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13.06.07Leser-Kommentare

SecondLife bekommt Konkurrenz aus Deutschland

stagespace.gif

SecondLife bekommt Konkurrenz aus Deutschland. Die StageSpace AG aus Karlsruhe hat die öffentliche Beta-Phase ihrer virtuellen Welt StageSpace gestartet. Ähnlich wie bei SecondLife können sich registrierte Nutzer mit Avataren durch eine Online-Welt bewegen. Glaubt man den Presseinfos von StageSpace, so ist das Angebot aber alles andere als eine Kopie von Second Life. Die zwei entscheidenden Unterschiede:

 

1. StageSpace ist browserbasiert läuft direkt im Browser ab. Im Gegensatz zu SecondLife muss keine Software installiert werden. Alles, was man braucht, ist eine Breitbandverbindung, einen Browser (Internet Explorer, Firefox, Safari) und eine moderne Grafikkarte.

2. StageSpace ist eine Social Community. Bei SecondLife definieren sich die Benutzer allein über ihren Avatar. StageSpace stellt stattdessen die Person hinter dem Avatar in den Vordergrund. Jeder User hat ein Profil und kann durch die Profilseiten anderer Anwender stöbern. Interessant klingt eine Funktion namens "Buddy-Hops", die einem anzeigt, über wie viele Ecken man den Gegenüber bereits kennt. Xing lässt grüßen. StageSpace bietet verschiedene Chat-Funktionen: In der Gruppe oder privat, klassisch, per Voice over IP oder mit einer Webcam.

Ohne einen ausführlichen Test lässt sich kein weiteres Urteil abgeben. Aber mein erster Eindruck ist sehr positiv und die Kombination aus virtueller Welt und Social Network klingt viel versprechend. Da alles direkt im Browser abläuft, ist die Hemmschwelle für das Ausprobieren erheblich geringer als bei SecondLife.

StageSpace bezeichnet sich selbst als Technologieprovider für virtuelle Welten. Fabien Röhlinger erklärt im Unternehmensblog: "...kamen wir darauf StageSpace so zu bauen, dass jedes Unternehmen unsere Welt in seine bestehende Community integrieren und ausschließlich eben dieser anbieten kann. Denn bestehende Communities haben uns eines voraus: sie existieren schon! Und sie verstehen, wie man eine Community hegt, pflegt und homogene User zusammenbringt."

Daraus schließe ich, dass die jetzt gestartete virtuelle Welt unter stagespace.de lediglich als Dummy- und Vorführobjekt dient. Wenn alles so läuft, wie sich das die Macher von StageSpace vorstellen, dann werden in naher Zukunft bestehende Communities StageSpace bei sich integrieren. zweinull.cc wird StageSpace im Auge behalten!

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog zweinull.cc veröffentlicht. Im Mai 2008 wurden zweinull.cc und netzwertig.com zusammengeführt.

Kommentare

  • Sebastian Küpers

    14.06.07 (19:55:49)

    Ich muss leider sagen, dass bei mir der Client nach dem Login immer abstürzt. Hat noch jemand das Problem? Es kommt dieses Bild, dass man kurz warten soll, dann sehe ich gerade noch wie das Fenster aufgeht und Schwupps - weg ist es. Kann aber gut sein, dass mein Rechner einfach Schrott ist ;) Second Life läuft allerdings noch :))

  • Martin

    15.06.07 (13:48:30)

    Also ich habe mir Stage Space auch angeschaut - interesannte Idee. Gut finde ich auch, dass man mit der Java-Webstart-Applikation einen plattform-unabhängigen Weg gewählt hat - anders als beim SL-Client. Abstürze gab es bei mir keine, allerdings ist die Performance noch wenig befriedigend. Welche Geschwindigkeiten eigentlich möglich wären, zeigt die Quake2-Portierung (Jake 2) auf http://www.bytonic.de/html/jake2_webstart.html, die ebenfalls als Webstart-Anwendung läuft ;)

  • Christian Scholz

    16.06.07 (22:35:56)

    Also Konkurrenz würde ich es wohl noch nicht nennen. Und das mit der Person hinter dem Avatar ist zwar nett, aber der Reiz von Second Life liegt ja für viele auch gerade darin, dass man das trennen kann (und hier ist ja der Realname schon Pflichtfeld). Auch fand ich es in der Form jetzt etwas langweilig, kein Mensch da, ich kann eigentlich nichts machen und schnell war ich wieder draussen (der Avatar geht IMHO auch ein bisschen zu langsam). Sicherlich ist der Java-Ansatz eine Möglichkeit, Cross-plattform zu sein, aber Second Life ist es ja trotzdem auch (ausserdem habe ich nicht so die besten Erfahrungen mit Java-Applikationen gemacht, aber vielleicht auch mehr mit Applets, was es ja nicht ist). IMHO bleibt es abzuwarten, wie es sich weiterentwickelt. Ich persönlich würde aber gerne selbst was da erschaffen wollen usw.

  • Fabien Röhlinger

    17.06.07 (13:06:19)

    Wir haben derzeit tatsächlich mit unserer Performance bei StageSpace Schwierigkeiten. Wir arbeiten derzeit massiv daran. Nächste Woche soll hier ein Update kommen, das schon mal Abhilfe schaffen wird. Es stimmt: momentan kann man bei StageSpace noch nicht so viel machen. Wir sind ja erst seit einer Woche in der Open Beta Phase und konzentrieren uns derzeit nur auf das Thema "Performance" und "Stabilität". Warum der Avatar momentan auch noch so langsam ist, liegt daran, dass wir noch kein Skelettmodell integriert haben. Das soll aber bis Anfang viertes Quartal integriert sein. Dann kann man nicht nur den Avatar völlig beliegbig konfigurieren und erstellen, sondern er wird erheblich schneller, da derzeit jede Bewegung vor-gerendered ist. Viele unserer Features sind noch gar nicht integriert. Diese werden wir sukzessive einbauen. Bis zum frühen Herbst ist dann der Großteil dieser Features integriert. Man wird Musik-Streaming, Voice-over-IP, uvm. haben. Wir brauchen aber weiterhin viel Feedback. Wir sind ein relativ kleines Team und sind daher umso mehr auf eine Community angewiesen. Deswegen freuen wir uns über jedes Feedback - natürlich auch über kritische/konstrukitive Kommentare!!

  • Christian Scholz

    17.06.07 (13:38:24)

    Dann hier das Feedback :-) - User Generated Content (mit Rechten daran) - eine Economy - offene Welt - Scripting Zu Beginn wäre aber eine bessere Kamera-Kontrolle und dergleichen ganz nett. Und irgendwie müsstet ihr wohl eine Community aufbauen. D.h. irgendwas zu tun geben müsste es dann wohl auch.

  • Fabien Röhlinger

    17.06.07 (18:21:10)

    User Generated Content -------------------- Dies ist eines unser wichtigsten Ziele. Wir werden hier einige Tools zur Verfügung stellen, die bestehende "Web 2.0" Features auch in unserer Welt möglich machen werden. Economy ------- Zu Beginn werden die User erstmal untereinander Güter tauschen können. Ob wir eine eigene Economy bauen werden, ist derzeit noch offen, aber vorbereitet. Offene Welt ---------- Was meinst Du damit? Scripting -------- Es im vierten Quartal 2007 möglich sein eigene Güter in die Welt zu bringen. Wir wollen das aber nur ausgewählten Usern zur Verfügung stellen, damit die Qualität der produzierten Güter auch hoch bleibt. Community ---------- Das stimmt. Unser Konzept ist ja aber vor allem, dass wir an bestehende Communities gehen und wir StageSpace dort anbinden, so dass die dort angemeldeten User in die Welt eintauchen können. Das hat den Vorteil, dass die Community auf jeden Fall "homogen" ist. Wir selbst werden auch eigene Community-Features anbieten. Aber ich denke, dass es nicht mehr viel Platz für die x-te Community gibt. Besser finde ich es, dass eben bestehende Seiten (wie zweinull.cc) oder Communities (hier sind er Phantasie keine Grenzen gesetzt) unser Produkt nehmen, re- oder co-branden und los gehts...

  • Christian Scholz

    18.06.07 (01:43:18)

    Mit "offener Welt" meine ich, dass man nicht von Raum zu Raum springt, sondern sich wirklich frei bewegen kann. Das macht IMHO viel des Eindrucks einer Welt aus (Freiheit etc.). Was die eigenen Güter betrifft, so würde ich das Qualitätsmerkmal beiseite lassen. User Generated Content ist wahrscheinlich zu 90% nicht qualitativ hochwertig (wer entscheidet das..), aber das eben ist die Chance die man hat. Jeder kann etwas machen, darauf kommt es einzig und allein an. Was dann beliebter ist und was nicht, wir man dann sehen. Wie sieht das mit den Lizenzen aus? Ist geplant, dass die erzeugten Objekte dann auch den Usern wirklich gehören? Würde ich befürworten (dann aber müssen sie sie auch verkaufen dürfen und wenn es per EBay geschieht). Hinzufügen würde ich aber auch noch (ihr scheint ja eher den anderen Weg zu gehen), eine Trennung zwischen StageSpace und RL, denn man will ja teilweise etwas neues ausprobieren, jemand anders sein etc. Ich würde das nicht unterschätzen (daher lieber optional angebbar machen). Aber das mag ja ein Parameter des Co-Brandings dann sein.

  • Markus Breuer (Pham Neutra)

    18.06.07 (07:02:37)

    Hi Christian, wie Du Dir denken kannst, liegen auch mir UGC (mit IP rights), Economy und weitergehende Development Tools (u.a. Scripting) am Herzen. Alles das zusammen waren sicher die entscheidenden Treiber für das rasche Wachstum von Second Life. Wir dürfen aber nicht vergessen, dass viele potentielle Anwender dieser Technologie GERADE mit diesen Aspekten große Bauchschmerzen haben. Und, wenn ich Fabien richtig verstehe, enthält das Beuteschema für sein Unternehmen exakt diese Kandidaten: Unternehmen, die vorhandene Communities verwalten oder neue aufbauen wollen und diese strikt von der großen/weiten (und wilden!) Welt abschirmen wollen. Und mit dem Realnamen als Pflichtfeld will man eben die Probleme umgehen, die aus der Anonymität erwachsen - wobei der Name allein kaum genügen wird. Dafür wäre eigentlich eine Adreßverifikation vonnöten ... und die ist teuer. Für "Branded Worlds" ist der restriktive Ansatz von StageSpace sicherlich erfolgversprechend - für ein rasches Wachstum der mit StageSpace erbauten Communities eher nicht. Aber für das hier propagierte Business-Model ist der Fokus auf "Kontrolle" vermutlich wichtiger (auch für's Eigenmarketing) als die Freiheiten, die aus UCG und Scripting erwachsen. Ähnliche Ansätze verfolgen ja - in leicht unterschiedlichen Geschmacksrichtungen - auch Kaneva, IMVU und in gewisser Hinsicht There. Bei Hipihi kenne ich mich zu wenig aus, aber das scheint auch in diese Richtung zu gehen. Auch der Verzicht auf eine kontinuierliche Welt ist bei IMVU und Kaneva (wie auch bei Sony Home) zu sehen. Ich persönlich finde das zwar bedauerlich und für einige Projekte und das Feeling in der Community hat es auch Nachteile. Wenn Dein Ziel aber der Aufbau eine Flirt-Community ist - woran mich die Registrierungsfragen von StageSpace erinnern - brauchst Du nicht mehr als eine Mall, einen Club und ein paar private Appartments. Wer will schon zum Baggern ins Grüne gehen? ;)

  • Christian Scholz

    18.06.07 (15:01:41)

    Das mit dem Businessmodel ist mir schon soweit klar, aber da kann dann auch warten bis LL den Server öffnet und ich hab all das (es kam auch schonmal der Gedanke auf, zu Testzwecken vielleicht diesen Grid-in-a-Cube bereitzustellen, zumindest sinnierte ich glaube Zero mal darüber). Ich will ja nur das Thema virtuelle Welten weiterbringen und daher mein Insistieren :-) Schliesslich will ich doch ne Welt und nicht "virtuelle Räumchen". Sicherlich kann ein bisschen mehr Privacy und Verifizierung da nicht schaden, die Idee von abgetrennten Räumen kam ja da auch mal auf. Trotzdem hätte ich gerne auch die "komplette" Welt vorrätig, ohne mich irgendwo anders einloggen zu müssen. Und sollen bei IMVU nicht demnächst kontinuierliche Welten kommen? Wie auch immer, ich sehe solche abgeschlossenen Dinge eher skeptisch und wenn, dann eher als Teilaspekt einer komplexeren Welt.

  • Karolin Martus

    18.06.07 (18:29:24)

    Man nehme eine StageSpaceBeta, ein Dutzend Blogger, rühre einmal kräftig um und voilà, erhalte eine lebendige Diskussion! :-) [...] Die “heiße” Diskussion rund um StageSpace nehme ich nun zum Anlass, um einige Mythen, Fragen, Ungereimtheiten, Aussagen zu StageSpace richtig zu stellen bzw. aufzuklären… :-) [...]

  • Fabien Röhlinger

    18.06.07 (18:32:39)

    Hallo Christian, es ist natürlich ein Teilaspekt einer größeren Welt. Aber Markus hat Recht: für bestehende Communities machen nur autarke Welten (erstmal) Sinn. Überleg mal: bei SL betreiben Unternehmen einen riesigen Aufwand um erstmal User in SL zu bekommen; sie beauftragen Agenturen, die die Welt bauen, betreiben Marketing, der User geht in die Welt und dann muss das Unernehmen dort weiteren Aufwand betreiben damit der User nicht zum Konkurrenten abwandert! Wir freuen uns auf jeden Fall über alle Anregungen, Kritiken und Lob!

  • Christian Scholz

    19.06.07 (00:59:45)

    Oh, ich denke, die User würden bei grossen Unternehmen schon von selbst kommen. Das Problem ist nur, dass sie nicht bleiben, da ja die Unternehmen dort keinen Mehrwert anbieten. Das Unternehmen muss natürlich immer Aufwand treiben, denn auch in einer separaten Welt werden die Leute nicht bleiben, wenn es nicht irgendwie Sinn macht. Dann trifft man vielleicht doch eher seine Freunde in SL. Kommunikation ist das Zauberwort, egal wo. Das Problem sehe ich eher darin, dass die Unternehmen es noch nicht verstanden haben. Daher bleibt es bislang wohl bei Billboard-Werbung und leeren Firmenpräsenzen.

  • Markus Breuer (Pham Neutra)

    19.06.07 (07:30:57)

    Hi Christian, ich persönlich teile ja, wie Du weißt, Deine Vorlieben, was dass Web 3.d angeht. Ich glaube daran, dass es in nicht allzu ferner Zukunft einmal ein zusammenhängendes 3D-Web geben wird, in dem man sich mit einer "Browser-Software" bewegen wird. Und ich glaube, dass weite Bereiche des Web 3.d mehr oder weniger kontinuierliche Gebiete sein werden, in denen es Nähe, Distanz, Nachbarschaft und ähnliches geben wird. Das ist nicht nur ein ästhetischer Vorteil sondern hat handfeste Vorteile für Navigation, Kooperation und auch die Bildung und den Zusammenhalt von Communities. Ich glaube allerdings nicht daran, dass das ALLES EINE zusammenhängende Fläche sein wird. Es werden vermutlich eher verknüpfte Welten sein, zwischen denen ich aber mit meinem Avatar wechseln kann, ohne jedesmal Neu-Anmeldungen durchzuführen und neue Software laden zu müssen. (Mehr das Modell von Otherland als das von Snow Crash.) Das ist aber die Endausbaustufe. Momentan sehe ich eher einen Drang zu Branded Worlds (siehe die Aktivitäten von MTV oder Wells Fargo), die von einer Firma vollständig kontrolliert werden. Das hat wenig mit Phantasielosigkeit zu sein. Die Kunden durch interessante Angebote zu fesseln, ist in beiden Modellen nötig. Entweder es gelingt mir oder es gelingt mir eben - wie meistens - nicht. Der Drang zu eigenen Welten liegt eher im Wunsch nach "Kontrolle". Die meisten Unternehmen legen Wert auf striktes Branding und strenge Kontrolle aller Aktivitäten im Umfeld der Marke. Das ist in abgeschlossenen Welten einfacher. Wir mögen diese Haltung bedauern. Sie ist aber da - und nicht nur in virtuellen Welten sondern genauso im Web. Viele Unternehmen haben grosse Probleme mit User-Partizipation im Web 2.0. Das ist - um ein überstrapaziertes Wort zu benutzen - ein echter Paradigmenwechsel. Das braucht Zeit. Auf Dauer wird es den Kunden aber zu lästig werden, beim Wechsel zwischen den Firmen-Welten immer wieder die Software wechseln zu müssen. Das ist, als würde man für jede neue Website erst einmal einen anderen Browser laden müssen. Mal sehen, wie lange es dauern wird, hier Standards einzuführen. Auf Dauer ist es unvermeidlich. Vielleicht wird Linden Lab einen Teil dieser Standards beisteuern ... vielleicht auch nicht. Davon abgesehen sind virtuelle Welten aber in jedem Fall eine grosse Herausforderung für Firmen UND Endanwender. Auch das ist mit ein Grund für Entwicklungen wie StageSpace. Es sind gerade die Freiheiten (auch die der anderen Anwender) und die Offenheit von Second Life, die es (neben der teilweise grottenschlechten Benutzeroberfläche) vielen Menschen so schwer machen, damit umzugehen. Einschränkungen machen das Leben leichter ;) Deshalb gibt es Plattformen, wie IMVU, Kaneva, StageSpace, Doppelganger oder auch Sony HOME, die die Freiheitegrade, wie wir sie aus Second Life gewohnt sind, auf ein leichter verdauliches Maß zurückschneiden: eine virtuelle Welt, bestehend aus einer Reihe öffentlicher Plätze (Diskos und Malls) und privaten Appartments (Selbstdarstellung), bevölkert von Avataren, die innerhalb gewisser Grenzen angepaßt werden können und die sich in erster Linie Betätigungen wie Tratschen und Flirten hingeben. Der Content in diesen Welten wird eben nicht von den Anwendern generiert, sondern vom Betreiber zur Verfügung gestellt (Kontrolle, Branding, Rechtssicherheit ...) Nein, ich meine das nicht zynisch. Tatsächlich bilden solche Plattformen, von denen wöchentlich neue auf den Markt kommen, die Bedürfnisse und bestehenden Verhaltensmuster eines großen Teils der Zielgruppe (Kids und Twentysomethings), die die Firmen auf diese Weise ansprechen wollen, sehr gut ab. Die halten sich eben auch bevorzugt in Malls und Clubs auf (oder "chillen mit der Clique" im eigenen Zimmerchen) und wollen coole Klamotten laufen und nicht kreieren. Zumindest in der Mehrzahl. Wenn ich Communities nachbauen will, die in solchen Zielgruppe reüssieren sollen, ist es tatsächlich einfacher, dass mit einer der einschränkenden Plattformen zu tun, als mit einer eher offenen wie Second Life oder (teilweise) There.

  • Markus Breuer (Pham Neutra)

    19.06.07 (07:53:09)

    Fabien, dass für bestehende Communities "nur autarke Welten Sinn" machen, habe ich, glaube ich, nicht gesagt und auf jeden Fall nicht gemeint. Tatsächlich gibt es Communities, die sehr schöne Projekte in offenen Welten wie Second Life aufgebaut haben (eins meiner Lieblingsbeispiele ist The L Word) und auch im Web sind viele Sub-Communities auf offenen Plattformen entstanden (früher CompuServe, heute u.a. Xing). Es ist allerdings oft einfacher für die Verantwortlichen, sich mit einer geschlossenen Plattform anzufreunden, weil dort mehr Kontrolle ausgeübt werden kann. Und Kontrolle ist für viele Verantwortliche in Werbung und PR immer noch Essenz ihrer Arbeit. Die Reduktion von Freiheitsgraden gegenüber offenen virtuellen Welten, wie man sie bei IMVU, Kaneva, StageSpace, Doppelganger oder auch Sony HOME vorfindet, macht es zudem für die Kunden einfacher, den Einstieg in eine solche Welt zu finden. Mehr Möglichkeiten und Wahlfreiheiten machen das Leben eben auch komplizierter ;) Das ist der große Vorteil solcher Plattformen - wie auch eurer. Was den Aufwand angeht, Kunden zu binden, stimme ich allerdings nicht ganz mit Dir überein. Wenn ich den Mitgliedern meiner Community mehr bieten will, als nur die Möglichkeit, Avatare zu sehen, während sie miteinander chatten, muss ich einen gewissen konzeptionellen, gestalterischen und technischen Aufwand treiben. Der Aufwand dafür, meinen Anwendern "etwas zu bieten" ist zwischen den unterschiedlichen Plattformen nahezu identisch (weil von der gewählten Technik weitgehend unabhängig). Einen "Club" in die Landschaft zu setzen, in dem die Mitglieder meiner Community abzappeln und ein bisschen flirten können, kostet auch in Second Life nicht die Welt - wird aber eine Community selten lange fesseln können. Das Abwandern von Mitgliedern kann ich kaum dadurch verhindern, indem ich auf eine bestimmte Plattform setze. Wenn es langweilig wird oder mir die Leute oder die Umgebung uncool erscheint, bin ich weg - und lade eben woanders eine andere Software, mit der ich in eine mir cooler erscheinende Welt eintauche. Abwanderungen kann ich auf Dauer nur vermeiden, indem ich besseres biete als die Konkurrenz - nicht, indem ich die Mauern höher ziehe.

  • Fabien Röhlinger

    19.06.07 (16:30:29)

    Hallo Markus, vielen Dank für diesen - aus meiner Sicht - wirklich sehr guten Kommentar. Ich habe hier eigentlich nichts hinzuzufügen, außer der Sache, dass wenn StageSpace wirklich sehr erfolgreich werden sollte (was ich natürlich hoffe...), genau über einen "enabler" wie uns es möglich wäre übergreifende Welten zu schaffen. Immerhin würden wir ja dann einen großen Teil von Usern auf unseren Servern hosten. Und es wäre natürlich ein Leichtes mit dem Einverständnis der Partner diese Welten zu kombinieren und zu vernetzen...

  • Markus Breuer (Pham Neutra)

    19.06.07 (17:45:34)

    Fabien, so schlüssig sich dieser Ansatz anhört, ich befürchte er wird nicht einfach in der Durchsetzung sein. Denn - leider, leider - ihr seid ja nicht die einzigen, die ihn verfolgen. Ähnliche Strategien verfolgen (sehr explizit) Multiverse, Kaneva, Doppelganger, Croquet,(vermutlich) Areae sowie selbst Linden Lab. Und ein Dutzend Hersteller, die alle sagen "realisiert doch alle eure Projekte auf meiner -- proprietären -- Plattform, dann haben wir doch einen Standard" werden am Ende nur dazu führen, dass es ein Dutzend Standards gibt. ;) Und das ist kein sehr großer Schritt nach vorn. Standards entstehen durch Koordination und Kooperation (Ausnahmen bestätigen die Regel). Und gerade im Internet hat sich in den letzten Jahren herausgestellt, dass es für Standards sehr sinnvoll ist, die wichtigsten Komponenten in Open Source vorliegen zu haben. Im Kern eines künftigen, standardisierten, interoperablen Web 3.d mögen durchaus Technologien beinhaltet sein, die das Licht der Welt zunächst einmal als geistiges Eigentum von Firmen erblickt haben. Aber sie werden nur dann von einer Vielzahl von Unternehmen genutzt werden (und auf ein Monopol will ich nicht hoffen), wenn sie Open Source sind oder zu sehr günstigen Konditionen lizensiert werden können.

  • Fabien Röhlinger

    19.06.07 (18:14:21)

    Hallo Markus, mir ist klar, dass diesen Ansatz viele, wenn nicht alle, verfolgen wollen. Eines aber unterscheidet uns: wir haben a) von Anfang an unsere Welt darauf aufgebaut (Billing, Account-Management, etc.), wir haben es b) schon mal mit einem Produkt mehr oder weniger erfolgreich gemacht (SMS-Manager) und wir schreiben uns c) nicht auf die Fahne die Welt erobern zu wollen. Ich sehe es wie Du: es wird zig proprietäre Systeme geben. Und dann setzt die Konsolidierung ein. Einige verschwinden, einige werden gekauft und andere kaufen. Ich mach dieses Spiel seit 1998 im Internet mit. Natürlich wäre es für den User sinnvoller, dass man sich sofort à la IBM hinsetzt und einen Standard für web 3d entwickelt. Aber wie lässt er sich finanzieren? Immerhin müssen Investitionskosten auch irgendwie wieder zurück. Was _wir_ aber machen können, ist ein reger Austausch und ein vernetzen untereinander, beim Kooperieren und beim Austauschen helfen. Vielleicht geht die Standardisierung dann schneller vonstatten...

  • Fabien Röhlinger

    04.07.07 (21:37:41)

    ...3D wohin man schaut - und jetzt auch noch Whitelabel! Interessant wie der Markt plötzlich in Panik ausbrechen kann. Bis vor kurzem war noch nirgends - bis auf ein oder zwei Anbieter in Übersee - von Whitelabel zu lesen. Plötzlich ist dieses Thema “en vogue”. Zeit, um über dieses Thema zu bloggen…

  • Fabien Röhlinger

    04.07.07 (21:38:23)

    Den Rest davon gibt's unter http://blog.stagespace.de

  • Modwulf

    22.03.08 (16:06:30)

    meiner meinung nach nicht einmal im ansatz so ähnlich wie Second Life. Leider bleibt second life wohl eine einzigartige, und trotz vieler fehler, noch geniale sache die so schnell keine konkurrenz zu befürchten hat.

  • Igor

    30.04.10 (11:12:21)

    Und nachdem es zweimal floppte (StageSpace und dann Maquari), der Chefentwickler ging (warum wohl?), das Unternehmen nach Berlin umzog und damit fast alle Angestellten und sein KnowHow verlor, neben den zwei Vorständen Fabien Röhlinger und Sven Woltmann noch eine Adina Tkatsch aus dem Marketing auf bestimmt interessante Weise zum Chief Creative Officer in den Vorstand aufstieg, dann mit neuen Ideen den dritten Anlauf (Bailamo) ins Leben rief, Fabien Röhlinger das Interesse verlor (nein, er ist sicher nicht vom HTGF dazu bewegt worden, weil dieser nicht mehr seinen blumigen Versprechungen trauen wollte) und gleich noch CTO Sven Woltmann mehr mehr als weniger mitnahm, somit Adina Tkatsch alleine entscheiden konnte, dies tat und mit ein paar Studenten fragwürdig lustiges Kasperletheater auf Youtube fabrizierte, fuhr das Unternehmen mit Karacho gegen die Wand! Mensch Kinder, dass irgendwann das Geld ausgeht und die Gaudi vorbei ist, sollte man doch auch ohne Insolvenz merken können ...

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