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23.04.09

Werbeeffekte: Susan Boyle auf YouTube führt zu erhöhten 'Les Mis'-Verkäufen

Susan Boyle singt einen Song von "Les Miserables" im TV in Großbritannien.Der Clip auf YouTube macht sie zum Online-Phänomen und steigert dadurch nebenbei die "Les Miserables"-CD- und Karten-Verkäufe.

Susan Boyles Auftritt in der Castingshow "Britain's Got Talent" ist auf YouTube zu einem der größten Online-Hits bisher mit insgesamt über 100 Millionen Zugriffen geworden.

Gezeigt hat dieses Phänomen, dass die vielbeschworene fragmentierte Online-Öffentlichkeit doch nicht so fragmentiert ist, wie immer befürchtet - gemeinsame gesellschaftliche Erfahrungen also doch möglich sind, sie online nur auf eine andere Art stattfinden.

Gleichzeitig haben einige festgestellt, dass CDs des Musicals "Les Miserables", von welchem der gesungene Song stammt, in Folge des Erfolgs des Clips enorm gestiegen sind. In den USA ist die "Les Miserables"-CD in den Amazon-Verkaufs-Charts von 1000 auf 32 gestiegen.

Und auch die Aufführungen von "Les Miserables" sind in Folge des Online-Phänomens erfolgreicher. The Globe and Mail berichtet beispielsweise von einem Theater in Vancouver, dessen Kartenvorverkäufe für "Les Mis"-Vorführungen ab den 14. Mai über die letzten Tage um bis zu 250% zunahmen.

Das Wired-Blog Epicenter hat die 100 Millionen Aufrufe auf 500.000 Dollar Direkteinnahmen über YouTube umgerechnet. Nicht schlecht, wenn man bedenkt, dass die YouTube-Präsenz den Beteiligten praktisch keinen zusätzlichen Aufwand gekostet hat. Obwohl Sony, Produzent der Show, und YouTube einen Revenue-Sharing-Deal haben, wird das Video auf YouTube allerdings nach Google-Angaben nicht monetarisiert, was durchaus verwundert.

Auf Techdirt, wo ich auf die gestiegenen Verkäufe aufmerksam wurde, verweist Mike Masnick noch auf Rob Hyndman, der in dem Zusammenhang der durch YouTube anderenorts generierten Verkäufe die Frage stellt, wie viele Forderungen von Rechteinhabern, Inhalte von YouTube wieder zu entfernen, wohl ähnliche Resultäte anderenorts bereits verhindert haben. In der Tat.

Wie lang es wohl noch dauern wird, bis die Unterhaltungsbranche es schafft, die Punkte zu verbinden?

 

(Foto: Gilberto Viciedo; CC-Lizenz)

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