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14.03.08

Skype + Video = Killerapplikation?

SkypeAus Produktsicht ist Skype eine Erfolgsgeschichte, die ihresgleichen sucht. Mehr als 200 Millionen Menschen weltweit nutzen die beliebte Software, um mit Familie, Freunden, Bekannten und Geschäftspartnern in Kontakt zu bleiben. Unter den Lesern von zweinull.cc gibt es wahrscheinlich nur wenige, die Skype nicht auf ihrem Rechner installiert haben. Mittlerweile kann man mit dem Programm nicht mehr nur chatten und andere Skype-Nutzer sowie Festnetz- und Handynummern anrufen, sondern auch Videotelefonate führen. Über deren Nutzen darf man sich zwar streiten, doch was zählt, ist die erfolgreiche Integration von Videostreaming in den Skype-Client. Diese eröffnet nämlich ungeahnte Möglichkeiten für User und die Skype-Mutter eBay, die sich bisher schwer damit tut, von Skype wirtschaftlich zu profitieren. Duncan Riley von TechCrunch berichtete gestern über ein bei CNN gesendetes Interview, das mittels Skype Video übertragen wurde. Riley mutmaßt, dass Skypes Videofunktion in nächster Zeit verstärkt für deartige Zwecke eingesetzt werden könnte. Nach dem Lesen des Artikels fasste ich gedanklich für mich zusammen, wo Skype heute eigentlich steht: Skype ist eine Desktop-Applikation mit extremer und globaler Verbreitung, die auf Peer-to-Peer-Technologie setzt und zur Übertragung von Bewegtbildern fähig ist. Ihr ahnt, welche Frage sich daraufhin bei mir formte: Könnte Skype zur Übertragung von Internet-TV genutzt werden und Millionen von Menschen sozusagen als "Zusatzfeature" über das Netz mit linearem und On-Demand-Fernsehen versorgen?

Während ich die Beurteilung der technologischen Machbarkeit dieser Idee anderen überlassen, hätte Internet-TV via Skype aus Userperspektive mehrere Vorteile: Es würde sowohl die Notwendigkeit entfallen, eine weitere Software zu installieren (wie z.B. bei Zattoo und Joost ), als auch, den Browser zu öffnen. Skype ist bei vielen Nutzern sowieso immer aktiv, wenn der Computer eingeschaltet ist. Einfacher, als in einer ruhigen Minute auf den (imaginären) Reiter "TV" zu klicken und entweder aus einer Liste herkömmlicher Fernsehsender (à la Zattoo) oder verschiedenster On-Demand-Programme (à la Joost) zu wählen, ginge es daher kaum. Skype könnte die gewonnene, zusätzliche Aufmerksamkeit der Anwender dazu nutzen, kurze Werbespots zu zeigen und damit eine zusätzliche Erlösquelle zu schaffen. Auch das Anbieten kostenpflichtiger Videos, die wie bei Skype-Telefonaten in Fest- oder Mobilnetze über das Skype-Guthaben abgerechnet werden, ist vorstellbar.

Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Umsetzung eines solchen Vorhabens wäre, dass Skypes Kernfunktionalität in keiner Weise beeinträchtigt würde und dass Benutzer, die keine Lust auf das TV-Feature haben, Skype genau wie bisher uneingeschränkt zur Kommunikation einsetzen könnten. Für alle anderen böte Skype so einen zusätzlichen Mehrwert und würde sich auf diese Weise auch bei Personen empfehlen, die die Software bisher gar nicht verwenden.

Was denkt ihr? Gute, machbare und attraktive Idee oder unrealistisch und zu weit von Skypes Kernfunktion entfernt?

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog zweinull.cc veröffentlicht. Im Mai 2008 wurden zweinull.cc und netzwertig.com zusammengeführt.

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