<< Themensammlung Netzwertig

Unter netzwertig veröffentlichen wir in unserem Blog Einschätzungen zu aktuellen digitalen Geschäftsmodellen und IT-Trends, Meldungen, Analysen, Reviews und Specials.

30.01.12Kommentieren

Wrapp: Schwedens wahrscheinlich nächster Startup-Hit

Das schwedische Startup Wrapp erlaubt es Anwendern, Facebook-Freunde mit Geschenkgutscheinen zu überraschen. Die Gründer von Skype und LinkedIn glauben an den Erfolg des Dienstes, der nun die internationale Expansion plant.

 

Schweden hat in den vergangenen Jahren eine ganze Reihe international erfolgreicher Onlinefirmen hervorgebracht. Spotify, Stardoll, Flattr, Pingdom und Rebtel sind nur einige Beispiele (weitere hier). Da ich selbst in dem skandinavischen Land wohnhaft bin, habe ich naturgemäß ein besonders wachsames Auge, wenn sich wieder einmal ein schwedisches Jungunternehmen aufmacht, um global zu expandieren. Der Square-Konkurrent iZettle gehört sicher zu den vielversprechendsten Kandidaten (hier unserer exklusiver Review), auch wenn ein konkretes Launchdatum für andere Märkte bisher noch nicht bestätigt wurde.

Mit Wrapp schickt sich derzeit aber noch ein weiteres Startup aus dem hohen Norden an, international für Furore zu sorgen. Das jüngste Fünf-Millionen-Dollar-Investment von LinkedIn-Gründer und Greylock-Partners-Partner Reid Hoffmann in die Firma aus Stockholm sowie die vorausgegangene Beteiligung von Atomico, dem VC-Vehikel von Skype-Gründer Niklas Zennström, in ähnlicher Höhe lassen wenig Zweifel an den großen Hoffnungen, die in Wrapp gesteckt werden. Beachtlich sind diese Kapitalspritzen schon deshalb, weil der Dienst bisher nur in Schweden verfügbar ist.

"Social Gifting"

Wrapp, das von einem erfahrenen Team aus Entrepreneuren und Startup-Machern gegründet wurde, bezeichnet seinen Service als "Social Gifting". Der als Browserversion sowie Android- und iOS-App angebotene, ein Facebook-Konto erfordernde Dienst erlaubt es Anwendern, ihren Freunden digitale Geschenkgutscheine für ausgewählte Geschäfte zukommen zu lassen. Das Besondere: Je nach Empfänger und Zeitpunkt werden einzelne Gutscheine gratis angeboten, andere lassen sich käuflich erwerben.

Wer mit Hilfe von Wrapp einen Facebook-Freund beschenken möchte, wählt die jeweilige Person aus der von Wrapp zusammengestellten Liste anstehender Geburtstag oder über das Freundes-Menü aus und entscheidet sich daraufhin für einen der angebotenen Gutscheine. Derzeit verfügbare Gratis-Geschenke haben einen Wert von umgerechnet fünf oder zehn Euro. Für kostenpflichtige Geschenkkarten kann ein Wunschbetrag festgelegt werden.

Die Geschenkkarten werden zusammen mit einer individuellen Grußbotschaft per Mail oder als Eintrag auf der Facebook-Pinnwand des Beschenkten versendet. Um sie einzulösen zu können, müssen die Empfänger anschließend die Wrapp-App für iPhone oder Android herunterladen, um den Gutschein an der Kasse des jeweiligen Geschäfts vorzeigen zu können.

Beteiligung an von anderen verschenkten Gutscheinen

Erhält ein Facebook-Kontakt von einem gemeinsamen Freund ein Geschenk via Wrapp, bietet der Dienst einem die Möglichkeit an, sich mit einem Wunschbetrag an dem Gutschein zu beteiligen. Empfänger erfahren dabei nicht, welchen Betrag die einzelnen Schenker beigesteuert haben, sondern lediglich die Gesamtsumme, für die sie shoppen gehen können. Eine Beteiligung ist bis zu sieben Tage möglich, nachdem der Gutschein an den Empfänger übermittelt wurde - sofern dieser ihn bis dahin noch nicht eingelöst hat. Kostenpflichtige Karten haben eine Gültigkeit von zwölf Monaten, kostenlose von 30 bis 90 Tagen.

Händler profitieren doppelt

Wrapp erinnert in einzelnen Aspekten an friendfund oder eDivvy.com, stellt aber die Gutscheine und nicht das gemeinsame Schenken in den Mittelpunkt. Händler, die über Wrapp kostenfreie Gutscheine anbieten, profitieren auf doppelte Weise von dem Dienst: Zum einen ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sich Empfänger einer kostenfreien Geschenkkarte ins jeweilige Geschäft begeben und dort über den Gutscheinbetrag hinaus weiteren Umsatz generieren. Zum anderen könnten Freunde des Schenkenden sich animiert fühlen, einen Gutschein um käuflich zu erwerbendes Guthaben zu ergänzen.

Das schwedische Startup kombiniert ein aus Endanwendersicht attraktives, das mobile Web umarmendes Konzept mit einer hervorragenden Möglichkeit der Kundenakquise für Online- und Offline-Händler. Die enge Bindung an Facebook garantiert die notwendige Viralität, um Wrapp - im besten Fall ohne kostspieligen Marketingaufwand - zu einer schnellen Bekanntheit zu verhelfen. Nicht zuletzt im Hinblick auf das hochkarätige Gründer- und Investorenteam stellt sich einem da durchaus die Frage, was jetzt eigentlich noch schiefgehen kann.

Expansion in die USA und nach Großbritannien

Wrapp-Mitgründer Andreas Ehn, der zuvor als CTO bei Spotify tätig war, ließ uns auf Anfrage wissen, dass es noch keine konkreten Details zu einem Launch des Dienstes im deutschsprachigen Raum gebe. Der Schwerpunkt der geplanten Expansion liegt vorerst auf Großbritannien und den USA, wo Wrapp noch im ersten Quartal 2012 an den Start gehen soll. Das Unternehmen hat dazu kürzlich auch eine Niederlassung im Silicon Valley eröffnet.

Somit ist wohl auch davon auszugehen, dass in Deutschland schon fleißig an dem ein oder anderen Wrapp-Klon gearbeitet wird.

Kommentare

Diesen Beitrag kommentieren:

Die Kommentare können nur zwischen 9 und 16 Uhr
freigeschaltet werden. Wir bitten um Verständnis.

Um Spam zu vermeiden, schreiben Sie bitte die Buchstaben aus diesem Bild in das nebenstehende Formularfeld:

Das könnte Sie auch interessieren

Förderland-Newsletter

Wissen für Gründer und Unternehmer