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12.06.12

WWDC-Ankündigungen: Auch Apple kommt an Facebook nicht vorbei

Schon seit Längerem wurde über eine Integration von Facebook in Apples Mobilbetriebsystem iOS spekuliert, jetzt ist sie offiziell. Und nicht nur das: Auch in der nächsten Version von OS X findet sich das blaue Social Network ab Werk.

Apple bewirbt die neue Facebook-Integration intensiv.Als Apple vor einem Jahr im Zuge von iOS 5 die Integration von Twitter ankündigte, war vielerorts die Verblüffung groß. Warum ausgerechnet Twitter, wo doch alle vom viel größeren Facebook ausgegangen waren? Und tatsächlich gab es auch Videos einer Testversion von iOS 5, in der sich anstelle von Twitter eben Facebook gefunden hatte. Warum der Deal damals nicht zustande gekommen war, ist unbekannt.

Jetzt aber ist es soweit: In iOS 6 wird sich noch im Herbst dieses Jahres Facebook finden. Es wird ebenso wie Twitter tief ins Betriebssystem integriert und ist damit auch auf dieser wichtigen Mobilplattform allgegenwärtig. iOS-Nutzer müssen dann nur einmal ihre Logindaten hinterlassen und können in der Folge aus Apps heraus direkt zu Facebook posten. Entwickler haben die Möglichkeit, die entsprechende Schnittstelle in ihre Programme zu integrieren. Auch Siri versteht sich mit Facebook, Events von dort werden in den iOS-Kalender integriert, die Facebook-Freunde finden sich in den Kontakten und noch einiges mehr.

In der Eröffnungskeynote zu Apples Entwicklerkonferenz WWDC am gestrigen Montag wurde dabei auch noch einmal anhand einiger Zahlen gezeigt, wie wichtig dieser Schritt vor einem Jahr für Twitter gewesen ist. Die Zahl der iOS-Nutzer habe sich für Twitter seitdem verdreifacht. 10 Milliarden Tweets wurden via iOS 5 abgesetzt. Und vielleicht am beeindruckendsten: 47 Prozent aller Fotos auf Twitter kommen via iOS 5. Alle diese Angaben entstammen der Apple-Keynote und sind mit entsprechender Vorsicht zu genießen. Unklar ist beispielsweise, inwiefern diese Zahlen direkt mit der Integration zusammenhängen. Dennoch dürfte es sich für Twitter ausgezahlt haben, zu einem Bestandteil dieser Mobilplattform geworden zu sein.

Facebook ist zwar um ein Vielfaches größer als Twitter und muss sicherlich niemandem mehr bekannt gemacht werden. Aber gerade jetzt nach dem Börsengang kommt es wohl zu pass, dass auch Apple nicht um Facebook herumkommt. Mark Zuckerbergs Social Network sichert sich dabei nicht nur auf iOS, sondern auch im kommenden OS X "Mountain Lion" einen Platz in der ersten Reihe. Dort wird systemweit ein neuer Share-Button eingeführt, mit dem man Inhalte besonders schnell per E-Mail verschicken, vertwittern oder eben auf Facebook posten kann.

Bekanntlich hatte Apple mit dem Social Network für Musik namens "Ping" einen eigenen Versuch in Facebooks Feld unternommen. Ping ist direkt mit der iTunes-Software verknüpft und wird dort intensiv beworben. Dieses Experiment aber scheint von wenig Erfolg gekrönt zu sein, denn das Schweigen um Zahlen rund um Ping ist schon sehr auffällig. Und Apples CEO Tim Cook hatte sich auf der Konferenz "All Things Digital" kürzlich auch sehr zurückhaltend gezeigt, als das Gespräch darauf kam. Die Nutzer hätten abgestimmt, erklärte er. Einige würden es lieben, aber nicht sehr viele. Ob er Ping abschalten wollte, mochte Tim Cook zu diesem Zeitpunkt noch nicht bestätigen, schloss es aber auch nicht aus.

In der gestrigen Keynote spielte das hauseigene Social Network jedenfalls keine Rolle. Interessant ist, dass Facebook unter iOS unter anderem auch in den App Store und iTunes integriert wird. Hier kann man dann auf "Like" klicken, um Musik, Filme oder Apps seinen Freunden zu empfehlen. Und das könnte dann der passende Zeitpunkt für Apple sein, Ping endgültig ins Leere laufen zu lassen.

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