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06.12.13Leser-Kommentare

Zu hohe Vermittlungsgebühren: Wenn aus Plattformen gierige Gatekeeper werden

Digitale Plattformen avancieren zu den globalen Dreh- und Angelpunkten von Handel, Dienstleistung und Kommunikation. Wenn die Vermittlungsgebühren trotz Skaleneffekten aber nicht sinken, droht das Entstehen gewaltiger Gatekeeper mit massiver Vermögenskonzentration.

GierGoogles Android-System und Apples iOS mögen sich in zahlreichen Punkten unterscheiden. Eines haben sie aber gemein: Wer auf ihren technischen Plattformen Apps betreiben und über sie digitale Inhalte wie Musik, Filme, Magazine oder Bücher verkaufen möchte, muss von den erwirtschafteten Umsätzen jeweils eine satte 30-prozentige Provision an die jeweilige Plattform-Betreiberin abführen. Android und iOS gehören zu den bekanntesten, erfolgreichsten Plattformen der digitalen Welt. Viele andere auf bestimmte Segmente des Onlinelebens fokussierte Plattformen machen vom selben Modell Gebrauch. Sie stellen die technische Umgebung für die Distribution von Services durch Drittanbieter bereit und lassen sich dafür an den Erlösen beteiligen. Die Höhe der vom Plattformanbieter abzuführenden Summe variiert dabei.

Wer bei Amazon E-Books in Eigenregie anbieten möchte, zahlt ebenfalls 30 Prozent. Die Vermittlungsgebühr, um Privatfahrzeuge über Carsharing-Plattformen wie tamyca, Nachbarschaftsauto oder Autonetzer anzubieten, beträgt 15 Prozent. Auch Boten des Berliner Transport-Startups MyLorry zahlen eine 15-prozentige Provision. Airbnb nimmt - als eine der wenigen Plattformen - primär Plattformnachfrager, also Mieter, in die Pflicht, und berechnet ihnen eine "Servicegebühr" in Höhe von sechs bis zwölf Prozent des Mietpreises. Vermieter führen ihrerseits drei Prozent an den Wohnungsvermittler ab. Der jüngst hier vorgestellte Schweizer Nachbarschafts-Marktplatz Mila verlangt von Anbietern von Dienstleistungen eine achtprozentige Provision. Fahrer des US-Ridesharing-Startups Lyft übergeben 20 Prozent ihrer Einnahmen an das Unternehmen.

Gerechtfertigte Vermittlungsgebühren

Die Vermittlungsgebühr, die Plattformbetreiber (in der Regel) von Dienste anbietenden Plattformnutzern verlangen, ist zweifellos eine sinnvolle und gerechtfertigte Leistung. Immerhin sorgen die Firmen hinter den Plattformen dafür, dass sich Anbieter und Nachfrager überhaupt begegnen und miteinander ins Geschäft kommen. Es gäbe zwar oft auch andere Wege, erst Online-Plattformen und -Marktplätze aber sorgen für eine effektive und effiziente Allokation von Angebot und Nachfrage. Zusätzlich organisieren Plattformen den Zahlungsvorgang und kümmern sich oft auch um gewisse rechtlich und sicherheitstechnisch relevante Aspekte. Kurzum: Dass Anbieter, also diejenigen, die über die Plattformen Umsätze generieren, die Betreiber der Plattformen an ihren Erlösen beteiligen, ist fair.

30 Prozent sind Wucher

Bei der Höhe der Provisionen allerdings gibt es meines Erachtens nach Grund zur Kritik. Ich bin der Meinung, dass alles in der Nähe von 30 Prozent reinen Wucher darstellt. Ein Provisionslevel, das auffälligerweise nur bei den Großkonzernen zum Tragen kommt. Ohne ersichtlichen, massiv die Kosten der Betreiber in die Höhe katapultierenden Grund fordern die Big Player des mobilen Geschäfts deutlich höhere Umsatzbeteiligungen für die Durchführung von Transaktionen auf ihren Plattformen als die Jungspunde. Klar, die App Stores bieten Distribution, Hosting, Sicherheitsleistungen und Qualitätskontrolle, und sie sowie ihre angeschlossenen Betriebssysteme werden stetig weiterentwickelt. Dennoch müssten technisch und organisatorisch bedingte Skaleneffekte eigentlich zu einem gegenteiligen Szenario führen, nämlich dass Plattformbetreiber mit wachsender Größe die Vermittlungsgebühren senken. So wie es sonst auch üblich ist. Stattdessen entsteht der Eindruck eines gemütlichen Kartells der mobilen App-Plattformen, bei dem sich alle Branchenakteure - inklusiver kleiner Fische wie Windows Phone - auf die von Apple mit der Einführung des App Stores vorgegebenen 30 Prozent eingelassen haben.

Im Sommer verkündete Apple-Chef Tim Cook, dass Apple seit 2008 zehn Milliarden Dollar an die Macher von iOS-Apps ausgezahlt habe. Was er in diesem Zusammenhang natürlich nicht erwähnte: Gemäß des 70:30-Verteilungsschlüssels muss sich das vollständige in dieser Zeit über den App Store verrechnte Transaktionsvolumen folglich auf knapp 14,3 Milliarden Dollar belaufen haben. 30 Prozent, 4,3 Milliarden Dollar, verblieben bei Apple. 4,3 Milliarden Dollar, die Apple in dieser Periode der digitalen Ökonomie entnommen hat. Vergleichsweise Peanuts für Apple. Doch Mittel, die tausende Startups und unabhängige App-Entwickler über Jahre ernährt und unterstützt hätten.

Anbieter auf Plattformen straucheln

Viele Anbieter von ohnehin knapp kalkulierenden Medien-Apps - für welche die 30-prozentige Provision Gültigkeit hat - stellt Apples Gier vor Probleme. Nicht selten verzichten sie deshalb wie beispielsweise viele Musik-On-Demand-Anwendungen darauf, den Erwerb von Contentdiensten über die nativen Apps zu ermöglichen, und gestatten den Kauf nur über den Browser - wo kein Plattform-Gatekeeper seine mächtige Hand aufhalten kann. Ideal ist das nicht, viel potenzieller Umsatz geht verloren. Auch für Verlage sind die Konditionen sehr ungünstig. Axel-Springer-Chef Mathias Döpfner bezeichnete das Verhältnis zu Apple einst als "Hassliebe".

Was eine angemessene Vermittlungsgebühr für eine Plattform darstellt, hängt von vielen Faktoren ab, wie etwa dem Transaktionsvolumen, der jeweiligen Branche, der Art der abgewickelten Geschäfte (Dienstleistungen, digitale Produkte) sowie der Kostenstruktur auf Plattformbetreiberseite. Generell aber gibt es wie im klassischen Handel keinen Rechtfertigung für Wucherpreise - zumindest dann nicht, wenn diese alternativlos sind. Genau dies aber tritt bei digitalen Plattformen meist ein: In der Regel implementieren sämtliche Wettbewerber in einem Segment sukzessive die gleiche Vermittlungsgebühr. 30 Prozent sind es in App Stores, 15 Prozent bei deutschen P2P-Carsharing-Diensten (ohne dass ich an dieser Stelle 15 Prozent als zu hoch bezeichne). Anbietern bleibt damit lediglich, die Spielregeln zu akzeptieren, oder aber ganz auf die Bereitstellung ihres Angebots zu verzichten.

Plattformen werden Milliardenkonzerne - und Gatekeeper

Das Beispiel der mobilen App Stores zeigt: Der Markt allein regelt das Problem zu hoher Provisionen bei Plattformen nicht. Apple und Google könnten ihre Transaktionsgebühren ohne Weiteres halbieren, ohne daran Schaden zu nehmen. Denn die App-Umsätze machen nur einen geringen Teil ihrer Gesamterlöse aus. Zudem wächst der Markt als Ganzes, außerdem strahlt ein florierendes App-Ökosystem mit zufriedenen Entwicklern positiv auf die Attraktität der Betriebssysteme aus und fördert so deren rasche Verbreitung sowie Hardware-Verkäufe. Bislang schienen die Firmen jedoch nicht das Gefühl zu haben, zu einem solchen Schritt gezwungen zu sein. Die einzigen, die dies erwirken könnten, sind die App-Macher selbst. Diesen stößt die hohe Beteiligung der Plattform-Gatekeeper zwar bitter auf, gleichzeitig scheinen sie sich größtenteils mit ihrem Teil vom Kuchen zu arrangieren. Nach dem Motto "besser als nichts". Solange dies so bleibt, wird sich nichts ändern.

Hohe Transaktionsgebühren widersprechen dem Internetgedanken

Die Problematik der Provisionen bei Plattformtransaktionen betrifft nicht nur mobile App Stores. Digitale Plattformen erleben derzeit einen beispiellosen Boom und werden, wenn sie es nicht schon sind, künftig der zentrale Ort sein, an dem millionenfach Nachfrage und Angebote aufeinander treffen und zu Geschäften führen - egal ob es um Kauf oder Miete, um Produkte oder Dienste, um Physisches oder Virtuelles, um Mainstream oder Nische geht. Je stärker aber das über Plattformen abgewickelte Marktvolumen wächst, desto größere fallen die Transaktionsgebühren volkswirtschaftlich ins Gewicht. Gemeinhin gilt es als die große Stärke des Internets, vergleichsweise wenig Leistung bietende, aber kräftig die Hand aufhaltende Mittler aus den Wirtschaftsprozessen zu entfernen. Plattformanbieter mit ungerechtfertigt hohen Provisionen, die für ihre Vermittlung Milliarden aus dem Markt entnehmen (und diese im schlimmsten Fall nicht einmal versteuern), laufen Gefahr, alte, mit dem Aufkommen des Netzes eigentlich ad acta gelegte Barrieren neu zu errichten. Hohe Transaktions- und Bearbeitungsgebühren bei (größeren) Geldgeschäften sind übrigens eine der Ursachen für den Popularitätszuwachs von Bitcoin. Denn mit der Kryptowährung lässt sich Geld fast gratis rund um die Welt bewegen. Kein Grund mehr, die Banken für ihre Vermittlungsbemühungen zu vergüten.

Kreditkarteninstitute verlangen von Händlern eine Transaktionsgebühr im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Die Margen von Einzelhändlern - gewisserweise auch Plattformen - liegen häufig ebenfalls unter zehn Prozent. eBay, eine der ersten Onlineplattformen überhaupt, berechnet eine Verkaufsprovision von neun Prozent. Es gibt eigentlich keinen trifftigen Grund, bei den jüngsten technologiegetriebenen Plattformen für die Vermittlung von Angebot und Nachfrage auf Dauer Gebühren zu akzeptieren, die in keinem Verhältnis zur erbrachten Leistung stehen und sich allein aus der Gatekeeper-Rolle und damit verbundenen Marktmacht ergeben. Der natürliche Prozess wäre, dass die vom Plattformbetreiber den anbietenden Plattformnutzern auferlegten Gebühren mit zunehmender Größe und Gesamtzahl der Transaktionen auf der Plattform sinken. Doch bislang ist davon bei den meisten Digital-Plattformen nichts zu sehen.

Es ist Zeit, dass Anbieter und Nutzer gleichermaßen die Plattformbetreiber zu Mäßigung ermahnen. Eine angemessene Vergütung der Vermittlungsleistungen muss gegeben sein, ein Ausnutzung dominierender Marktstellungen dagegen sollte nicht toleriert werden. Eine gereifte Plattform mit hunderten Millionen Teilnehmern, die von Anbietern 30 Prozent Umsatzbeteiligung verlangt, nutzt entweder schamlos ihre führende Position aus. Oder, sofern ihre Betriebskosten tatsächlich entsprechende Gebühren erforderlich machen, so basiert sie auf einem für das digitale Zeitalter völlig untauglichen Konzept. Denn mit dem Internet lässt sich Angebot und Nachfrage koordinieren und zur Einleitung von Transaktionen nutzen, ohne dass dadurch Aufwand entsteht, der rechtfertigen würde, dass eine zwischengeschaltete Instanz knapp ein Drittel der generierten Umsätze für sich reklamiert. Ein eigentlich absurder Vorgang. Und doch wird er akzeptiert. /mw

(Illustration: social disparity: the wealthy minority and the 99 per cent, Shutterstock)

Kommentare

  • Woldomir C...

    06.12.13 (08:34:26)

    eBay kassiert ja meist noch über PayPal weitere 3% am Umsatz, hier auch noch inklusive der Versandkosten

  • Christiane Gerigk

    06.12.13 (08:34:39)

    Web Apps werden die Gatekeeeper Position von Apple und Google auflösen. Wenn die Vorteile nativer Apps für den User kaum noch auszumachen sind, gibt es wenig rationale Gründe, sich 30% vom Umsatz abnehmen zu lassen. Oder steht dahinter eine Qualitätssicherung und Marketingleistung?

  • Woldomir C...

    06.12.13 (09:06:02)

    Das glaube ich nicht. In bestimmten Bereichen sind Webapps zwar angebracht, allerdings sind Webapps nicht offlinefähig, um z.B. Medien im WLAN herunterzuladen und diese dann außerhalb des WLANs zu konsumieren. Und für Spiele, die vom InApp-Verkauf leben, ist nur native Programmierung die Lösung. Webapps haben ihre Daseinsberechtigung, werden aber nie die nativen Apps ersetzen.

  • Christiane Gerigk

    06.12.13 (09:37:38)

    Wir kommen hier etwas vom Thema ab, das für sich genommen Beachtung verdient. Dennoch antworte ich für alle, die den 30% aus dem Wege gehen wollen: Webapps sind durchaus offlinefähig. Einerseits durch eine sog. "Manifest"-Datei (http://www.html5rocks.com/de/tutorials/appcache/beginner/), andererseits durch die Nutzung von lokalen (d.h. im Smartphone enthaltene) Mechanismen wie localStorage und webSQL (http://www.html5rocks.com/en/features/offline). Selbst Spiele werden künftig mit Webapps funktionieren (http://www.html5rocks.com/en/gaming/) Mit Spielen haben wir selbst noch keine Erfahrung, der Rest ist Praxis.

  • Marco

    06.12.13 (10:01:13)

    Im Prinzip ist es ja nichts anderes als das Lizenzmodell, eingeführt von MS, ins neue Jahrtausend übertragen. Also 0 Kosten für die Herstellung der Kopie aber gleicher Verkaufspreis. Es gibt grundsätzlich keine andere Lösung, anstatt dass ein Unternehmen "Cost based" arbeiten würde, sowie noch einen fixen, dem Aktienkapital entsprechenden, Gewinn drauf schlagen würde. Die Preise würden sich dann monatlich anpassen. Aber ja, das wäre wohl ein wenig viel verlangt :)

  • Herbert

    06.12.13 (11:19:12)

    @Marco: zu deiner Bemerkung die gleiche Kritik wie in meinem ersten Kommentar -> du implizierst mit deiner vereinfachten Aussage, dass SW nichts kostet. Was natürlich nicht so ist. Zum zweiten Teil deines Kommentars: letztlich funktioniert es ja genau so, wie du beschreibst / wünschst: Die Firmen haben Kosten um eine Leistung zu erbringen und verlangen für unterschiedliche Leistungen einen unterschiedlichen Aufschlag, und daraus ergibt sich der Gesamt-Gewinn. Einige kommen mit 0 Gewinn gut weg (z.B. Amazon), andere mit 2-3% (viele HW Hersteller), andere stehen besser da (oft wird 6-10% Umsatzrendite als "gesund" angesehen). Und dann gibt es die Microsofts, Googles und Apples, bei denen Gewinn in keinem Verhältnis zur Leistung steht... was aber offensichtlich von Kunden so akzeptiert wird. In sofern schreibst du "das wäre wohl zuviel verlangt"... nun in gewissem Sinne funktioniert es genau so.

  • Thomas Hillebrand

    06.12.13 (14:44:06)

    Sehr gutes Thema. Wichtig vor allem. Aber Deinem Artikel hätte etwas mehr Morozov gut getan! "Hohe Transaktionsgebühren widersprechen dem Internetgedanken"? Wer denkt denn diesen Gedanken und wie lautet er? Klar, nach der kalifornischen Ideologie, von der sich die deutsche Netzbewegung immer noch nicht so richtig abnabeln mag, ist der Schritt vom "Internetgedanken" zu niedrigen Gebühren, die jedermann einen unproblematischen Marktzugang ermöglichen, schnell getan. Aber machen wirklich die Konzerne das "freie Internet" kaputt? Oder ist das Internet nicht vielleicht etwas, dem solche Probleme gerade inhärent sind? Ist es nicht geradezu logisch und zwangsläufig, dass Automatisierung und Rationalisierung der Online-Kommunikation auch zu Monopolisierungstendenzen führen? Ist nicht Facebook deshalb in aller Munde, weil man darüber jeden zweiten Onliner erreicht? Wegen der Inhalte und der Usability doch sicher nicht! Es ist das Wesen des Internets, dass gerade hier Oligopole und sogar Monopole entstehen, die von ihren Inhabern in Profit umgemünzt werden. Die "Kostenstruktur" spielt dabei übrigens überhaupt keine Rolle. Der Preis wird durch die Nachfrage bestimmt. Und dieser Mechanismus ist im Monopol eben aus dem Lot, da Nachfrager nicht auf Wettbewerber ausweichen können. Natürlich kann man nun nach Reglementierung rufen. Man kann Konzerne zwingen, ihre Kalkulation offenzulegen. Man kann den Profit gesetzlich begrenzen. Aber dann schafft man im Internet mehr Unfreiheit als in der Holzwelt. Ich befürchte aber, dass es gerade diejenigen, die einem diffusen Internetgedanken folgen, sein werden, die dereinst nach strengen Gesetzen rufen werden - natürlich nur für Konzerne! ;-)

  • Woldomir C...

    06.12.13 (15:26:41)

    Hallo Christiane, Webapps sind für mich auch ein Thema, zwar eher aus der Warte der Geräteunabhängigkeit als aus der, um Contengebühren zu vermeiden. Leider ist es halt aber alles nicht so einfach, wie es scheint. Es gibt auch so gut wie keine Webapps die offline auf mobilen Devices laufen, obwohl das GWT ja eigentlich für solche Fälle geschrieben worden ist. 1. Das Caching läuft noch nicht so, wie es laufen sollte, die Konfiguration ist kurioserweise noch vom Browser abhängig (Firefox reagiert da anders als Webkit-Browser). 2. Storage ist gut und schön, aber WebSQL / SQL-Lite sind recht schrottig programmiert und Javascript hat eine grottige Speicherverwaltung - für größere Dateien vollkommen ungeeignet. 3. Javascript-implementationen sind auf den mobilen Browsern derart langsam, dass man keine größere Datenmengen damit verwalten/darstellen(berechnen derzeit kann (obwohl ja die Geräte selbst genausoviel Power haben, wie ein PC vor vielleicht 6-8 Jahren). 4. Die obigen zwei Punkte sagen auch schon, warum es in absehbarer Zeit keine mobilen Spiele in JS geben wird. 5. Der Life-Cycle der Browsers ist auf den mobilen Geräten vollkomen anders als bei Desktops - es fehlen bestimmte Events für JS, die native Apps bekommen und darauf entsprechend reagieren können. 6. Es ist kein Zugriff auf interne und schon gar nicht auf externe Devices des Smartphones möglich, wie z.B. der NFC-Reader, Blutooth-gekoppelte Geräte etc. 7. Webapps sind nie UI-Konform zu den Vorgaben der Plattformhersteller. Vielleicht wird das einmal alles auch funktionieren, für Punkt 6 gibt es ja Ansätze in der Form von PhoneGap/Appache Cordova, diese können derzeit aber nur von in standalone-Apps verpackten JS-Anwendungen genutzt werden.

  • Boris Schneider-Johne

    06.12.13 (16:59:27)

    Wobei Microsoft ja absurderweise bei Windows 8 genau in die andere Richtung geht: Ja, 30% an MS für die ersten 25.000$ Umsatz, dann nur noch 20%, das aber auch nur, wenn man das Payment-System von Microsoft nutzt. Wenn man sein eigenes System implementiert (ein Beispiel: Die App von Spiegel) darf man 100% behalten. Also nochmal: Ein Anbieter kann auf Windows sein vorhandenes Payment-System weiter nutzen, oder Paypal in seine App einbauen, oder was auch immer, und zahlt dann an Microsoft keinen Cent (bis auf die jährliche Grundgebühr von $100).

  • sprain

    06.12.13 (17:22:24)

    Lieber eine Plattform, die zufriedene Kunden gegen eine Gebühr bedient, welche die Kosten deckt (und entsprechend evtl. hoch sein muss) als immer mehr werbefinanzierte Angebote.

  • Florian Braatz

    07.12.13 (01:29:02)

    Im vorletzten Satz "knapp ein Viertel" sollte wohl eher "knapp ein Drittel" heißen. Ansonsten ein interessantes Thema, welches in Zukunft sicherlich auch bei Amazon eine Rolle spielen wird. Für den Autoren ist es ja sicherlich nicht kostenlos Werke für den Kindle zu veröffentlichen...

  • blub

    07.12.13 (02:09:33)

    Steht es nicht jedem frei, eine Konkurrenz zu gründen, die genausogut oder besser ankommt, funktioniert und günstiger ist? ;)

  • Martin Weigert

    07.12.13 (02:24:47)

    @ Christiane Gerigk Es geht ja nicht nur um App Stores, sondern generell um Plattformen. Die App Stores sind nur derzeit die deutlichsten Beispiele für sich abzeichnende Probleme, wenn Plattformen ihre Größe ausnutzen. @ sprain Klar, ich mache ja im Artikel auch deutlich, dass ich grundsätzlich die Transaktions-/Vermittlungsgebühr nicht in Frage stelle. @ Florian, Stimmt, danke, geändert. @ blub Theoretisch ja. Aber Plattformen besitzen eine gewisse "Winner takes it all"-Dynamik. Netzwerkeffekte sorgen dafür, dass sich Anbieter halten, selbst wenn sie eigentlich nicht die besten Konditionen bieten. Es gibt da deutliche Unterschiede zur "Old Economy".

  • blub

    07.12.13 (16:42:43)

    ja, in der old economy gibt es das auch, siehe verkehrs-, treibstoff-, ölunternehmen, geld. es gilt zwar winner takes it all, aber wenn jemand signifikant besser ist, wird derjenige gewinnen, dann heißt es nämlich plötzlich wieder strukturwandel und evtl. fliegt dann ebay vom platz. :) siehe treibstoff: jetzt gibt es alternativ elektroautos; verkehr: eisenbahnen stehen nun mit fernbussen in konkurrenz; geld: digitale in konkurrenz zu etablierten währungen. und es mag stimmen, dass z.B. ebay schlechtere konditionen hat, dafür ist es weitaus bekannter als andere anbieter, und gehört das nicht auch irgendwie zu den konditionen (keine quantitative, sondern qualitative). ich kann über die andere plattform handeln, und muss dafür vielleicht längere wartezeiten bis zum abschluss des handels in kauf nehmen, im gegenzug zahle ich dafür weniger, welche ich nun nehme, hängt von meiner zeitpräferenz ab. wenn ich schlau bin, handel ich auf beiden plattformen und schau auf welcher ich bessere abschlüsse (also in abhängig der zeit, der kosten usw.) mache und konzentriere mich dann auf diese. für leute die wenig handeln ist das nicht ohne weiteres (werden statistiken dazu von händlern oder plattformanbietern veröffentlicht?) möglicht, die wollen aber auch meist nur schnell ihr ungetragenes kleid oder ähnliches losschlagen, haben also eine andere zeitpräferenz. weiterhin kann jeder anteile dieser unternehmen kaufen ;)

  • Martin Weigert

    07.12.13 (17:05:50)

    "aber wenn jemand signifikant besser ist, wird derjenige gewinnen" Genau dieszbezüglich gibt es Anzeichen, dass das bei Plattformen, die von Netzwerkeffekten profitieren, nicht unbedingt so kommt. Evtl wird das langfristig anders sein. Dann ist der "Schaden" aber bereits geschehen.

  • gast

    11.12.13 (23:30:28)

    microsoft verlangt bei WP aber einer bestimmten grenze weniger gebühren. ich glaube nach ca. 1mio downloads verlangen die nur noch 20% und später nochmal etwas weniger

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