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16.05.08Leser-Kommentare

Globalisierung – manche deutschen Startups haben es noch nicht verstanden

WeltFAZ-Netzökonom Holger Schmidt streift erneut die Grenze zum Sensationsjournalismus: "Das große Start-up-Sterben hat begonnen". Das mag so zutreffen oder nicht. Zweifellos Recht hat er damit, dass der Gründerboom (in Deutschland) in diesem Jahr stark abflachen wird. Sehr interessant ist in diesem Zusammenhang, was Ernst-Jan Pfauth auf der Next08-Konferenz erlebt hat: deutsche Startups, die ihre Produkte auf Deutsch präsentierten, trotz der Anwesenheit internationaler Besucher (und Kapitalgeber?). Wer wundert sich da noch, dass nur wenige Webdienste aus Deutschland außerhalb der Heimat erfolgreich sind? (Abbildung via Iconfinder)

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog zweinull.cc veröffentlicht. Im Mai 2008 wurden zweinull.cc und netzwertig.com zusammengeführt.

Kommentare

  • marcel weiss

    16.05.08 (18:08:05)

    Journalismus 101: 3 Beispiele sind ein Trend. Wenn Holger Schmidt schreibt: "Wenn Businesspläne radikal geändert (Plazes), Auslandsexpansionen gestoppt (Joost) und die Venture Capitalists die Anschlussfinanzierungen verweigern, dann sollten die Alarmglocken klingen" Dann scheinen mittlerweile auch 2 Beispiele und eine allgemeine Aussage zu reichen. Aber im Ernst: Dass die deutsche "Gründer"szene mit Innovationen etc. nicht in die Puschen kommt und damit zwangsläufig ins Hintertreffen gerät und dann irgendwann auch das Kapital ausbleibt (das an dem hießigen Ausbleiben an Innovationen nicht ganz unschuldig ist), dass wissen wir beide doch am besten. Die deutsche Web(2.0)-Wirtschaft ist nun mal leider zum Großteil einfach nur zum Fremdschämen geeignet.

  • Martin Weigert

    16.05.08 (18:38:33)

    Zumal Joost seine Auslandsexpansion nicht einmal gestoppt hat, das war eine Ente. http://gigaom.com/2008/04/06/joost-ceo-on-us-global-plans-cutbacks/

  • marcel weiss

    16.05.08 (18:40:20)

    Stimmt, das kommt noch dazu. Ts ts ts

  • Daniel Thomaser

    16.05.08 (19:10:22)

    Auch wenn ich selber jetzt nicht unbedingt auf die Idee kommen würde, auf einer internationeln Konferenz auf Deutsch zu präsentieren, so muss ich doch mal die "Gründer" hier in Schutz nehmen. Für viele ist es schon wirklich schwer genug vor Leuten zu präsentieren und in einer Fremdsprache wird das Ganze noch einmal deutlich schwerer. Lieber auf Deutsch einigermaßen souverän, als auf Englisch nur Gestammel. Ist halt nicht jeder ne geborene Rampensau ;o)

  • Sebastian

    16.05.08 (19:23:05)

    Auch ich muss mal dagegen reden. Auf der Facebook Developer Garage (am Vortag der Next08) wurde auch nach kurzer Nachfrage wieviel englische Gäste da sind, in englische präsentiert. In einer Diskussion am Ende stellte einer der Präsentierenden (in deutsch) treffend fest: "Wir sind auf der deutschen Developer Konferenz, wozu dann in englisch!?" Ich verstehe ja wenn man ausländische Investoren überzeugen muss und die nur englishc können. Aber je nach Zielgruppe ist die Kritik nicht einfach so hinnehmbar.

  • Philipp

    16.05.08 (19:27:07)

    Und das Plazes den Businessplan so drastisch geswitcht haben soll, wag ich jetzt auch mal zu bezweifeln. Drastisch wäre, wenn sie heute Kartenmaterial verkaufen würden oder sowas. Es gibt tausende erfolgreiche Firmen, die ihre Businesspläne geändert haben, weil sie im Laufe der Zeit einfach merkten, dass sie dies das und jenes besser können oder da dort und sonstwo mehr Bedarf besteht. Solche Artikel sind halt immer wieder toll, um Traffic und Aufmerksamkeit zu kriegen... Und das hat der Autor geschafft. "Das große Sterben", weil ein völlig hochgehyptes Ding wie Joost auf den Boden der Tatsachen kommt und weil Plazes n paar Änderungen macht. Ja, ich sehe das "große" Sterben ;)))

  • FFD

    16.05.08 (19:27:33)

    Den Vorwurf finde ich jetzt ein bißchen dünn. Den Elevator Pitch hat Sascha Lobo in Deutsch eingeleitet. Und den Kollegen die diese lustige aber schon irgendwo auch grenzwertige und fragwürdige Show mitgemacht haben, denen gebührt außerordentlicher Respekt. Den Mumm muß man erstmal haben, sich da so hinzustellen. Und was den Startup Track betrifft (den Ernst-Jan aber wohl nicht meinte). Er wurde in Deutsch anmoderiert... ich wäre gar nicht auf die Idee gekommen, in Englisch zu sprechen, und hätte das ehrlich gesagt sogar ziemlich affig gefunden.

  • Tobias Petry

    16.05.08 (19:50:41)

    Neija wenn wir Deutsche nur noch den 1000sten Copy eines erfolgreichen amerik. Startups machen, statt mal selbst für Innovationen zu sorgen, ist das denke ich kein Wunder. Denn es hat noch nie ein Hahn nach Kopien gekräht, die Innovationen und tollen neuen Dinge sind es doch, die faszinieren. Ich würde eher sagen, "Deutschen Copycats geht es an den Kragen"

  • Francis, Infopirat

    16.05.08 (20:50:01)

    Hmmm. Und ich dachte immer die deutschen Copycats würden alle sofort von Holzbri... gekauft.

  • Martin Weigert

    17.05.08 (12:49:02)

    Cool, dass fünf Zeilen Text zu so zahlreichen Reaktionen führen - an einem Freitagabend :)
    Interessant, das die meisten von euch die Sache mit den nicht-englischen Präsentationen so locker sehen. Vielleicht bin ich da durch meinen derzeitigen Auslandsaufenthalt geprägt. Gerade in Schweden spricht eigentlich jeder Englisch, was meiner Ansicht nach ein Grund dafür ist, warum schwedische Unternehmen (und Web-Startups) international so erfolgreich sind.

  • Alex

    17.05.08 (15:30:12)

    Ich musste auch schon auf einem BA-Meeting erleben, wie Forscher (potentialle Gründer) einer deutschen Universität, die ihre innovative Technologie vermarkten wollten, internationalen Investoren (in diesem Fall aus Malaysia) auf englische Fragen deutsch geantwortet haben. Unhöflicher geht es kaum, geschweige denn, dass die Frage geklärt werden konnte.

  • Martin Weigert

    17.05.08 (16:40:33)

    Jo die beschriebene Reaktion ist ein richtiger Klassiker. Erlebe ich regelmäßig. Das Ding ist: Meine Englisch-Kenntnisse sind weit entfernt davon, perfekt zu sein. Aber das spielt keine Rolle, in manchen Zusammenhängen ist schlechtes Englisch besser als gutes Deutsch ;)

  • Andreas Stephanas

    17.05.08 (17:46:31)

    Kurze Anmerkung dazu. ich denke es ist auch wichtig, wie so eine Konferenz im Vorweg kommuniziert wird bzw. welche Erwartungshalrung man an das Event hat. Bisher war die next jedefalls immer eine fast rein deutsche Verantaltung. Dass es dieses Mal anders war, finde ich ser begrüßenswert und ausreichende Englischkenntnisse haben auch die meisten von uns. Ich gehe davon aus, dass nächstes Jahr der Anteil an englischen Präsentationen deutlich höher sein wird.

  • Yella

    17.05.08 (18:07:46)

    Businessplan und Strategie anpassen ist doch genau richtig, wo gibt es denn da ein Problem. Schwachsinn, und das unter dem (guten) FAZ Label. Dass Innovationen nicht unbedingt aus Deutschland kommen liegt nicht daran, dass die Leute einfallslos sind (gibt es auch) sondern vorallem daran, dass Innovationen weder gefördert, noch gewünscht sind. Weder der Staat lehnt sich da (positiv) weit aus dem Fenster noch die Leute. Das ist einfach eine ganz andere Kultur hier als etwa in den Staaten. Zu der Sprache: Volle Zustimmung, Englisch sollte Mindeststandard sein.

  • Andy Lenz

    17.05.08 (18:52:55)

    Aus meiner Sicht sind viele deutsche Gründer einfach nicht in der Lage gut zu präsentieren und können sich nicht gut verkaufen. In unserer Gründungsphase habe ich soooo viele schlechte Slides und Präsentationen gesehen... Vielleicht sollte man den Hochschulen mehr auf Präsentationstechniken eingehen. Viele schaffen es nicht mal Ihre Powerpoint Präsentation mit korrekt eingebundenen Schriften vorzuführen und haben noch nie was von Keynote, CI-Guidelines oder Rhetorik gehört.

  • stephan

    22.05.08 (20:49:26)

    Seit wann ist die Sprache der Präsentation denn relevant für den Erfolg einer Idee? Wenn ausländische Investoren den Wert einer guten Idee nur auf Englisch verstehen, dann sag ich “sorry!” Anders gesehen: Von einem Japaner erwartet man nicht, dass er perfekt Englisch kann oder alles in Englisch präsentiert. Vielleicht mögen Menschen draußen auch gerne mal Deutsch hören? Ich höre Japanisch zum Beispiel unheimlich gerne :) Und wenn die meisten der Zuhörer Deutsch sind, bitte präsentiert in Deutsch. Nichts ist dööfer als aufegesetztes Englisch, damit jeder merkt, wie hipp man ist. Da guggt dann wieder jeder in sein Timetable und macht notes zum Meeting… Zum Punkt zurück: An geringen Englisch Kenntnissen wir das “große Sterben” ja wohl nicht liegen.

  • Martin Weigert

    22.05.08 (20:50:01)

    “Wenn ausländische Investoren den Wert einer guten Idee nur auf Englisch verstehen, dann sag ich “sorry!”” Man bist du stolz ;)

  • stephan

    22.05.08 (20:50:32)

    Nenee! Nicht in DIESE Ecke drängen! Mit “Stolz” hat das gar nix zu tun. Vielleicht eher mal mit Selbstvertrauen darin, dass eine gute Idee sich selbst tragen kann - in welcher Sprache auch immer. Aber wieder zurück zum Punkt: Ist es tatsächlich so wichtig, wie man eine Idee präsentiert? Ich glaube das nicht… und für ein Sterben kann das schon gar nicht verantwortlich sein.

  • Réka

    22.05.08 (20:51:20)

    “Wenn ausländische Investoren den Wert einer guten Idee nur auf Englisch verstehen, dann sag ich ’sorry!’” Das hängt von den Positionen ab: wer ist stärker, wer braucht den anderen mehr? Wenn du eine so phantastische Idee hast, dass zahlreiche Investoren sie finanzieren wollen, kannst du sagen, dass du nur das Geld von denen, die Deutsch verstehen, brauchst. Wenn du unbedingt von irgendwem Geld brauchst, sollst du dich anpassen. Wenn viele ausländische Investoren anwesend sind, Englisch wählen. Wenn die Mehrheit der Zuhörer Deutsch sind, und sogar einige von ihnen Englisch nicht verstehen, dann lieber Deutsch. Ist es tatsächlich so wichtig, wie man eine Idee präsentiert? Ja, meiner Meinung nach ist das wichtig. Die andere Menschen (Investoren, Kunden) können den Wert deiner Idee schätzen, nur wenn sie ihn richtig verstanden haben. Gerade im Fall von Neuigkeiten ist es überhaupt nicht einfach.

  • Alex

    22.05.08 (20:51:55)

    mhh. schwieriges Thema. Ich denke nicht das einer der internationalen Zuhörer die in angehaltenen Sessions negativ bewertet. Dann kann er einfach eine Session weitergehen die auf Englisch abgehalten wird. Die meisten wollten ohnehin nur netzwerken. Ein Großteil der in Englisch abgehaltenen Präsentationen war auch trivialer “Ich sag was über meine Firma” Nonsens. Da höre ich mir lieber wertige Diskussionen auf Deutsch an. Als Start Up würde ich mir natürlich schon überlegen, ob man die Chance nutzt und ggf. einen internationalen Partner gewinnt. Bei dem Start Up Track war das allerdings nicht nötig. Die waren viel zu kurz und Diskussionen kamen auch nicht auf. Außerdem war es schwach besuchten Keller :-). Also: Deutsch ist vollkommen ok auf deutschen Konferenzen. Wenn schon Englisch, dann bitte richtig und mit sinnvollen Inhalten. Was die Frau von Yahoo erzählt hat, hatte ja schon einen Bart so alt war das.

  • Andreas Stephanas

    22.05.08 (20:52:40)

    @alex: die Jungs von the next web hat doch aber genau das anscheinend gestört. Von vielen internationalen Besuchern habe ich ebenfalls gehört, dass sie es sehr schade fanden, dass sie so wenig verstanden haben. Für mich bleibt als Fazit: bei Konferenzen mit rein deutschen Publikum muss es Deutsch sein. Alles ander wirkt albern. Sobald aber internationales Publikum da ist, ist Englisch Pflicht (sollte man natürlich vorher wissen). Wir (Deutsche) tun uns da im Gegensatz zu Niederländern, und Skandinaviern deutlich schwerer (aus verschiedenen Gründen), aber wenn wir wollen dass Europa nicht ständig den USA hinterherhängt müssen wir diese Hürde überwinden.

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