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08.09.08Leser-Kommentare

Yaez-Umfrage: Charakterlose Jugend ohne Eigenschaften

Tausende Jugendliche haben entschieden: Wir finden schleimige Typen mit hochgestelltem rosa Polohemd total sympathisch. Außerdem offenbart die Umfrage Einstellungen zum Internet.

Umfrage: Was finden Jugendliche sympathisch (Bildergalerie)

Die Schülerzeitung Jugendzeitung Yaez hat zusammen mit der Stuttgarter Hochschule der Medien eine eigene "Jugendstudie" durchgeführt. Die 2003 gegründete Zeitschrift erscheint heute erstmals bundesweit. 300.000 Hefte werden kostenlos an Schulen verteilt. Für die Studie wurden 3500 Schülerinnen und Schüler im SchülerVZ, einem Ableger der Flirtcommunity und Facebook-Kopie StudiVZ, befragt. Wenig verwunderlich: 91 Prozent der befragten sind bereit, Daten von sich ins Internet zu stellen – anders funktioniert SchülerVZ auch kaum. Mehr zur Mediennutzung der Jugendlichen:

Jedoch ist die Anzahl männlicher Jugendlicher, die nie Informationen von sich ins WWW stellt, mit 10,4% beinahe doppelt so hoch verglichen mit der der Mädchen (5,7%). Mädchen stellen auch häufiger Fotos von sich in Internet als Jungen (43% der Mädchen regelmäßig, nur 28% der Jungen regelmäßig). Videos hingegen werden von Jungen häufiger online gestellt als von Mädchen, was auf eine geschlechtsspezifische Präferenz dieses Mediums hindeutet; allerdings wird diese Form der Selbstdarstellung von der Mehrheit der Jugendlichen, egal ob männlich oder weiblich, nur selten genutzt (ca. 70% der Befragten stellen nie Videos online).

Außerdem wurden den Jugendlichen Fotos vorgelegt, die nach Sympathie für die dargestellten Lebensstile beurteilen sollten – die Teilnehmer der Studie, 61 Prozent männlich, 39 Prozent weiblich, kürten das langweiligste Rollenvorbild zu ihrem persönlichen Favoriten. Wie Jens Jessen neulich in der Zeit polterte: "Jugend ohne Charakter". Allein wegen der polierten Fotos der geschniegelten Models fügen wir hinzu: Ohne Eigenschaften.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

Kommentare

  • XiongShui

    08.09.08 (18:30:46)

    Es ist das Vorrecht der Jugend, zu rebellieren. Darüber beklagten sich schon Plato und Sokrates; und die waren bestimmt nicht die ersten. Diese Jugend rebelliert eben mit rosa Polohemden, zu weiten Hosen, etc. gegen die von uns, den Älteren vorgegebenen Lebensmaximen. Ich kann mich erinnern, elf Mark fünfzig für meine erste Levis gespart zu haben, denn offiziell wurde mir "so etwas" nicht angeschafft. Etwas später wurde die allgemeine Wehrpflicht eingeführt und wir haben über einen Witz geschmunzelt, der drei Jugendliche in Jeans mit Bomberjacke an einer Ecke stehend zeigte, während ein Soldat vorbeiging. Bildunterschrift: "Eins weiß ich, ich würde nie eine Uniform anziehen." Widersprüche, auch die gehören zu den Vorrechten der Jugend. Lassen wir ihnen das, Kindheit und Jugend sind heute sowieso schon mit zu vielen Schwierigkeiten überfrachtet, als ob die genuinen Probleme von Pubertät und Adoleszenz nicht reichen würden. Was mich wirklich erstaunt ist, daß ein fast noch Jugendlicher hier von Charakterlosigkeit schreibt. Sicher ist der Charakter noch nicht ausgebildet, aber zeigt er nicht schon Ansätze in dieser Abgrenzung von dem, was wir für "richtig" halten?

  • ThomasK

    18.09.08 (16:24:43)

    Als ich neulich in einer kleinen aber feinen Lokalredaktion die Fotos zweier Abschlussjahrgänge druckreif machte, dachte ich mir ähnliches. Die sahen alle aus, als wären sie reif für den Bacherlor, eine Karriere in der Jungen Union oder gleich als Praktikanten-Assistant im Bankenvorstand. Mehr als 50 Jugendliche und keiner der männlichen von ihnen hätte lange Haare gehabt, geschweige denn gefärbt oder anders aufgestylt. Die weiblichen waren alle samt "Mäuschen" -- jedenfalls optisch... Wobei eines sicher nicht pauschal stimmt: dass es 100% sind, die sich dem Einheitslook verschrieben haben. Die wenigen "Aus-der-Reihe-Faller" sind dann gerne um so exzentrischer. Die trifft man dann meist auf Fachoberschulen, Fachhochschulen oder Unis für Gestaltung.... bzw. eben "irgendwas mit Medien".

  • r3lite

    28.09.08 (13:09:44)

    Es wurde also erkannt, dass Jungs Nerds sind. Und zwar in beide Richtungen (spackige Videos von sich drehen oder sich ganz aus dem Geschehen raushalten) und dass die Mehrheit nicht auf schleimige Typen oder aufgebretzelte Tussis steht. In bin beeindruckt. Für diese Erkenntnisse hätte es wirklich keine Studie gebraucht.

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