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29.07.08Leser-Kommentare

Wie informieren sich Schweizer IT-Chefs: «Fredy sagt auch, bei ihnen sei es gar nicht schlecht gelaufen.»

Schweizer IT-Verantwortliche informieren sich vor allem aus Branchentratsch und Fachmagazinen. Müssen wir uns Sorgen machen? Ja: um die Firmen, für die sie verantwortlich sind.

Die Technologie macht weiter rasante Fortschritte. Insbesondere alles, was online angeliefert wird, wird schneller, besser, billiger. Dabei fällt auf, dass während der Zugang von privaten Usern und kleinen Firmen zu professionellen Tools in letzter Zeit grosse Fortschritte gemacht hat, sich viele IT-Umgebungen in Grossunternehmen vergleichsweise wenig verändert haben. Das hat einen einfachen Grund, wenn man einer Studie glauben darf: Die IT-Leiter erfahren von den neuen Tools nichts.

Ende Mai stellte Lea Knobel von der Agentur Farner PR (beide kenne und mag ich) ihre Diplomarbeit «Das Informationsverhalten von IT-Verantwortlichen – Nutzung und Wirkung von IT-Fachmedien» vor, die sie an der FH Winterthur erstellt hat. (Meine heutige Replik folgt also eher einer Print-Zeitmetrik.)

Wie informieren sich also diese 236 Leute? Hier die «fünf zentralen Ergebnisse» der Studie im O-Ton:

  • Gespräche mit Kollegen und IT-Fachmagazine sind die wichtigsten Informationsquellen für IT-Verantwortliche.
  • Am meisten gelesen und am besten bewertet werden die IT-Fachmagazine InfoWeek und Computerworld.
  • Online-Informationen wie die Webseiten der Medien, Newsticker und Blogs finden markant geringere Beachtung als die Printmedien.
  • Die unter 30-jährigen IT-Verantwortlichen weisen ein anderes Informationsverhalten auf als die anderen Altersgruppen.
  • Die CIOs informieren sich anders als ihre Unterstellten.

Es lohnt, sich die entsprechende Auswertung genauer anzuschauen.

«Gespräche mit Berufskollegen» sind also das wichtigste, mit deutlich über 90% «sehr wichtig» oder «wichtig». Hier hätte man in einer Interviewsituation nachfragen können: Welche Kollegen sind das denn genau? Andere CIOs beim Branchenevent? Dann ist das Ergebnis eine wunderbare Dokumentation für den bekannten Herdentrieb der IT: «Fredy führt demnächst bei sich Sharepoint ein, das sollten wir wohl auch machen.»* Nicht umsonst ist «Nobody ever got fired for buying IBM» (gilt auch für: SAP, Microsoft, Oracle) eine schon sprichwörtliche Leitlinie für wenig innovationsfreundliche Typen.

Oder fragt er vielleicht den jungen Mitarbeiter, von dem er weiss, dass dieser viel näher dran ist als er selbst? (Das meine ich nicht wertend, ich frage auch immer gern Experten.) Aber wo informiert sich dieser wichtige Einflüsterer? Wir wissen es nicht.

Auf Platz 2 folgen die «IT-Fachzeitschriften». Diese sind in einer separaten Auswertung aufgeschlüsselt.

Interessant, dass zwar oben über 80% Fachzeitschriften als «sehr wichtig» oder «wichtig» angegeben hatten, aber die beiden topplatzierten Computerworld und InfoWeek nur von rund 35% der Leute regelmässig gelesen werden. Ich kenne das von mir selbst: Ich bekomme drei der Top-5-Magazine zugeschickt und lese sie eigentlich ganz gern, habe aber de facto sowohl zuhaus wie auch im Büro schnell wachsende Stapel von noch verschweissten Heften, die ich alle paar Monate ungelesen entsorge.

Die Liste der «Fachzeitschriften» beinhaltet noch eine weitere Überraschung: Auf Platz 3 steht der PC-Tipp, eine Zeitschrift mit einem klaren B2C- und Servicethemen-Profil (vergleichbar der deutschen Computerbild, nur ohne die grossen Tests). Christoph Hugenschmidt von inside-it kommentierte den guten Platz entsprechend hämisch: «CIOs scheinen auch massiv PC-Probleme zu haben und sich für CD-Ripping zu interessieren.»

Am meisten wahrgenommen an der Studie wurde die Tatsache, wie schlecht die Online-Medien abschneiden. Platz 10 ist etwas verwirrend als «Webseiten der Medien» bezeichnet, und man weiss nicht genau, ob sich dies auf die Online-Präsenzen der genannten Print-Magazine bezieht (deren Websites sich nicht gerade durch herausragende Nur-Online-Inhalte als Pflichtlektüre empfehlen), oder auch auf Nur-Online-Medien wie das genannte inside-it. So oder so sind nur etwas über 40% «sehr wichtig» und «wichtig» ein enttäuschender Wert für uns «Onliner».

E-Mail-Newsletter kommen immerhin noch auf über 20% (auch das kommt einem sehr gering vor, zumal etwa der Netzwocheticker 13'000 Abonnenten hat), und ganz schlecht kommen die Blogs weg, die nur unter 10% der CIOs als «sehr wichtig» oder «wichtig» nennen. Natürlich wurde dieses Ergebnis von den Holzmedien mit einer gewissen Genugtuung kommentiert; diese Vorlage würde ich mir auch nicht entgehen lassen.

Was also sagen wir dazu? Sind IT-Chefs ignorant, oder wissen sie sich nur effizienter zu informieren als wir, die wir Stunden online mit dem Lesen von Blogs vertrödeln?

Zweifellos ist man mit dem Lesen von Fachmagazinen nicht schlecht informiert, wenn es um einen breiten Überblick über das Thema IT geht. Wie auch auf den Digital-Seiten der Tagespresse oder im Multimedia-Bund der Sonntagszeitung bekommt man einen guten Überblick und bisweilen auch im Detail einige ganz interessante Hinweise. Allerdings: Wer «sein Thema» auch online verfolgt, erfährt auf dem Printkanal alles mindestens eine Woche (bedingt durch die Erscheinungsweise), in der Regel aber eher vier Wochen (bedingt durch den redaktionellen Vorlauf für alles, was keinen besonderen Aktualitätsanspruch hat), nachdem es passiert ist. Vielen IT-Leitern - in der Regel freundliche Herren im «besten Alter» mit bunten, kurzärmligen Hemden - reicht das offenbar auch heute noch.

Zweitens kann bei einem Thema, das einen wirklich interessiert und betrifft, ein Artikel in einem «General-Interest-IT-Magazin» wie der InfoWeek oder Computerworld unmöglich detailliert genug sein, um zum Beispiel einen grossen Investitionsentscheid zu rechtfertigen. Hier muss man für eine seriöse Evaluation online recherchieren. Eine Google-Suche nach dem Produktnamen und dem Begriff «probleme» bzw. «problems» und das Studieren der ersten Trefferseiten bringt fast immer gute Erkenntnisse, die in Print-Artikeln schlicht nicht vorkommen (die englische Variante bringt fast immer den besseren Überblick, während die deutschen Top-Treffer sich oft mit Detailproblemen beschäftigen, weil beim viel grösseren englischsprachigen Web Googles PageRank-Logik besser funktioniert). Welche davon Blogs sind, welche Online-Medien und welche Websites von Print-Magazinen, erkennt man meist auf den ersten Blick, und es kann einem helfen, die dort erhaltenen Informationen einzuordnen.

Die Synthese muss man sich dabei selbst erarbeiten, nachdem man 20 Online-Artikel (quer)gelesen hat. Das ist eine andere, anstrengende Art der Informationsbeschaffung, deutlich aufwändiger, als mit Fredy zu sprechen, der beim Apéro sagt, nein, sie hätten eigentlich keine grossen Probleme bei der Einführung von Sharepoint gehabt (was auch mehr oder weniger der Wahrheit entsprechen kann).

Was die Studie nicht beantworten will und kann, ist die pikante Frage, wieviel IT-Entscheidungen überhaupt noch zentral vom Leiter Informatik gefällt werden. Billy Marshall schildert im Artikel «The CIO is the Last to Know» eine Anekdote aus dem Jahr 2002 von einem konservativen IT-Chef, der nicht wusste, dass ein Viertel seiner Systeme bereits auf Linux lief. Heute hat sich diese Entwicklung noch verschärft. Die Fachabteilung oder die Länderniederlassung kann schnell mal irgendwo für ein paar Dollar im Monat ein CRM oder ein Corporate Wiki zumieten, oder haufenweise Dokumente in Google Docs speichern statt auf dem Fileserver, ohne dass die IT etwas davon erfährt.

Mein Fazit:

1. IT-Abteilungen neigen von Haus dazu, konservativ zu sein, denn nur so können sie standardisieren, und nur das spart Kosten (denken sie). Der IT-Chef sieht sich als oberster Verfechter dieser Politik. Allerdings hat sich die Branche recht fundamental verändert. Was vor zehn Jahren noch sechsstellige Beträge kostete, ist heute für einen Bruchteil dessen zu haben, auf dem eigenen Server oder irgendwo. Die Hersteller von «klassischer» Soft- und Hardware haben ein Interesse daran, dass sich das nicht allzu schnell herumspricht, und die Fachzeitschriften helfen ihnen (ihren Inseratekunden) dabei, indem viele immer noch tun, als seien Begriffe wie «open source» oder «Virtualisierung» eigentlich eher etwas Unanständiges. Der Wettbewerb und die Anprüche der User werden Firmen mit IT-Infrastruktur alter Prägung früher oder später einholen.

2. Die Begriffe «IT-Verantwortlicher», «Leiter Informatik» und «Chief Information Officer» werden häufig synonym verwendet, drücken aber völlig unterschiedliche Interpretationen des Jobs aus. Während der «CIO» den Auftrag hat, dem Unternehmen die Ressource Information möglichst effektiv und effizient nutzbar zu machen, um so strategische Wettbewerbsvorteile zu erarbeiten, verwaltet der «Leiter Informatik» das Hard- und Software-Inventar wie sein Kollege die Liegenschaften und Büromöbel (beide Aufgaben sind daher auch vielen KMUs beim Finanzchef angesiedelt). In vielen Schweizer Unternehmen dominiert noch dieser Typ, der zu Mainframe-Zeiten «RZ-Leiter» hiess. Echte «CIOs» dagegen sind noch eher die Ausnahme - aber ich bin auch ohne komparative Studie überzeugt, dass diese Leute mit dem neuen Jobverständnis alle überzeugte Onliner sind.

3. Dass sich sowohl die jungen Leute wie auch die «Untergebenen» anders informieren als ihre alten Chefs, sagt alles über die zukünftige Entwicklung. Der IT-Leiter, der zwar viel mailt und ein bisschen surft, ansonsten aber arbeitet wie vor dem Internet, ist ein Auslaufmodell. Blogs, Wikis, Instant Messaging, VoIP und so weiter sind ihm fremd, und er versucht, ohne sie bis zur Rente durchzukommen. (Was nichts Neues ist: Die gleiche Situation gab es vor 20 bis 30 Jahren, als Sachbearbeiter versuchten, sich vor der Einführung «des Computers» in die Rente zu retten.) Von Jason Calacanis stammt der schöne Ausspruch: «As internet people, we shouldn't bother with people who don't understand the internet, because they'll be dead soon.»

* Alle Namen und Beispiele sind ausgedacht. Keine Ahnung, was Fredy einführt, aber Sharepoint scheint mir ein Beispiel zu sein, bei dem der Herdentrieb gut spielt.

Kommentare

  • Christoph Hugenschmidt

    29.07.08 (15:21:12)

    Blogs sind völlig unbedeutend und Peter Hogenkamp schweigt dazu? Ich bin erstaunt. Vielleicht geht es Dir, Peter, ja wie mir. Als eindeutige Loser in der Studie zum Medienkonsum von "CIOs" (mehr zum Begriff unten) von Lea Knobel wollen wir (inside-it.ch respektive Blogwerk) nicht als schlechte Verlierer dastehen und über die Arbeit von Lea ablästern. Trotzdem: Die Studie sagt wenig über Medien in der Informatik aus aber einiges über Begriffsverwirrung. Zuerst: Wer wurde zu seinem Medienkonsum gefragt? Bei der Einladung zur Präsentation der Studie war von CIOs, also von Chief Information Officers, die Rede. Solche Leute - man könnte auch von "IT-Strategen" sprechen - gibt es in der Schweiz nicht viele. Vielleicht 200? Ich bezweifle, dass Lea Knobel für ihre Umfrage auch nur mit einem einzigen davon Kontakt hatte. Oder füllt Karl Landert von der CS Online-Umfragen aus, weil er über Xing kontaktiert wurde? Bei der Präsentation der Studie selbst sprach Knobel dann von "IT-Verantwortlichen". Auf unsere Nachfrage hin sagte sie, dass damit Leute gemeint seien, die "beruflich für Informatik oder Teile davon verantwortlich sind oder einfach in der Informatik arbeiten". Also PC-Supporter, Desktop-Publisher, Administratoren, Entwickler (Programmierer). Alles nur nicht CIOs oder "IT-Verantwortliche". Damit erklärt sich dann die sehr gute Positionierung der Zeitschrift PCtipp, die sich an ausgesprochene Laien wie Dich und mich richtet. Unklar blieb auch, wieviele der Befragten bei Anbietern (Microsoft & Co.) tätig sind. Es erklärt sich auch der Hang zu Printmedien und die Liebe zu Produktetests, die Knobel als herausragende Merkmale des Medienkonsums von "IT-Verantwortlichen" herausgefunden haben will. Man nennt diejenigen Medien, die man kennt und die seit Jahr und Tag in der Cafeteria herumliegen. Töllstes Thema ist natürlich Shoppen, also "Produktetests". Was kümmert es da, dass keine einzige Schweizer IT-Zeitschrift über ein Testlabor verfügt? Und dass sich "CIOs" wohl eher weniger mit Vergleichstests zum Thema "5 Gratis-Tools für den Schutz Ihres PCs" beschäftigen? Ziemlich leise präsentierte Knobel ihre Resultate zu den Lesegewohnheiten der "IT-Verantwortlichen" (wir wissen nun, es hätte im besten Fall "die irgendwo in der Informatik-Abteilung angestellten" heissen sollen) bei Blogs. Das meistgelesene Blog "unter CIOs" (lassen wir den Joke nun) ist gemäss Knobel nämlich dasjenige von Internet Briefing. Gefragt hat sie übrigens die Leser von... Internet Briefing. Whatever: Wir haben nun einen neuen "Master of Advanced Studies in Communications Mangement and Leadership". Das ist doch immerhin etwas.

  • Andreas Von Gunten

    29.07.08 (15:24:56)

    Dieses Verhalten erklärt auch ein wenig, warum so viele völlig veraltete Applikationen immer noch gekauft werden. Es ist immer wieder erstaunlich zu sehen, mit welcher Art Software, vor allem Branchenlösungen, die lokalen Anbieter bei Evaluationsverfahren oft an den Start gehen, und sowohl auf der Anbieter wie auf der Abnehmerseite ehrlich die Überzeugung vorherrscht, man habe ein State-of-the-Art Produkt vor sich. Tja, die Welt dreht sich halt einfach viel langsamer, als dass wir gemeinhin annehmen...

  • Daniel Niklaus

    29.07.08 (15:48:09)

    Ich gehöre zu den 236 Leuten, die diesen Link erhielten. Schon mal geachtet; www.heise.de fehlt...? Wenn ich es früher auch anders sah, es ist gut, dass die CIO's etwas konservativ sind - für die Unternehmen. Never change a running System hat was. So müssen wir Innovatoren halt etwas mehr Beweise für unsere Ideen liefern. Und das unseren Ideen auch noch nie geschadet ;-)

  • andreas

    29.07.08 (16:39:53)

    Die Studie zeigt einmal mehr das Problem auf, dass die Medienproduzenten (egal ob holzverarbeitende Industrie oder Onliner) grosse Probleme haben, die Bedürfnisse unserer Leserschaft zu ermitteln. Egal ob Masterarbeiten, Leserstudien oder Gespräche mit Leser und Nicht-Lesern: Die Mittel, die mir zur Erforschung zur Verfügung stehen, sind mehr als unzureichend und entlarven sich bereits beim ersten Überfliegen selbst als untauglich. Das Resultat ist, dass ich nicht weiss, was die Leser wollen und darum mache ich, was ich (oder ein Vorgesetzter *hmpf*) als sinnvoll erachtet. Denn im Gegensatz zum "Spiegel" oder anderen grossen Publikationen, die sich je nach Thema und Aufmacher besser oder schlechter verkaufen, hat man bei den kleinen Auflagen der IT-Postillen hierzulande und dem vorwiegenden Vertrieb via Abo nicht mal Feedback über die Verkaufszahlen. Inhaltliche Veränderungen oder Anpassungen wirken sich, wenn überhaupt, erst nach Jahren aus. Denn bis jemand mal ein Abo kündigt, braucht es viel. Als Onliner hat man es etwas einfacher, zu messen, was läuft und was nicht. Allerdings sagen einem Klickzahlen auch nix über die Masse, die einen nicht liest und die Gründe. Auch ist in jedem Fall unklar, ob ein "CIO" die Umfrage nun auch wirklich als "CIO" beantwortet oder als Mix aus Privatmensch und CIO (dieses Problem kennt in leicht anderer Ausprägung auch Korpskommandant a.D. Roland Nef ;)). Die Arbeit und die Resultate von Lea Knobel sind darum vor allem ein Ausdruck der generellen Unfähigkeit der Medienindustrie, sich selber zu "benchmarken". Zum einseitigen Konsumverhalten der "CIOs": Ich schätze, dass viele IT-Verantwortliche wenig Zeit haben, sich selber ein Informationsangebot zusammenzustellen, und deshalb froh sind um einen bunten Mix vorfabrizierter Inhalte (McDonald's ist schneller als selber kochen), den man einfach mitnehmen und auch mal Abseits des Computers lesen kann. Vielleicht würden sie's sogar online lesen, wenn es solche Angebote auch online gäbe. Nur sind mir mindestens keine deutschsprachigen bekannt: Inside-IT ist ein wunderbares Produkt, aber nun mal einfach nur ein besserer Newsticker. Ebenso Heise, Golem und wie sie alle heissen. Man muss sie täglich lesen, sonst verpasst man was wichtiges. Die vorfabrizierten Inhalte muss man halt nur alle 7, 14 oder gar 28 Tage lesen. Grosser Vorteil fürs Altpapier. Dass jüngere Leute mehr am Internet hängen, dürfe daran liegen, dass sie Bedarf nach anderen Informationen haben, weil sie weniger Manager als Software-Entwickler oder Admins sind. Für diese sind Google und Blogs ein unverzichtbarer Fundus an Informationen und Problemlösungen, weil sie von Ihresgleichen geschrieben werden (oder speziell vom Hersteller abgestellten Personen, die speziell für diese Gruppen schreiben). Für "CIOs" gibt's sowas wenig. Entsprechend fehlen für die "CIOs" diese Inhalte. Provokativ gefragt: Warum sollen sie dann etwas lesen, was für ihre Untergebenen geeignet ist? Das Beschaffungswesen in der IT lasse ich einmal beiseite. Ich bin aber ziemlich sicher, dass es nicht wesentlicht von den Magazinen beeinflusst wird.

  • Reto Hartinger

    29.07.08 (17:04:44)

    Jeder sieht es immer aus seinem Blickwinkel und versucht die Decke so stark auf seine Seite zu ziehen wie möglich. Selbstverständlich ist die Studie nicht über alle Zweifel erhaben, das Wort IT-Verantwortliche schwammig und die Studie wird zu ernst genommen. Schauen wir uns das Resultat deshalb etwas nüchterner an. Blogs können zurzeit noch nicht die Funktion der Printmedien einnehmen. Die werden nämlich auf das Pult gepusht und müssen nicht im Internet abgerufen werden. Und wenn ich schon einmal einen solchen Titel vor mir habe schaue ich kurz einmal rein. Kommt er jede Woche, zweiwöchentlich oder monatlich, dann erinnere ich mich auch daran. Spontan gefragt: Welche Blogs liest Du? Hey ich könnte nicht 1/3 aufzählen, obwohl ich sie via RSS-Feeds auch aboniert habe. Erst wenn CIOs Blogs via RSS Feeds beziehen, wird die %-Zahl steigen. Dazu sind aber die meisten Blogs (auch der meistgelesene( http://blog.internet-briefing.ch) zu belanglos. zugegeben - ok, die Printmedien oft auch. Wir haben aber immer wieder interessante Diskussionen im Blog - sozusagen Überfliegerbeiträge, die dann die nötige Aufmerksamkeit erhalten - was die Printmedien nicht schaffen - sie können ihre Leser nicht involvieren. Als Mac-World Journalist hatte ich immer die meisten Leserbriefe. Damit hat es sich. Eine Diskussion gab es nicht mit den Lesern, und auf Leserbriefe wurde nicht eingegangen. Es freut mich natürlich, dass das Internet Briefing als auch "offline" Medium (monatliche Treffen) für CIOs wichtig ist. Das macht die Kraft auch des Blogs aus. Ich fühle mich in diesem Sinne von der Studie bestätigt. Den Blogs gebe ich die Zeit die sie brauchen um die nötige Wahrnehmung zu finden.

  • Wolfgang

    29.07.08 (18:28:26)

    Lustig, wie negativ man diese Studie auslegen kann. Das Gespräch mit Kollegen hätte auch ich als wichtigste Informationsquelle angegeben. Was soll daran schlecht sein? Ich habe ein bestimmtes Problem und würde dieses gerne mit, sagen wir mal, Mootools lösen, habe aber keine Erfahrung damit. Was mache ich als erstes? Jemanden anrufen, der damit Erfahrung hat. Ich habe für ein aktuelles Projekt Fragen zu Video-Codecs. Was mache ich? Jemand anrufen, von dem ich weiß, dass er sich damit gut auskennt. Komisch auch, dass Foren in dieser Studie gar nicht auftauchen. Oder läuft das unter "Webseite des Herstellers"? Zu aktuellen, spezifischen Problemen Blogs zu konsultieren macht doch auch wirklich keinen Sinn.

  • Ralf Beyeler

    29.07.08 (21:52:47)

    Lieber Peter Der Link auf die Studie funktioniert leider nicht. Grüsse Ralf Beyeler

  • RH

    29.07.08 (22:43:53)

    Sorry, aber die Diskussion finde ich zu platt, nicht typisch netzwertig. Wir sprechen hier über Investitionsentscheidungen und dafür gibt ja bekanntlich diverse betriebswirtschaftliche Methoden. Bei der Nutzwertanalyse zählen eben andere Faktoren, je nach individueller Gewichtung, mehr. Ein Großunternehmen nimmt dann z.B. kein Produkt von einer kleinen Klitsche, selbst wenn es Open Source ist. Im Hinblick auf den Investitionsschutz will man ja schließlich über Jahre Wartung und Support sicherstellen. Welches halbwegs seriöse Unternehmen speichert seine Geschäftskorrespondenz (bewußt) bei Google Docs?

  • andreas

    30.07.08 (10:22:39)

    @RH: Capgemini. Dürfte mittlerweile auch andere geben. Capgemini bietet das inhouse und bei ihren Kunden parallel zu Office für Mobile Worker an.

  • Andreas Von Gunten

    30.07.08 (10:25:58)

    @RH, Salesforce.com zum Beispiel und viele der salesforce Kunden, da Google Docs in die CRM Suite integriert ist.

  • andylenz

    30.07.08 (17:25:33)

    Fachmagazine und deren Web-News-Channels Websites sind doch super legitime und etablierte Quellen. Kein Grund zum Sorgen machen also! ;) Es ist wohl klar, dass die Akzeptanz von Blogs Stück für Stück steigen wird. Blogs und Magazine ergänzen sich - hier gibt es kein entweder oder. Und ob man den News-Channel einer Magazin Website jetzt Blog oder News-Channel nennt, ist doch auch wurscht solange Vernetzungs- und Kommentarfeatures gegeben sind. Hauptsache es wird ordentlich recherchiert.

  • Matthias

    30.07.08 (20:31:59)

    Ich mag die Überschrift dieses Artikels, sie ist einfach lustig und macht Lust, diesen Blogbeitrag zu lesen. Aber mir bzw. meinem Kumpel Fredy wird dabei natürlich unrecht getan. Denn wenn Fredy sagt, daß bei seinem Laden die Sharepoint-Einführung gar nicht schlecht gelaufen sei, ist das für mich keine simple Information, sondern unter Umständen sehr hilfreich, denn ich weiß ja noch folgendes: - ich kenne Fredy, seine Firma, seine Position in der Firma, seine Fähigkeiten als Projektmanager und Integrator, seine Position, formal wie politisch, die generellen Besonderheiten der Firma / Branche / des zuständigen Managements, ich habe eine Meinung darüber wie die Akzeptanz der Nutzer in Fredys Laden ist im Vergleich zu meinen Leuten usw. usw. usw. Wenn also Fredy in seiner Firma Sharepoint eingeführt hat, und trotz Steinzeit-IT, 70jährigem Seniorchef, massivem politischem Sperrfeuer und genereller "das-haben-wir-schon-immer-so-gemacht-wir-wollen-nichts-anderes" Haltung, und sie haben ihm a) noch nicht den Kopf abgerissen und b) scheint die Akzeptanz laut Fredy ganz in Ordnung zu sein.... Ja dann ist das ne ganz schön nützliche Information. Nicht vergessen, auch IT-Entscheider sind Menschen. Menschen vereinfachen Komplexität. Daß das Internet viele Informationen bereithält, bedeutet noch nicht, daß sie sich sinnvoll für eine Entscheidung auswerten lassen. Google zeigt 743 Treffer für "sharepoint toll" aber nur 234 Treffer für "sharepoint mist" - diese Information kann ich nicht sinnvoll bewerten. Fredy dagegen schon, die Bewertungssystematik dazu hat mir die Evolution die letzten 100.000 Jahre durch rumprobieren in die Gene gelegt - meine Menschenkenntnis.

  • Hermann

    04.09.08 (04:36:56)

    Viel

  • Hermann

    04.09.08 (04:40:06)

    Der Artikel ist wirklich sehr spannend - doch ich finde, als junge Generation müssen wir schon etwas aufpassen, nicht alles offline als "schlecht" und alles online als "gut" anzusehen. Was ist denn der kategorische Unterschied zwischen meinem Kollegen Fredy offline und dem Blogger Fredy online? Es ist Tratsch vom Kollegen - nur habe ich im Netz halt mehr Tratsch. Wenn mein Kollege Peter heisst, dann kann ich mich auf ihn verlassen, egal ob er bloggt oder mir die Geschichte beim Bier erzählt ...

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