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09.05.08

Myspace & Data Availability: richtiger Schritt, falscher Initiator

MySpaceManche Ideen sind sind einfach, ziemlich clever und sehr naheliegend – und dennoch dauert es lange, bis jemand drauf kommt. Wenn dieser Jemand dann auch noch MySpace heißt – nicht gerade bekannt für große Innovationen im Web – dann ist das schon eine echte Überraschung. Das zu Rupert Murdochs News Corp. gehörende Social Network kündigte gestern den Start eines Projektes mit dem Namen "Data Availability" an. In wenigen Wochen wird es für MySpace-Mitglieder möglich sein, ihre bei MySpace hinterlegten Profildaten mit denen von Yahoo, eBay, Photobucket und Twitter zu synchronisieren. Geplant ist dies unter anderem für Fotos, Videos, Angaben zu Hobbies o.ä. sowie Freundeslisten. MySpace-Nutzer, die bei einem der vier Partnerseiten registriert sind, können dort ihr Konto mit ihrem MySpace-Account verknüpfen. Veränderungen an ihren MySpace-Profildaten werden, so sie denn wollen, anschließend auch beim jeweiligen Partner durchgeführt. Es ist damit zu rechnen, dass sich in nächster Zeit noch weitere Dienste dem Data-Availability-Projekt anschließen werden. Langfristig ist geplant, dass jeder Webanbieter daran teilnehmen können soll.

Trotz seiner Schwächen ist MySpace nach wie vor das größte Social Network der Welt mit Mitgliederzahlen im dreistelligen Millionenbereich und hat sich in den letzten Jahren insbesondere Dank des Fokus auf Musik- und Bandpromotion eine treue Fangemeinde geschaffen – kennt ihr einen Interpreten, der kein MySpace-Profil hat? Wie immer bei solchen für viel Aufmerksamkeit sorgenden Ankündigungen muss man abwarten, wie und wann das Vorhaben umgesetzt wird. Profiteure sind hauptsächlich MySpace-Mitglieder mit Aktivitäten bei Data-Availability-Partnern sowie die Partner selbst – zumindest dann, wenn Myspace auf diese im Zusammenhang mit der Aktion gegenüber seinen Nutzern hinweist.

Die Idee der Portabilität seiner Profildaten von einem "Mutternetzwerk" aus ist trotz der dadurch entstehenden Kontrolle eines einzigen Anbieters über die Informationen ein willkommener Schritt. Ich kann aber nicht leugnen, dass ich diesen lieber von Facebook als von MySpace gesehen hätte. Während Facebook-Anwender in der Regel exakte Personendaten angeben und sich von ihrer "echten" Seite zeigen, nutzen die meisten MySpace-Mitglieder Spitznamen und stellen sich häufig in subkulturell geprägten (Wunsch-)Kontexten dar. Welchen Mehrwert eine Synchronisation dieser Informationen mit einem eBay- oder Yahoo-Account haben soll, ist mir zum aktuellen Zeitpunkt nicht klar.

Siehe dazu auch Facebooks größter Aktivposten: Deine Identität bei netzwertig.com.

Update: Bei live.hackr sind Anwendungsbeispiel aufgelistet.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog zweinull.cc veröffentlicht. Im Mai 2008 wurden zweinull.cc und netzwertig.com zusammengeführt.

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