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04.04.13

Yopegu: Zentrale Anlaufstelle für Audioguides

Das Potsdamer Startup Yopegu will Audioguides für Ausstellungen und Stadtrundgänge an einer Stelle sammeln. Herausforderung und Chance zugleich ist die direkte Kooperation mit den Anbietern und die geplante Übersetzung der Guides in Gebärdensprache.

Yopegu_Logo Audioguides kann man sich meist im Museum ausleihen oder, wenn ein Reiseführer, als separate App auf einem Smartphone herunterladen. Auf iTunes kann man Stadtführer, zum Beispiel für Rom, in Form von Alben oder Hörbüchern beziehen. Ziel des deutschen Startups Yopegu ist es, Audioguides an einer Stelle zu sammeln und sie auf einer Karte anzuzeigen. So findet man Stadt- oder Museumsführer genau an dem Ort, an dem man sich gerade aufhält. Für die Anbieter von Audioguides ergibt sich dadurch die Chance kostenlosen Marketings. Wer vor dem Brandenburger Tor steht und eine Tour der Umgebung buchen möchte, kann damit einfach die Karte in der Yopegu-App öffnen und das Angebot vor Ort sondieren. Eine Suche auf Google, Google Play oder im iTunes Store ist nicht mehr nötig. Den passenden Guide findet man über den Standort. Gibt es mehrere zum gleichen Thema, kann man diese anhand der Bewertungen vergleichen. Die Potsdamer haben sich zum Ziel gesetzt, zu jedem Guide eine Version in Gebärdensprache für gehörlose Menschen anzubieten. Zumindest zum jetzigen Zeitpunkt fand Yopegu bei unserer Stichprobe zwar nur sehr wenige Guides in Gebärdensprache. Dass bei jedem Aufruf ein entsprechender Hinweis erscheint, zeigt aber, dass das Thema dem jungen Unternehmen wichtig ist und nicht einfach übergangen werden soll.

Deutschlandweite Expansion

Nach ersten Tests in Potsdam kamen im nächsten Schritt Audioguides für Berlin hinzu. Seitdem macht sich das fünfköpfige Team daran, Museen und private Anbieter für Audioguides deutschlandweit anzusprechen. Hierbei stellt man selbst den Kontakt zu Museen her, wie uns Lucas Oldag verriet, der bei Yopegu für das Marketing zuständig ist. Die Übersetzung eines Guides in Gebärdensprache will man ebenfalls selbst übernehmen. Das Team stellt die Anschubfinanzierung über einen Business Angel und über das Einstiegsgeld der Bundesagentur für Arbeit sicher. Derzeit ist man auf der Suche nach einem VC-Investor. Langfristig will man sich über In-App-Purchases finanzieren, sprich: Yopegu behält einen Teil des Umsatzes mit den meist kostenpflichtigen Audioguides ein.

Direkte Ansprache von Anbietern im ersten Schritt

Gerade der direkte Kontakt mit Museen und anderen Anbietern bedeutet natürlich einen hohen Organisations- und Personalaufwand, der einen internationalen Start erst später möglich macht. Laut Oldag hat das Yopegu-Team aber langfristig das Ziel, nach einem geglückten Deutschlandstart erst europaweit und dann weltweit zu expandieren. Die Chance der Potsdamer liegt darin, dass sich eine vergleichbare Lösung allein für Audioguides tatsächlich noch nicht etabliert hat. Lösungen wie Culty stellen zwar mehrere Apps für verschiedene Anlässe zur Verfügung, aber nicht alle Audioguides in einer App.

Die Stärke von Yopegu ist ganz einfach die Verknüpfung der Guides mit Geodaten und die Möglichkeit, sie direkt an Ort und Stelle über eine Karte aufzurufen. Herausforderung ist derweil die aufwändige Kooperation mit den Anbietern und die teure Übersetzung in Gebärdensprache. Auch wenn sie für Audioguides nicht gerade komfortabel sind: Die schlagkräftigsten Konkurrenten heißen Apple iTunes und Google Play. Es wird dauern, bis die kritische Masse Yopegu als erste Anlaufstelle für Guides wahrnimmt. Gelingt den Potsdamern diese Mammutaufgabe, dann hat man gute Chancen, eine erfolgreiche Marke aufzubauen.

Link: Yopegu_Logo

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