<< Themensammlung Netzwertig

Unter netzwertig veröffentlichen wir in unserem Blog Einschätzungen zu aktuellen digitalen Geschäftsmodellen und IT-Trends, Meldungen, Analysen, Reviews und Specials.

02.04.08

Verdacht: Facebook startet Kampagne, um studiVZ-Mitglieder abzuwerben

facebook_logo.gifEinen Monat nach dem Start der deutschsprachigen Version von Facebook scheint das populäre Social Network jetzt die aktive Kommunikationsphase einzuleiten, um die bisher geringe Zahl deutscher Mitglieder schnell zu vermehren. Offenbar hat man auch bei Facebook seinen deutschen Konkurrenten studiVZ als das größte "Problem" ausgemacht und setzt dort mit einer ersten Marketingmaßnahme an: Seit kurzem existiert eine Facebook-Page mit dem Titel "Deutsche verlassen studiVZ für Facebook". Jedes Facebook-Mitglied kann kostenlos eine Fanpage anlegen (zweinull.cc hat auch eine). Auf der erwähnten Seite stellt sich der Gründer der Initiative als ehemaliges studiVZ-Mitglied namens Hans vor, das eine "deutsche Revolution auf Facebook" starten möchte. Hans ruft mit der Seite andere Nutzer dazu auf, bei studiVZ registrierten Freunden und Bekannten einen Wechsel zu Facebook nahe zu legen. facebookpage3.jpgDass es diesen Privatnutzer Hans, der aus reiner Facebook-Sympathie deutsche User zu dem US-Netzwerk bringen möchte, tatsächlich gibt, ist aus mehreren Gründen unwahrscheinlich: Die angesprochene Facebook-Page wirkt nicht nur sehr gut gepflegt und aktualisiert, sondern enthält auch ein eigenes Modul, um direkt zur Freunde-Suchen-Funktion von Facebook zu gelangen. Ich möchte nicht komplett ausschließen, dass dieses Feature jedem Ersteller einer Facebook-Page zur Verfügung steht, habe es bisher aber noch nicht angetroffen. Das deutlichste Indiz dafür, dass es sich bei der "Deutsche verlassen studiVZ für Facebook"-Page um eine virale Aktion von Facebook handelt, ist die Tatsache, dass die Seite mit Facebook Ads beworben wird, für deren Veröffentlichung bezahlt werden muss. Die Anzeigen tauchen derzeit ab und an prominent auf der Hauptseite und im Newsfeed von Mitgliedern des Deutschland-Netzwerkes auf:

facebook_deutsch1.jpg

Sollte die Aktion von Facebook initiiert worden sein, so bleibt das Social Network seiner bisherigen Linie treu, möglichst wenig Mittel für Marketing aufzuwenden und stattdessen das Potenzial seiner Mitglieder zu nutzen. In den nächsten Wochen wird sich zeigen, ob deutsche Facebook-Mitglieder dem Aufruf folgen und verstärkt versuchen werden, ihre Bekannten von studiVZ zu Facebook zu holen. Warten wir ab, ob und wie studiVZ reagiert.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog zweinull.cc veröffentlicht. Im Mai 2008 wurden zweinull.cc und netzwertig.com zusammengeführt.

Das könnte Sie auch interessieren

Förderland-Newsletter

Wissen für Gründer und Unternehmer