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27.01.08Leser-Kommentare

studiVZ-CEO lässt im FAZ-Interview zahlreiche Katzen aus dem Sack

FAZ-Netzökonom Holger Schmidt hat mit studiVZs Geschäftsführer Marcus Riecke ein Interview geführt und ihm eine Menge überraschender Neuigkeiten entlocken können. In Kürze: - studiVZ wird sich zukünftig auf die deutschsprachige Plattform fokussieren. Die wenig erfolgreichen Versionen für Frankreich, Italien, Spanien und Polen spielen nur noch eine Nebenrolle.

- In Kürze wird ein neues Social Network in den Sprachen Deutsch und Englisch für Nicht-mehr-Studenten und Nicht-Studenten an den Start gehen; allerdings kein Business-Netzwerk

- Geplant ist eine enge Verzahnung beider Plattformen

- Im Laufe des Jahre wird es eine API für externe Entwickler geben (die dann "auf Anfragen" Applikationen entwickeln können)

- Die Chancen für eine Teilnahme an Googles OpenSocial-Initiative "stehen gut"

- Diverse Verbesserungen bestehender Funktionen sind geplant (Privatsphäre, Nachrichtendienst, Gruppenfunktion, Fotos)

- Die Implementierung eines News-Feeds "wird geprüft"

- Aktuell 7,5 Millionen Mitglieder (studiVZ & schülerVZ zusammen)

- Ziel für Ende 2008: 14 Millionen Mitglieder (alle Marken zusammen)

- Umsatz 2007: "einstelliger Millionenbetrag"

- Nach seinen Informationen ist ein Verkauf von studiVZ an Facebook nicht geplant

Wie immer bei derartig optimistisch klingenden Ankündigungen muss man abwarten, was am Ende tatsächlich realisiert wird. Bei einem mageren Umsatz im einstelligen Millionenbereich ist davon auszugehen, dass die Ressourcen für die geplanten Investionen stark begrenzt sind – wie vermutlich auch die Geduld von Holtzbrinck. Die Spannung steigt!

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog zweinull.cc veröffentlicht. Im Mai 2008 wurden zweinull.cc und netzwertig.com zusammengeführt.

Kommentare

  • Nicolai

    27.01.08 (22:33:17)

    Ach komm, das Ding wandert früher oder später an Facebook... die haben einfach genug Kohle und da wird auch Holtzbrinck nicht widerstehen können.

  • PatRiot

    27.01.08 (22:37:39)

    Ziel für Ende 2008: 14 Millionen Mitglieder (alle Marken zusammen) - wo sind die Pfleger mit den weißen Jacken?

  • Gründernet

    27.01.08 (22:50:21)

    Hi Martin, wenn ich mal die damalige Kauf-Bewertung von ca. 100 Euro pro Mitglied annehme, müsste ja jetzt bei einem Exit (nehmen wir mal an Ende 2008 mit 14 Mio. Mitgliedern...) 1,4 Mrd. gezahlt werden. Nur wer zahlt das, wenn der Umsatz bei nichtmal einem Euro pro Mitglied liegt? UMSATZ, vom GEWINN (14 Mio. Mitglieder verschlingen ja "bissl" Infrastruktur...) will ich garnicht reden ;-) Also grob gesagt: die vz-Gruppe wird zwar weiter wachsen, aber mit einem Euro Umsatz pro Mitglied ist eben nicht viel mehr wie Kostendeckung drin. Somit der einzige Weg Geld einzuspielen, einen Verrückten finden, der sich die 14 Mio. Mitglieder (die keinen Gewinn erwirtschaften...) ans Bein nagelt. Es bleibt also nur ein Gigant wie facebook, der einfach mit bissl Spielgeld seine Mitgliederzahlen um 14 Mio. aufstockt. Wir werden sehen..., VG, René

  • till

    28.01.08 (02:26:39)

    Vielleicht kauft es ja einer, der den Vertriebskanal schon hat und den Umsatz entsprechend steigern kann? Es wäre nicht das erste Mal, dass etwas gekauft wird obwohl zum Zeitpunkt der Übernahme kein nennenswerter Umsatz vorhanden ist.

  • Martin Weigert

    28.01.08 (09:02:19)

    Jep meiner Ansicht nach stehen die Chancen für eine Übernahme durch Facebook gut, aber das ist ja bekannt. Bei dem bisherigen Mini-Umsatz halte ich es für wahrscheinlich, dass Holtzbrinck eine eventuell aufkommende Möglichkeit, sein Investment mit Rendite zurückzubekommen, nutzen wird. Außer, man hat eine wirklich langfristige Strategie und akzeptiert es, den ROI erst in zehn Jahren zu erreichen.

  • André Wegner

    28.01.08 (15:15:47)

    Mich überzeugt das nicht, was Herr Riecke gesagt hat. Warum eine Schnittstelle auf Anfrage freigeben? Wieso den Leuten Steine in den Weg legen? Wenn begrenzte Ressourcen für den Stillstand im Auslandsgeschäft der Grund sind, sich faktisch auf Aktivitäten in D zurückzuziehen, stimmt das nicht wirklich optimistisch für die weitere Entwicklung. Mag in der aktuellen Situation der richtige Schritt sein, aber man muss halt zur Kenntnis nehmen, dass es andere SNs gibt, die das können. Es wird viel zu viel von Prüfen & Planen und zu wenig von Machen gesprochen. StudiVZ soll den Break-Even erreicht haben, aber konkret will er dann doch nicht werden. Schade eigentlich.

  • Martin Weigert

    28.01.08 (15:45:34)

    Diese häufige Verwendung des Wortes "prüfen" ist mir auch negativ aufgefallen. So spricht eine Partei, eine Behörde, ein eingerostetes, rückwärtsgewandtes Unternehmen, jedoch niemand, der es mit einem Innovationstreiber wie Facebook aufnehmen muss bzw. wird.

  • sebastian

    28.01.08 (16:40:05)

    @gründernet: vergiss mal nicht, dass sich das FB nicht unbedingt rechnet. Was meinst du wieviele der 14.000.000 StudiVZ Mitglieder bereits einen Account bei Facebook haben? Just my 2 cent. Und sobald FB mit einer deutschen Seite startet wird in der Saarbrücker Strasse ein ganz anderer Gegenwind wehen. Das wissen die SVZ "Macher" zu gut. Und reden und reden um ja nicht vergessen zu werden. Im schlimmsten Falle enden die wie (im größeren Stil) yahoo. Millionen von Usern aber kein klares Geschäftsmodell. Schade. Oder eben auch nicht...

  • Martin Weigert

    28.01.08 (16:57:39)

    Da nur 600.000 Deutsche bei Facebook registriert sind, halten sich die Überschneidungen der Mitglieder hier noch in Grenzen.

  • Tobias Petry

    28.01.08 (17:25:52)

    Na toll, sie machen ja wirklich Ankündigungen und formulieren es gleich so, dass bis auf die Implementationen der neuen Privatsphäre nichts anderes davon seinen Weg in die Anwendung finden wird, da frage ich mich nur wieso ? Programmierer sind nicht so teuer, und nen Feed, wie es Facebook macht, ist auch kaum Arbeit, alles wiedermal nur eine PR-Aktion seitens Holtzbrinck. Und genau durch solche Aktionen vergraulen Sie die letzten Mitglieder. Soll das im Artikel bedeuten, dass SchülerVz und StudiVz zusammen 7,5 Millionen Mitglieder haben oder jeweils?

  • root

    28.01.08 (17:27:58)

    14M ? Glauben ist alles ;)

  • Martin Weigert

    28.01.08 (21:21:46)

    Zusammen.

  • Casi

    29.01.08 (04:01:47)

    tut mir leid, aber ich glaub nicht mehr an den weiteren Erfolg von SVZ - wieso noch ein neues Netzwerk? Man hätte dem Kind doch lediglich einen neuen Namen geben müssen im Rahmen der Architektur-Auffrischung und hätte zu den 7,irgendwas Millionen Studi- und SchülerVZ-Mitgliedern alle Nicht-Schüler und Nicht-Studenten zusätzlich ins Boot holen können, statt nun jetzt noch MalocherVZ zu starten ;) Bin ausserdem gespannt, wie man Programmieren klar machen will, dass sie exklusiv für StudiVZ programmieren, wenn sie das auch weltweit für Facebook bzw Open sociao machen könnten...ich glaub, die verrennen sich da - würd mich nicht wundern, wenn Facebook sich die User dann irgendwann einverleibt...

  • Martin Weigert

    29.01.08 (09:12:32)

    MalocherVZ ... kein schlechter Namensvorschlag für das neue Netzwerk ;)

  • Fartu Simmayeck

    29.01.08 (11:40:34)

    MalocherVZ... das spricht ein wie ich finde interessantes Problem an. Facebook hat nicht nur technisch und administrativ enormen Vorsprung, sondern allein das Label "Facebook" ist extrem wirksam und kompakt: es trifft auf die Grundidee zu, ist allgemein, international und vor allem einprägend. "StudiVZ" funktioniert dagegen nur auf deutsch und klingt schon da relativ seltsam (wenn man es oft genug benutzt ist das freilich relativ egal). Wenn man das ganze dann aber auch noch trennen (SchülerVZ, GeldverdienerVZ) und es umständlicherweise "eng miteinander verzahnen" muss, dann besteht bereits hier ein großes Problem bei der Formung einer Marke und damit eines Konzepts. Dass aber ein Großteil deutscher Studenten durch großflächige Austauschprogramme mit Studenten aus anderen Ländern Kontakt haben und diese natürlich ebenfalls das Bedürfnis haben, sich miteinander zu vernetzen läuft StudiVZ da, glaube ich in eine unübersehbare Einbahnstraße. Weswegen ich auch davon ausgehe, dass es sich da nur um das Aufblähen vor der Übernahme handeln kann. Ist halt die Frage wie lange das VZ dem Gegenwind standhalten kann. Das mit der API ist übrigens interessant. Klingt danach als wenn dem CEO bewusst geworden ist, dass eine API Wünsche der User erfüllen kann und gleichzeitig halbwegs kostenlos ist. Und eine API wäre auch eine Innovation gegenüber Facebook, oder handelt es sich bei den Applikationen, die man be Facebook aktivieren kann um von Usern programmierte Werke? Ich bin auf jeden Fall wirklich gespannt, weil eines in jedem Fall feststeht: Der Sommer wird heiß :)

  • Moritz M. Meier

    29.01.08 (12:14:53)

    Ein technologisch super-innovativer Wettbewerber mit vollen Taschen plus einer universelleren Positionierung (nicht nur Studenten und Schüler) und den Samwer-Brüdern als (ehemalige) studiVZ-Insider - da hat studiVZ wohl mittelfristig ein ERNSTHAFTES Problem. Für Holtzbrinck steht JETZT die Entscheidung an, entweder zügig zu verkaufen und die Plattformen zu verschmelzen - oder eine plausible Gegenstrategie zu entwickeln. Das, was man von Markus Riecke bisher liest, klingt nur teilweise überzeugend.

  • Martin Weigert

    29.01.08 (13:23:29)

    "dass es sich da nur um das Aufblähen vor der Übernahme handeln kann" Stimmt, wäre gut möglich. Für Holtzbrinck dürfte es sich lohnen, vor eventuellen Verhandlungen mit Facebook das Bild eines ambitionierten Social Networks mit zahlreichen Innovationsvorhaben und dem Ziel einer Verdoppelung der Nutzerzahlen bis Jahresende zu zeichnen.

  • Fartu Simmayeck

    29.01.08 (13:33:03)

    Ich würde eher sagen, es klingt "um Überzeugung bemüht". Das Problem ist ja gerade der Ansatz der Plattform. Eigentlich müsste man eine universelle Plattform entwerfen und eine Userwanderung vornehmen. Das Problem: Dann würden sich viele fragen, warum sie eigentlich dann nicht auch zu Facebook gehen sollten. Marken kann man eben nicht einfach transformieren, eben weil sie hauptsächlich durch ihren Zeichenkörper und nicht durch den realen Inhalt leben.

  • Tim

    29.01.08 (16:09:07)

    Um es mal sarkatisch zu sagen, ich Herr Riecke "prüft" gerade seine Strategie. Und einige seiner Verlautbarungen stimmen nicht so ganz mit dem überein, was man aus der StudiVZ-Programmierabteilung hört. Na ja... Es wird halt viel geprüft... Was aber nicht zwangsläufig ein "machen" nach sich zieht ;-)

  • Max

    31.01.08 (17:18:48)

    Aktuell 7,5 Millionen Mitglieder (studiVZ & schülerVZ zusammen) Da fast jeder Schüler auch ein StudiVZ Account (viele auch mehrere Accounts haben) hat werden es wohl einige Millionen weniger sein.

  • Martin Weigert

    31.01.08 (18:12:47)

    Stimmt, das muss man bedenken.

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