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09.07.14Leser-Kommentar

Zielgruppe Endanwender: SAP startet Mitfahr-App TwoGo

Der Trend, Fahrzeuge gemeinsam zu nutzen und damit die Umwelt und den Gelbeutel zu schonen, weitet sich aus. Selbst Europas führender Softwarehersteller SAP will in dem Markt mitmischen - und gibt sich mit dem gerade gestarteten Dienst TwoGo ganz im Stile eines Startups.

TwoGoWährend die USA eine bemerkenswerte Zahl an wegweisenden IT- und Internetfirmen mit internationaler Bedeutung hervorgebracht haben, kann Deutschland nur ein einziges echten Riesen vorweisen: SAP, milliardenschwerer Softwarehersteller aus dem baden-württembergischen Walldorf. Auch wenn der Konzern als nach Umsatz größter europäischer IT-Anbieter wahrlich kein kleines Licht in der Technologielandschaft darstellt, so gilt das 1972 gegründete Unternehmen heute nicht gerade als Quelle aufregender, einfallsreicher Dienste und Produkte. Kein Wunder, fokussiert es sich zumeist auf dröge betriebswirtschaftliche Software, die zwar eine wichtige Rolle für den reibungslosen Ablauf alltäglicher Prozesse spielt, aber in puncto Medienwirkung, Stammtischtauglichkeit und Weltveränderungspotenzial gegen Google, Facebook und Apple blass aussieht.

Umso interessanter ist die gerade erfolgte Lancierung eines mobilen Ridesharing-Dienstes namens TwoGo. Die Website und dazugehörigen Apps für iPhone und Android präsentiert der IT-Gigant in Sachen Gestaltung und Sprache ganz im Stile typischer, jung-dynamischer Startups. Das ist kein Zufall: TwoGo konkurriert als mobiler Mitfahrdienst mit hiesigen Jungunternehmen wie Flinc und Wundercar (seit dessen Neupositionierung), sowie mit etablierten Mitfahrgelegenheits-Portalen wie Mitfahrgelegenheit.de . TwoGo

Der Fokus von TwoGo liegt auf täglich wiederkehrenden Fahrten von und zur Arbeit, zu denen sich Kollegen verabreden. Der Service weist dadurch ganz besonders Ähnlichkeiten zu Flinc auf, das sich ebenfalls auf diese Form des Mobilitätsbedürfnisses konzentriert und seine Plattform Unternehmen bereitstellt, die diese als CSR-Maßnahme für ihre Mitarbeiter betreiben. Schon seit über einem Jahr bietet SAP TwoGo als Cloudlösung für Firmen an. Jetzt öffnen die Walldorfer TwoGo auch für Privatnutzer, ohne dass für die Nutzung Kosten anfallen. So soll die Nutzerdichte erhöht werden, was letztlich allen Usern des Dienstes entgegen kommt - egal ob sie die App über ihren Arbeitgeber oder privat verwenden.

Die Autofahrernation Deutschland hat sich im Laufe der Jahre zum globalen Hotspot und Trendsetter in Sachen Car- und Ridesharing entwickelt. Fast die Hälfte der im vergangenen Jahr durchgeführten 8,5 Millionen Einweg-Trips erfolgten in Deutschland, wie Fast Company bemerkt. Der Eintritt von SAP in diesen Markt lässt erahnen, dass diese Aufwärtskurve sobald nicht abflachen wird. Und vielleicht gelingt es SAP mit TwoGo (oder ähnlichen Initiativen), doch noch (oder wieder) "cool" zu werden. /mw

Link: TwoGo

Kommentare

  • Peter Kühn

    14.07.14 (14:04:49)

    Das klingt ja fast so, als wären flinc, wundercar die Platzhirsche und SAP der Herausforderer. Nüchtern betrachtet hatten diese Startup-Firmen nie eine Chance, einen Fuß auf den Boden zu bekommen. Sie haben zwar schicke APPs gebastelt, aber die Vermittlung und gemeinsame Navigation im Backend funktionierte mangels Navi-Knowhow und Kartenmaterial zu keiner Zeit! Den Leuten von flinc hatte ich das vor Jahren schon direkt kommuniziert. Auch SAP könnte das nicht allein, aber sie haben Nokia/HERE im Boot!! TwoGo steht erst am Anfang, aber es sieht sehr danach aus, als hätten sie ihre Hausaufgaben gemacht 8-) Meine ersten Eindrücke von TwoGo habe ich auf http://www.dynamic-ridesharing.de/Blog beschrieben...

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