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28.06.07

Startup Deutschlandreporter.de bezahlt Hobby-Filmer

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An diesem Sonntag startet mit Deutschlandreporter.de ein neues Internetangebot für Hobby-Journalisten und Blogger. Jeder, der gerne mit der Kamera unterwegs ist, kann kleine Berichte und Interviews aus seiner Region oder Stadt produzieren und diese bei Deutschlandreporter.de einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machen. Das Besondere: Die Hälfte der Werbeeinnahmen, die ein Video generiert, gehen an den Reporter. Jeden Tag wählt die Redaktion außerdem die interessantesten Videos aus und fasst sie in einem Best-Of zusammen. Nutzer, deren Beiträge verwendet werden, erhalten dafür je 20 Euro Prämie.

 

Laut Deutschlandreporter.de darf gezeigt werden, was "gefällt, bewegt, interessiert: Eine Reportage aus einem angesagten Club, ein Beach-Volleyballtunier auf dem Marktplatz oder das beste vegetarische Restaurant der Stadt." Um eine gewisse Qualität der Videos sicherzustellen, wird jeder Clip vor der Veröffentlichung kontrolliert. Die Seite soll einen starken News-Charakter haben und auch als Nachwuchsplattform positioniert werden. Konsequent versucht man daher, sich durch einen hochwertigen und qualitätsorientierten Webauftritt von der Masse anderer Videoportale abzuheben. Stolz veröffentlicht man ein Zitat des Bundespräsidialamtes: «Deutschlandreporter.de ist ein originelles Vorhaben, und geeignet, das Interesse und Engagement junger Menschen für ihre Gemeinschaft zu fördern. Der Bundespräsident wünscht Ihrem Projekt Deutschlandreporter.de viele begeisterte Reporter und gute Erfolge!»

Viele komplett auf User Generated Content ausgerichtete Portale leiden insbesondere zum Start unter der anfänglich geringen Nutzer-Beteiligung. Das weiß auch der Geschäftsführer Knut Ingwersen und launcht die Seite daher mit einem Video-Wettbewerb. Zwischen dem 27. Juli und 31. August können alle User die bis dahin veröffentlichten Videos bewerten. Danach wählt eine Jury aus den 50 beliebtesten Beiträgen die Gewinner. Der erste Preis sind 5000 Euro, außerdem stiftet Otto Nokia N93 Handys und Sony Camcorder. Die ersten 500 Teilnehmer erhalten je ein Cap und ein T-Shirt.

Mit diesen für ein Startup durchaus ansehnlichen Preisen sehe ich gute Chancen, dass Deutschlandreporter.de die stets nutzerschwachen und kritischen ersten Wochen nach dem Launch übersteht und schnell viele Videobeiträge zum Streaming anbieten kann. Aufgrund der Vergütung betrachteter Clips ist die Plattform möglicherweise auch interessant für Blogger, die häufig Videos veröffentlichen. Die Teilnahmebedingungen der Seite geben keine Auskunft darüber, ob das parallele Veröffentlichen eines Beitrags auf einem anderen Videoportal oder das Nennen einer Internetadresse im Clip zulässig sind. Auch ist unklar, ob die Videos in externe Seiten oder Blogs eingebunden werden können.

Ob das Geschäftsmodell geteilter Werbeumsätze funktioniert und sich ohne Missverständnisse und Ungereimtheiten realisieren lässt, bleibt abzuwarten. Der Ansatz erscheint mir aber sehr logisch: Durch die notwendige redaktionelle Freischaltung der Videos wird eine gewisse Qualität der Beiträge garantiert. Damit entfallen die bei herkömmlichen Web-2.0-Angeboten typischen Bedenken vieler Werbekunden, sich nicht in einem Umfeld platzieren zu wollen, in dem man keinerlei Einfluss auf die veröffentlichten Inhalte hat. Das qualitativere Werbeumfeld dürfte für höhere Werbepreise sorgen, die Unternehmen dann auch eher zu zahlen bereit sind. Warten wir ab, wie es läuft.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog zweinull.cc veröffentlicht. Im Mai 2008 wurden zweinull.cc und netzwertig.com zusammengeführt.

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