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13.06.08

Yahoo und Google: In AdSense vereint

Yahoo und Google haben gestern abend bekannt gegeben, dass Yahoo fortan Googles AdSense Programme dafür benutzen kann, die eigenen Sucheergebnisse bzw. Content-Angebote zu monetarisieren.

Diese Partnerschaft ist non-exklusiv, auf 10 Jahre begrenzt und lokal auf die US und Kanada beschränkt. Yahoo steht es also frei, neben AdSense auch eigene Werbung oder Werbung von anderen Parteien zu schalten, wenn diese lukrativer oder strategisch wertvoller sind.

Im gleichen Zuge hat Yahoo! damit auch das endgültige Ende der Gespräche mit Microsoft bezüglich einer vollständigen Übernahme oder eines teilweisen Verkaufs der Suche (was Plan B von Microsoft war) besiegelt.

Die Ironie an diesem Deal ist, dass ihn Microsoft erst mit dem feindlichen Übernahmeangebot vom Februar – wir haben wiederholt berichtet – ermöglicht hat. Microsoft hat retrospektiv betrachtet damit genau das bewirkt, was sie eigentlich vermeiden wollten: ein finanziell bessergestelltes Yahoo (man rechnet mit Mehreinnahmen in der Höhe von 250 – 450 Millionen Dollar jährlich, Techcrunch nennt sogar eine Milliarde) und eine festbetonierte Dominanz in der Suche und im Werbemarkt von Google.

Für Yahoo war dieser Schritt sicher nicht leicht, stellt er doch das implizite Eingeständnis dar, dass man der Effizienzmaschine Google, was die Verwertung von Inhalten betrifft, wenig entgegenzusetzen hat. Gleichzeitig könnte sich diese neue Konstellation für Yahoo aber durchaus als Glücksfall erweisen. Yahoo ist eher ein Medienunternehmen mit einem guten Händchen für’s Community-Building und diesbezüglich Google bei weitem überlegen. Alleine der Stolz hat es verhindert, Google nicht jahrelang in der Suche und im Werbemarkt hinterherzulaufen. Sind sie da erstmal raus ohne das Gesicht zu verlieren, können sie sich auf das konzentrieren, was sie gut – und vor allem: besser als Google – können. Siehe dazu auch unseren Artikel zur neuen strategischen Ausrichtung von Yahoo .

Die Partnerschaft muss jedenfalls noch von den US-Aufsichtsbehörden abgesegnet werden. Zumindest Google hat klar signalisiert, dass alles andere als ein OK höchst unfair wäre. («This is not a merger. … This does not remove a competitor from the playing field. … This does not prevent Yahoo! from making similar arrangements with others. … This does not increase Google’s share of search traffic. … This does not let Google raise prices for advertisers. – siehe dazu auch Robert Basic)

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