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18.10.07

Was macht eigentlich... Last.fm?

Last.fmDie Konkurrenz im Web 2.0 ist groß. Es gibt kaum einen Bereich, in dem nicht mehrere ähnliche Anbieter um die Aufmerksamkeit und Zeit der Nutzer kämpfen. Es sollte daher für jeden auf eine große Nutzerschaft ausgerichteten Dienst oberste Priorität sein, seinen Namen und sein Produkt bekannt zu machen und es möglichst dauerhaft im Gespräch zu halten. Last.fm, das weltweit größte Social Music Network, macht dies nicht. Nachdem der Dienst mit Sitz in London Ende Mai diesen Jahres für 280 Millionen Dollar vom US-Medienkonzern CBS übernommen wurde , hat man nicht mehr viel von ihm gehört. Nach wie vor ist Last.fm zwar mit über 20 Millionen Mitgliedern (diese Zahl ist bereits ein halbes Jahr alt, neuere Angaben habe ich nicht gefunden) das führende soziale Musik-Netzwerk im Netz. Doch die Liste der Wettbewerber ist lang: iLike, MOG , finetune , Slacker und One Llama sind einige derjenigen, die individuelle Radiokanäle mit angeschlossener Community bieten. Gleichzeitig steigt die Zahl kostenloser On-Demand-Streaming- sowie Musik-Hosting-Services. Und dann gibt es ja auch noch MySpace und Facebook, die ebenfalls zunehmend auf Musik als Nutzermagnet setzen. Die Auswahl für den Musikfan ist so groß wie nie zuvor. Dennoch entsteht der Eindruck, dass Last.fm sich auf dem Erreichten ausruht, statt mit einer Omnipräsenz und stetigen Innovationen weiteres Wachstum sicherzustellen.

Last.fm TechnoratiLaut Alexa steigen die Seitezugriffe auf Last.fm zwar noch, aber der Vergleich mit Facebook verdeutlicht, welche Welten mittlerweile zwischen beiden Diensten liegen. Dabei hat Last.fm immerhin rund ein Drittel der Mitglieder von Facebook. Wie Technorati zeigt, sinkt die Zahl der Blogbeiträge seit der CBS-Übernahme. Ich kann mich nicht erinnern, in den letzten fünf Monaten über relevante Neuigkeiten von Last.fm gelesen zu haben. Während die zahlreichen großen Tech-Blogs fleißig und akribisch die Neuigkeiten von jedem x-beliebigen und unbedeutenden Startup verbreiten, fällt über Last.fm so gut wie Wort.

Ich weiß nicht, wie es bei anderen Last.fm-Nutzern aussieht, aber meine Loyalität zu dem Dienst ist wesentlich geringer als zu anderen Web-2.0-Diensten, bei denen ich registriert bin. Zwar liest die Desktop-Software im Hintergrund fleißig die von mir gespielten Titel mit, aber meine tatsächliche Aktivität auf den Last.fm-Seiten ist verschwindend gering. Entsprechend niedrig ist auch meine Wechselbarriere. Das in Kombination mit der Stille, die die Musik-Community seit einigen Monaten umgibt, ist eine gefährliche Mischung.

Möglicherweise bin ich nur ein Einzelfall, aber vielleicht auch nicht. Illoyale Nutzer werden angesichts der Vielzahl von Optionen schnell zu verlorenen Nutzern. Fragt sich, ob die Last.fm-Crew dies rechtzeitig erkennt. Eigentlich hoffe ich es, denn der Service war mir immer recht sympathisch. Man kann nur spekulieren, ob CBS für den gefühlten (oder tatsächlichen) Innovations- und Good-News-Stopp verantwortlich ist oder ob es andere Gründe hat.

Mich interessiert euer Eindruck. Wie nutzt ihr Last.fm und teilt ihr meine Beobachtung oder nicht?

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog zweinull.cc veröffentlicht. Im Mai 2008 wurden zweinull.cc und netzwertig.com zusammengeführt.

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