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12.04.08

Die Zukunft der Musik: Music 2.0

fotolia.de Vadim Ponomarenkofotolia.de Vadim Ponomarenko

Ich habe schon oft Musikdienste vorgestellt, die Elemente des Web 2.0 mit der Distribution von Musik verbinden. Gerd Leonhard, "Media Futurist", Autor und Unternehmer aus Basel, nennt diese Verschmelzung des sozialen Netzes mit der Musikindustrie "Music 2.0" (wie sonst!). In seinem gleichnamigen Buch geht er auf 228 Seiten ausführlich auf die Thematik ein. Das Werk ist ganz im Radiohead-Stil als käufliche Printversion oder als kostenloser PDF-Download erhältlich. Über ReadWriteWeb bin ich auf ein Video gestoßen, in dem Leonhard die Funktionsweise und das Modell von Music 2.0 in rund 16 Minuten erklärt und zusammenfasst. Einige seiner Kernthesen: - DRM ist tot

- Die Musik befindet sich im Netzwerk und lässt sich von dort auch nicht entfernen

- Musik ist immer und überall verfügbar (Ubiquität)

- Der digitale Vertrieb von Musik zieht keinerlei Kosten für die Distribution nach sich

- Das Modell, für digitale Kopien zu zahlen, jedes Mal wenn eine neue Kopie entsteht, ist nicht zeitgemäß

- Das Konzept von massenkompatiblen Hits verliert an Bedeutung, Musik findet verstärkt in Nischen statt

- Die Konsumenten haben die Macht über das neue System übernommen

- Für den Hörer entsteht der Eindruck, Musik sei kostenlos. Tatsächlich zahlt er für das Hören von Songs mit Aufmerksamkeit.

- Interpreten verdienen ihr Geld zukünftig mit Konzerten, Webcasts, Sponsoring, Lizensierung der Stücke für Filme und Spiele, Product Placement und Werbung.

- Hörer bezahlen für Gegenstände/Services, die sich nicht ohne Kostenaufwand reproduzieren lassen

- Durch die Mittel des Web 2.0 sinken Marketingskosten für die Künstler, da das Marketing zunehmend von den Hörern/Konsumenten übernommen wird

Das Video könnt ihr euch hier anschauen:

Kommt es so, wie Gerd Leonhard prophezeit – und momentan spricht einiges dafür – dann mögen Musiker durch die erwähnten Monetarisierungsformen weiterhin von ihrem künstlerischen Schaffen leben können. Je stärker Musik jedoch zum Werbeträger wird, desto fraglicher ist, wie sich dies auf die Qualität und Glaubwürdigkeit der Produktionen auswirkt. Wie seht ihr die Zukunft der Musik (2.0)?

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog zweinull.cc veröffentlicht. Im Mai 2008 wurden zweinull.cc und netzwertig.com zusammengeführt.

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