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04.10.07Leser-Kommentare

Zattoo: eine Million Mitglieder und weitere Zahlen

zattoo.gif

Der Internet-TV-Dienst Zattoo, mit dem man herkömmliche Fernsehsender kostenlos über das Internet sehen kann, hat gestern um 17:09 Uhr seinen millionsten registrierten Benutzer verzeichnen können. Die aus diesem Anlass veröffentlichte Pressemitteilung enthält einige interessante Zahlen zur Verbreitung und Nutzung des Dienstes. Registrierte Mitglieder gesamt: 1.000.000

Mitgliederzahlen pro Land

Deutschland: 80.000 (seit Mitte September 2007)

Schweiz: 465.000 (seit Juni 2006)

Spanien: 435.000 (seit Juli 2007)

Dänemark & Belgien: 25.000

In Großbritannien befindet sich Zattoo noch immer in der geschlossenen Beta-Phase.

75 Prozent der Zattoo-Benutzer sind männlich, 70 Prozent zwischen 18 und 45 Jahre alt.

30 Prozent nutzen Zattoo für Nachrichten oder Sportübertragungen.

22 Prozent nutzen Zattoo, weil sie kein TV-Gerät benutzen.

22 Prozent nutzen Zattoo, weil sie sich nicht am selben Ort befinden wie ihr Fernseher.

14 Prozent nutzen Zattoo, weil der Fernseher bereits besetzt ist.

Derzeit verfügbare Programme in Deutschland: 22 (ABC NEWS NOW, Al Jazeera English, Canal 24 Horas, CNN International, Comedy Central, Das Vierte, DMAX, DSF, Entertainment Channel, France 24 English, Giga, LUXE.TV, MTV, Nick, SF info, Sumo TV, Tele Züri, The Poker Channel, Tier TV, tv.gusto, TVE Internacional, Viva). Laut nicht bestätigen Medienberichten sollen bald ARD und ZDF hinzukommen.

Bei zweinull.cc haben wir Zattoo schon seit vielen Monaten im Blick und freuen uns natürlich über derartige Erfolgszahlen dieses definitiv nützlichen Dienstes.

Siehe auch

Black Fluorine - Internet-TV-Sensation oder purer Übermut?

 

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog zweinull.cc veröffentlicht. Im Mai 2008 wurden zweinull.cc und netzwertig.com zusammengeführt.

Kommentare

  • jan ebert

    05.10.07 (16:33:00)

    Für mich als Privatnutzer ist Zattoo wirklich ganz interessant, zumindest mit der schweizer Kanalauswahl. Deshalb freue ich mich auch für die Macher von Zattoo über jeden Erfolg. Als denkender Mensch aber habe ich doch sehr starke Zweifel am Konzept und der Seriosität des Unternehmens. So gesehen sind die veröffentlichten Zahlen nicht die, welche mich interessieren. Nach eigenen Angaben beschäftigt Zattoo ca 35 Mitarbeiter, hat 3 Serverfarmen und zahlt Miete an 2 Standorten (Kalifornien und Schweiz) und Lizensgebühren. Ich schätze den monatlichen Finanzbedarf auf mind. 100.000 Euro, realistisch eher das Doppelte. Dem gegenüber stehen nur die Einnahmen aus der Werbung. Aufgrund der Werbepartner, der Art der Werbung usw dürften so kaum mehr als 1/3 der Kosten erwirtschaftet werden - d.h. Zattoo lebt von Risikokapitalgebern und benötigt ständig neues Kapital/Investoren. Von diesem Standpunkt betrachtet sehen die Pressemitteilungen von Zattoo, der halbgare Deutschlandstart, das Interview in FTD eher nach Finanzierungsproblemen und suche nach neuen Investoren aus. Außerdem gibt es zumindest für Deutschland eine unglaubliche Rechtsunsicherheit. Zattoo lizensiert nach eigenen Angaben keine Inhalte selbst bei den Rechteinhabern, sondern zahlt an die Sendeanstalten. Nur: Wie soll das bitte bei den großen TV-Sendern funktionieren? Diese sind doch selbst zu einem großen Teil (ausgenommen Eigenprod.) nur Lizensnehmer und können nicht verkaufen, was ihnen gar nicht gehört. Die großen Studios vermarkten Internetrechte inzwischen unabhängig vom TV - d.h. eine Serie kann an Pro7 für die TV-Verwertung verkauft werden, während man für die Vermarktung über das Medium Internet von einem VOD Anbieter kassiert. In den Verträgen, welche die Sender abschließen, wird der Übertragungsweg Internet deshalb auch oft ausgeschlossen. Soll nun jeder Sender kontrollieren, ob seine Inhalte Zattoo-konform rechtlich einwandfrei sind und das finazielle Risiko gegenüber Klagen der Urheberrechtinhabern tragen? Ich denke nicht, dass sich das eine TV-Station freiwillig antut. Erst recht nicht bei Formel1 und Bundesliga! Außerdem wäre da ja noch der Enduser- dank P2P und der rechtlichen Situation in D macht er sich mit der Verbreitung des Contents strafbar, da ER (=Enduser) ja auf keinerlei Vertragsgrundlage mit den Rechteinhabern verweisen kann. Verschlüsselt oder nicht spielt dabei keine Rolle. Das sind die Fragen, die ich mal gerne beantwortet hätte. Als Unternehmer wird ich wahrscheinlich Zattoo möglichst pushen ohne Ende - in der Hoffnung, dass mir irgendein Depp ein paar Millionen dafür bietet. Bin gespannt, wie es weitergeht bei Zattoo... - und ob sich ein Investor für tyve (http://www.tyve.de/) irgendwann mal findet - bzw. ob es überhaupt einen einzigen Betatester gibt ;) Schönes WE, jan

  • Martin Weigert

    05.10.07 (17:02:55)

    Hallo Jan. Das sind einige interessante Punkte, die du da bringst. Ob es Finanzierungsprobleme gibt oder nicht, darüber möchte ich nicht spekulieren. Dass man bei einer Million registrierten Nutzern eine PM bringt, ist sicher nicht so abwegig. Den Deutschlandstart empfand ich persönlich nicht als halbgar. Was meinst du damit? Zweifellos steigen bei einem Dienst wie Zattoo die Werbeeinnahmen mit der steigenden Anzahl regelmäßiger Zuschauer. Möglicherweise benötigt man dafür X Millionen davon, und bis dahin lebt man von Fremdkapital. Dass diese Phase bis zum Break Even bei einem technisch aufwändigen Dienst wie Zattoo vielleicht länger dauert als bei einem Würstchenhändler, der bei 50 verkauften Currywürsten am Tag schwarze Zahlen schreibt, ist sicher wenig verwunderlich und imo kein Kritikpunkt. Zur rechtlichen Lage: Sollte Zattoo wie von dir angenommen nicht legal sein, dann würde man sich dort sehr schnell mit entsprechenden Konsequenzen konfrontiert sehen. So gesehen brauchs du ja einfach nur abwarten, ob es Klagen hagelt. Setzen wir einfach mal voraus, dass Zattoo die Wahrheit sagt, wenn es behauptet, mit sämtlichen Sendern bzw. den diese vertretenden Organisationen Vereinbarungen über das Streaming zu haben, dann heißt das ja, dass die jeweiligen Sender der Ansicht sind, ein Streaming ihres Programmes über Zattoo wäre rechtmäßig. Und das würde bedeuten, dass diese 22 Sender, die zur Zeit dabei sind, sich genau das angetan haben, was du ausschließt. tyve hatte ich vor einigen Monaten mal gemailt, aber nie eine Antwort bekommen. Ich denke, dieses Projekt kann man nicht ernst nehmen.

  • gisi

    07.10.07 (00:51:31)

    Ich errinere mich mal gehört zu haben das sich zattoo in der schweiz mit der werbung die da geschaltet wird schon selbst finanzieren kann, ich kann mich jetzt täuschen, aber es kann sein. zur rechtsgrundlage ist zu sagen das sich der deutschlandstart schon ein halbes jahr verstpätet hat, da noch einige lizezbestimmingen zu klären sind, wenn es illegal wär, bräuchten sie das ja nun nicht die gerüchte das ard/zdf mit insgesammt 10 sendern einsteigen will zeigt auch das die grossen nicht wirklich mit strafen und gerichtsverhandlungen rechnen müssen, allerdings sind die pro7sat1/rtl da wohl nicht ganz sicher, da pro7 zögert und rtl gar kein interesse hat naja auf jedenfall weis ich nicht was es da eigentlich zu klären ist, da es ja im prinzip nur ein weiterer digitaler verbreitungsweg ist wie z.b. kabeldigital und das p2p system ist in dem sinne ja nun auch nicht illegal aber ich denke um die ganzen fragen klären zu können stecken wir nicht tief genug in der materie ^^

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