrende Autos

Durch flexible Arbeitszeiten und wechselnde Arbeitsplätze hat der Individualverkehr zugenommen. Trotzdem stehen unsere Fahrzeuge die meiste Zeit herum – nicht nur in Staus, sondern auch auf Parkplätzen. Um dieses „schlafende Potential“ besser zu nutzen, erlebt das Thema Carsharing einen Boom. Dank Smartphones und Smart Services ist es theoretisch möglich, immer und überall auf ein Auto zuzugreifen, ohne eines zu besitzen. Die Konzepte der Sharing Economy und On-Demand-Dienstleistungen kommen bei diesen smarten Services zum Tragen.

Ein Startup, das in diese Kerbe schlägt, ist Uber. Dieser Smart Service besitzt keine eigenen Fahrzeuge, die im Einsatz sind. Stattdessen fungieren Privatmenschen mit ihrem fahrenden Eigentum quasi als Taxifahrer. Die Vermittlung findet über Smartphones statt.

Diese Idee könnte in Zukunft so weiter entwickelt werden, dass man eigentlich gar keine menschlichen Fahrer mehr benötigt. Stattdessen vermitteln Dienste selbstfahrende Autos auf Abruf. Damit das möglich wird, arbeiten verschiedene Firmen wie beispielsweise Google mit seinem Google Car an autonom agierenden Fahrzeugen. Sie könnten den größten Umbruch in der Geschichte der Automobilbranche einläuten und das Ende von einigen Hersteller bedeuten.

Zudem könnten einige Berufsbilder stark unter Druck geraten: Bei selbstfahrenden Fahrzeugen werden theoretisch weder Taxi-, noch LKW-Fahrer benötigt.

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