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27.02.09 15:21

, von Ole Reißmann

ZDF zugeknöpft: Keine Pressebilder für Blogs

Online-Medien zweiter Klasse: Das ZDF versorgt Redaktionen mit Bildmaterial – journalistische Blogs wie Carta oder medienlese.com jedoch nicht.

ZDF-Bilderdienst: Online-Medien bitte draußen bleiben?

Der Kollege von Carta staunte nicht schlecht: Ein Bild von ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender wollte die Presseabteilung des öffentlich-rechtlichen Senders partout nicht herausrücken. "Wir beliefern keine Blogs" heißt es beim Mainzer Gebührensender anscheinend. Für die ZDF-Presseabteilung seien Blogs offenbar noch immer Teil einer publizistischen Öffentlichkeit zweiter Klasse, schreibt Robin Meyer-Lucht auf Carta. Eine Erfahrung, die auch medienlese.com schon machen musste:

Anfang Mai vergangenen Jahres habe ich versucht, für medienlese.com einen Zugang zum ZDF-Bilderdienst zu bekommen. Der Antrag wurde abgelehnt. Also habe ich nachgefragt und mehr über die Website und den Verlag im Hintergrund geschrieben – und schließlich auch nach Aufforderung dem ZDF per E-Mail eine Kopie meines DJV-Presseausweises und Arbeitsproben zugeschickt. Half alles nichts: Zugang verwehrt, auch wenn auf der Login-Seite noch so freundlich "Herzlich willkommen" prangt. Pressemitteilungen und Einladungen zu Presse- und Interviewterminen sind jedoch kein Problem.

Warum die Ableger von Printredaktionen offenbar beliefert werden, klar erkennbar journalistische Blogs jedoch nicht, lässt sich wohl kaum mit einem Hinweis auf die von den Fotografen erworbenen Bildrechte erklären. Denn so wurde es Carta nach eigenen Angaben erklärt: Man habe die Online-Bildrechte für "Presse-Promotion", die Abermillionen von Blogs seien aber keine Presse.

Sagt ja auch keiner. Wir wünschen dem ZDF mehr Mut zu Differenzierung!

Links:

[hide]DEU Medien ZDF Brender[/hide]

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

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Kommentare: ZDF zugeknöpft: Keine Pressebilder für Blogs

Irgendwie kann ich das ZDF verstehen, das man nicht jeden mit einer Website als Presse sehen will. Sobald ich blogge bin ich publizistisch tätig und Journalist - wenn auch ohne Presseausweis. Und daraus kann man ja lustige Sachen ableiten ,wie Rezensionsexemplare bekommen, Eintrittskarten für Konzerte etc. Dass da Veranstalter irgendwann nach für sie wichtig und unwichtig sortieren, kann ich verstehen. Weil man das einfach nicht überblicken kann. Da ist es einfacher, wenn einer von einer gedruckten Zeitung kommt. Denn wenn man sich die Mühe mit dem Drucken macht- so die Denke - kann das nicht ganz so beliebig sein. Andererseits finde ich, dass gerade die ÖR besonders in unserer Schuld stehen, schließlich ist deren ganzer Zauber von uns bezahlt. Und wenn es ums Bildblog geht, dann sind sie ja auch ganz begeistert.

Diese Nachricht wurde von Marc am 27.02.09 (16:12:12) kommentiert.

Da sind die Filmvertreiber, zumal die amerikanischen, doch schon deutlich weiter. Die stellen die neusten Trailer gezielt den Bloggern zum hosten zur Verfügung (spart ja auch eigene Bandbreite) und in den Presseportalen wird genau unterschieden, welche Szenenbilder der Filme für online, welche für Print only und welche für alle Medien freigegeben sind. Eine PR-Abteilung, welche nicht erkennt, wie sehr die Blogs der Verbreitung ihrer Informationen dienlich sind, ist wahrscheinlich auch noch verpflichtet, ihre Effizienz mittels aufgeklebter Zeitungsseiten Ende Monat unter Beweis zu stellen. All das Click-Zeugs, das kann ja niemand Ernst nehmen, oder?

Diese Nachricht wurde von sennhauser am 27.02.09 (16:16:56) kommentiert.

Irgendwie kann ich das ZDF verstehen, das man nicht jeden mit einer Website als Presse sehen will. Sobald ich blogge bin ich publizistisch tätig und Journalist - wenn auch ohne Presseausweis. Und daraus kann man ja lustige Sachen ableiten ,wie Rezensionsexemplare bekommen, Eintrittskarten für Konzerte etc.
Na und? Wenn man darüber bloggt … wobei unabhängiger Journalismus aber sowieso bedeuten würde, dass solche Dinge selbst bezahlt werden.

Diese Nachricht wurde von mds am 27.02.09 (16:45:57) kommentiert.

@mds: "wobei unabhängiger Journalismus aber sowieso bedeuten würde, dass solche Dinge selbst bezahlt werden." Sag das mal dem freien Spiele-Journalisten der für seine "Unabhängigkeit" dann für 100 Euro drei Familiesnpiele kauft, um dann eine Rezension (die anderen Spiele sind leider so grottig, dass man sie nicht besprechen mag, weil der Platz dafür zu schade ist) zu schreiben, die er dann für 60 Euro an ein Blatt verkaufen kann. Dann hat er zwei schlechte Spiele zuhause und 40 Euro Miese. Natürlich kann er versuchen die Spiele bei E-Bay zu verticken, aber das kostet dann auch wieder Zeit (ebenso wie das Testspielen) und den Neupreis kriegt er nicht wieder rein. Da lassen sich natürlich ein ganzer Satz Spezialbedingungen und Ausweichmöglichkeiten konstruieren, die das abmildern, aber die sind die Ausnahme.

Diese Nachricht wurde von Marc am 27.02.09 (20:59:47) kommentiert.

Da ist das Schweizer Fernsehen schon deutlich fortschrittlicher. Diese gewähren mir Zugang zum Medienportal und senden mir auf Wunsch DVDs kommender Sendungen. (Wobei ich dann immer auch über die jeweiligen Sendungen geschrieben habe.)

Diese Nachricht wurde von Andreas Hobi am 01.03.09 (07:27:10) kommentiert.

Es gibt auch bei anderen Sendern Probleme, z.B. bei RTL. Dort ist es weniger der Zugang (der frei ist). Aber die Nutzungsbedingungen sind für Blogs problematisch. Man darf die Bilder nur eine begrenzte Zeitlang online stellen. Dies widerspricht zum einen der üblichen dauerhaften Online-Stellung von Blogbeiträgen. Zum anderen sind die wenigsten Blogger und Blogger-Software-Tools darauf eingestellt, frühere Beiträge automatisch oder manuelle nach einer gewissen Zeit zu löschen oder Bilder daraus zu entfernen.

Diese Nachricht wurde von Gerhard Schoolmann am 02.03.09 (13:43:40) kommentiert.

Es gibt ohnehin Probleme bei Online-Veröffentlichungen.

3.2 Der registrierte Kunde hat das einfache Recht, das abgerufene Material einmalig entsprechend Punkt 3.1 in den bei seiner Registrierung angegebenen Objekten zur Veröffentlichung zu nutzen. Bei einer Online-Nutzung ist die Nutzungsdauer auf eine Woche nach Sendetermin beschränkt. Danach ist das Material auch aus der elektronischen Publikation zu löschen.

Diese Nachricht wurde von Roman am 25.05.10 (09:33:38) kommentiert.

Guten Tag, mir entzieht sich etwas der Sinn dieser Diskussion. Wenn ich als Journalist unterwegs bin und bei einer Pressestelle anklopfe, egal ob ZDF, RTL oder BKA, bin ich in der Regel mit offenem Visier unterwegs und im Auftrag entweder der Redaktion XY, weil ich dort angestellt oder dediziert für eine Geschichte beauftragt bin. Dann ist der Fall für mein Gegenüber klar. Fall zwei: Ich bin als hauptberuflich freier Journalist in einer selbst initiierten Recherche unterwegs, dann dokumentiere ich das ebenfalls. Wo ich was wie publiziere (die Frage kommt garantiert), nun das ergibt sich dann nach Interessenlage. (Wo das dann ist, hängt von der Redaktion ab, die es abnimmt - oder ich brings als Werbegeschichte eben unter dem eigenen virtuellen Dach. Bezogen aufs Blog: Wieso muss ich als freier Journalist überhaupt sagen, wo ich meine Geschichte veröffentliche. Streng genommen wird ein Produkt hergestellt. Das Produkt heißt Information. Hieße es Schnürsenkel, Fahrradschlauch oder Ölfilter, würde sicherlich niemand in die Fabrik gehen und den Hersteller fragen, wohin er denn nun seine Ölflter verkauft. Hauptsache, die Dinger sind in Ordnung und die Kunden zufrieden. Letztlich liegt der Fall bei einem freien hauptberuflichen Journalisten (Blogger oder nicht) nicht anders: Daran müssen sich manche Kollegen in den Pressestellen aber anscheinend immer wieder neu gewöhnen. dann gäbs vermutlich auch keine Bildersperre für frqgende Blogjournalisten. Einer der vier gängigen Presseausweise in der Tasche von DJV und IG Medien/DJU, BDZV und VDZ dürfte die Arbeit indes etwas vereinfachen.

Diese Nachricht wurde von Christoph von Gallera am 26.05.10 (10:49:28) kommentiert.

Wieso muss ich als freier Journalist überhaupt sagen, wo ich meine Geschichte veröffentliche.
Müssen Sie nicht, habe ich auch nicht getan. Nach einem Presseausweis hat übrigens auch keiner gefragt.

Diese Nachricht wurde von Roman am 26.05.10 (11:55:15) kommentiert.
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