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08.10.07

Spotify: Neuer Musikdienst stellt alles andere in den Schatten

SpotifyIn den vergangenen Monaten hatte ich einige junge, viel versprechende Musikdienste vorgestellt. Doch aus Schweden kommt mit Spotify ein neuer Anbieter, der alles Bisherige in den Schatten stellt. Während sich viele der in letzter Zeit gestarteten Dienste ausschließlich auf die User konzentrieren und Urheberrechtsfragen eher stiefmütterlich behandeln, möchte Spotify nicht nur Nutzern einen revolutionären Musikstreaming-Service bieten, sondern gleichzeitig die Interessen der Musikindustrie und Rechteinhaber berücksichtigen und alle Beteiligten in ein Boot holen. Ein kompliziertes Unterfangen, aber nicht unmöglich. Dreh- und Angelpunkt von Spotify ist eine schlanke, leicht zu bedienende Desktop-Software für PC und Mac, mit der man nach dem Login kostenlos Musik aus dem Netz streamen kann.

Derzeit befindet sich Spotify in den Lizenzverhandlungen mit der Musikindustrie - angesichts der Komplexität und globalen Ausmaße dieser Thematik ein Prozess, der Zeit braucht. Deshalb möchte man sich auch noch nicht auf einen offiziellen Starttermin festlegen. Einige hundert User in Schweden wurden bisher zur geschlossenen Beta-Phase eingeladen. Auch ich konnte eine Einladung ergattern und bin nach einigen Wochen des Ausprobierens überzeugt, dass Spotify das Zeug zum Superstar hat!

Spotify Büro

In der vergangenen Woche erhielt ich die Möglichkeit, selbst in der Stockholmer Spotify-Zentrale vorbeizuschauen und mich mit dem Team zu unterhalten. In bester Citylage, direkt gegenüber von Googles Schwedensitz, arbeiten auf rund 800 Quadratmeter um die 30 junge Menschen an Spotify, der Großteil davon Entwickler. Die Stimmung ist blendend, kann sich doch jeder mit einem Produkt identifizieren, welches "on Demand" und kostenlos die Wunschmusik auf den Desktop bringt. Im Gegensatz zu Text- und Bildbearbeitung, wo ein klarer Trend zu Browser-Anwendungen erkennbar ist, möchten viele Menschen Musik möglichst nahe bei sich haben. Eine kleine Desktopsoftware erfüllt diesen Zweck besser als ein browserbasierter Service, selbst wenn die Musik nicht auf der Festplatte des Nutzers liegt sondern von den Spotify-Servern kommt. Die Übertragung der Songs erfolgt in einem eigens entwickelten Verfahren, das Server- und P2P-Streaming kombiniert.

Spotify Oberfläche

Die Oberfläche von Spotify erinnert ein wenig an iTunes. Über das zentrale Suchfeld kann man nach Interpreten, Titeln oder Alben suchen. Verfügbare Songs können entweder direkt angehört oder in Playlists gelegt werden. Auch ist es möglich, die Resultate nach Album oder Interpret zu sortieren und sich alle erhältlichen Tonträger eines Musikers anzeigen zu lassen. Wer keinen speziellen Songwunsch hat, kann sich nach der Auswahl eines oder mehrerer Jahrzehnte kombiniert mit den gewünschten Musikrichtungen ein individuelles Radio zusammenstellen. Die Software bietet noch viele weitere Schmankerl, auf die ich jetzt nicht weiter eingehen werde. Angesichts des Beta-Status kann sich auch noch einiges ändern.

Trotz des sehr klein und lokal gehaltenen Kreises von Beta-Testern und der Verschwiegenheit der Spotify-Macher (bisher hält man die Presse auf Distanz) hat sich die Kunde über die Applikation schnell im Netz herumgesprochen. Bei TechCrunchs Einladungs-Tauschplattform InviteShare wollen 1653 User eine Einladung zu Spotify, und die Facebook-Gruppe des Dienstes verzeichnet schon mehr als 460 Mitglieder. Es ist zu erwarten, dass sich der "Buzz" rund um Spotify in nächster Zeit noch verstärkt. Wann weitere Einladungen verschickt werden, konnte man mir leider noch nicht sagen. Auf Spotifys Website gibt es eine Warteliste für User, die die Beta testen wollen. Natürlich wird auch zweinull.cc Spotify weiter im Auge behalten und bei einem Deutschland-Start als Erster Einladungen für euch haben.

 

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog zweinull.cc veröffentlicht. Im Mai 2008 wurden zweinull.cc und netzwertig.com zusammengeführt.

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