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16.01.08Leser-Kommentare

Zehn Gründe, warum Facebook studiVZ kaufen könnte

facebookstudivz.gifDie berühmt-berüchtigten Samwer-Brüder haben sich mit einem Betrag zwischen 10 und 15 Millionen Dollar an Facebook beteiligt. FAZ-Netzökonom Holger Schmidt vermutete bereits gestern, dass das umtriebige Trio deutlich weniger für seinen Anteil gezahlt habe als Microsoft. Der Softwarekonzern legte im Herbst 2007 für eine Beteiligung von 1,6 Prozent an Facebook 240 Millionen Dollar auf den Tisch. Nun also sollen die Samwers Mark Zuckerberg und Anhang dabei helfen, in Europa erfolgreich Fuß zu fassen und lokalisierte Versionen zu starten. Brisant ist das jetzt bekannt gewordene Investment, da die Samwer-Brüder schon bei der Finanzierung des deutschen Facebook-Klons studiVZ mit dabei waren, der schließlich vor einem Jahr von der Verlagsgruppe Holtzbrinck für einen Betrag zwischen 80 und 100 Millionen Euro gekauft wurde. Egal ob es Alexander, Marc und Oliver Samwer nur darum geht, einen Anteil am im Moment angesagtesten und am schnellsten wachsenden Social Network zu besitzen, um diesen im Falle eines späteren Verkaufs oder Börsenganges vergolden zu können, oder ob mehr hinter der Entscheidung steckt – die Beteiligung verdeutlicht, wie nahe sich Facebook und studiVZ eigentlich sind und wie schnell es hinter verschlossen Türen zu unerwarteten, transatlantischen Abmachungen kommen kann. Damit werden erneut Fantasien angeregt, Facebook könnte studiVZ eines Tages vielleicht tatsächlich übernehmen. Gespräche gab es früher schon, und nun sitzen die Leute bei Facebook mit im Boot, die einst den studiVZ-Gründern Ehssan Dariani, Dennis Bemmann und Michael Brehm das nötige Kleingeld für einen erfolgreichen Start bereit stellten. Die beiden Letztgenannten sind noch immer bei studiVZ an Bord, das zwar samt seines erfolgreichen Ablegers schülerVZ weiter wächst, doch noch immer kein richtiges Mittel gefunden hat, endlich schwarze Zahlen zu schreiben.

Behält man dies im Hinterkopf, bringt es mit aktuellen Ereignissen wie der schwierigen Durchsetzbarkeit von Werbemaßnahmen in Verbindung und vergisst auch nicht, dass Facebook in absehbarer Zeit seine deutsche Version an den Start bringen wird, dann entsteht ein Gesamtbild, welches den Verkauf des verlustbringenden Studentennetzwerkes an Facebook so wahrscheinlich wie nie erscheinen lässt. Aber besser Punkt für Punkt:

Zehn Gründe, warum Facebook studiVZ kaufen könnte

1. Schlechte Ertragsaussichten für studiVZ

Obwohl studiVZ Deutschlands am häufigsten besuchte Website ist, eine Horde kostengünstiger studentischer Mitarbeiter beschäftigt und auf (teure) technische Innovationen verzichtet, hat man es bisher nicht in die Gewinnzone geschafft. Dass sich die vor einem Jahr getätigte Investition für Holtzbrinck zeitnah auszahlen wird, ist sehr unwahrscheinlich.

2. Ärger mit protestierender Nutzerschaft

Die Reaktionen der studiVZ-Mitglieder und Medien auf die umstrittene Änderung der Geschäftsbedingungen haben gezeigt, dass wirtschaftlich eventuell notwendige Schritte nur schwer durchsetzbar sind. Daran wird sich auch in Zukunft nicht viel ändern. Mit einem Verkauf wäre Holtzbrinck den Ärger und einen langfristigen Imageschaden durch das Abfärben der studiVZ-Geschehnisse auf den Verlag los.

3. Baldiger Deutschlandstart von Facebook

In absehbarer Zeit wird Facebook in Deutschland und anderen Ländern Europas sprachlich angepasste Versionen starten. Egal, wie stark die Netzwerkeffekte bei studiVZ die Mitglieder vom massenhaften Abwandern zu Facebook abhalten und wie gut die Chancen von Facebook sind, auch ohne einen Kauf von studiVZ schnell respektable Marktanteile zu gewinnen – mit der Akquisition wäre das alles viel einfacher und beide Seiten könnten sich den risikoreichen und mit Kosten verbundenen Konkurrenzkampf sparen.

4. Gefahr eines Wertverlusts von studiVZ

Noch wächst studiVZ, doch wie all die Skandale und Skandälchen um studiVZ sich langfristig auf das Social Network auswirken, ist noch nicht klar – besonders, da Facebook und anderen Konkurrenten nur einen Klick entfernt sind. Wenn Holtzbrinck vernünftig ist, wird es sich hüten, studiVZ verfallen, Mitglieder abwandern und den Wert der Plattform sinken zu lassen. Sattdessen könnte man verkaufen.

5. Samwers kennen studiVZ

Die Samwer-Brüder kennen studiVZ und die zwei im Unternehmen verbliebenen Gründer gut. Das ist sicher kein entscheidender Faktor, könnte aber das Zünglein an der Wage sein, würde Facebook sowieso mit Übernahmegedanken spielen.

6. Silicon Valley rechnet mit Akquisition seitens Facebook

Im Silicon Valley schien man eine Übernahme von Plaxo durch Facebook gestern nicht für unwahrscheinlich zu halten. Von 100 bis 200 Millionen Dollar war die Rede. Plaxo wird im Monat laut ComScore von rund 1,8 Millionen einzelnen Usern besucht und bietet im Prinzip nichts, was Facebook nicht schon hat – studiVZ dagegen besitzt, was Facebook noch fehlt, nämlich Millionen aktive deutsche Nutzer. Fürs selbe Geld bekäme man hier einiges mehr.

7. Die Verlockung der Facebook-Anteile

Würde Holtzbrinck studiVZ an Facebook verkaufen, wäre dies nicht unbedingt ein Zeichen, dass man beim Stuttgarter Verlag die Notbremse zieht. Die Facebook-Anteile, die bei einer Akquisition für die Schwaben drin wären, könnten einfach eine große Verlockung sein, bieten sie doch im Falle eines Verkaufs oder Börsengangs von Facebook erhebliche Renditechancen.

8. studiVZ basiert auf Facebook

studiVZ basiert optisch sowie technisch auf Facebook. Die Integration des deutschen Studentennetzwerks in die US-Plattform würde damit problemloser laufen als jede andere. Auch die Umgewöhnung für studiVZ-Mitglieder sollte angesichts der ähnlichen Struktur und Funktionalität nicht viel Zeit in Anspruch nehmen und problemlos von statten gehen.

9. Facebooks Deutschland-Connection

Nicht nur die Samwers kommen aus Deutschland. Auch Facebook-Investor Peter Thiel ist gebürtiger Deutscher. Gut möglich, dass studiVZ deshalb manchmal einen Blick mehr erhält als andere, für Facebook in Frage kommende Übernahmekandidaten. Definitiv nur ein "Soft Factor", aber manchmal sind diese ausschlaggebend.

10. London als Europazentrale für Facebook? Lieber Berlin!

Facebooks Europageschäft wird fürs Erste aus London gesteuert. Das mag für die Pre-Launch-Phase in Ordnung sein, doch langfristig würde sich Berlin als angesagte Stadt im Herzen des Kontinents besser für den Europasitz des Social Networks eignen als die Stadt auf der Insel. Wie wäre es mit der Saarbrücker Straße in Berlin-Mitte, wo studiVZ heute seine Behausung hat?!

Fairerweise muss man anmerken, dass sich sicherlich auch eine Liste mit Gründen zusammenstellen ließe, die gegen eine Akquisition sprechen. Zudem gäbe es im Falle eines Facebook-studiVZ-Deals diverse ungeklärte Fragen, allen voran die, ob das für die Zukunft wahrscheinlich besser aufgestellte schülerVZ ebenfalls Gegenstand einer solchen Übernahme wäre. Dies werden wir aber sehen, sofern eines Tages tatsächlich die Meldung einer Übernahme den deutschen Internetnutzern für einen Moment die Sprache verschlägt. Und vielleicht kommt ja auch alles ganz anders.

Update: Spiegel Online hat Alexander Samwer zum Facebook-Investment interviewt – inhaltlich erfährt man nichts wirklich Neues. Ganz so intensiv scheint er sich noch nicht mit seiner neuen Beteiligung auseinandergesetzt zu haben: Während er gegenüber Spiegel Online auf "mehr als 7.000 Anwendungen" bei Facebook verweist, gibt es in Wirklichkeit bereits mehr als 13.000 davon.

 

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog zweinull.cc veröffentlicht. Im Mai 2008 wurden zweinull.cc und netzwertig.com zusammengeführt.

Kommentare

  • marcel weiß

    16.01.08 (09:58:33)

    hmm, ich glaube studivz basiert nur rein optisch auf facebook. die technik dahinter dürfte kaum vergleichbar sein. thiel ist deutscher? das wusste ich gar nicht.

  • Paul

    16.01.08 (10:08:52)

    Hi, einen Grund gegen den Kauf von studivz durch Facebook: Die meisten Nutzer in Deutschland die sowohl Facebook als auch studiVZ Mitglied sind nutzen inzwischen nahezu ausschließlich facebook, da 1. technisch innovativer 2. auch die Freunde aus den Auslandssemestern sind dabei 3. die negativ Schlagzeilen zu facebook sind hier nicht so angekommen bzw. es gab weniger Wenn man dies berücksichtigt und einen Deutschlandstart hinzunimmt, unterstützt durch die Samwers, die ja bekanntermaßen ganz gut in solchen dingen sind... Dann ist es meines erachtens nur eine Frage der Zeit bis facebook aus eigener Kraft Marktführer in Deutschland wird. Warum sollte Facebook also studiVZ übernehmen und viel Geld für ein Netzwerk zahlen, welches sich auf einem schlechten Weg befindet? Ich würde nicht in sinkende Schiffe investieren...

  • Martin Weigert

    16.01.08 (10:22:26)

    Marcel: studiVZ wurde auch dafür kritisiert, ein bis in die Details von Funktion, Aufbau und Aussehen gehender Nachbau von Facebook zu sein. Sowohl Funktionsumfang als auch graphische Gestaltung ähneln der amerikanischen Plattform stark. Bis Anfang Oktober 2006 war in allen Quelltexten der Seiten von studiVZ ein Verweis auf ein Stylesheet mit dem Namen myfb.css zu finden, was zu der Vermutung führte, es sei direkt von Facebook kopiert worden. Die Kontakt- und Grußfunktion mit dem Fantasiewort „Gruscheln“ erinnert an „Poking“ (dt. anstupsen) auf Facebook oder dem „Zublinzeln“ oder „Zulächeln“ auf Datingseiten und das zugehörige PHP-Skript wurde auch auf studiVZ anfänglich unter dem Namen poke.php ausgeführt. Eine Fehlermeldung hat außerdem die Benennung eines Programmordners mit dem Namen „fakebook“ zutage gebracht. Sagt Wikipedia. @ Paul Würde Facebook studiVZ kaufen, wäre das keine Investition in ein sinkendes Schiff, da es allein um die Nutzer ginge. Ob Facebook trotz studiVZ-Koexistenz in kurzer Zeit (ein Jahr) Marktführer in Deutschland werden kann, bezweifle ich. Die meisten studiVZ-User sind nicht wirklich wechselwillig.

  • Mirko Riedel

    16.01.08 (10:24:44)

    Technisch ist die Migration der Userdaten von Studivz zu Fasebook nicht so einfach. Die drei Gründer konnten nur kopieren, was sie sahen. Sie wissen nichts von der dahinter stehenden Technik, sowie den Datenbankstrukturen von Facebook.

  • marcel weiß

    16.01.08 (10:33:48)

    Martin: Wie Mirko schon sagt: die Datenbankstrukturen. sie dürften kaum vergleichbar sein. Was im verlinkten Wikipedia-text angesprochen wird (css), ist das, was man sehen kann. Alles was dahintersteht, php, Datenbank, muss zwangsläufig Eigenbau sein. Würde mich auch nicht verwundern, wenn man gerade deshalb auf eine Plattform und Öffnung verzichtet, weil es die Informationsarchitektur von studivz gar nicht zulässt (schwierig umsetzbare Andockstellen, nicht gegebene Skalierbarkeit).

  • PatRiot

    16.01.08 (10:49:07)

    Ich glaube nicht, dass Facebook StudiDingsda kauft, dass sitzen die ganz alleine auf der linken A-Backe ab. Holtzbrinck wird ihr neues Produkt wohl selber runter wirtschaften und dabei werden sie User um User verlieren.

  • PatRiot

    16.01.08 (10:56:34)

    Zu Deinem 10.Punkt. Ich wohne 500 m vonner Saarbrücker entfernt noch mehr SN-Spaten würde der Prenzelberg nicht verkraften ;) Ich denke London hat immernoch die größere Aufmerksamkeit als Berlin und für englischsprachige Mitarbeiter ist London vllt. besser geeignet. Aber ich habe eigentlich nüscht dagegen wenn die hier auch noch alle mit rumflitzen. Bin hier sowieso der letzte Mohi... äh Berliner im Bezirk.

  • Martin Weigert

    16.01.08 (11:23:24)

    Pat, so ist das, wenn die echten Berliner (wie ich) wegziehen ;) @ Mirko & Marcel Gut, sicherlich existieren auch entscheidende Unterschiede auf technischer Seite. Eine Facebook ähnlichere Seite als studiVZ gibt es aber (abgesehen von anderen Clones) wohl kaum. Zudem sehe ich es angesichts der bisherigen Entwicklerleistung von Facebook als keine besonders große Herausforderung, studiVZ zu integrieren. Auch wenn das sicher nicht von heute auf morgen geht.

  • Georg

    16.01.08 (11:35:47)

    wieso sollte das facebook tun... die werden einfach schön ihre deutsche version launchen und abwarten....es wird folgendes passieren. studiovz nutzer werden zusätzlich einen facebook account besitzen. nur die aufgeklärten datenschützer vllcht nicht.

  • Martin Weigert

    16.01.08 (12:45:53)

    Mich verwundert, dass ihr noch immer daran glaubt, Facebook könnte in Deutschland trotz studiVZ schnell signifikante Erfolge erzielen. Vor einem halben Jahr habe ich das auch noch für möglich gehalten, aber seitdem notiere ich täglich die Entwicklung der Mitglieder im Germany-Network, und abgesehen von einem kurzen Peak im Herbst mit rund 2000 Neumitgliedern täglich liegt der Zuwachs nach wie vor bei relativ mageren 1000 bis 1500 Nutzern pro Tag. Es mag sein, dass Facebook mit einer deutschsprachigen Version für manche attraktiver wird, dennoch habe ich mich ein wenig von der Vorstellung verabschiedet, die technischen Innovationen und die Anziehungskraft der Marke Facebook allein würden ausreichen, um mit einem Fingerschnipp in Deutschland sofort Erfolge zu feiern. Langfristig geht das sicher, aber ich glaube nicht, dass Facebook sich mit dem langsamen Wachstumstempo begnügen würde, welches sich z.B. bei den Lokalisten beobachten lässt. Für die gilt das als Erfolg, aber Facebook braucht mehr. Vielleicht habt ihr aber auch recht und der Launch von facebook.de reicht aus, damit sich die Deutschen scharenweise bei Facebook registrieren. Bald werden wir es wissen.

  • hansjoerg

    16.01.08 (14:09:13)

    In Gesprächen mit Freunden über den Einstieg von Facebook in den .de/.at/.ch Markt wurde mir gestern erstmalig klar, was den Erfolg der Site bei uns dramatisch hemmen könnte - es ist zuviel los und zu bunt und zu viel Geklicke (speziell wenn schlecht programmierte Apps daherkommen). StudiVZ dagegen setzt auf ein klares, sehr einfaches Modell ohne Zusatz-Apps und großartige Features - dies wird eindeutig ein sehr interessantes Rennen!

  • Gandolf Hübinger

    16.01.08 (15:10:42)

    Vorsicht, Satire! März 2008: Facebook geht mit deutscher Version an den Markt Mark Zuckerberg nach der Kick-Off PK im Sony Center im Dr. Pong im PBerg gesichtet. Seine drei Begleiter wurden an der Tür abgewiesen, weil sie sich weigerten die Sakkos über ihren verwaschenen Jamba T-Shirts auszuziehen. StudiVZ GF Markus Rieke kauft sich einen neuen Schreibtisch (Vitra, endlich!) und geht dann ordentlich Mittagessen. Juni 2008: Deutschland zeigt Gesicht: Mehr als 1 Millionen Nutzer innerhalb von drei Monaten – StudiVZ Nutzerzahlen stagnieren. Mark Zuckerberg wird mit einer (sehr jungen!) Frau im Weekend Berlin gesichtet. Seine drei Begleiter kommen diesmal rein, weil sie ihre Jamba T-Shirts über die Sakkos drüber angezogen haben. Markus Rieke kauft sich einen neuen Schreibtischstuhl (auch Vitra!) und geht anschließend mit Stefan von Holtzbrinck in die neue Barenboim-Aufführung in die Staatsoper. Bei einem Glas Champagner im Foyer erklärt Markus Rieke Stefan von Holtzbrinck den Unterschied zwischen pageview und visit. September 2008: FB räumt ab – mehr als 4 Millionen Nutzer innerhalb von sechs Monaten! Mark Zuckerberg kauft sich eine Wohnung in Berlin Mitte und wird zusammen mit einer (ebenfalls sehr jungen!) Frau im Bandol in der Torstrasse gesehen. Eigentlich wartet er dort darauf Brad Pitt zu treffen (dem er gerne ein paar Prozent an seiner Firma verkaufen würde, wenn dieser die Hauptrolle im Drehbuch seiner Freundin übernimmt). Später schauen Zuckerberg’s drei Berliner Freunde zusammen mit Lars Windhorst vorbei. Windhorst trägt unter seinem Nadelstreifenanzug ein (neues!) Jamba T-Shirt. Markus Rieke hat sich die Sommergrippe eingefangen und schafft es nicht ins Büro. Abends ruft Stefan von Holtzbrinck an und bittet ihn darum nochmal die Sache mit den pageviews und die visits zu erklären – sein 15jähriger Sohn hätte ihn als „Lamer“ bezeichnet. Dezember 2008: Facebook kauft StudiVZ für 250 Millionen Euro – Nutzerzahlen von FB Deutschland bei 8 Millionen Mark Zuckerberg kauft die Berliner Wohnung von Brad Pitt, der sich stattdessen eine sanierte Altbauwohnung in Minsk gekauft hat. Zusammen mit seinen drei Berliner Freunden feiert er ein rauschendes Einweihungsfest. Lukasz Gadowski versucht vergeblich and den Türstehern vorbeizukommen, obwohl er sich extra für den Anlasse von einem Fernsehteam begleiten lässt. Zusammen mit Mathias Jung lässt er den Abend in Gegenwart von zwei (sehr jungen!) Frauen an der Bar des Hotel de Rome ausklingen. Markus Rieke eröffnet zusammen mit Stefan von Holtzbrinck einen Laden für Vitra Büromöbel am Kollwitzplatz.

  • PatRiot

    16.01.08 (15:38:23)

    you´ve made my day!

  • Martin Weigert

    16.01.08 (15:46:33)

    Gandolf, ganz ausgezeichnet. Rechnest du damit, dass Markus und Stefan sich dann auch eine gemeinsame Wohnung am Kollwitzplatz kaufen werden? Möglicherweise hat ja Thierse Lust auf einen Tapetenwechsel. Sein Fahrrad, mit dem er gerne in der Gegend gesichtet wird, wäre im Kaufpreis womöglich inbegriffen.

  • Markus

    16.01.08 (16:22:40)

    @Gandolf: Sehr geil. Ich würde nicht davon ausgehen, dass Holtzbrinck studivz so schnell wieder abgibt. Bestenfalls gegen einen netten Anteil an Facebook. Und ich würde auch nicht davon ausgehen, dass Facebook in Deutschland kurz- und mittelfristig studivz die Mitglieder streitig machen kann. Die Pageviews je Visits dokumentieren, wie stark die Mitglieder in der Community verwurzelt sind.

  • Adrian

    16.01.08 (17:50:39)

    Die Nutzer eines Social Networks kann man nicht kaufen. Würde Facebook StudiVZ nur kaufen, um die Nutzer zu Facebook zu transferieren würde das scheitern. Denn wenn Facebook die Nutzer gezielt von StudiVZ vergrault, werden diese bestimmt nicht zu Facebook umsteigen. Allein wegen des Image-Schadens den Facebook dadurch erleiden würde. Viel sinnvoller wäre es, sich selbst am deutschen Markt zu etablieren und die Probleme, die StudiVZ ja unbestritten hat (insbesondere was die PR angeht), auszunutzen und sich selbst den Bedürfnissen der deutschen Nutzer anzupassen. Holtzrbinck würde StudiVZ ohnehin nicht kampflos hergeben. Nach eigenen Angaben will Holtzbrinck zum Big Player im Web 2.0 werden. Und StudiVZ ist da derzeit das Prestigeobjekt - trotz der Skandälchen. Denn was bleibt Holtzbrinck denn noch, wenn sie das StudiVZ abgeben? In Hinblick darauf kann also auch der Wertverlust kein Argument sein. Und auch einen Tausch von Anteilen halte ich für sehr unwahrscheinlich. Während Holtzbrinck im Moment beim StudiVZ die Kontrolle haben, wären sie bei Facebook nur einer von vielen Investoren. Nix mit Big Player.

  • Marvin

    16.01.08 (18:10:36)

    Ich bin zwar kein Programmiergenie, aber ich könnte mir schon vorstellen, dass einigermaßen findige Programmierer nicht allzu lange brauchen würden um die StudiVZ Datenbank zu Facebook zu portieren. Vielleicht mache ich einen Denkfehler, oder überseh da etwas, aber man muss doch eigentlich nur ein Script schreiben, das die StudiVZ Daten ausließt und dann im Facebook Format wieder schreibt, sodass man sie einpflegen kann, bzw. sie gleich eingepflegt werden. Beide Technologien sind bereits im jeweiligen System vorhanden. Innerhalb weniger Monate könnte man StudiVZ komplett übernehmen/verlagern.

  • PatRiot

    16.01.08 (20:22:28)

    Holtzbrinck würde StudiVZ ja nicht einfach so hergeben, wenn dann sicher für ne Summe 150 Millionen++. Nun gut - würde Mr.Facebook aus der Porto bezahlen um den zweit wichtigsten Internetmarkt "zu bekommen"... aber mal ehrlich muss er es? Läuft doch auch so mehr als prächtig (außerhalb Dtl.).

  • loci

    16.01.08 (22:49:52)

    pauschal kann man sowas natuerlich nicht sagen, aber da studivz ein facebook von vor etwa 2 jahren ist, muss man da schon einiges zusammenschustern. von doppelt registrierten email-adressen etc. mal ganz abgesehen...

  • Thomas Ropel

    17.01.08 (01:43:08)

    Also, ich würde mich Martin W. anschließen...entweder wird Studivz von Facebook gekauft oder wird im kommenden direkten Wettbewerb gegen Facebook verlieren. Die User sind nicht einem Studivz treu (welches sich dazu noch super darin versteht, sich unbeliebt zu machen), sondern einer Community, wo all' ihre Bekannten und Freunde sind. Wenn erst mal ein signifikanter Teil der Userschaft rüber zu Facebook wechselt, wird der Rest folgen. Bei einem Kauf wäre das technisch für die fähigen Leute von Facebook auch übrigens alles andere als Schwer die User zu synchronisieren. Studivz kann nicht mal annährend mit Facebook mithalten und tut auch alles - äusserst effektiv - um das zu verhindern. Der Bessere wird sich auf Dauer durchsetzten. Studivz' Schwäche ist jedoch auch gleichzeitig die einzige Stärke, die der Community einen nicht zu vernachlässigenden Vorteil gibt...die absolute Einfachheit macht es Maßentauglich für die deutschen DAUs. Facebook sollte komplett übersetzt werden und den deutschen User mit nicht ganz so vielen "Neuerungen" zu Beginn überschwämmen, da er sonst schnell abgeschreckt werden könnte.

  • Igor

    17.01.08 (16:59:13)

    Es gibt auch so den einen oder anderen Grund, warum Facebook StudiVZ definitiv nicht kaufen wird. Der erste und wichtigste waere: Sie koennen es sich einfach nicht leisten. Sicher, sie haben eine großzuegige Finanzsprite von MS bekommen und das Geld der Samwers und der anderen Investoren schadet mit Sicherheit nicht. Dennoch erlaubt die Facebookkriegskasse - wenn eine ueberhaupt existiert - keine Kaeufe von Social Networks, die vor nicht so langer Zeit, fuer 85 Millionen Euro ueber den Ladentisch gegangen sind. Vorallem weil Holzbrink jetzt nicht fuer den gleichen Preis verkaufen wuerde, schließlich ist auch StudiVZ, trotz aller Probleme, seitdem gewachsen. Eine Uebernahmeschlacht waere fuer Facebook aussichtlos, da bringt es auch nicht sehr viel, dass der geschaetzte Marktwert, nach der Investition von Microsoft, auf 15 Milliarden geklettert ist. Weiterhin denke ich auch, dass Facebook es einfach nicht noetig hat. Es gibt heute schon mehr als 500.000 deutsche Nutzer in Facebook. Ohne eine deutsche Seite. Das ist ein durchaus signifikanter Wert, selbst wenn die Zuwachszahlen derzeit nicht sehr berauschend sein sollen. Mit der Einfuehrung der deutschen UI wird sich an der Zahl auch sehr viel aendern, weil die Umgebung, in die der StudiVZ-Nutzer wechseln soll, gar nicht so ungewohnt ist und zum ausprobieren durchaus einlaedt.

  • Martin Weigert

    17.01.08 (17:33:16)

    In bar mag es für Facebook tatsächlich schwierig werden. Daher habe ich im Artikel auch auf eine eventuelle Beteiligung von Holtzbrinck an Facebook als Vergütungsmöglichkeit für einen solchen Deal hingewiesen.

  • Igor

    17.01.08 (17:37:52)

    Das wiederum kann ich mir bei Holzbrink nicht vorstellen und es waere auch eine verdammt große Spekulation. Immerhin ist der eigentliche Wert von Facebook derzeit groeßtenteils nur virtuell. Sie auf der anderen Seite haben eine große Community und die Oberherrschaft ueber diese Daten. Das gegen sehr wenige Anteile an Facebook einzutauschen waere nicht schlau.

  • Philipp

    19.01.08 (21:22:17)

    Facebook hat 60 Millionen User, wachsen pro Tag um 100k oder so. Mal ganz ehrlich: Meint ihr echt, die jucken sich für die 4Mio deutschen Studenten? Im Ausland ist StudiVZ ne Lachnummer, d.h. wir reden hier eigtl. ausschließlich über Deutschland. Der Preis müsste bei mind. 100Mio legen, Verlust will Holtzbrinck wohl kaum machen. Hat Facebook mal eben 100Mio, nur um DE einzunehmen? Nein. Würde Facebook Anteile an Holtzbrinck abgeben? Warum sollten sie? Wenn sie die Shares verkaufen, können sie mit dem Geld wesentlich mehr anfangen. Wenn sie "nur" 10 Mio in Werbung in DE investieren, wird das wahrscheinlich schon ausreichen.

  • Martin Weigert

    20.01.08 (09:14:17)

    ...und noch immer bin ich skeptischer als die meisten hier, was die Wechselbereitschaft der studiVZ-Nutzer und die vermeindliche Leichtigkeit, mit der Facebook in Deutschland wachsen wird, betrifft. Lasse mich aber gerne vom Gegenteil belehren und kann es deshalb kaum abwarten, bis Facebook endlich in Deutschland startet.

  • Alexander Trust

    20.01.08 (19:56:11)

    Vielleicht sind/waren 7000 Applikationen gemeint, die ohne Weiteres mit den dt. Datenschutzbestimmungen harmonieren? In dubio pro reo. ;)

  • Martin Weigert

    21.01.08 (16:12:07)

    Interessant: Facebook-Vize Cohler schließt Übernahme von StudiVZ nicht aus

  • Malte Landwehr

    27.01.08 (22:12:35)

    Holzbrink verdient an StudiVZ nicht direkt über die Werbung sondern dadurch, dass sie Werbung für ihre anderen Investments auf StudiVZ schalten und sie somit kostenlos pushen können.

  • Martin Weigert

    27.01.08 (23:02:56)

    Das ist sicher ein positiver Nebeneffekt für Holtzbrinck, aber niemals eine Rechtfertigung für ein 100-Millionen-Euro-Investment. Wie die von Marcus Riecke im FAZ-Interview bekannt gegebenen Umsatzzahlen verdeutlichen, ließ sich mit studiVZ 2007 ein einstelliger Millionenbetrag verdienen. D.h., Holtzbrinck hätte für die investierte Summe mehr als zehn Jahre lang ohne Pause die gesamte studiVZ-Plattform mit Bannern bestücken können.

  • Manuel von MyAlikes

    29.01.08 (10:28:58)

    Diese Ideen sind mir auch schon Anfang des Jahres gekommen: http://blog.MyAlikes.com/web/was-macht-studivz-nichts/

  • Ahasver

    31.01.08 (22:42:30)

    guckst du hier: http://www.blaetter.de/artikel.php?pr=2766 ciao ahasver

  • JD

    31.05.09 (19:43:02)

    Ganz ehrlich Leute. Ich finde Facebook unübersichtlich und anstrengend, weil man so viele Einstellungen vornehmen muss und diese dann auch noch so stark in allmögliche Möglichkeiten aufgesplittet sind. Boa. Wenn Facebook Studi übernimmt - meinetwegen. Ich hätte nichts dagegen, aber nur unter der Bedingung, dass Facebook die rein optischen Komponenten von StudiVZ übernimmt. Damit das Ganze übersichtlich, einfach und nicht anstrengend bleibt. In Sachen Einstellungen könnten sich Zuckerberg und Co. auch einiges abgucken. Es gilt weniger ist mehr.

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