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20.04.07Leser-Kommentare

10 Gründe, warum man Joost mögen muss

Joost

Noch befindet sich die Internet-TV-Software Joost in der geschlossenen Beta-Phase. Der offizielle Start steht jedoch kurz bevor. Die Vorbereitungen laufen. Nicht nur die Software wird mit Hilfe der Beta-Tester weiterentwickelt. Auch die Zahl der Channels und Programme wächst stetig. Gerade wurde mit dem US-Konzern CBS der erste richtige Mediengigant ins Boot geholt. Dessen Programme wie CSI, CSI: Miami oder Survivor sind damit bald bei Joost rund um die Uhr abrufbar.

Die Spannung vor dem finalen Launch des Angebotes ist groß. Schon die Beta-Version macht deutlich, dass die hohen Erwartungen, die an Joost gestellt werden, tatsächlich ihre Erfüllung finden können. Aber was ist eigentlich das Besondere an Joost? Wieso stehen andere Anbieter von Video-on-Demand oder IP-TV-Services nicht so im Rampenlicht? Die folgende Liste, die auf der Annahme basiert, dass in Kürze Verträge mit einer Vielzahl internationaler und nationaler Inhalteanbieter geschlossen werden, soll Antworten geben.

10 Gründe, warum man Joost mögen muss:

1. Einfaches und kostenloses Video-on-Demand für alle

Das Schlagwort "Video-on-Demand" ist im Jahr 2007 zwar nichts Neues mehr, aber im Alltag der meisten deutschen Zuschauer flimmert nach wie vor, was ihnen vorgesetzt wird. Die Reichweite und Akzeptanz kostenpflichtiger Video-on-Demand-Dienste wie Maxdome oder in2movies ist bisher gering und die Bildqualität (und häufig auch die Qualität der Inhalte) bei Videoportalen à la YouTube zu schlecht. Auch die Streaming-Angebote der Fernsehsender können deren klassisches Angebot höchstens ergänzen, keineswegs ersetzen. Joost bietet erstmals ein echtes, einfaches und umfangreiches Video-on-Demand-Angebot in guter Qualität für alle, das Potential hat, herkömmliches Fernsehen zu verdrängen.

2. "Annotated Television" - Fernsehen und Social Networking

Die Chatfunktion ermöglicht es den Joost-Nutzern, mit anderen Zuschauern desselben Programms zu kommunizieren und zu diskutieren. Während eines Films zu sprechen, sorgt in der Regel nur für böse Blicke der Freunde oder Familie. Während einer Sendung eigene Gedanken auf dem Bildschirm anzeigen zu lassen, war bisher nicht möglich. Joost ändert dies. In Anbetracht der guten Kritik, die diese Funktion bereits jetzt bekommt, ist nicht auszuschließen, dass Joost hier in Zukunft noch weitere Gimmicks hinzufügen wird, die die Zuschauer eines bestimmten Programms im Sinne des Trends zum Social Networking zusammenbringen.

3. Mehr Programmvielfalt

Sämtliche Programme bei Joost liegen auf einem zentralen Server und werden mittels P2P-Technik an die User übertragen. Das Hinzufügen von neuem Content bedarf für die Joost-Betreiber nur einen Klick. Distributions- und Personalkosten verursacht dies nicht, Sendezeit für andere Programme geht auch nicht verloren. Das damit Inhalte eine Chance haben, die man bei großen Fernsehsendern nie sehen würde, liegt auf der Hand. Außerdem entfällt der Quotendruck, denn jedes Programm erhält seinen eigenen Channel. Die Couchkartoffeln bekommen ihr Unterschichtenfernsehen und alle anderen, was sie wollen. Niemand fühlt sich benachteiligt.

4. Nervfreie Zone

Dank der freien Channelwahl ist es möglich, sich komplett vor bestimmten Trends und Hypes abzuschirmen. Wer nichts von kleinen Eisbären aus Berlin, frechen Comedians aus Köln oder paranoiden Innenministern wissen möchte, guckt etwas anderes und ist vor ihnen sicher!

5. Eine reine Weste und nie wieder Abmahnungen

Ein breites Inhalteangebot vorausgesetzt, gelingt es mit Joost vielleicht, den ein oder anderen User, der sich heute noch Filme in P2P-Netzwerken herunterlädt, zurück auf den Pfad der Vernunft zu bringen. Das Risiko, irgendwann beim illegalen Saugen erwischt zu werden, entfällt und das schlechte Gewissen, welches solche Leute jede Nacht um ihren Schlaf bringt, verschwindet.

6. Behavioural Targeting - Werbung, die einen wirklich interessiert

Viele User würden vermutlich am liebesten ganz auf Werbung versichten. Möchte man jedoch gratis gucken, muss man Werbung in Kauf nehmen. Und dann wird die Mehrheit der Zuschauer wohl die auf die eigenen Interessen abgestimmten Spots den völlig unpassenden vorziehen. Ähnlich wie bei Bannerwerbung im Internet bietet Joost beste Möglichkeiten für dieses "Behavioural Targeting". Dem Zuschauer schadet es nicht. Den Unternehmen hilft es, ohne viel Streuverlust ihre Botschaften zu übermitteln, und Joost finanziert damit all die bunten Inhalte.

7. Entdecke die Möglichkeiten

Das zu prognostizierende, große Portfolio an Channels und Programmen, übersichtlich geordnet nach Interessengebieten/Genres, wird einen ab und an verleiten, auch mal woanders reinzuschauen - und damit vielleicht eine neue Leidenschaft entfachen. Das geht im Prinzip bei allen Medien. Da man aber bei Joost das gesamte Angebot auf einen Blick hat, ist das "Zappen" zu bisher unbekannten Genres und Themenchannels verlockender.

8. Premium-Content für den, der ihn wünscht

Bisher ist noch nichts darüber bekannt, ob es auch Paid Content bei Joost geben wird. Anzunehmen ist es aber, und auch zu empfehlen. Die Abwicklung wäre wie bei Skype denkbar einfach: Auf der Joost-Site erwirbt man für seinen Benutzernamen ein Guthaben, welches man dann in bestimmten Channels, beispielsweise für aktuelle DVDs, aufbrauchen kann. Wenn ein Nutzer sich erst mal bei Joost eingefunden hat, dann wäre es wenig intelligent, ihn für aktuelle Blockbuster zu einem anderen Video-on-Demand-Anbieter laufen zu lassen. Ich spekuliere und hoffe an dieser Stelle, dass man das bei Joost auch so sieht.

9. Globales Angebot

Abgesehen von urheberrechtlichen Einschränkungen, die derzeit dafür sorgen, dass gewisse Channels nur in bestimmten Teilen der Erde zu sehen sind, werden den Usern bei Joost (hoffentlich) Inhalte aus verschiedensten Ländern zur Verfügung stehen. Mit einer Funktion, die für ein Programm Untertitel in einer beliebigen Sprache einblendet, eröffnet sich dem interessierten Zuschauer damit eine bisher noch nicht da gewesene Vielfalt. Bisher gibt es diese Funktion nicht, aber nützlich wäre sie und technisch sicher nicht unmöglich.

10. Kazaa, Skype und jetzt Joost!

Hinter Joost stecken Niklas Zennström und Janus Friis. Was der Schwede und der Däne anfassen, wird zu Gold. Erst entwickelten Sie 2001 mit Kazaa die erste wirklich populäre und erfolgreiche P2P-Tauschbörse, bei der neben Musik- auch Filmdateien und Bilder getauscht und von verschiedenen Usern gleichzeitig heruntergeladen werden konnten. Bei Napster war das Tauschen noch auf Musik-Dateien begrenzt, für die man sich in lange Warteschlangen einreihen musste. Nach Kazaa brachten Zennström und Friis mit Skype die bis heute am weitesten verbreitete VoiP-Software auf den Markt, die von über 100 Millionen Nutzern weltweit verwendet wird. Das skandinavische Duo revolutionierte das Filesharing und die Telefonie. Nun ist das Fernsehen an der Reihe. Ein Grund mehr, Joost zu mögen.

Übrigens: Angesichts der vielen Anfragen, ob wir noch Joost-Einladungen haben: Momentan nicht, ich werde aber versuchen, noch einige zu organisieren. Am besten regelmäßig hier vorbeischauen und den Feed abonnieren, damit Ihr bei der nächsten Invitations-Runde dabei seid!

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog zweinull.cc veröffentlicht. Im Mai 2008 wurden zweinull.cc und netzwertig.com zusammengeführt.

Kommentare

  • Tom

    20.04.07 (15:23:00)

    Bei all den Lobpreisungen sollte man aber auch erwähnen, dass Joost momentan sehr bescheidene Bildqualität bei vielen Programmen bietet. Ein definitives Manko denn das Fernsehen der Zukunft sollte sich auch durch HD Qualität auszeichnen ansonsten kommt schnell Ernüchterung auf. Sollte es Joost jedoch wirklich gelingen aktuelle Programminhalte größerer Sendeanstalten in akzeptabler Bildqualität zeigen zu "dürfen", in Verbindung mit den bisherigen Features und der gut durchdachten Benutzeroberfläche, steht einem großem Erfolg wahrscheinlich wirklich nichts mehr im Wege.

  • Martin

    20.04.07 (15:54:43)

    Hi Tom. Danke für Deinen Kommentar. Ich persönlich finde die Bildqualität bei Joost schon jetzt "akzeptabel". Zu HD ist es natürlich noch ein langer Weg, aber verglichen mit allen anderen Diensten, die derzeit über das Internet Videos verbreiten, zählt Joost meiner Meinung nach zu den besten. Und bedenke: Beim Computer sitzt man immer näher am Bildschirm als beim Fernseher. Versuche mal, Joost über den Fernsehapparat zu nutzen. Vielleicht fällt Dein Statement dann schon etwas besser aus.

  • jörg

    21.04.07 (09:25:17)

    @Tom, ich hätte da noch einen 11. Grund *g* 11. Wenn die Leitungen der User stimmen, wenn die Infrastruktur des Internets soweit voran geschritten ist, dass der Großteil der User eine Breitbandleitung mit echten 2MB haben ist der HD Inhalt ohne Weiteres in Joost zu bekommen... Das Netzwerk selber hat keine Probleme mit HD, die User haben die Probleme, da wir alle noch nicht über die V-DSL Leitungen laufe, und es nicht ausreicht wenn es nur ein paar hundert tun, da es sich um ein P2P Netzwerk handelt. @ Martin... Meinst du du würdest mir die Erlaubnis geben deinen Beitrag mit einem Link zu dir, auf meinem Joost blog zu Posten? www.tv-joost.net

  • aleksandar

    21.04.07 (12:25:39)

    I heard about joost but i dont have any friend to sent me an invitation.So can you sent me one please.Thank you buy

  • Martin

    21.04.07 (12:58:51)

    Hi Aleksandar, sorry right now I don't have any invitations left.

  • KP Frahm

    21.04.07 (23:07:18)

    Ich hätte noch eine, an welche Adresse (inkl. Vor/Nachname) soll ich die schicken ?

  • fxp

    22.04.07 (11:42:11)

    Sie haben Post! (an blog@newsaktuell.de) Will meinen Realname nicht hier posten.

  • u2r2h

    27.04.07 (02:19:56)

    your article sound interesting but the robot-translation is god-fucking-awful. Please publish in english. It's not so hard. And german will die out anyway ;-) Just wait until our military corporations install the latest beam-weapons in orbitt ... zap zap, there go the supporters of socialst free software and public-owned anythings. and JOOST will never show THE YES MEN ...

  • Abnun

    02.05.07 (13:16:46)

    Hallo, hat noch jemand eine Möglichkeit, mich einzuladen: abnun@gmx.de Ich schreibe eine Studienarbeit, die mit dem Thema zu tun hat und würde gerne so aktuelles und "nahes" Wissen wie möglich da reinfließen lassen! Vielen Dank im Voraus :)

  • Jost

    15.06.07 (12:47:33)

    Hallo liebe zweinull.cc-Blogger, ich habe keinen Fernseher und würde deshalb sehr gerne Joost antesten. Außerdem heiße ich fast so wie der Dienst. :-) Falls ihr also noch eine Einladung übrig habt... Gruß aus Lippe, Jost

  • Francisco

    30.06.07 (17:07:06)

    Hi all, ich würde auch gern mit Joost fernsehen aber brauche eine invitation, ist hier jemand der mir eins geben kann bite bitte bitte. Vielen dank francisco-klaudija@arcor.de

  • Francisco

    30.06.07 (17:08:32)

    Hi, kann mir jemand ein einladung schicken bitte bitte Vielen dank francisco-klaudia@arcor.de

  • owmimu

    02.11.07 (11:13:19)

    Channels und User statt Kanäle und Nutzer, so 'n Quatsch

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