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31.07.08 19:54

, von Ole Reißmann

Zeitungskrise in den USA: Beim Star-Ledger geht's um alles

Die Zukunft der Zeitung könne man in New Jersey sehen, schrieb Jeff Jarvis – und meinte die neuen Videonachrichten. Jetzt droht der Star-Ledger Opfer der Zeitungskrise zu werden.

The Star-LedgerEs ist gerade drei Tage her, da wurde die Regionalzeitung noch gefeiert. "Ich habe die Zukunft gesehen und sie ist in Jersey", schrieb Jeff Jarvis am 28. Juli über New Jerseys Star-Ledger. Grund des Jubels: Eine neue Nachrichtensendung für die Online-Ausgabe der Zeitung, in der ein Reporter an seinem Schreibtisch im Newsroom der Zeitung sitzt und kleine Beiträge anmoderiert. Kein geringerer als VJ-Papst Michael Rosenblum hat den Reportern das Videomachen beigebracht und mit ihnen das Nachrichtenformat entwickelt.

Die Zukunft der Zeitung in Jersey? Die Aussichten könnten nicht schlechter sein: Die Auflage des Star-Ledger ist unter 300.000 Exemplare gesunken, die Anzeigenerlöse stagnieren. Zum Jahresende erwartet die Besitzerfamilie der größten Zeitung im US-Bundesstaat New Jersey einen Verlust von 30 bis 40 Millionen Dollar, wie die New York Post nur drei Tage nach Jarvis Jubelmeldung berichtet.

Nun sollen mindestens 200 nicht gewerkschaftlich organisierte Mitarbeiter von insgesamt 750 Beschäftigten bis zum 1. Oktober freiwillig das Blatt verlassen – gegen ein weiteres Jahr Lohn und Krankenversicherung. Außerdem sollen die Verträge mit den Gewerkschaften abgeändert werden. Sollte dies scheitern, wollen die Eigentümer die Zeitung genau wie das Schwesterblatt The Trenton Times verkaufen, schreibt die New York Post. Die Bank JPMorgan Chase sei bereits engagiert.

Das US-Branchenblog Gawker ätzt, dass die Songs von Bruce Springsteens und die Filme von Kevin Smith ("Clerks") fortan die einzigen Informationsquellen für die Einwohner New Jerseys sein könnten. Auch in den Videonachrichten des Star-Ledgers werden die radikalen Sparpläne des Verlegers angesprochen – bevor die Sendung fortfährt: "Wir haben hier einen Job zu machen, weiter geht's."

Die Zukunft der US-Zeitungen liegt womöglich tatsächlich in Jersey: Stellenabbau, Sparkurs und Konzentration aufs bisher wenig lukrative Online-Geschäft ...

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

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