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21.01.09

ZumoDrive: Das Zeug zum Dropbox-Killer?

Unzählige Anbieter ermöglichen das Synchronisieren von Dateien zwischen mehreren Rechnern und dem Web. Jetzt hat unser bisheriger Favorit Dropbox ernsthafte Konkurrenz bekommen: ZumoDrive vermeidet unnötigen Datentraffic und überzeugt im Detail.

ZumoDriveWer bequem und zuverlässig Dateien zwischen mehreren Rechnern synchronisieren sowie online zugänglichen machen möchte, ohne dabei tief in die Tasche greifen zu wollen, kam bisher kaum an Dropbox vorbei. Der Dienst, der in seiner voll funktionsfähigen Basisversion kostenlos ist, steht nicht nur bei unseren Lesern hoch im Kurs, sondern hat es auch in die Liste der 17 Webtools geschafft, die uns netzwertig.com-Autoren produktiver machen.

Dropbox ist bei weitem nicht der einzige Anbieter für cloudbasiertes Synchronisieren und Hosting, ließ seinen Konkurrenten aber bisher nur wenig Luft zum Atmen. Mit ZumoDrive ging jedoch vor einigen Tagen ein neuer Service an den Start, der Dropbox gefährlich nah auf die Pelle rücken könnte.

Betrachtet man die grundlegenden Funktionen von ZumoDrive, möchte man das US-Startup glatt als Dropbox-Kopie abstempeln. Dreh- und Angelpunkt ist eine Desktop-Applikation für Windows und Mac, die nach der Installation ein virtuelles Laufwerk auf dem heimischen Rechner anlegt. Wie bei lokalen Transfers kann man Dateien in die ZumoDrive-Ordner kopieren.

Anschließend werden diese online abgelegt. Sie sind dann sowohl über eine Weboberfläche als auch von anderen angeschlossenen Rechnern, die die ZumoDrive-Software installiert haben, abrufbar.

ZumoDrive-Weboberfläche

Exakt so funktioniert auch Dropbox. Eine weitere Gemeinsamkeit: ZumoDrive ermöglicht ebenfalls das Teilen von Dateien, entweder auf Wunsch mit beliebigen Internetnutzern über einen frei zugänglichen http-Link oder mit anderen ZumoDrive-Usern innerhalb einer geschlossenen Anwendergruppe. Abgelegte Fotos werden direkt im Browser als Fotogalerie angezeigt - auch dies kennen wir bereits.

Während ZumoDrive bei den Grundfunktionen also auf bekannten Pfaden wandert, unterscheidet sich der Dienst vor allem in einem Punkt deutlich von Dropbox: Er simuliert das lokale Netzlaufwerk lediglich, dort gespeicherte Dateien landen sofort in die Cloud. Dropbox hingegen reserviert Platz auf der Festplatte und synchronisiert alle dort hinterlassenen Files mit dem Server.

Mit seiner "Hybrid Cloud"-Technologie richtet sich ZumoDrive explizit an Besitzer von Netbooks und anderen portablen Geräten, die nur über eine kleine Festplatte verfügen. Anders als mit Dropbox lassen sich diese auf dem von ZumoDrive gewählten Weg theoretisch unbegrenzt erweitern (mehr dazu unten).

Ein zweiter positiver Aspekt dieses Verfahrens: Bei Dropbox gespeicherte Dateien werden automatisch auf allen anderen mit dem Konto verknüpften Rechnern in den Dropbox-Ordner heruntergeladen, selbst wenn man beispielsweise nur ein Onlinebackup erstellen wollte. ZumoDrive arbeitet sehr viel ressourcenschonender, da es Inhalte erst dann synchronisiert, wenn man diese tatsächlich braucht. Natürlich bedeutet dies, dass ein direktes Zugreifen auf die benötigte Datei nicht möglich ist. Stattdessen muss man sich in Geduld üben und auf den Abschluss des Downloads warten.

Erwähnen möchte ich noch diverse kleinere aber dennoch relevante Details, in denen ZumoDrive seinem Vorbild voraus ist: So wird ZumoDrive anders als Dropbox automatisch als neues Laufwerk angezeigt und nicht nur als einfaches Verzeichnis, was gerade für weniger erfahrene Nutzern besser verständlich sein könnte.

Teilen von Dateien

Weiterhin können beliebige Dateien mit einem öffentlichen http-Link versehen werden, nicht nur die in einem speziell dafür vorgesehenen Bereich. Auch ganze Ordner kann man auf diese Weise verlinken bzw. sie im Handumdrehen in Fotogalerien umwandeln . Und auch an eine ganz wichtige Funktion, die bei Dropbox fehlt, hat ZumoDrive gedacht: Die über das Icon im System-Tray erreichbare Statusanzeige zum Fortschritt von Up- und Downloads.

Status aktueller Transfers

Ob ZumoDrive sich dauerhaft als probate Alternative zu Dropbox (oder gar als "Dropbox-Killer") etablieren kann, hängt nun hauptsächlich von der Stabilität, Zuverlässigkeit und Geschwindigkeit des Dienstes ab. In der geschlossenen Beta-Phase werden ausschließlich Konten mit einem Gigabyte kostenlosem Speicherplatz angeboten (bei Dropbox sind es zwei), nach dem offiziellen Launch kann man gegen Bezahlung auf bis zu 200 Gigabyte upgraden (50 Gigabyte kosten bei ZumoDrive 14,99 Dollar pro Monat, bei Dropbox 9,99 Dollar). Applikationen für das iPhone und für Android-Handys sind angekündigt.

Wir haben 100 Einladungen zur ZumoDrive-Beta! Folgt diesem Link und nutzt den Einladungscode "netzwertig". Über erste Erfahrungsberichte in den Kommentaren freuen wir uns.

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