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10.10.07Leser-Kommentare

Deutsche User Schlusslicht bei Social-Network-Nutzung

Der Online-Marktforschungsspezialist comScore beschäftigt sich in einem neuen Bericht mit der Social-Network-Nutzung in Großbritannien. Die Briten sind äußerst aktive Anwender von sozialen Netzwerken. 77,9 Prozent aller Internetnutzer auf der Insel waren im August 2007 Mitglied in mindestens einer Community. Um die Ergebnisse vergleichbar zu machen, untersuchte comScore auch die Reichweite von Social Networks in den anderen großen Ländern Europas. Das Ergebnis: Neben Großbritannien haben soziale Netzwerke auch in Frankreich, Spanien und Italien einen höheren Stellenwert als in Deutschland. 61,5 Prozent der Spanier sowie knapp die Hälfte der Franzosen und Italiener mit Internetzugang sind in einem Social Network registriert. Die Community-Anbieter hierzulande erreichten im August 46,9 Prozent aller hiesigen Internetnutzer.

Diese Ergebnisse verdeutlichen einmal mehr die im europäischen Vergleich "konservative" Einstellung vieler User in Deutschland. Gleichzeitig gibt der comScore-Bericht Anlass zur Freude für alle deutschen Social-Networking-Anbieter: Der Kuchen ist noch nicht einmal zur Hälfte verteilt. Viele millionen User in Deutschland (mußtmaßlich in der Altersklasse 30+) sind bisher bei keiner Community registriert, eine Marktsättigung ist damit abgesehen vom stark durchdrungenen Bereich der 18- bis 29-Jährigen noch in weiter Ferne.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog zweinull.cc veröffentlicht. Im Mai 2008 wurden zweinull.cc und netzwertig.com zusammengeführt.

Kommentare

  • s.matthes

    10.10.07 (14:55:32)

    wäre mal interessant zu wissen, woran das liegt...

  • Martin Weigert

    10.10.07 (15:11:41)

    Meine nicht wissenschaftlich belegten Vermutungen: - Weit verbreitete, kritische Einstellungen eines Großteils der Bevölkerung gegenüber "neuen Technologien" (was im Land der Technik und Ingenieurskunst schon merkwürdig ist) - Daraus resultierende, fast reflexartige "Ach das brauch ich doch nicht"-Einstellung (derzeit besonders häufig zu hören von studiVZ-Nutzern, denen man die Funktionsvielfalt von Facebook vorstellt). - Relativ verbreitete Ansicht bzw. Furcht, Social Networks würden reale Kontakte ersetzen und wären deshalb schlecht für das Individuum. - Sicherheits- und Datenschutzbedenken, regelmäßig propagiert durch Medien und Politik. - Möglicherweise sorgt auch das große Angebot an Free-TV-Fernsehsendern dafür, dass manch einer lieber vorm Fernseher entspannt als in einem Social Network abhängt (ich bin mir nicht sicher, aber gilt Deutschland nicht als eines der Länder mit der umfangreichesten Free-TV-Landschaft? Ich habe den Eindruck, die Deutschen brauche einfach etwas länger, um sich von den Vorteilen neuer Technologien, neuer Möglichkeiten und Funktionen zu überzeugen. Wie die comScore-Statistik zeigt, ist die Nutzungsdauer derjenigen, die Social Networking erst einmal ausprobiert haben, nach Großbritannien in Deutschland am zweithöchsten. Es ist also nicht so, dass soziales Netzwerken generell von den Bundesbürgern nicht gemocht wird. Das Problem liegt in der permanenten Skepsis gegenüber Dingen, die man nicht kennt. Vielleicht findet sich die Ursache dafür sogar in geschichtlichen Ereignissen? Ein Soziologe hier?

  • Martin

    10.10.07 (16:18:59)

    Ich denke dass Problem liegt hier im System. Die meisten Gründer sind eben in der Altersschicht 18-29 Jahre. In diesem Alter hat man (meistens) noch keine Familie und die Lebenskosten sind nicht soo hoch. Ab Mitte 30 verändern sich die Interessen aber doch schon recht stark. In diesem Alter steckt man aber meist mitten in der beruflichen Karriere, etl. Hausbau, Kinder etc. Um es kurz zu machen ein Social Network für die 30+ sollte auch von jemanden 30+ gegründet werden sonst fehlt einfach der Zugang zu den Themen. Aber leider ist man ab 30+ normalerweise mit ganz andern Themen beschäftigt s.o. Es gibt hier also einen Bedarf an neuen Projekten/Themen aber gleichzeitig einen Mangel an Gründern. Aber wir arbeiten daran und dann gibt es ab Mitte/Ende November ein neues Angebot für die Gruppe 30+ :)

  • Martin Weigert

    10.10.07 (16:30:04)

    Naja Facebook beispielsweise wird von einem 23-Jährigen betrieben und hat mittlerweile viele Millionen Nutzer über 30. Ich denke ehrlich gesagt nicht, dass das Alter des Gründers hier ausschlaggebend ist. Zumal ich einfach behaupte, dass unter den mindestens 30 deutschen Social Networks sicher auch das ein oder andere von einem "reiferen Team" betrieben wird. Zudem gibt es einige Netzwerke für ältere Semester, aber auch da tut sich nicht sonderlich viel. Ich sehe die oben beschriebene, gesamtgesellschaftliche Grundeinstellung gegenüber Neuem als die entscheidende Ursache, und deren Auswirkungen sind nicht nur bei Social Networks spürbar sondern in vielen anderen Bereichen (On- und Offline) auch. Dennoch kannst du dich natürlich freuen, dass sich deinem neuen 30+-Angebot ein derartig großer Markt eröffnet, und deine Kenntnis der Zielgruppe wird dir in der Positionierung des Angebotes ohne Zweifel hilfreich sein. Ich halte das nur nicht für den ultimativen, entscheidenden Faktor.

  • Martin

    10.10.07 (17:11:19)

    Der ultimative Faktor sicherlich nicht. Ich merke aber (bei mir und andern), das mit zunehmendem Alter der mehr Mehrwert (macht es Sinn einen Service/Community zu nutzten) wichtiger wird als der Reiz neues zu testen. Meiner Meinung nach müssen sich Angebote für den Bereich 30+ (evtl. ist 35+ der bessere Bereich) stärker auf den Mehrwert wie z.B. Qype, Xing es machen konzentrieren. Manchmal fühle ich mich schon ganz schön alt, dass ich den Sinn Twitter nicht wirklich verstehe;)

  • Martin Weigert

    10.10.07 (17:12:35)

    Martin, den verstehe ich mit meinen 24 auch nicht ;)

  • Martin

    10.10.07 (17:28:48)

    Danke!

  • abdul

    10.10.07 (23:53:51)

    also wir haben ja hierzulande führende Socialnetworks mit nicht geringer Größe. Das Problem ist meiner Meinung nach nur, dass sich die unseren Socialnetworks massiv von denen in den USA unterscheiden. Als Beispiel sei da einfach das zweite Argument von Martin Weigert anzuführen. Die deutschen SN´s sind zu statisch, es wird fast überall das gleiche geboten, sei es nun studivz, lokalisten oder xing. Nur mit dem kleinen Unterschied, dass jedes dieser Netzwerke eine andere Zielgruppe anspricht. Um noch deutlicher zu werden, die hiesigen SN´s sind zu statisch und werden mit der Zeit auch langweilig. Klar auch, denn wieso sollte ich mich jetzt auch noch da und da anmelden... Es fehlt die individuelle Note, das bisschen was einfach dein Profil/deine Page anders aussehen lässt als wie das des anderen. Hierzu müssten sich aber die SN´s öffnen, aber von dem Gedanken sind jene hier weit entfernt. Im übrigen wollen wir in diesem Punkt auch ein klein wenig Abhilfe schaffen und für Abwechslung sorgen. Deshalb werden wir in den nächsten Tagen mit einer closed-beta Version eines neuen SN´s ans Werk gehen. Wer will kann sich ja gern als BETA-Tester bei uns anmelden ;-)

  • Bernie Ollefs

    11.03.08 (01:15:46)

    Hi Martin, ich habe mal eine ganz andere Frage an dich.. Weißt du eventuell welche Social Networks in Deutschland die meisten User und Reichweite haben? Ich suche diese Daten nicht nur für die großen offenen Social networks sondern auch für kleinere, spezialisierter Social Networks deren Thema enger eingegrenzt als bei den großen. Welche Seiten sind im bereich spezieller Themen federführend.. Ich würde mich über eine kurze Rückmeldung freuen.

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