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11.08.14

Zukünftige Alternative zu Instapaper und Pocket: narando vertont Online- und Print-Inhalte

narando richtet sich an Menschen, die Online- und Print-Inhalte lieber anhören als lesen. In Kürze wird das Startup aus Aachen eine iOS-App veröffentlichen. Android soll folgen.

narandoPersonen, die leidenschaftlich und regelmäßig Online-Inhalte lesen, erkennen meist irgendwann den hohen Nutzwert von Später-Lesen-Diensten wie Instapaper und Pocket. Doch nicht alle Menschen lesen gerne, zudem ist nicht jede Alltagssituation zum Schmökern geeignet, etwa wenn man Auto fährt oder einen Spaziergang unternimmt. In diesen Momenten böte es sich an, auf Audioversionen der sich auf der Leseliste befindlichen Texte zugreifen zu können. Das Aachener Startup narando sieht hier seine Chance: Es bietet eine Instapaper-Alternative für Personen, die das Hörformat dem geschriebenen Wort vorziehen. Vorweg sei erwähnt, dass sich der Service der Gründer Christian Brandhorst und Philip Kleimeyer noch in einem ganz frühen Entwicklungsstadium befindet. Eine iOS-App steht kurz vor der Veröffentlichung, und bei der bisher angebotenen Weboberfläche fehlen noch einige Funktionen, die für Anwender der genannten Später-Lesen-Apps essentiell sind. Auch das Angebot an vorlesbaren Inhalten hält sich in Grenzen. Die Idee der narando-Macher aber ist reizvoll und verdient Aufmerksamkeit. Die Tatsache, dass Co-Founder Brandhorst nachts um drei Fragen zum Produkt beantwortet, kann als Indiz gewertet werden, dass er und sein Mitstreiter unter Hochdruck an den noch fehlenden Features arbeiten.

narando450Das Prinzip von narando ist es, Web-Artikel, die von Usern zum späteren Anhören gespeichert wurden, je nach Nachfrage durch Sprecher einlesen oder per Text-to-Speech-Technologie “vertonen” zu lassen. Über die Browser-App sowie mobilen Anwendungen für iOS (Launch in Kürze) und Android (geplant) können User sie dann zu einem für sie passenden Zeitpunkt anhören. Per Scanner-Funktion in den angekündigten Apps werden sich zudem auch Print-Artikel aus bekannten Zeitschriften in Hörinhalte verwandeln lassen.

Voraussetzung ist, dass narando von der entsprechenden Publikation oder dem Verlag eine Genehmigung zur Vertonung erhalten hat. Als Lockmittel dient eine Umsatzbeteiligung aus den Werbeeinnahmen, die narando durch die Vermarktung von Audio-Spots erwirtschaften soll. Publikationen bieten die Rheinländer zudem verschiedene Wege, um ausgewählte Audio-Inhalte direkt in die Quellwebsite zu integrieren.

Im aktuellen Stadium eignet sich narando noch nicht als audiophiler Rivale von Instapaper und Pocket, da die Wahrscheinlichkeit, einen gespeicherten Text kurze Zeit später als eingesprochenen Beitrag anhören zu können, noch zu gering ist. Außerdem fehlen bisher bequeme Import-Möglichkeiten per Browser-Erweiterung sowie E-Mail. Entsprechende Features wollen die Aachener einführen, sobald hinreichend viele Inhalte verfügbar sind. Allerdings ist der Dienst so konzipiert, dass er sich auch schlicht zum spontanen Stöbern anbietet. Aktuell stammen die meisten Inhalte von einschlägigen deutschen Technologie- und Startup-Fachmedien. Von uns ist dieser Beitrag zum FinTech-Trend dabei. Eingesprochen werden Inhalte von Personen, die orts- und zeitunabhängig auf Honorarbasis arbeiten möchten und einen Bewerbungsprozess durchlaufen.

Christian Brandhorst und Philip Kleimeyer haben noch einiges an Arbeit vor sich, um das gemachte Versprechen, Online- und Printartikel vorlesen zu lassen, einzulösen. Seit Anfang 2013 basteln sie an dem Konzept, dessen Umsetzung sie bislang aus eigener Tasche finanziert haben. Ab September erhalten sie ein Jahr lang das EXIST-Gründerstipendium.

Ganz neu ist die Idee von narando übrigens nicht: Das US-Startup Umano funktioniert auf die gleiche Art und Weise - “spricht” allerdings nur Englisch. /mw

Link: narando

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