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22.07.09

Zwei Jahre später: Xing öffnet sich

Lange hat es gedauert, doch nun ist sie endlich da: Xing, das Netzwerk für Geschäftskontakte, öffnet seine Entwicklerplattform. Mitglieder können ihre Profile mit von Xing handverlesenen Applikationen erweitern.

Xing

Vorfreude ist die schönste Freude. Mit diesem feinen Sprichwort könnte man die Wartezeit schönreden, die Deutschlands netzwerkende Internetgemeinde bis zum Launch der Entwicklerplattform seines Social-Web-Darlings Xing hinnehmen musste.

Eine erste Ankündigung zu diesem Schritt gab es nämlich bereits im Juli 2007. Doch erst vor zwei Monaten hatte das Unternehmen aus Hamburg etwas zum Vorzeigen: Zwei intern entwickelte Applikationen sollten die über sieben Millionen Mitglieder des Dienstes neugierig machen auf das, was heute Vormittag auf einer Onlinepressekonferenz vom Xing-Vorstandsvorsitzenden Stefan Groß-Selbeck sowie CTO Michael Otto offiziell präsentiert wurde: Die als "Xing Partner Ecosystem" bezeichnete Öffnung des Geschäftsnetzwerks für externe Anwendungen.

Auf Basis von Googles OpenSocial-Schnittstellen erhalten Websites fortan die Möglichkeit, mit einer Applikation innerhalb von Xing präsent zu sein und den Mitgliedern des börsennotierten Business Networks nützliche Zusatzfunktionen zu bieten.

Der von Xing gewählte Weg ähnelt damit den Lösungen von Facebook, MySpace und anderen großen sozialen Netzwerken. Anders als bei diesen primär auf die private Nutzung ausgelegten Anbietern kann bei Xing jedoch nicht jeder x-beliebige Service eine Applikation bereitstellen.

Um die Mitglieder vor für den beruflichen und geschäftlichen Kontext nicht dienlichen Anwendungen zu schützen, müssen interessierte Entwickler ihren Dienst zuvor von Xing prüfen und freischalten lassen. Damit verfahren die Hamburger ähnlich wie LinkedIn, der global gesehen um ein Vielfaches größere Xing-Konkurrent, der im Oktober 2008 den Startschuss für seine OpenSocial-Plattform gab.

Ab 16:00 Uhr werden Mitglieder - egal ob zahlend oder Gratisnutzer - die ersten 13 externen Dienste zusätzlich zu den bereits existierenden internen Apps über das Anwendungsverzeichnis auf ihrer persönlichen Xing-Homepage hinzufügen können (bei einigen ist jedoch eine vorherige Registrierung notwendig):

Doodle - Terminplaner

Dopplr - Reisecommunity

DW-World.net - Mehrsprachige Nachrichten

Huddle - Workspace und Projektmanagement

Mindmeister - Mindmapping

travelload - Reisemanager

Tungle - Terminplaner

SlideShare - Präsentationen

Spreed - Webmeetings

sueddeutsche.de - Business Quiz Game

wallstreet:online - Aktienkurse

Welt Online - Nachrichten

Zcope - Projektmanagement

Weitere Anwendungen werden folgen. Interessierte Entwickler können sich an opensocial@xing.com wenden. Jede Applikation wird per SSL verschlüsselt. Das eigenmächtige Schalten von Werbung innerhalb der Zusatzprogramme ist nicht möglich.

Huddle-Applikation auf der Xing-Homepage

Maßgeblich beteiligt an der Entwicklung der Strategie zur Öffnung ist Ex-socialmedian-CEO Jason Goldberg. Xing hatte das New Yorker Startup im Dezember übernommen und Jason Goldberg nach Hamburg geholt, wo er im Januar seine Arbeit als Vice President Xing Applications Platform und Chief Product Officer aufnahm.

Xing ist eines der wenigen hiesigen Unternehmen der Web-2.0-Ära, das profitabel ist und auch in Ländern außerhalb des deutschsprachigen Raums über eine gewisse Bekanntheit verfügt. Der Dienst finanziert sich hauptsächlich aus den monatlichen Beiträgen von rund 600.000 Premium-Mitgliedern, aber auch durch Werbung und kostenpflichtige Stellenanzeigen.

Ende vergangenen Jahres verließ Xing-Gründer Lars Hinrichs nach fünf Jahren seinen Posten als CEO und machte Platz für Stefan Groß-Selbeck. Einige Wochen zuvor gab Hinrichs anlässlich des fünfjährigen Jubiläums einen interessanten Einblick in die Entwicklung von Xing seit dem Start des Dienstes im November 2003.

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