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29.10.07Leser-Kommentare

ComBOTS versendet letzte Mail an seine (wenigen) Nutzer

combots.gifBereits Ende September wurde angekündigt , dass ComBOTS, das gefloppte Kommunikations-Tool der ehmaligen WEB.DE AG, eingestellt wird. Heute erhielten die wenigen ComBOTS-Nutzer die vermutlich letzte Mail des Dienstes: Sehr geehrter ComBOTS Nutzer, sehr geehrte ComBOTS Nutzerin,

leider müssen wir Ihnen mitteilen, dass wir den Kommunikationsservice nicht weiter anbieten und betreiben werden. Infolgedessen kündigen wir hiermit den mit Ihnen bestehenden ComBOTS Basic-Servicevertrag inklusive der ComBOTS Shop Nutzungsbedingungen zum Ende des Monats.

Für Sie als Nutzer bedeutet dies, dass ab dem nächsten Monat keine neuen Nachrichten oder Dateien mehr innerhalb des Service transportiert werden, Ihnen aber sämtliche Kommunikationsinhalte nach wie vor lokal auf Ihrem Rechner zur Verfügung stehen. Bitte denken Sie daran, Ihre Kommunikationsinhalte zu sichern, bevor Sie den Service deinstallieren. Kopieren Sie dazu die noch benötigten Dateien per Drag & Drop in einen Ordner Ihrer Wahl.

Wir möchten uns an dieser Stelle bei Ihnen und allen Nutzern des Kommunikationsservices ganz herzlich bedanken! Leider haben sich nicht genug Interessenten gefunden, um uns zu ermöglichen, einen Service auf diesem hohen Niveau nachhaltig anzubieten.

Vielen Dank für Ihr Verständnis und freundliche Grüße

Ihr ComBOTS Team

Immerhin drückt man sich nicht mit fadenscheinigen Ausreden vor der Wahrheit (à la "Die Projektphase von ComBOTS wird erfolgreich beendet") sondern legt die Karten auf den Tisch (wobei man sich dann doch noch mit dem angeblich hohen Niveau rauszureden versucht). Laut heise online soll ein kleines ComBOTS-Team in Zukunft "mögliche neue Online-Dienste evaluieren und gegenfalls anschließend entwickeln." Was auch immer das heißen mag.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog zweinull.cc veröffentlicht. Im Mai 2008 wurden zweinull.cc und netzwertig.com zusammengeführt.

Kommentare

  • Martin

    29.10.07 (18:16:38)

    Eigentlich Schade wenn, man überlegt das die Jungs 510 Million (Cash und United Internet Aktien) haben und damit nichts anfangen können.

  • ikonos

    29.10.07 (18:24:53)

    Ein Teil der 510 Millionen ging ja auch für Combots drauf ;-)

  • Martin Weigert

    29.10.07 (18:29:44)

    Laut heise online waren die 510 Mio im September 2007 liquid. Ein paar Millionen Verlust für das letzte Quartal abgezogen macht immer noch ein gütes Sümmchen. Damit müsste sich doch etwas Sinnvolles auf die Beine stellen lassen, oder?

  • Martin

    29.10.07 (18:42:58)

    In der Technology Review war mal ein ganzer Artikel über Combots. Mit dem Journalisten hatte ich mich mal am Telefon unterhalten. Wie es scheint ist das Management recht "Beratungsresistent".

  • Sergej Müller

    29.10.07 (20:27:26)

    Hatte Combots eine Zeit lang genutzt und fand es sehr ansprechend, was Design, Umsetzung und Möglichkeiten angeht. Leider war die Idee nicht wirklich neu und nur am Verkauf der Avatare Geld zu verdienen kann doch unmöglich ein rentables Geschäftsmodell sein.

  • Martin Weigert

    29.10.07 (22:59:46)

    Letztlich erhielt ComBots ja nicht einmal die Chancen, zu beweisen, dass das Geschäftsmodell doch funktioniert. Gescheitert ist man immerhin schon in einer viel früheren Phase, in der es darum ging, einen "Buzz" zu generieren und den Dienst bekannt zu machen. Wie du schon schreibst - wirklich schlecht war ComBOTS nicht. Es hätte sich sicher eine größere Gruppe an Internetnutzern finden lassen, die darauf abgefahren wäre - nur hat man es nicht geschafft, dauerhaft auf sich aufmerksam zu machen. Wer weiß, angesichts des vorhandenen Kapitals hätte sich möglicherweise sogar eine richtig dicke Werbekampagne gelohnt.

  • Guido B.

    30.10.07 (15:49:26)

    Zu viel Geld zur Verfügung zu haben, ist nicht unbedingt businessfördernd. Mitarbeiter werden zu hoch bezahlt, Geschäftskonzepte zu unkritisch geprüft, unrentablen Projekten zu lange fortgeführt. Eine ausgedehnte Marketingkampagne hätte erst Sinn gemacht, wenn es eine validen proof of concept gegeben hätte.

  • Martin Weigert

    30.10.07 (16:16:29)

    Kannst du das mit dem validen "Proof of concept" etwas mehr ausführen?

  • Guido B.

    30.10.07 (22:18:19)

    Ein "proof of concept" wäre gewesen, mit einer "beta"-Version, die funktionierende Kernfunktionen enthält, online zu gehen. Benchmark für einen erfolgreichen Markttest hätte z.B. Skype sein können. Hätte Combots vergleichbare Zahlen erreicht, hätte es auch Sinn gemacht, viel Geld in Marketing zu investieren. Offensichtlich wurde Combots jedoch am Markt vorbei entwickelt. Dieser Fakt läßt sich selbst durch teure Werbekampagnen nicht wettmachen.

  • Martin Weigert

    30.10.07 (23:04:29)

    Danke. Ich bin mir nicht sicher, ob die Erklärung so "einfach" ist. Die Aufgabe des Marketings ist es auch, Bedürfnisse bzw. Nachfrage zu schaffen, wo so originär nicht vorhanden ist. Manchen gelingt das, anderen nicht. Allerdings weiß ich nicht, wie aktiv ComBots sein Produkt beworben hat. Ich erinnere mich, von einem Unternehmensvertreter gehört zu haben, dass man sehr stark auf Mund-zu-Mund-Propaganda setzen und diese fast erzwingen wollte. Aber gerade virales Marketing ist eben extrem unvorhersehbar.

  • Guido B.

    31.10.07 (17:26:57)

    Um das Thema abzuschließen. Gerade wenn man auf WOM vertrauen wollte, dann hätte das Produkt entsprechend TOP sein müssen, denn ganz einfach: nur gute Sachen werden auch weiterempfohlen. Im Nachhinein tut man sich immer leicht zu kritisieren und jeder hat ja gewußt, dass es nichts wird. So einfach ist es natürlich nicht.

  • mitzuko

    15.11.07 (09:39:37)

    Ich bin selbst Mitarbeiter dieser Firma und mir war kurz nach meiner Anstellung in dem Laden schon ganz schnell klar das es nix wird mit dem Produkt. Greve ließ sich nicht reinreden und hat einen sturren Kurs gefahren und somit das Produkt auch schön an die Wand gefahren! Was ich persönlich am fatalsten finde an der ganzen Geschichte ist,dass Menschen ihre festen Arbeitspätze für Combots verlassen haben und demnächst ohne Job da stehen.Da wurde einem das blaue vom Himmel versprochen und jetzt???Kurz vor Weinachten droht einem die Agentur für Arbeit und wenn es ganz dumm läuft Hartz vier:-( Dem Greve kann das ja mal schön wurscht sein aber die Kinder der Angstellten haben mit sicherheit dieses Jahr weniger unterm Tannenbaum und auch sonst wird es sicherlich kein schönes Weinachten.

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