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13.08.07Leser-Kommentare

Zeitungen ohne Papier: Was sind die Alternativen?

Auf meinen Beitrag "Zeitungen ohne Papier: Geht das finanziell überhaupt?" gab es vor und hinter den Kulissen schon einige Reaktionen. Matthias Schwenk hat in seinem Blog eine ausführliche Antwort geschrieben. Und auch auf die amerikanische Originalanalyse von Henry Blodget gibt es schon die eine oder andere lesenswerte Antwort. Viele der Einwände sind berechtigt, andere gehen aber auch etwas am Punkt der Analyse vorbei.

Erstens: Niemand behauptet natürlich, dass gedruckte Zeitungen in absehbarer Zeit verschwinden werden. Aber bei vielen Titeln erreichen die Auflagenverluste inzwischen Ausmasse, die die alten Geschäftsmodelle ernsthaft ins Wackeln bringen. Das Gedankenexperiment spielt darum das Szenario "Nur noch online, nur noch werbefinanziert" bewusst als rein theoretische Extremvariante durch. Eins ist klar: Die Zeitungen müssen sich schleunigst überlegen, wie sie auch mit ihren Online-Ausgaben mehr Geld verdienen können.

Zweitens: Dass Qualitätszeitungen, ob online oder offline, sich fast sicher nicht ausschliesslich durch Werbung finanzieren können, war gerade die Hauptaussage der Analyse. Das ist keine triviale Feststellung in Zeiten, wo die meisten Zeitungswebsites gratis sind oder Originalanalyse .

Die Tatsache, dass auch Qualitätstitel wie die New York Times, der Economist und vielleicht bald das Wall Street Journal praktisch all ihre Inhalte online kostenlos anbieten, zeigt meiner Meinung nach nicht, dass die Konzentration auf Werbeeinnahmen als Strategie gewonnen hat. Ebenso zeigt die Öffnung in Richtung von Web-2.0-Konzepten -- sogar bei der altehrwürdigen NZZ können die Leser inzwischen jeden Artikel kommentieren -- keineswegs, dass die alten Medienkonzerne inzwischen die Erfolgsrezepte der Internet-Konzerne erfolgreich adaptiert haben.

Diese Dinge zeigen sehr viel mehr, wie hilflos die Zeitungskonzerne dem Phänomen Internet immer noch gegenüberstehen. Statt ein wirklich gutes Produkt zu machen, für das Leute gern Geld bezahlen, gibt man alles gratis weg in der Hoffnung, ein paar Brotkrumen vom grossen Internet-Werbekuchen abzukriegen. Und statt selbstbewusst auf journalistische Qualität zu setzen, schickt man sich halbherzig ins modische Online-Jekami.

Wie sagte doch selbst Web-2.0-Unternehmer Jason Fried so schön: "Das beste Businessmodell ist immer noch, den Leuten ein wertvolles Produkt anzubieten und sie dafür Geld bezahlen zu lassen." Und bezüglich Mitmachmöglichkeiten für alle User: Wer darf bei Google News Kommentare zu den Meldungen abgeben? Nur die Leute, die mit der Story wirklich was zu tun haben, nicht jeder Hinz und Kunz. Ist das elitär? Vielleicht. Aber eben auch qualitätssteigernd. Komisch, dass gerade die Web-Firmen konsequenter tradtionelle Modelle einsetzen als die alten Medien.

Die grosse Frage ist nun natürlich, wie man ein Online-Medienprodukt machen könnte, für das Leute Geld bezahlen. Hier mal ein paar Ideen:

Entrümpelte Websites. Die meisten Layouts von Mediensites sind unfassbar überladen in der Absicht, möglichst viele Pageviews für die Werbestatistik zu generieren. Ich würde gern bezahlen für eine entrümpelte Version, die geradlinig und einfach zu lesen ist. Mein Lieblingsbeispiel war immer noch die alte Website der Financial Times Deutschland , deren einfaches, aber exzellentes Layout leider einem modischen Überladungs-Redesign zum Opfer gefallen ist.

Weniger, aber dafür Wichtiges. Ich möchte gern die redaktionelle Selektionsleistung einer Top-Zeitung konsumieren, und nicht noch mehr Informationsflut. Ich habe gerade mal gezählt: Auf der Homepage des Wall Street Journal befinden sich heute Links zu insgesamt 127 Artikeln oder inhaltlichen Elementen. Auf der New York Times 121, auf der NZZ 67, auf der Süddeutschen Zeitung 155. Sorry, aber da kann ich auch gleich zu Google News gehen, die haben sogar noch mehr Stories. Warum sagt mir keiner, was nach Meinung der jeweiligen Redaktion heute wirklich wichtig (und nicht nur neu) ist? Dafür würde ich gern bezahlen. Als sachdienlicher Hinweis: Der automatisierte Filter von Memeorandum kochte die News der letzten 24 Stunden auf besser verdaubare 35 Meldungen im RSS-Feed herunter. Und das ganz ohne Redaktion...

Bitte die Substanz zuerst. Auch die Top-Zeitungen bieten online zuoberst primär die aktuellen Kurzmeldungen an. Das ist nett, aber kaum bearbeitete Agenturmeldungen kann ich auch auf 50'000 anderen Sites lesen. Wenn man zu den wirklich originären Hintergrundberichten vorstossen will, klickt man sich halb zu Tode. Bitte zeigt mir stattdessen die wirklich guten Hintergrundberichte und Kolumnen zuoberst. Macht mehr Themendossiers, nicht als Fussnote, sondern als Hauptattraktion. Gebt mir nicht einfach Volltextsuche über das Archiv, sondern echten Kontext für ältere Meldungen.

Einen brauchbaren RSS-Feed als Premium-Produkt. Ein wirklich brauchbarer RSS-Feed wäre schön. Bitte nicht nur Headlines, sondern ganze Artikel mit Bildern. Ich würde behaupten, dass die meisten News-Junkies heute RSS-Reader benutzen, und die Userzahlen werden weiter massiv steigen. Aber mit den verkrüppelten Feeds der meisten Zeitungswebsites kommt man nicht weit.

Mehr Produktvarianten. Das Online-Medium hat den Vorteil fast beliebiger Flexibilität. Wieso reflektiert sich das nicht in den Abo-Angeboten? Die meisten Online-Abos sind monolithisch und teuer. Warum kann ich nicht einfach nur beispielsweise den Wirtschafts- und Auslandsteil abonnieren, wenn mich das primär interessiert? Die Zeitungen müssen sich lösen von der monolitischen Mentalität aus der Print-Welt.

Andere Medienformen, aber richtig. Es ist ja toll, dass viele Zeitungen inzwischen mit Videos und Podcasts experimentieren. Aber die Resultate sind teilweise ziemlich kläglich. Da gibt es Journalisten, die einfach Auszüge aus ihren gedruckten Artikeln vorlesen, hinterlegt mit wacklig gefilmten, nichtssagenden Bildern. Andere führen übel stammelnd Audio-Interviews, die mehr verwirren als Informationswert schaffen. Und das Wall Street Journal bietet den Podcast "The Wall Street Journal This Morning" an, aber der kommt leider erst gegen 10 Uhr raus, zu spät für den Pendelweg. Kleiner Hinweis an die Printmedien: Schlechte audiovisuelle Medien werden nicht wertvoller, nur weil Eure Marke draufklebt. Auch für diese Medien braucht man echte Profis. Oder sonst sollte man sich auf seine wirklichen Stärken konzentrieren.

Vorbildlich ist da der Economist, denn der bietet seit kurzem (kostenpflichtig, aber gratis für Abonnenten) eine komplette Audio-Version der Zeitschrift an. Im Prinzip werden da einfach die gedruckten Artikel vorgelesen. Nicht originell, aber hochwertig und nützlich auf Reisen. Und ganz selten mal gibt es auch echte Juwelen, wie die Gadget-Videos von New-York-Times-Kolumnist David Pogue. Offensichtlich Low-Budget, aber exzellent gemacht. Dafür würde ich auch was zahlen.

Aber eben: Alle diese Stossrichtungen setzen voraus, dass man ein wirklich reichhaltiges Produkt zu bieten hat. Und da wird es für den überwiegenden Teil der Zeitungen ziemlich eng werden. Gerade die kleineren Zeitungen füllen ihr Printprodukt heute weitgehend mit Agenturmaterial, und die eigene inhaltliche Substanz ist zu dünn für ein überlebensfähiges Online-Produkt.

Kommentare

  • ben_

    14.08.07 (12:03:10)

    Danke. Danke. Danke. Um mal ein bische Rekursion ins Spiel zu bringen.Dieses Blog ist inzwischen so wertvoll für mich, dass ich durchaus dafür Geld bezahlen würde. Trotzdem schön, dass es für lau ist. Ok und jetzt zum Inhalt: dann jetzt das ganz große Faß. Ich bin mir nicht sicher, ob "Bezahlen" tatsächlich durchsetzbar ist. Und nochweniger bin ich mir sicher, ob wir Netzbürger sowas wollen sollten. Das Netz bietet Informationshersteller und Wissensverbreitern um sovieles bessere Möglichkeiten, dass ich glaube, dass wir moralisch verpflichtet sind, diese Vorteile an soviele Menschen wie irgend möglich weiterzureichen. Anderfalls verspielen wir eine historische Chance für die Fortführung der Aufklärung. Zugegeben - eine solche Position interessiert sich zunächst nicht für die betriebswirtschaftlichen Interessen. Im Zweifel bin ich sogar für ein staatliches Engagement, um wertvolle Information im hohen Maße für alle praktisch kostenlos zur Verfügung zu stellen. Mal ganz davon abgesehen glaube ich, dass sich das Informations- und Nachrichtenverständnis und Verhalten weiter radikal verändern wird. Die Idee "Zeitung" wird sich in Wohlgefallen auflösen und RSS wird dazu eine wichtigen Beiträg leisten. Die Technik HINTER dem Netz wird eine Aufspaltung von Idee zur Folge haben. Ich empfehle dazu Ivan Illichs "Im Weinberg des Textes" zur Lekütre.

  • valentin

    14.08.07 (12:38:26)

    nur einen punkt würde ich etwas in frage stellen: - mehr produktvielfalt: BITTE NICHT! Besser nach dem Motto: Keep it simple, das zahlt sich aus. Die meisten lesen eh nur ihre zwei, drei Bereiche und dafür kann man auch eine pauschale bezahlen und nicht einzeln jedes produkt auswählen müssen. das WSJ kostet z.b. USD 70 oder 100.- das ist nicht alle welt und das jetzt noch in einzelne kategorien splitten fände ich vollkommen überflüssig.

  • Jean-Claude

    14.08.07 (13:35:44)

    Andreas @, du präsentierst einen ganzen Haufen interessanter, kreativer Ueberlegungen. Aber du zählst zu einer absoluten Mini-Minderheit. Mehrfach schreibst du: "Dafür würde ich Geld bezahlen" (wenn's Angebot besser wäre etc.). Die Erfahrung aber ist: Sobald für igendwas Geld verlangt wird im Internet, sinkt die Quote dramatisch, mag der Inhalt noch so gut sein. Und damit steht und fällt letztlich alles. Das ist weltweit so. Es ist sozusagen systemimmanent. Das ist wirklich der Knackpunkt des Ganzen. Den kriegt man auch nicht mit überdurchschnittlichen Angeboten weg, siehe Wall Street Journal. Dass das WSJ alle honorarpflichtigen Leistungen jetzt gratis ins Netz stellt, ist eine Kapitulation vor der Behauptung, Medienunternehmen könnten in absehbarer Zeit wirklich Geld im Internet verdienen. Das ist - und bleibt - leider une grande illusion! Google, My space, Youtube etc. sind die einzige, die wirklich viel Geld verdienen - aber überhaupt nicht oder nur zum geringsten Teil mit der Produktion von Inhalten, sondern als Provider von Interaktionen. Man muss sich an den Gedanken gewöhnen: Print-Medienunternehmen und Internet sind zwei Welten, die weniger Gemeinsames haben als wir bisher alle annahmen. Mein Lieblingsbeispiel ist das Buch: In der jetzigen Form existiert es etwa 1400 Jahre nahezu unverändert. Der Versuch, es mit dem Internet zu koppeln, ist bisher nirgendwo gelungen. Dass Google daran ist, ganze Bibliotheken zu digitalisieren, wird nicht dazu führen, dass das Uralt-Medium Buch verschwindet. Dadurch wird lediglich der Gang zur Bibliothek überflüssig, die globale Vernetzung und Bearbeitung von Inhalten wird erleichtert. Mit dieser Interaktion wird Google noch mehr Geld verdienen - aber nicht mit dem Erstellen von Inhalten. Denn unabhängig davon werden die Inhalte sehr traditionell (und mühselig!) weiterhin andreswo erdacht, geschrieben und gedruckt werden müssen. Nur: Daran ist weniger zu verdienen als an der Bereitstellung der Interaktion. Und darauf konnt es letztlich nun einmal an.

  • Christoph

    22.08.07 (13:39:53)

    Andreas, guter Artikel. Die Ansätze sind interessant, auch wenn - dies zeigen die übrigen Kommentare - wohl niemand ernsthaft dafür bezahlen würde. Die Hilflosigkeit ist Resultat der Vielschichtigkeit der Herausforderungen, welche das Internet in diese (unsere) Unternehmen reinbringt. Die Online First Devise einiger Redaktionen zielt in erster Linie auf die Bewusstseinssänderung der Print-Journalisten. Als Nebeneffekt bleibt dabei die Differenzierung der Portale auf der Strecke, indem im Kampf um die aktuellste Meldung die eigene redaktionelle Ausrichtung verwässert wird und Informationshäppchen im Stile von Gratisblättern Platz macht. Teilweise zu beobachten auch an der "20 Minutisierung" der NZZ (wo sind die trockenen, gut geschriebenen Texte geblieben?). Eine gute Geschichte zu erzählen ist nach wie vor das Fundament für Zeitungsarbeit. Doch im Wirrwarr von Blog-Einträgen, Kommentaren und Agenturmeldungen das Korn zu finden, ist nicht nur für Blinde schwer. An anderer Stelle wurde dargelegt, die Medien hätten ihre Gatekeeper Rolle verloren und damit auch die Möglichkeit, mit exklusivem Wissen Geld zu verdienen. Das vorherrschende Modell, wunderbar zu beobachten im Deutschen Markt, ist die Renaissance des Portals mit einer zum Exzess getriebenen Nutzung der heutigen Mittel (Fotostrecken, Votings, Shopping, etc.). Die Everything-for-free Strategie, die nach Werbebudgets lechzt, scheint die gegenwärtige Lieblingsvariante zu sein, der die Ausrichtung der Blätter und damit die Möglichkeit zur Differenzierung zum Opfer fällt. Ziel muss sein, mehrere Geschäftsmodelle zu fahren. Mittel dazu kann sein, ausgehend vom reichlich vorhandenen Content, vor allem aber dem Wissen der Journalisten neue "Derivate" zu entwickeln, die dem Content einen stärkeren Servicegedanken geben. Ein Journalist zeichnet sich durch breites und tiefes Insider-Wissen und gute Netzwerke aus. Er/ Sie hat Zugang zu Systemen, die dem einfachen Blogger nicht zugänglich sind. Das bietet möglicherweise Ansatzpunkte, wohin der Weg gehen muss. Nämlich, seine Gatekeeper Rolle neu zu entdecken und in neue Produkte einfliessen zu lassen...

  • binomsc

    24.08.07 (12:02:21)

    Ich persönlich denke, dass die Idee "Internet=kostenlos" weiter aufgehoben werden muss. Auch, wenn es mich persönlich schmerzt und ich selbst zucke, wenn SPON für ein Dossier 0,50 EUR haben will. Und die Entscheidung des WSJ ist natürlich kontraproduktiv. Andererseits: es gibt doch schon genügend "Content", für den die Leute im Internet bereitwillig Geld ausgeben. XXX-Seiten, Musik (i-Tunes & Co.) und ähnliches, nur leider nicht für Qualitätsjournalismus. Letztlich produzieren Verlage Inhalte, oder neudeutsch "Content" - ob ich den auf Papier drucke, um ihn zum Leser zu bringen, oder auf eine Webseite stelle, sollte doch egal sein. Und für Qualität, für Mehrwert, werde ich zahlen. Auch für mich geht es heutzutage nicht darum, Informationen zu bekommen. Damit werde ich zugeschüttet. Für mich ist die Leistung heute in der Selektion, Aufbereitung und Analyse der "reinen" Information wichtig. Ich wäre bereit, für "meine" Zeitung im Netz zu zahlen. Nicht 0,50 EUR pro Dossier, sondern 10 oder 20 EUR im Monat für MEINE tägliche Newsseite... Die Frage ist: Ist so etwas technisch - zu vertretbaren Kosten - möglich? Und ob die Leute dafür Geld bezahlen: es hat noch niemand ernsthaft probiert. Es wurde kein Mehrwert gegenüber den ganzen kostenfreien Seiten geboten! Stattdessen überladenen "Ich mach alles, ich kann alles"-Seiten. Wo ist die Fokussierung auf die "Kernkompetenz"? Ich habe die gute Qualität und Selektion im Printbereich, und lese online dann gezielt nach. Erst, wenn ich die "elektronische" Zeitung in einem technischen Gadget so mobil und flexibel lesen kann wie das Papiermodell heute, kann ich das Papiermodell "ersetzen". Und noch etwas zum Thema "Aussterben der Print-Ausgaben": Habt Ihr schon einmal versucht, mit dem Computer/Laptop/PDA eine Fliege zu erschlagen, oder darin frischen Fisch einzuwickeln? :-)

  • Thomas Suter

    27.08.07 (15:51:19)

    Danke für diesen Beitrag. Er fasst übersichtlich zusammen, was mir seit langem bei Web-Auftritten von Zeitungen auf den Geist geht: Das Zukleistern masslos überfrachteter Portalseiten mit animierter Werbung und die unübersichtliche Fülle an Info-Häppchen, die mir zum Verzehr dargeboten werden. Wie Du schreibst, erwarte ich von einer Qualitätszeitung, dass sie die Spreu vom Weizen trennt, gewichtet und mir den Weg durch den "News"-Dschungel weist. Ich bin mir auch sicher, dass das Publikum bereit ist, für werbefreie, übersichtliche und somit schnell ladende Online-Ausgaben zu bezahlen, sagen wir pauschal CHF 400.-- pro Jahr. Natürlich nicht für unredigierte Agenturmeldungen oder für das Kurzfutter, das uns Gratiszeitungen oder «Google News» bieten, sondern solide Qualität. Aufgeschreckt durch den Neuauftritt der NZZ im Web (Anfang Juli) habe ich einen "Newsreader" entwickelt, der das Original-Layout von «NZZ Online» entschlackt und aufs Wesentliche reduziert: Text, Text und nochmals Text. Sämtliche Bilder, Grafiken, Animationen und zeitungsfremde Dienstleistungen des Verlages blende ich aus. Die verbleibende Substanz wird online rund 30 (dreissig!) mal schneller über meine Software geladen als von der Original-Site in einen herkömmlichen Web-Browser – dabei reduziert sich die Datenmenge der NZZ-Startseite von durchschnittlich 1300 Kilobyte auf gerade einmal 12 Kilobyte. Ich kann als Leser wieder ungehemmt in den Artikeln im Volltext stöbern, ohne das vollständige Laden von bewegten Werbebannern oder überflüssigen Stylesheets (für die Druck- und die Mobil-Versionen) ertragen zu müssen. Die zahlreichen Voten zum neuen «NZZ Online»-Auftritt belegen, dass ich mit meiner Vorstellung von Lesefreundlichkeit nicht allein bin. Der vorläufige Stand meines «NZZ-Readers» kann hier in Form von Bildschirm-Kopien eingesehen werden. Eine markttaugliche Version dieser Software müsste selbstverständlich an ein Abonnement gebunden werden (einmalige Eingabe von Benutzername und Kennwort), um die erforderlichen Einnahmen zu erzeugen.

  • markus

    12.05.08 (00:22:06)

    die open source bewegung wird hoffentlich irgendwann auch eine bessere suchmaschine als google entwicklen. im web wird alles digitale gratis sein. sound: last.fm & co bilder: flickr.com & co movies: youtube.com & co text: blogs (kann das bitte jemand dem schweizer fernsehen und den verlagen mitteilen?) erfolg = gute idee + guter inhalt + gute form google hat eine gute idee google hat schon sehr viel inhalt google liebt betas schlussfolgerung: google ist nicht perfekt aber verdient etwas geld. oder teilt sich die welt doch in microsoft, google und china?

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