<< Themensammlung Netzwertig

Unter netzwertig veröffentlichen wir in unserem Blog Einschätzungen zu aktuellen digitalen Geschäftsmodellen und IT-Trends, Meldungen, Analysen, Reviews und Specials.

01.05.08Leser-Kommentare

Seht hier die Zukunft von Webvideos (und Werbung)

VideoClix.tvVideos im Web erfreuen sich nicht nur bei Internetnutzern großer Beliebtheit, sondern auch verstärkt bei Werbetreibenden. Dass YouTube freiwillig auf Seitenaufrufe und die damit generierten Anzeigenumsätze verzichtet, um die Zahl der Videobetrachtungen zu steigern, zeigt, wie viel Hoffnung das weltweit führende Videoportal in Onlinevideos als Werbeträger der Zukunft steckt. Die meisten der bisher entwickelten Verfahren zur Vermarktung von Webvideos haben allerdings eine entscheidende Schwäche: Spots am Anfang, am Ende oder in der Mitte von Clips, eingeblendete Sponsorenleisten, klickbare Textlinks – stets handelt es sich um eine einfallslose Übertragung bestehender Werbeformate in den Videobereich, ohne dass dabei die Eigenheiten und Stärken von gestreamten Videos ausgenutzt werden. Durch einen Link bei MoMB wurde ich gestern auf VideoClix.tv aufmerksam. Der Service in geschlossener Beta-Phase ermöglicht Unternehmen eine völlig neue Form der Anzeigenplatzierung in Filmen. Nachdem ich einen Democlip angeschaut hatte, war mir klar, dass dies die Zukunft von Videos und Werbung ist!

Mit dem von VideoClix.tv entwickelten, auf Flash basierenden Service lassen sich Objekte in Filmen markieren, zu denen man dem Zuschauer nähere Informationen liefern möchte. Hält dieser während des Betrachtens mit der Maus auf den Gegenstand, erscheint eine kurze Beschreibung, z.B. der Produktname. Durch einen Klick auf diesen wird in der Leiste rechts vom Video die Präsentation des Objektes/Produktes geöffnet. Dort lassen sich z.B. Bilder, ein erklärender Text sowie Links zu externen Seiten wie Google, Wikipedia oder Onlineshops platzieren. So einfach, so genial.

Schaut euch das folgende Video an und probiert es aus:

Link zum Video

VideoClix.tv könnte mit seiner Entwicklung den Traum eines jeden Marketers erfüllen: Werbung zu platzieren, die nicht stört, für am jeweiligen Produkt nicht interessierte Zuschauer unsichtbar bleibt und allen, die mehr wissen wollen, komfortabel ergänzende Informationen und eine direkte Bestellmöglichkeit anbietet. Die damit vorstellbaren Einsatzgebiete sind so zahlreich und vielfältig, dass sie den Rahmen dieses Artikels sprengen würden. Der innovative Dienst aus dem kanadischen Vancouver ist nah dran, den Nervfaktor – die größte Schwäche von Mediawerbung – komplett abzuschaffen.

VideoClix.tv

Am Ende des Videos gibt es eine Zusammenfassung aller Objekte.

Mit der Technologie von VideoClix.tv gibt es für Werbung und Product Placement in Webvideos so gut wie keine Grenzen mehr – zumindest für professionelle Inhalte. Für das Markieren der hervorzuhebenden Objekte ist eine manuelle Tätigkeit notwendig, die abhängig von der Länge des Videos einige Zeit in Anspruch nehmen kann. Der Einsatz von VideoClix.tv lohnt sich damit aus wirtschaftlicher Sicht nur für Clips und Filme, für die eine nennenswerte Zahl an Zuschauern zu erwarten ist. Weniger hilfreich ist der Service für die Vermarktung von User Generated Content. Wie Marshall Kirkpatrick bei ReadWriteWeb aber treffend anmerkt : Die meistgesehenen Produktionen bei YouTube sind sowieso Musikvideos. Und diese sollten sich mit VideoClix.tv treffend monetarisieren lassen. Objektbasierte Informationen zu einzelnen Bandmitgliedern, Merchandising-Artikeln, beworbenen Produkten (Product Placement), Konzerttickets und kostenpflichtigen MP3-Downloads sind nur einige Beispiele, die mir auf Anhieb in den Sinn kommen.

Bleibt nur noch eine Frage: Wann kauft Google/YouTube das Startup aus Kanada?

zweinull.cc Lesetipps:

48 Alternativen zu YouTube (und Stage6) – Neuauflage

Mobiles Streaming: bald kein Event mehr ohne Live-Übertragung?

Social Media Optimization: vergesst SEO, hier kommt SMO

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog zweinull.cc veröffentlicht. Im Mai 2008 wurden zweinull.cc und netzwertig.com zusammengeführt.

Kommentare

  • Yella

    01.05.08 (12:29:57)

    Da gab es doch auch mal so ne Online Video Bude, die irgendwelche Marker in die Timeline setzen konnte und man so an bestimmten Punkten irgned ne Aktion (weiss nicht mehr, was es war - wahlweise Kommentare oder Hintergrundinfos) durchführen konnte. Klar ist, dass neben der klassischen Berieselung der Rückkanal, den das Internet bietet genutzt werden muss. Allerdings: Betty hat auch nicht funktioniert ;-) Innovation trifft nicht immer auch auf Markt.

  • Martin Weigert

    01.05.08 (12:38:18)

    Bei Viddler kann man z.B. Kommentare hinzufügen. Betty hatte auch eine Hardwarekomponente und lief über den Fernseher, oder? Die oben beschriebene Lösung erfordert keine Investition und keine große Umgewöhnung des Nutzer. Ich glaube, dass dies entscheidend ist. Wenn Innovationen zu weit gehen und eine signifikante Anpassung des Konsumentenverhaltens erfordern, dann ist das Risiko für Misserfolg hoch.

  • Sachar

    01.05.08 (12:48:37)

    Es ist eine sehr interessante Innovation, das würde ich nicht eine Sekunde bestreiten wollen. Aber die Zukunft der Werbung sehe ich darin nicht, weil diese Form der Werbung ein enorm hohes Involvement des Users voraussetzt und das gerade bei Videos in dem Sinne nicht gegeben ist. Wenn ich einen Clip anschaue, dann geht es zumindest mir so, dass ich ihn, sofern er nicht allzu lang ist, in einem Zug von a bis z sehe und dabei auch die Maus loslasse. Das heißt: Ich bin gar nicht in der Lage, auf irgendwas zu klicken. Grundsätzlich aber bietet dieser Dienst nicht nur Werbungtreibenden einen interessanten Ansatz, von dem ich nicht weiß, wie sie ihn annehmen werden, sondern auch dem e-Learning. In Clips, die Wissen und Lehre vermitteln, könnte man so zusätzliche Links und Infos unterbringen. Darin sehe ich weitaus mehr Chancen als im Bereich der Werbung.

  • Atlon

    01.05.08 (13:19:55)

    Brilliant ist das schon! Aber ich stelle mir auch gerade Dinge vor, die weit über den Bereich Werbung hinausgehen. Wenn ich z.B. eine Dokumentation sehe, sagen wir über Meeresbewohner, kann ich jeden einzelnen Fisch, der vor der Kamera vorbei schwimmt anklicken und mir direkt nähere Infos holen. Oder eine Reisereportage, oder eine Techniksendung... die Einsatzmöglichkeiten sind mannigfaltig. Natürlich müssen die Jungs noch ein wenig an der Usability schrauben...

  • Sebastian

    01.05.08 (13:24:36)

    interessante und wenn ich so drüber nachdenke, ideale Metainfos zum Inhalt eines Videos. Aber genau das macht es angreifbar, die Daten müssen in das Video und wenn nicht automatisch dann per hand... damit wird das Video teurer. aber ohne Frage wegweisend.

  • Daniel Thomaser

    01.05.08 (14:18:55)

    Hmm, da geht einem natürlich aus technischer Sicht das Herz auf. Was mir allerdings nicht ganz klar wird, wie groß der Aufwand für Marketing-Leute wird das Ding zu pflegen? Wenn ich dich richtig verstehen, muss jedes Video von Hand gepflegt werden Intelligente Formen zu Werben gibt es viele, doch scheitern die meisten am Aufwand in der Praxis. Auch fallen Musikvideos in der Regel durch extrem schnelle Schnitte auf. Da müsste ein Video schon speziell auf diese Art der Werbeform ausgelegt werden, um zu funktionieren. Also genial ist es schon, aber ich befürchte wir werden es nicht so schnell flächendeckend sehen. I'm sorry! ;o)

  • Martin Weigert

    01.05.08 (16:07:53)

    Die Problematik des Involvments ist sicher eine Herausforderung. Ich glaube aber, dass dies gerade bei speziellen Themengebieten wie z.B. Mode, Einrichtung, Musik etc. eine Frage des "Trainings" ist. User müssen ganz einfach begreifen, dass sie durch das Bewegen der Maus Dinge "entdecken" können, die sie potenziell interessieren. Alternativ ist sicher auch ein ganz kleiner Hinweis rechts oder unten links im Video vorstellbar, der darauf hinweist, dass es verlinkte Objekte gibt. Für ein Video, das mehr als 100.000 Views erzielt (als Beispiel), würde sich der Aufwand des manuellen Markierens von Objekten imo schon lohnen, gerade bei thematisch spezifischen Clips. Ich stelle mir gerade Germany's Next Top Model vor, bei dem die zumeist weiblichen Zuschauer auf die jeweiligen Outfits klicken und diese (ggf. sogar mit zeitlich begrenztem Rabatt) direkt bestellen können. Wenn ich so durch die Modezeitschriften meiner Freundin blättere und sehe, dass dort 50 Prozent Anzeigen von Klamotten- und Luxuslabels sind, die von den Leserinnen genau studiert werden, dann it das ein no-brainer. Bezüglich der Musikvideos: Wenn es wirklich so kommt, dass Musik in Zukunft kostenlos sein und mit der Aufmerksamkeit der Hörer "vergütet" wird und Bands ihr Geld wie in diesem Posting beschrieben durch Merchandising, Ticketverkauf und Product Placement verdienen, dann werden sich die Videos entsprechend an die neue Umstände anpassen. "Verlinkte" Autos, Handys, Uhren, Klamotten oder andere beworbene Güter in den Musikvideos, die Millionen Views erhalten, sollten Hersteller von Konsum- und Luxusgütern mit der Zunge schnalzen lassen.

  • Daniel Thomaser

    01.05.08 (16:38:45)

    Es gibt heute schon kaum ein HipHop-Musikvideo, dass nicht Schleichwerbung für einen Handy-Hersteller machen und natürlich ist es für die verlockend, das so elegant in das Internet zu verlängern. Aber ich vermute aus Herstellersicht ist das lediglich eine weitere Optionen unter vielen, aber keinesfalls eine Revolution. Vielleicht bin ich aber auch nur geschädigt durch die nüchterne Realität zu Agenturzeiten. Eines der größten Projekte damals war interaktives Fernsehen. Nun ja... ;o) Ich lasse mich aber gern vom Gegenteil überzeugen und wenn sich damit wirklich Geld verdienen lässt, bin ich der erste, der das auf unserer Seite intgegriert.

  • Severin

    01.05.08 (19:03:50)

    Aber die Hürde ist nicht nur der Aufwand in der Bearbeitung, sondern auch die rechtliche Kompnente. Für jedes Objekt müsste mit einer anderen Firma eine Vertragliche Basis geschaffen werden und das ist ein enormer Aufwand. mfg Severin

  • Martin Weigert

    01.05.08 (19:34:05)

    Wir (zumindest ich) spreche über Werbekunden, die (direkt oder über einen Werbevermarkter) in einem Clip (z.B. Musikvideo) mit dabei sein wollen. Wie im Artikeln erwähnt, für UGC ist eine Lösung wie die von VideoClix.tv (in den meisten Fällen) sicher nicht einsetzbar. Stell dir vor, du bist ein Produzent von Musikvideos, einer Serie, einer Show etc, und du hast einen Vertrag mit einer Agentur, die für dich Werbeplätze in deinen Videos verkauft und das ganze dann auch mit einem System wie dem von VideoClix realisiert.

  • Tobbi

    01.05.08 (19:34:54)

    Interessantes Feature. Nervig könnte es nur werden, wenn überall Boxen aufpoppen, sobald ich mit der Maus drüberfahre. Letztens hatte ich das bei irgendeinem Video, das eine ähnliche Technik nutzte. Kaum mit der Maus draufgelandet (aus Versehen ;)), schon sprangen einem gleich zig Infoboxen entgegen, vom Video war nur noch wenig zu sehen ;) Aber ansonsten ein wirklich interessantes Feature

  • Mike

    01.05.08 (19:57:01)

    respekt! tolles tool. ich glaube das wäre wirklich etwas was sich durchsetzen könnte. wenn du dich informieren willst, mache es und wenn nicht lass es. das ist dezente und gleich zeitig effektive werbung (wenn natürlich nicht 1000 dinge aufgehen,wenn man mit der maus rüber geht). genau das was nutzer wollen. warum bin ich da nicht drauf gekommen :(

  • Martin Weigert

    01.05.08 (23:48:08)

    Die Idee von "interaktivem Fernsehen", bei dem man mehr Infos zu Gegenständen anfordern kann, ist ja eigentlich schon recht alt. Vielleicht wird sie in den nächsten Monaten endlich allgemein in die Praxis umgesetzt.

  • Jan

    02.05.08 (13:55:34)

    Die Idee ist okay, aber ich bin mir nicht sicher, ob sie funktionieren wird. 1. Wenn ich ein Video sehe, dann bin ich am Inhalte des Videos interessiert. Ich würde keine Informationen wollen, die mit dem Inhalt des Videos nichts zu tun haben – und selbst dann nur sehr selten. Das Beispielvideo oben ist so actionreich, dass ich mich voll auf die Szene konzentriere und mich nicht durch irgendwelche Infos ablenken will. Hinterherwäre ich vielleicht offen dafür, aber das ist ja die "altmodische" Form der Reklame... 2. Außerdem müsste es wirklich in jedem Video 100% konsequent eingesetzt werden. Denn wenn es so ausgeführt ist wie hier, sehe ich ja nicht, wann ich etwas anklicken kann, also muss ich alles anklicken können. Wenn ich nun aber nur mit einigen Herstellern der Produkte Verträge habe, was passiert dann mit den anderen Produkten, wenn ich draufklicke? Mache ich es nicht 100%, lernen es die Nutzer nicht – eine alte Usability-Regel, die sich immer wieder bewahrheitet. Also ich bin da sehr skeptisch.

  • Francis, Infopirat

    02.05.08 (19:36:02)

    Booom. In your face. Das nenn ich Innovation. Aber, da hat Sachar schon ganz recht, ob es nun wirklich die Zukunft der Werbung sein wird ist zu bezweifeln. Überschrift trotzdem knackig gewählt, Martin ;-) Ich seh da auch eine Menge Potential in anderen Bereichen und möchte noch anmerken, dass mit dieser Technologie die Werbeauslieferung wieder genauer berechnet werden kann. So musst Du nicht mehr für die Views von dem Video zahlen, sondern nur noch für Klicks, Mouseovers oder whatever auf Deine Werbung. Eine Sache will mir aber nie rein: Werbung auf Abruf. Ich versteh's einfach nicht. Wer zieht sich freiwillig Werbung? Okay okay, Nachts stumpf PayTV gucken hat was... Aber sonst? @Jan: Ganz genau. Funzt nur, wenn alle Elemente irgendwie interaktiv sind und eben nicht alle Elemente nur Werbung enthalten. Ansonsten komm ich wieder mit meinem Bedenken bezgl. "Ads on Demand".

  • Gema-freier Musik Radio Blog

    03.05.08 (01:15:45)

    Ich denke einmal das wird die Werbung der Zukunft werden und die Idee ist wirklich gut man fährt mit der Maus über das Objekt und man erhält zum Beispiel weitere Informationen zum Produkt. Ob das in der Praxis dann auch genutzt wird ist ja eine andere Frage denn Werbung kann auch nervig sein. Wie in den Filmbeispiel wird diese Werbung sicherlich Sinn machen so erfährt man dann die Namen der Schauspieler oder wo der Film sich abspielt.

  • Philipp Berner

    06.05.08 (10:59:49)

    interessant zu sehen was die anderen so machen. Ich kannte VideoClicks schon aus einer früheren Phase. Wir entwickeln eine ähnliche Technologie die wir das erste mal bei Marc O'Polo in deren Onlineshop zum Einsatz gebracht haben. Hier geht es ebenfalls darum sich über die in einem Video dargestellte Artikel weiter zu informieren und diese zu kaufen. Zu sehen ist das ganze bei Marc O'Polo im Online Shop. Wir sprechen hierbei von Video-Shopping. Ich denke im Vordergrund muss der daraus entstehende Nutzen für den Nutzer/Zuschauer stehen. Dies bezieht sich auf die Darstellung, Usability und Funktionalität.

  • Billigflug

    07.05.08 (09:43:04)

    Ich halte es auch für eine sehr gute Idee. Ob das genutzt wird ist eine andere Frage.

  • Anonym

    25.11.09 (21:18:00)

    Über ein Jahr später muss man wohl das Resümee ziehen, daß lediglich Vimeo derzeit die Akzeptanz der Benutzer hat um youTube Paroli zu bieten. Die deutschen "Alternativen" wie auch Sevenload kranken derzeit auch schlicht an der rechtliche Situation speziell in Deutschland. [Edit: Link und Name korrigiert, bitte Kommentarregeln beachten.]

Diesen Beitrag kommentieren:

Die Kommentare können nur zwischen 9 und 16 Uhr
freigeschaltet werden. Wir bitten um Verständnis.

Um Spam zu vermeiden, schreiben Sie bitte die Buchstaben aus diesem Bild in das nebenstehende Formularfeld:

Das könnte Sie auch interessieren

Förderland-Newsletter

Wissen für Gründer und Unternehmer