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22.12.07Leser-Kommentare

Holtzbrinck liebt Schüler und startet Tutoria

TutoriaDie Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck hat offenbar großen Gefallen an der Zielgruppe der Schüler und Studierenden gefunden. Nach der Komplettübernahme von studiVZ, der Gründung von schülerVZ und dem Investment in Bookya, einem Büchermarktplatz für Studenten, wurde mit Tutoria gerade eine neue, auf Schüler ausgerichtete Plattform gestartet. Tutoria ist ein Dienst, der Fach-Experten mit jungen Leuten zusammenbringt, die Nachhilfe benötigen. Lernende, die über die Seite einen passenden Tutor gefunden habe, laden ihr Guthaben auf und können anschließend damit Nachhilfestunden buchen. Einen Teil der Vergütung zwackt sich Tutoria als Provision ab, der Rest geht an den Tutor. Detaillierte Angaben zu Preisen oder Provisionen für Tutoria sind auf der Seite im Augenblick noch nicht zu finden. Was Holtzbrinck hier macht, wirkt clever: Tutoria ist als kostenpflichtiges Angebot unabhängig von den Schwankungen des Werbemarktes. Gleichzeitig befindet man sich Dank schülerVZ, Deutschlands populärstem Social Network für Schüler, extrem nah an der Zielgruppe. schülerVZ bietet vielfältige Möglichkeiten der Bewerbung von Tutoria, und das ohne Streuverlust. Auch ist nicht ausgeschlossen, dass Tutoria irgendwann auf Studierende erweitert wird, was studiVZ als zweiten Promotionkanal ins Spiel bringen würde.

Selbst wenn das Konzept von Tutoria mit Sicherheit schon feststand, als studiVZs Ankündigung zur AGB-Änderung betreffend personalisierter Werbung für einen Sturm der Entrüstung sorgte, so lässt sich im Nachhinein eine einfache Rechnung aufmachen: Wenn das Personalisieren der Werbung für einen Service schwierig durchsetzbar und mit Komplikationen verbunden ist, dann passt man eben das Produkt an die Zielgruppe an.

Immer deutlicher lässt sich Holtzbrincks Strategie erkennen: studiVZ und schülerVZ dienen als kostenlose Plattformen, auf denen sich eine größtmögliche Zahl von Deutschlands Schülern und Studierenden versammeln. Neben der Vermarktung beider Seiten sollen thematisch verwandte Web-Startups, in deren Teil- oder Komplettbesitz man sich befindet und die über studiVZ und schülerVZ bekannt gemacht werden, für zusätzliche Einnahmen (teilweise aus Transaktionen) sorgen. Ob diese Rechnung aufgeht, wird sich zeigen.

Ganz ohne Diskussionspotential geht es Holtzbrinck-typisch auch bei Tutoria nicht: Im Punkt 5.6 der Allgemeinen Geschäftsbedienungen findet sich ein Absatz, der anmerkt, dass nicht verwendetes Guthaben ein Jahr nach der letzten Einzahlung verfällt und nicht zurückgezahlt wird. Ich bin kein Jurist, erinnere mich aber, dass erst kürzlich ein Mobilfunkanbieter gerichtlich zur Streichung einer derartigen Klausel aus seinen AGB gezwungen wurde. Wer über Tutoria Nachhilfe in Anspruch nehmen möchte, sollte also nicht gleich zu viel Guthaben auf einmal einzahlen.

Danke an Kai für diesen Newstipp.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog zweinull.cc veröffentlicht. Im Mai 2008 wurden zweinull.cc und netzwertig.com zusammengeführt.

Kommentare

  • Heiko

    22.12.07 (11:11:12)

    Es wird ja viel über die Investitions-Strategie von Holtzbrinck diskutiert und auch gelästert, aber mittlerweile sieht man schon, das die sich größtenteils eigentlich ein sehr spezifisches Portfolio anlegen. Ich hatte es die Tage schon in 'nem anderen Blog angedeutet: Mit der Zeit braucht Holtzbrinck nur noch einen Programmierer der aus all dem was Sie jetzt haben die Widgets oder ein komplettes MashUp erstellt und dann sind die für die Zielgruppe Schüler/Studenten bestens gewappnet.

  • Martin Weigert

    22.12.07 (11:17:42)

    Mensch Heiko, du kommentierst schnell ;) Meiner Ansicht nach besteht zwar Anlass zu einer kritischen Betrachtung, aber lästern kann man über Holtzbrincks Investitions- und Web-Strategie nicht unbedingt. Immerhin wird ins Web-Biz investiert. Es sind keine Innovationen, aber die kommen später automatisch, wenn mehr und mehr Nutzer an die vielseitigen Möglichkeiten im Internet und dessen fast unendliches Potential herangeführt werden. Wobei das Kyte-Investment zeigt: Selbst für die Finanzierung neuartiger Dienste, die in Deutschland noch keinen Durchbruch geschafft haben, ist man sich nicht zu schade.

  • Heiko

    22.12.07 (12:40:46)

    *lach* Naja, wenn du deine Berichte gerade dann schreibst wenn ich meinen News-Reader durchgehe, dann kann ich auch direkt kommentieren ;-) Bei DS ist jetzt gerade wieder die Diskussion um Holtzbrincks Investitionen bei der Vorstellung von beschenkmich.de aufgekommen. Das ist sicher ein "Produkt" über das man lang und breit streiten kann, aber insgesamt denke ich halt, das Holtzbrinck auch einige gute Sachen dabei hat, wenn man es eben mit allem anderen zusammen als ein Gesamtpaket betrachtet. Kyte z.B. passt, meiner Meinung nach, dort auch wieder sehr schön mit rein, weil es, wie du selbst schreibst, bereits jetzt die Möglichkeit bietet die Videos in externe Seiten und Profile bei Social Networks einzubinden. Auf die Dauer könnte ich mir sehr gut vorstellen, das viele Holtzbrinck-Investitionen diese Möglichkeiten bieten werden. Zumindest würde das im Hinblick auf Gewinne und die Abdeckung eines breiten ud von Holtzbrinck scheinbar fokusiertem Marktsegments durchaus Sinn machen.

  • Malte Landwehr

    24.12.07 (12:03:13)

    Bookya und Tutoria sollten sich dank StudiVZ und SchülerVZ sehr leicht mit neuen Benutzern füttern lassen. Es ist also gar nicht so verwunderlich, dass man sich bei Holzbrink bemüht das Angebot für diese Zielgruppe abzurunden.

  • Nachhilfelehrer

    18.03.08 (16:04:48)

    Nachhilfebörsen gibt es im Internet bereits seiten Jahren reichlich. Eine der großen Nachhilfebörsen ist NachhilfeNET.de mit einigen 1000 Nachhilfelehrern. Diese Nachhilfebörse ist seit dem Jahr 2000 online. Hier kann man OHNE Registrierung ( wieso muß ich mich registrieren wenn ich einen Nachhilfelehrer suche ? ) und kostenfrei einen passenden Nachhilfelehrer suchen. Einfach Suche starten - Auswahl treffen - Termin vereinbaren - fertig. Einfacher geht es wirklich nicht.

  • BazzRah

    22.04.08 (11:50:50)

    Es war ja von Anfang an anzusehen, für was schuelervz gegründet wurde. Ich meine, eine Seite, die täglich millionenfach angeklickt wird ist werbetechnisch einige Tausender im Monat wert. Die neue Plattform tutoria finde ich allerdings eine Beleidigung, wer sich mal die AGB durchliest, versteht mich. Um das Copyright nicht zu verletzen nur eine wage Wiedergabe: Der Lehrer muss das Guthaben des Schülers prüfen, ist das Guthaben zu niedrig um die Stunde zu bezahlen, ist die Anfrage abzulehnen.. Der Lehrer darf keine Kunden von tutoria abwerben.. Die Vertragsstrafe beträgt 500 Euro.. (Ich weiß nicht, warum so eine Klausel enthalten ist, diese Form ist von vornherein ungültig §309Nr5BGB, damit packt sich tutoria selbst in einen Topf mit anderen Abzockeseiten) Der Lehrer ist nicht Mitglied in einer Sekte (z.B. Scientology)

  • Rainer Boegensen

    23.02.11 (14:40:40)

    Ganz neu scheint eine Seite zu sein auf der man kostenlos und ohne Anmeldung Nachhilfelehrer findet: www.tutorwatch.de Einige von diesen Lehrern sind sogar geprüfte Nachhilfelehrer da sie einen Test erfolgreich bestanden haben.

  • Hamburger

    25.02.11 (13:06:24)

    @Rainer Die Seite ist zwar schön, aber ich habe mit 5 verschiedenen PLZ großer Städte in 20km kein einziges Ergebnis. :/ Da müsst ihr wohl noch dran arbeiten :)

  • Benedikt

    25.02.11 (13:55:53)

    ... wir sind dran und wachsen täglich. Einfach mitmachen und dabeisein - es ist hilfreich und bündelt alles, was man wissen muss, wenn man gute Nachhilfe geben will, sehr kompakt. Jedes neue Mitglied bei TutorWatch macht sich stark für Unterricht, der wirklich etwas bringt!

  • Hotel Niederrhein Wesel

    08.05.11 (10:18:37)

    Ich befürchte das die Übermacht von Facebook auch solche innovativen und gepushten Projekte wie Tutria niedermacht. Seht euch mal an was aus myspace geworden ist. Wenn man sich nun den aktuellen Status anschaut wird man bestätigt ! LG

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