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16.10.08

WordPress: Automattic übernimmt PollDaddy

Automattic übernimmt das Umfrage-Tool PollDaddy und stattet mehr als 4 Millionen Blogs damit aus. Für WordPress ist das ein weiterer Schritt auf dem Weg zum dezentralen sozialen Netzwerk.

Matt Mullenwegs Automattic, die Firma hinter WordPress, bleibt umtriebig und schnappt sich das irische Startup PollDaddy. PollDaddy ist ein beliebtes Tool zum Erstellen von Umfragen, die man als Widgets im eigenen Blog, dem Profil auf einem sozialen Netzwerk, oder an beliebiger anderer Stelle einbinden kann. (Unsere Kollegen von imgriff.com verwenden es gern, zum Beispiel in diesem Artikel.)

Als Begründung nennt Mullenweg auf seinem Blog:

In den letzten ein oder zwei Jahren haben mich Umfragen als leichtgewichtige Interaktionsform, die gelegentliche Besucher einer Webseite einbindet, zunehmend interessiert, zumal dabei auch sehr interessante Daten zum herumspielen abfallen. Bei einigen WordCamps hatte ich auch schon erwähnt, dass ein Umfrage-Plugin eines der 10 beliebtesten Plugins überhaupt ist. WordPress-User scheinen Umfragen zu lieben.

Automattic hat dann begonnen selbst ein Umfrage-Plugin zu bauen. Obwohl das Grundproblem trivial erschien, war die Sache unter der Haube etwas komplizierter als erwartet und PollDaddy war ihnen und allen anderen in dem Bereich aktiven Anbietern immer einen Schritt voraus. Neben der Expertise bekommen sie mit dem Kauf auch einen Wulst an Daten: Über eine Million Umfragen mit fast 200 Millionen Anworten wurden auf PollDaddy bereits erstellt.

Nach der Ankündigung haben sie auch keine Zeit verloren. Auf über 4 Millionen wordpress.com Blogs wurde das PollDaddy-Widget ermöglicht und ein Plugin für selbstgehostetete WordPress-Installationen gibt es auch.

Für Automattic ist das die dritte grössere Akquisition innerhalb von zwei Monaten. Über den Kauf von BuddyPress, welches WordPress mit den Basis-Features von sozialen Netzwerken ausstattet, haben wir berichtet. Danach haben sie auch noch den sozialen Kommentardienst Intense Debate übernommen.

Fazit:

Keine dieser Übernahmen wirkt besonders spektakulär, aber als Teilchen in einem Puzzle transformieren sie WordPress zusehends in einen echten Mitspieler im Social Networking Bereich. Je mehr Zeit wir auf den unterschiedlichsten Webdiensten verbringen, desto grösser wird das Bedürniss der Zusammenführung all dieser Outputs werden.

Facebook und – auf seine Art – MySpace sind derzeit die grössten Nutznießer dieser Entwicklung, weil sie prinzipiell alles schlucken und für die User die zentrale Anlaufstelle für die meisten Aktivitäten werden. Aber WordPress bietet einen fundamentalen Vorteil: Persönliches Branding unter einer eigenen Domain und volle Kontrolle über alle Aspekte.

Noch fehlen ein paar Bausteine im Puzzle zum vollständigen dezentralen sozialen Netzwerk, aber anders als etwa Google mit seinem Open Social ist WordPress auf dem besten Wege dorthin.

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