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08.03.12Leser-Kommentar

Xing-API ist live: Entwickler haben inhaltlich freie Hand

Xing hat den Startschuss für die Beta-Phase seiner Entwicklerschnittstelle gegeben. Über 1000 Interessierte können die Funktionalität des Geschäftsnetzwerks nun in ihre Anwendungen integrieren. Inhaltlich haben Entwickler freie Hand.

 

Wie von uns angekündigt, hat Xing in dieser Woche das Entwicklerportal und die API für interessierte Developer geöffnet. Vorerst wird die Schnittstelle als geschlossene Beta-Variante angeboten, zu der gestern über 1000 Interessierte Zugriff erhalten haben, die sich seit Dezember in eine Warteliste auf dev.xing.com eingetragen haben. Der offizielle Launch soll bereits in einigen Wochen erfolgen, erklärte uns der zuständige Xing-Produktmanager Björn Minkmar heute in einem Telefonat.

Das Ziel des Geschäftsnetzwerks aus Hamburg ist es, mittelfristig die komplette Funktionalität der Website auch über die API anzubieten, so Minkmar, der anmerkt, dass "ein Konkurrent" (womit er natürlich LinkedIn meint) die externen Entwicklern bereitgestellten Funktionen deutlich stärker begrenzt.

Die momentan verfügbaren Zugriffsrechte umfassen unter anderem den Aktivitätenstream, Kontaktanfragen, Kontakte, geografische Angaben, Einladungen sowie die Netzwerkverwaltung. Als nächstes auf der Agenda steht nach den Worten von Minkmar eine Einbeziehung der Nachrichtenfunktion, gefolgt von Veranstaltungen, Gruppen, Stellenangeboten sowie Unternehmensprofilen.

In unserem Bericht vor einer Woche erwähnten wir den geplanten Freigabeprozess für Apps sowie eine Aussage von Xing-Vorstandschef Stefan Groß-Selbeck, nachdem das Unternehmen darauf achten wolle, dass mit Xing über die API verbundene Drittanbieter in den Kontext des Business-Netzwerks passen.

Freigabeprozess zielt nicht auf inhaltliche Kontrolle ab

Wie uns Produktmanager Björn Minkmar heute bestätigte, werden die Norddeutschen hier allerdings weit weniger stark eingreifen, als in Anbetracht von Groß-Selbecks Kommentar sowie des typisch deutschen Kontroll- und Regulierungsbedürfnisses, das hiesige Onlinedienste nicht ausklammert, zu befürchten war.

"Wir wollen keine inhaltliche Zensur und lehnen keine Anwendung ab, nur weil diese uns nicht plausibel erscheint", betont Minkmar. "Entwickler können mit den von uns bereitgestellten Ressourcen bauen, was sie für sinnvoll erachten. Letztlich werden die Xing-Nutzer entscheiden, welche Anwendungen sich durchsetzen". Laut Minkmar kann jeder Entwickler grundsätzlich davon ausgehen, dass er einen "Production Key", also den erforderlichen API-Schlüssel erhält.

Der alleinige Grund für den Freigabeprozess liegt seiner Aussage nach darin, dass das Unternehmen nur die Zugriffsrechte freischalten möchte, die von einer App wirklich benötigt werden. Wenn jedoch ein Spiele-Entwickler der Meinung ist, dass Nutzer direkt aus dem Game auf Funktionalität ihres Xing-Kontos zugreifen sollten, dann kann er dies gerne anbieten, sagt der Xing-Produktmanager.

Auf die Frage, wieso zum Launch der API keine Integrationen mit namhaften Partnern wie Social-Media-Werkzeugen verkündet wurden, erklärt Minkmar, dass bewusst keine spezifischen Use Cases vorgegeben werden sollten. Ziel sei es, dass so viele externe Websites und Dienste von der Xing-API Nutzen machen wie möglich. Wieso die pressewirksame Nachricht der Unterstützung des Social Networks durch populäre Tools wie etwa Tweetdeck, HootSuite oder Buffer diesem Unterfangen geschadet hätte, bleibt Xings Geheimnis.

Grundsätzlich ist das geplante Vorgehen von Xing, keine inhatliche Einflussnahme auf Apps ausüben zu wollen, in jedem Fall zu begrüßen und der einzig richtige Ansatz, um als David gegen Goliath LinkedIn überhaupt noch eine Chance zu haben.

Kommentare

  • Oliver Preikschat

    09.03.12 (16:34:32)

    Ich halte die Entwicklerschnittstelle bei XING für lange überfällig und verstehe beim besten Willen auch nicht warum nun wieder die bekannten Werkzeuge nicht schon drin sind. Scheint fast ein deutsches API Problem zu sein. Mal sehen was draus wird.

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