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29.01.09Leser-Kommentare

Wer wird "das nächste große Ding" im Internet?

Seit bald zehn Jahren dominiert Google die Webwelt. Kaum ein Nutzer, der nicht mit den Services des Internetgiganten in Berührung kommt. Doch die Zeit ist reif, um nach einem Nachfolger Ausschau zu halten. Wer wird das nächste große Ding im Internet?

Das nächste große DingEine der spannendsten und in Web- und IT-Kreisen gern diskutierten Fragen ist die nach dem "next big thing", dem "nächsten großen Ding". Die Kriterien, wann ein Dienst diesen höchsten aller Status erreicht hat, variieren je nach eigener Perspektive. Gemäß meiner persönlichen Definition wird ein Service zum nächsten großen Ding, wenn er bestehende Nutzungsmuster und Strukturen grundlegend verändert, nahezu bei jedem User regelmäßig und bewusst eingesetzt wird sowie über ein richtig cleveres Geschäftsmodell verfügt, welches ihn zu einer Gelddruckmaschine macht.

Wer heute vom nächsten großen Ding spricht, nimmt dabei meist Google als Maßstab. Der Onlineriese befindet sich seit fast einer Dekade in der komfortablen und bemerkenswerten Position, von fast jedem Menschen gekannt und genutzt zu werden, den Zugang zu Informationen revolutioniert zu haben und dabei Quartal für Quartal Traumprofite zu erzielen.

Die ersten zehn Jahre des 21. Jahrhunderts werden für immer als Google-Epoche in die Geschichtsbücher eingehen. Doch selbst wenn die bisher unschlagbare Kombination aus omnipräsenter Internetsuche und hochrelevantem Vermarktungssystem auch in Zukunft weitere Erfolge feiern und die Google-Bilanz erstrahlen lassen sollte, ist es an der Zeit, sich erneut auf die Suche nach dem nächsten Hit zu machen; nach einem Service, dem ein ähnlich glänzender Aufstieg gelingen könnte wie einst Google mit seiner Suchmaschine.

Welche heute schon existierenden Angebot kämen hierfür am ehesten in Frage?

Facebook

FacebookMit über 222 Millionen Unique Visitors erreichte Facebook im Dezember fast ein Viertel aller weltweiten Internetnutzer und ist damit das mit Abstand größte existierende Social Network. Eine Abschwächung des Aufwärtstrends ist nicht abzusehen. Angesichts des rapiden Wachstums erscheint es nicht unwahrscheinlich, dass das US-Unternehmen innerhalb der kommenden zwei Jahre die Marke von 500 Millionen Besuchern durchbrechen wird.

Wer Facebook aktiv und regelmäßig nutzt, weiß, dass Kommunikation und soziales Leben komplett anders verlaufen als in grauer Social-Networking-Vorzeit. Wer kein Profil hat, gilt und fühlt sich (besonders in Ländern mit hoher Facebook-Penetration) zunehmend isoliert - selbst wenn Kritiker dies gerne in Frage stellen. Fakt ist: Facebook revolutioniert den sozialen Umgang von Menschen untereinander.

Was dem Dienst zum ganz großen Erfolg noch fehlt, sind Gewinne. Umsätzen im dreistelligen Millionen-Dollar-Bereich stehen hohe operative Kosten gegenüber, die über die bisher implementierten Wege der Werbevermarktung noch nicht wieder eingespielt werden können. Doch wie Andreas Göldi kürzlich erklärte: Es ist völlig normal, dass es eine Weile dauert, bis Unternehmen funktionierende Geschäftsmodelle für neuartige Medienformen entwickeln. Facebook dürfte sein Potenzial noch nicht mal im Ansatz ausgereizt haben.

Twitter

TwitterDer Microbloggingdienst Twitter hat nur sechs Millionen Nutzer weltweit. Ein Geschäftsmodell ist nach wie vor nicht in Sicht. Dennoch landet Twitter auf meiner Liste der Kandidaten für das nächste große Ding. Die enorme Aufmerksamkeit, die der Dienst in den letzten Monaten in Folge politischer und tagesaktueller Ereignisse (US-Präsidentschaftswahl, Hessenwahl, Flugzeugabsturz in New York, Mumbai-Attentate) erhalten hat, zeigt, welche Faszination die Schnelligkeit und Vernetzung von Twitter auf Menschen ausübt.

Ob eines Tages tatsächlich jeder 140-Zeichen-Meldungen bei Twitter veröffentlicht, ist zwar offen - als einzigartiges, kombiniertes Kommunikations- und Recherchemittel für globale Echtzeitberichte sowie einfachstes und gerade deshalb bestechendes Networkingtool steht dem Unternehmen aus San Francisco in jedem Fall eine großartige Zukunft bevor - vorausgesetzt, die Twitter-Macher finden einen Weg, den Erfolg auch entsprechend monetarisieren zu können. Bonusargument: Wer einmal in den Bann von Twitter gezogen wurde (was lange dauern kann), will den Service (richtig eingesetzt) nicht mehr missen.

Spotify

SpotifyFür User in Deutschland größtenteils noch unbekannt, schickt sich das finanziell gut ausgerüstete schwedische Startup Spotify an, die bekanntermaßen in Schwierigkeiten steckende Musikindustrie nachhaltig zu verändern. Spotify streamt Millionen von Songs legal über einen Desktop-Client (und bald auch eine mobile Applikation) und macht das so gut, dass beim Nutzer der Eindruck entsteht, er hätte sämtliche Titel auf seiner Festplatte. Spotify steckt derzeit in den Verhandlungen mit den Plattenfirmen, um so schnell wie möglich in vielen Ländern nicht nur die kostenpflichtige sondern auch eine werbefinanzierte Gratisversion des Dienstes anbieten zu können.

In seinem Heimatland Schweden ist Spotify bereits einen Schritt weiter: Dort erhält Zugang zur kostenlosen Version, wer von einem anderen User eingeladen wurde. Invitations sind harte Währung und der Hype um Spotify hat gerade einen neuen Höhepunkt erreicht. Hier in Stockholm beispielsweise gibt es kaum noch eine Privatparty, auf der im Laufe des Abends NICHT Spotify zum Einsatz kommt - und das trotz unzähliger, browserbasierter Alternativen. Egal wo im Web über Spotify geschrieben wird - immer sorgt der Service für Begeisterungsstürme.

Spotify nennt keine User- oder Umsatzzahlen. Wenn aber die durch perfektes Marketing in Schweden bereits jetzt erlangte Popularität des Dienstes sowie einige Spitzen-Recruitments der letzten Zeit ein Indiz dafür sind, was bei einem internationalen Launch geschehen würde, dann hat Spotify definitiv das Zeug zum "next big thing".

Skype

SkypeDer VoIP-Service Skype ist mit mehr als fünf Jahren des Bestehens ein echter Oldie. Auch wenn eBay mit dem 2005 für rund drei Milliarden Dollar akquirierten Unternehmen nie richtig glücklich wurde und Gerüchten zufolge über einen Verkauf nachdenkt, gehört Skype zu einem der erfolgreichsten Webdienste jemals: Über 400 Millionen Menschen verwenden die Software für Telefonate und Chats. Laut eigener Aussage wirft Skype seit einiger Zeit nennenswerte Gewinne ab.

Trotz des aus heutiger Sicht schon bemerkenswerten Erfolges könnte Skype seine Blütezeit erst noch vor sich haben: Dann nämlich, wenn der Service sich auch zunehmend auf Mobiltelefonen ausbreitet, um unterwegs teure Handygespräche durch günstige Telefonate über das Datennetz zu ersetzen - was Mobilfunktunternehmen derzeit (aus nachvollziehbaren Gründen) noch ein Dorn im Auge ist. Weiteres Potenzial für Skype liegt in der Möglichkeit, die für SkypeOut-Gespräche eingesetzten Skype Credits als praktisches Zahlungsmittel für webbasierte Micropayments anzuwenden - ein Wachstumsbereich im zukünftigen Internet.

Hulu

HuluZugegeben - Hulu als das eventuell nächste große Ding zu bezeichnen, ist gewagt. Doch das Joint Venture der beiden großen US-Fernsehhäuser Fox und NBC entwickelt sich prächtig, bietet eine immer größere Zahl an hochwertigen Filmen und Serien zum On-Demand-Streaming und kommt auch bei der Werbewirtschaft gut an. Diese bevorzugt für ihre Kampagnen nämlich professionell erstellte Inhalte gegenüber User Generated Content.

Hulus größte Hürde besteht darin, globale Übertragungsrechte für die angebotenen Inhalte zu erwerben. Derzeit kann der Dienst (von einer temporären Ausnahme letztens abgesehen) nur aus den USA genutzt werden. Das Erwirken einer Erlaubnis zum internationalen Streaming von TV- und Filmproduktionen dürfte sich als noch schwieriger erweisen als im Falle der Musikindustrie. Immerhin würden so Fernsehsender rund um den Globus ihre bisherigen nationalen Exklusivausstrahlungsrechte verlieren.

Auch wenn die mögliche internationale Expansion von Hulu noch mit diversen Fragezeichen versehen ist, so steht jetzt schon fest, dass Fox und NBC eine vorbildliche, bestechend einfache und überzeugende Plattform für IP-TV geschaffen und diese mit den Inhalten bestückt haben, die ein solches Projekt benötigt, um nachhaltig erfolgreich zu sein.

Google

GoogleNa klar: Auch Google könnte das nächste große Ding werden. Dann nämlich, wenn es dem Unternehmen gelingt, das in Zukunft größte Wachstumsfeld im Internet - das mobile Web - und dessen Werbevermarktung im selben Umfang zu dominieren, wie es im stationären Web geschehen ist. Mit seinem Android-Betriebssystem für Smartphones und andere portable Geräte könnte die Ausgangssituation für den Web-Giganten kaum besser sein.

Sollte es Google nicht gelingen, aus eigener Kraft DEN (mobilen) Webservice des nächsten Jahrzehnts zu entwickeln, ist die Kriegskasse auf absehbare Zeit derartig gut gefüllt, dass man theoretisch jeden anderen Dienst von dieser Liste kaufen könnte - unter der Voraussetzung, dass die Wettbewerbshüter mitspielen. Es ist also gar nicht so unwahrscheinlich, dass das nächste große Ding nach Google erneut Google heißen wird.

Fazit

Jeder der aufgelisteten Services hat meiner Ansicht nach das Potenzial, eine webweite Verbreitung/Nutzerschaft zu erreichen, vorhandene Strukturen radikal umzukrempeln und dabei ordentlich Gewinne abzuwerfen. Für eine ganze Reihe von namhaften, aber hier nicht erwähnten Unternehmen sehe ich dagegen ein größeres Risiko, an einem der drei genannten Kriterien zu scheitern.

So erfolgreich Apple mit iTunes und dem iPhone auch ist - ich halte es für unwahrscheinlich, dass eines Tages jeder User Apple-Produkte bzw -Dienste einsetzen wird - jedenfalls solange Apple seinen Fokus auf Hardware beibehält. Oder dass etablierten Big Playern aus der IT- und Technologie-Welt wie Microsoft, IBM oder Nokia ein derartig großer Wurf gelingen könnte, um in den nächsten Jahren im Onlinebereich in Google-ähnliche Dimensionen vorzustoßen.

Ausschließen kann man es natürlich nicht. Aber aus heutiger Sicht würde ich nicht darauf wetten wollen. Genauso wenig wie darauf, dass das nächste große Dinge um jeden Preis ein bereits heute etablierter bzw. bestehender Service sein muss. Man denke nur daran, in wievielen Garagen gerade hinter verschlossenen Toren gewerkelt wird...

Und jetzt eure Tipps bitte!

Kommentare

  • Fabian Pimminger

    29.01.09 (20:42:52)

    Hab gestern durch eine Einladung die Möglichkeit bekommen das erste mal in Spotify reinzuschauen. Leider konnte mich das Tool noch nicht ganz überzeugen. Bin gespannt wie es auf längere Sicht aussieht. Muss auch zugeben, dass ich mich damit erst ausführlich beschäftigen muss. Gestern war einfach zu wenig Zeit. Aber angespornt durch dieses äußerst positive Urteil, werde ich nochmals mehrere Blicke riskieren. Vielleicht ist ja was dran ;)

  • Malte Landwehr

    29.01.09 (20:51:51)

    Facebook wird denke ich den Weg von MySpace gehen. Dem Netzwerk fehlt es schon jetzt sehr stark an Struktur und durch immer mehr Erweiterungen wird es unübersichtlicher und die eigentliche Funktion (einfache Vernetzung und Kommunikation) gerät in der Hintergrund. Twitter wird sich bei der breiten Masse nicht durchsetzen, dafür ist der Mobile-Web-Markt in Europa nicht groß genug. Hulu und Spotify werden noch einige Jahren von Lizenzverhandlungen in den einzelnen Ländern ausgebremst werden. Speziell Hulu (bzw. vergleichbare Dienste) werden denke ich langfristig (10 Jahre+) das klassische Fernsehen verdrängen, bzw. das klassische Fernsehen wird sich immer mehr Richtung OnDemand Streaming und Symbiose zwischen Web und TV entwickeln. Google neu? Die bleiben groß, keine Frage!

  • Salech

    29.01.09 (21:19:28)

    Ich würde gerne mal Spotify testen, hat jemand eine Einladung zuviel?

  • Fabian Pimminger

    29.01.09 (22:14:44)

    @ Malte: Gerade Hulu.com denke ich wird es da einfacher haben als zum Beispiel andere Videoservices. Sie werden ja praktisch von den Produzenten der Serien betrieben und haben deswegen schon eine Unterstützung. Wie es international aussieht weiß ich nicht exakt, aber könnte mir vorstellen, dass diese Rechte für Onlinevideos in zukünftigen Lizenzverhandlungen beachtet werden.

  • Markus

    29.01.09 (23:19:02)

    Ich glaube davon zu reden, dass Facebook das nächste große Ding sein wird ist falsch. Es ist in meinen Augen schon ein relativ großes "Ding", wird aber sicherlich nicht den Status von Google erreichen können. Twitter hat potential, ohne Frage, aber wird, wie oben schon erwähnt wurde, sicher nicht die breite Masse erreichen können. Zumindest nicht, solange das mobile Web noch nicht massenfähig auf Grund von veralteten Endgeräten ist. Ich glaube an eine bisher noch völlig unerwartete Innovation, die wahrscheinlich so einfach, simpel und genial sein wird, dass sich jetzt keiner Vorstellen kann, das sie Google eines Tages verdrängt. Man beachte wie einfach die Idee hinter Twitter ist und wie sehr es die User in den Bann zieht. Ich bin jedenfalls gespannt was die nächsten Jahre mit sich bringen. Ich hoffe 2009 wird spannend.

  • Nico

    30.01.09 (00:27:22)

    Ich hab Spotify auch noch nicht ausprobiert - aber wenn die das nächste grosse Ding werden, dann geht es wohl noch eine Weile. Die bekommen nämlich gerade Lizenz-Ärger. Entscheidender ist für mich aber die Frage: Wer sagt denn, dass es überhaupt wieder ein "wirklich grosses Ding" geben wird? Google verdankt seinen Erfolg der Tatsache, dass sie ein fundamentales Problem im Web - die Suche - brilliant gelöst haben, und dass dort massive "economics of scale" herrschen. Bei den Bedürfnissen, welche die hier vorgestellten Dienste abdecken, ist es hingegen gut möglich, dass mehrere Konkurrenten nebeneinander existieren werden (im Grunde ja keine schlechte Sache). Wir werden verschiedene Social Networks benutzen, genauso wie wir in verschiedenen sozialen Zirkeln verkehren. Auch für Online-Musik und -TV wird sich kaum ein einzelner Anbieter durchsetzen können. Am ehesten Erfolgschancen hätten noch Twitter oder Skype (wie wärs denn, wenn die fusionieren?) als neuer Standard für die webbasierte Kommunikation.

  • Lammbard

    30.01.09 (02:20:34)

    Die Suche nach dem nächsten großen Ding ist durchaus angebracht. Der Grund dafür warum es im Internet so wenige große Player gibt ergibt sich erstens aus den Skaleneffekten, wie schon richtig angemerkt. Aber eben nicht nur. Google wurde aufgrund einer Marktdiskontinuität so schnell so groß, ebenso war es ja auch mit MySpace und ist es vielleicht gerade Twitter. Das Problem an diesen Diskontinuitäten ist ja, dass die Forscher sie erst im Nachhinein erkennen :-) Solange die Vernetzung der Welt so rasant fortschreitet, solange beständig neue, riesige Märkte erschlossen werden, solange wird es diese Shooting Stars des Internet geben. Vielleicht stehen wir ja aber auch kurz vor einer Sättigung? Allein der Grund, dass Martin immer über das "fehlende Geschäftsmodell" berichten muss, lässt zweifeln. Sicherlich wird die Weltwirtschaftskrise auch in die Internetwirtschaft einschlagen, die keine realen Produkte erzeugt. Dass aber Facebook "Umsätze im dreistelligen Dollarbereich" hat, kann ich mir bei einer derartigen Bekanntheit des Unternehmens nicht vorstellen. Was ich bei dieser big things list gänzlich vermmisse sind Clouddienste - wie z.B. der neu gestartete Service von Microsoft Office - Live, Google Docs etc.

  • Martin Weigert

    30.01.09 (09:08:18)

    @ Malte Der Weg von MySpace ist der, es nicht geschafft zu haben, ganze Freundes- und Bekanntenkreise bei sich zu versammeln. Deshalb scheint es seinen Peak bei 100+ Millionen Nutzern erreicht zu haben. Ich glaube nicht, dass es Facebook ähnlich ergehen wird. Ich kenne hier in Stockholm z.B. niemanden, der nicht bei Facebook ist. Und ich meine selbst Menschen reiferen Alters. Mein Tipp ist, dass sich diese Entwicklung so in vielen Ländern fortsetzen wird. Was den Mobile-Web-Markt betrifft: Glaubst du, der wird immer "in Europa nicht groß genug sein"? Wenn ich vom nächsten großen Ding spreche, denke ich an Zeiträume zwischen einem und mindestens fünf Jahren. In diesem Zeitraum wird das mobile Internet zu einem allgegenwärtigen Phänomen. @ Nico Stimmt. Es gibt keinen Zwang, dass es immer derartig dominante Anbieter geben muss. Trotzdem halte ich es für wahrscheinlich, dass erneut ein Anbieter auftauchen wird, der ein fundamentales Problem brilliant lösen und sich daher durchsetzen wird. Ja, das Thema "next big thing" könnte man sicherlich noch wissenschaftlicher abhandeln. Eine Fusion von Skype und Twitter hätte was, da stimme ich dir zu. Aber dazu müsste Skype wohl erst einmal von eBay gelöst werden. @ Lammbard Hehe da fehlte noch das Wort "Millionen", danke. MySpace wuchs zwar schnell, fand sich dann aber dennoch viel zu früh in einer Phase der Stagnation wieder. An Cloud-Dienste habe ich natürlich auch gedacht. Google Docs könnte sich als Standard-Office-Tool durchsetzen - dann wäre eben wieder Google "das nächste große Ding". Oder Microsoft (auch wenn ich das angesichts der bisher schwachen Entwicklung in diesem Bereich momentan bezweifle). Oder ein anderer, bisher noch wenig oder unbekannter Service. @ Bezüglich Spotify Laut Computer Sweden handelt es sich hier in Schweden um ein paar tausend Songs, die entfernt werden. Gleichzeitig fügt Spotify nach eigener Aussage ständig neuer Titel hinzu. Also kein Grund zur Sorge.

  • Dennis

    30.01.09 (10:39:55)

    Ich denke Hulu hat gute Chancen die TV-Landschaft (online und klassisch) nachhaltig zu verändern. Damit ist Hulu mein Favorit. Mit der zunehmenden Integration von Internetanschlüssen in TV-Geräte (s. CES 2009), wird Hulu mE in den nächsten 3 Jahren Einzug in das Wohnzimmer des Normalsbürgers erhalten und damit die Sehgewohnheiten deutlich verändern. Damit betrifft ein Hulu mehr Menschen als ein Twitter, Spotify & Co. Und das Hulu Geld machen kann, haben sie ja schon bewiesen. Bleibt nur noch das Lizenzproblem. Aber ich vermute/hoffe, dass auch das innerhalb der nächsten Jahre gelöst wird.

  • hathead

    30.01.09 (11:47:29)

    Vielleicht wird es ja auch nicht einfach "Das nächste große Ding" sondern "Die nächsten Großen Dinger"... Aber wenn es dann schon "Das Ding" sein soll, ist Facebook mein Favorit. Nicht weil es besonders übersichtlich ist. Sondern weil es eine erweiterbare Plattform ist mit der man fast alles Machen kann. Eine Art Internet im Internet. Nur eben mit sozialem Fokus.

  • Oliver Springer

    30.01.09 (19:11:05)

    Ich denke, es kann mehr als ein nächstes großes Ding geben. Wenn wir uns vor Augen halten, dass erst rund ein Viertel der Menschen weltweit online sind und das mobile Web noch ganz am Anfang steht, muss Google gar keinen neuen Produkte anbieten, um an Bedeutung erheblich zuzunehmen. Sollte die CashCow AdWords /AdSense weiter so gut funktionieren, steht Google erst am Anfang. Sollte es Google dann noch gelingen, sein Geschäftsmodell auf andere Medienbereiche ähnöich erfolgreich auszudehnen (der Misserfolg bei Print Ads ist für mich kein Zeichen dafür, dass das nicht funktioniert), werden die Veränderungen in der Medienlandschaft Google zu einem Vielfachen der heutigen Einnahmen führen. Ich denke da vor allem an den Video on Demand-Bereich. Facebook allerdings könnte zu einer ähnlich stark genutzten Anlaufstelle im Netz werden. Vielleicht entwickelt dann ja noch jemand eine App, die besser als die Google-Suche funktioniert und schon hat Google einen gefährlichen Konkurrenten - warum eigentlich nicht? Oder: Vielleicht sollte sich Microsoft ja verstärkt bei Facebook engagieren. Sollten sie es schaffen, eine in der Leistungfähigkeit mit Google konkurierende Suchmaschine zu programmieren, könnte eine Plattform mit so viel Traffic wie Facebook die Suche nicht nur nachhaltig bekannt machen. Ist sie gut verzahnt innerhalb von Facebook und (!) funktioniert sie gut, sehe ich das sehr gute Chancen. Die Nutzer kommen dann nicht wegen der Suche auf Page, aber sie sind nun mal da und zu suchen gibt es immer etwas. Nicht zu vergessen: Mit den Nutzerdaten von Facebook könnte eine Suchmaschine besser auf die Interessen der Nutzer zugeschnittene Suchergebnisse liefern. Google setzt ja auch auf personalisierte Suchergebnisse. Mit diesem Kurs müsste Facebook nicht einmal ein eigenes Geschäftsmodell entwickeln - wobei ich grundsätzlich an einen langfristigen Erfolg der Facebook Ads glaube. Das passt aber auch bestens zum Suchwortmarkting.

  • Wolf

    30.01.09 (19:46:28)

    Nun, ich glaube es wird für geraume Zeit kein 'next big thing' geben, aus dem einfachen Grund, weil wir keins brauchen. Google hat etwas getan, was nur recht selten passiert: Ein fundamentales Problem (search) auf elegante und einfache (aber nicht triviale) Weise gelöst, dabei aber ein gehöriges Maß an Komplexität ausgelöst. Das ist ohnehin etwas, was ich sehr mag, also auf einfache Weise Komplexität befördern. Bemerkenswert ist vor allem: Nachdem Google es gemacht hat, war jedem klar, dass man es nur so machen konnte, wie Google es macht. Und nachdem Google es so machte, bedurfte es niemand anderem mehr, der es auch macht (daher wird es keinen Google Killer geben). Google hat fast den Rang einer Infrastruktur. Alle hier vorgestellten Ideen und Firmen lösen entweder überhaupt kein fundamentales (!) Problem (was nicht heißt, dass sie nicht nützlich sind), oder stellen das Problem, welches sie lösen, selbst her. Bei Facebook oder Twitter vernetzt man sich, weil andere es tun und man sozusagen mitgezogen wird. Es macht sicher auch Spaß, aber die Welt sähe im Großen und Ganzen ohne sie nicht anders aus. Dienste wie Spotify lösen ein Problem, welches dutzende andere Dienste auch lösen. Und aus einem simplen Konkurrenzverhältnis entsteht kein 'next big thing'. Die Frage wäre: Was ist das fundamentale Problem unserer Zeit?

  • ben_

    31.01.09 (12:01:37)

    Hm. Spotify klingt wie Napster nur in richtig. Und für Mac. Kuhl! Danke!

  • Max

    31.01.09 (13:18:34)

    Facebook würde ich schon jetzt als "großes DIng" bezeichnen. Ich meine 15 Milliarden als Wert ist doch gar nicht so übel... Außerdem hat Facebook es geschafft weltweit eine Menge Leute zu verbinden und somit ein gigantisches Netzwerk zu schaffen. Wenn ihr mich fragt geht die Kurve noch aufwärts, wenn die jetzt richtig Gas gäben. Vielleicht würden die StudiVZ - Übernahme oder mehr Werbung Facebook zum "gigantischen Ding" machen.

  • Max

    31.01.09 (13:25:26)

    Twitter könnte bekannter werden bzw. seine Beliebtheit steigern, wenn mehr Firmen twittern und das dann auf ihre Website oder auf die Verpackungen schreiben. Was auch cool wäre , wenn die Fernsehsender twittern, was gerade läuft. All das wären Wege, durch die Twitter um einiges größer werden könnte... - Nur ob das so schnell bzw. überhaupt eintrifft...

  • Yannick

    31.01.09 (13:32:25)

    Für mich ganz klar Facebook .. The next big thing. Das Startup ist einfach unglaublich, hat ein sehr gutes Wachstum .. warum nicht. Twitter denke ich, anders als manche Kommentatoren, nicht.

  • roland

    31.01.09 (13:45:17)

    ich glaube, dass twitter (oder ähnliche statusmeldungen-dienste) stark unterschätzt werden. allerdings frage ich mich, ob das, was twitter leistet, nicht irgendwann einfach durch facebook mit abgedeckt wird. viele meiner bekannten nutzen lieber facebook, weil da "noch mehr drin" ist...

  • Sarah

    31.01.09 (14:12:42)

    Facebook hat das Potenzial - es fehlt allerdings noch ein evolutionärer Schritt in irgendeine Richtung - der Wow-Effekt eben. Twitter finde ich ziemlich trivial. Wird sich wohl auch nicht vernünftig monetarisieren lassen. Wenn sich Hulu zu einem integrierten Online Medien Center entwickeln würde, das wäre der Knaller - genau die Musik und Videos die ich mag, zu genau der Zeit dich ich will. Eine lernende Medienwolke die mich immer umgibt. Davon ist es natürlich weit entfernt.

  • Martin Weigert

    31.01.09 (19:10:24)

    Vielen Dank für die wie immer sehr kompetenten Kommentare! Einige Anmerkungen: @ Wolf Dienste wie Spotify lösen ein Problem, welches dutzende andere Dienste auch lösen. Dito Google Anno 2000. Es geht darum, wer es am besten macht. @ Max Diese 15 Milliarden-Dollar-Bewertung von Facebook ist bisher rein fiktiv und resultiert vor allem aus dem überteuerten Einstieg von Microsoft (das eben um jeden Preis ein Stück von Facebook abbekommen wollte). @ roland Ja das Thema hatte ich auch schon einmal in einem Beitrag aufgegriffen. Es bleibt abzuwarten, ob hier früher oder später eine Vereinigung stattfindet oder ob private und öffentliche Status-Updates für immer zwei unterschiedliche Paar Schuhe bleiben. @ Sarah Ja, der Wow-Effekt bei Facebook fehlt, stimmt. Doch gab es den jemals bei Google? War es nicht so, dass man einfach irgendwann erkannt hat, dass es ohne Google nicht mehr geht? Facebook Connect könnte bei entsprechender Verbreitung den Wow-Effekt liefern. Interessant übrigens, wie positiv Hulus Zukunft gesehen wird. Beachtlich bei einem Dienst, den es in Europa noch nicht einmal gibt. Sollte der Branche auf jeden Fall zu denken geben.

  • Jan

    31.01.09 (20:12:39)

    @Sarah: Facebook hat doch schon den evolutionären Schritt in die richtige Richtung gemacht - als es sich vom geschlossenen Dienst zur Plattform umdefiniert hat! Und eben dieser Schritt führt auch zum Kern der Thematik: Das Internet wird noch vielen Unternehmungen den Weg zum Erfolg ebnen. Aus der Masse hervorstechen - eben das nächste große Ding geben - werden aber nur jene wenigen Anbieter, die es schaffen, nicht nur einen weiteren informationellen Knotenpunkt im Netz zu stellen, sondern sich zu einem unverzichtbaren Bestandteil der informationellen Infrastruktur zu machen. Wenn ich also auf einen der von Martin angesprochenen Kandidaten wetten müsste, dann wär' das wohl doch wieder Google. Oder vielleicht doch Facebook? Die ausführliche Replik hab ich als Blogbeitrag ausgelagert, da es dann doch etwas länger wurde...

  • Max2

    31.01.09 (21:54:07)

    @Facebook Ich hab letzte Woche meinen Account gelöscht. Es war ein bisschen das Gefühl, als würde ich auch meinen Freunde löschen und ich muss zugeben, es geschah in einem schwachen Moment, in dem ich an Freundschaften generell zweifelte. An Freundschaften zweifle ich inzwischen nicht mehr, sehr wohl an Facebook. Peter Glaser bezeichnete die Social Networks als geschlossene Käseglocken und Facebook ist das allen "offenen" Apps & APIs zum trotz. Nur ein Beispiel: Ich kann meine Kontakte nach Facebook importieren (vom Handy, von Outlook, Freemail, etc.) aber nicht exportieren - Sackgasse, sehr ärgerlich, fortschrittlichfeidlich & Tschüss. Ich vermisse jetzt meine Freunde aber Facebook sicher nicht.

  • domingos

    01.02.09 (10:50:43)

    Hi, imo gibt es drei Dinge, die zum web 3.0 noch fehlen. 1. das semantic web 2. SingleSignOn 3. Unified Communications Ich gehe mal kurz drauf ein 1. Semantic Web strukturiert Informationen im Netz und könnte dazu führen, daß das Web maschinenlesbar wird. Dadurch wird es etwa möglich, daß Suchmaschinen einfache Fragen bantworten können. Wichtiger ist noch, dass die Suchergenisse noch wesentlich besser werden könnten. 2. Die Interaktivität zwischen verschiedenen sozialen Netzwerken ist praktisch nicht vorhanden. Man muss bei jeder Anmeldung sein Profil neu eingeben, wenn die Freunde über verschiedene Netzwerke verteilt sind, müsste man alle Netzwerke im Auge behalten und - theoretisch - in jedem Netzwerk das posten, was man für mitteilenswert hält. Redundanz und Zeitverschwendung sind die folge. Es gibt schon openid von yahoo, bei ausreichender Unterstützung durch Dritte könnte das die Killerapplikation werden 3. Fehlt eine allgemein zugängliche Plattform zur Vernetzung von Kommunikationskanälen. Festnetz, Mobile, Fax, Twitter, MySpace, Facebook, xing, E-Mail - wer kann oder will sich da täglich einloggen, um zu gucken, ob es da was neues gibt. Wer es schafft, zumindest zwei dieser Aufgaben zu übernehmen, wird der nächste Held im Web.

  • Max2

    01.02.09 (15:08:23)

    Noch was an die Facebook-Fanboys & Girls...was ist 2008 mit studivz oder mit myspace passiert? Beide hatten laut Google Trends sinkende Besucherzahlen (auch wenn das eigene Marketing die Zahlen schönt). Warum? Weil mit Facebook das nächste Spielzeug kam und schwups, innerhalb weniger Minuten ist ein Profil einfach nicht mehr aktiv. Mir sind schon viele skurrile Geschichten untergekommen, aber noch keine Ehe-Scheidung nur weil Er auf Myspace und Sie auf Facebook registriert war. Ich will damit nicht den aktuellen Publikums-Erfolg von Facebook in Frage stellen, die langfristige Standfestigkeit und soziale Relevanz allerdings schon. Wenn es nur nach dem $-Umsatz geht, dann wird Facebook 2009 sicher ein größeres Ding, alleine durch die Masse und die kommenden Mitläufer der Masse wird es wohl ein bisschen Werbegeld abfallen. 2010 sinkende Userzahlen, 2011 Geschichte. Das behaupte ich einfach mal. Twitter unterscheidet sich deswegen positiv, weil es einen semantischen Ansatz verfolgt. Während an den Medienunis noch die große Revultion von beidseitiger Massenkommunikation unterrichtet wird, findet nur wenige Jahre später auf twitter bereit die nächste Version davon statt. Und das beste dabei, die meisten User wissen nicht durch welche Informationskanäle ihre Botschaft mit #pizza praktisch und theoretisch verbreitet werden kann. Das ist eine Sensation, denn diese Kommunikationsform wird zum ersten mal intuitiv und emotional benutzt. Aber gut, selbst manche IT-Journalisten sind heute noch immer verblendet vom 140-Microblogging-Mythos und erkennen die Modularität des Ganzen nicht. Ähnliches Kommunikationsverhalten zB. via microformate haben die Leute einfach noch nicht auf die Reihe bekommen (mich miteingeschlossen), die Standards dafür gäbe es allerdings schon seit einigen Jahren. Die zweite Sensation ist, dass twitter wirklich offen funktioniert, sowohl Input, Output, Kontakte, alles. Jede Woche erscheinen zig Mash-Ups, von denen überraschend viele auch wirklich einen Mehrwert haben (ja nix gegen die Bandkrieg Kids). Twitter-Apps breiten sich in sternform überallhin aus, Facebook-Apps bleiben im geschlossener Kreis auf der Plattform weil man die Leute wegen der Werbekunden dort festnageln will. Dass sich Facebook als Studeten-Plattform mit ihrem Connect-Programm auch noch anmaßt die Identitäten aller Internetuser verwalten zu können, ist erster Hochmut vor dem Fall. Aber auch für Twitter wird es finanziell eng. Werbung auf twitter selbst? Schwierig, aber nichts ist unmöglich. Als Company könnte ich mir sehr wohl vorstellen, dass ich für einen Service etwas bezahle, mit dem ich aus einem Interface heraus, einzelne Personen, Gruppen, alle Followers oder die ganze Welt unaufdringlich ansprechen kann. (Sorry für die Überlänge) Jetzt hab ich nichtmal was zusätzliches eingeworfen, ich denke die ganze Cloud-Geschichte erreicht vielleicht den Geek-Consumer-Bereich, kann mir Start-Up-Namen schlecht merken, aber kommt da nicht was von Google? Linux, würde davon sicher profitieren und weiter wachsen, je mehr der Browser ins Zentrum der Anwendungen rückt. Spannend wirds auch wenn MS und Mac neue OS rausbringen, vielleicht sogar ein entscheidendes Jahr der Betriebssysteme, übrigens auch auf den Mobiltelefonen...

  • Micha

    01.02.09 (15:40:11)

    Spotify sieht für mich auf jedenfall sehr interessant aus, das Video verspricht da einiges. Ich konnte es noch nie testen, aber es könnte wirklich ein großer Name werden, wenn es weltweit erfolgreich läuft und die anderen Dienste so langsam unter gehen werden, was meiner Meinung nach auf jedenfall passieren wird. Da gibt es im Moment einfach zu viele und der Großteil davon wird es wohl nicht überleben. Für Spotify könnte auch das Mobile Web sehr attraktiv werden. Wenn man ein kleines Programm auf dem Handy hat und das die Musik von Spotify in den nächsten Jahren runterladen kann, natürlich vorrausgesetzt dass es dann Flatrates für mobiles Internet "günstig" gibt, wäre der Kauf von Musik dast gänzlich abgelöst. Man wird es sehen, denn die Menschen ticken dann ja doch manchmal ganz anders...

  • Kim Korte

    02.02.09 (03:36:21)

    Ich vermute das das Finale von 'The Next Big Thing' zwischen Google und Facebook ausgetragen wird. Wobei momentan noch Google die weitaus besseren Chancen hat. Die anderen genannten Dienste haben sicherlich ein großartiges Geschäftsmodell, aber sich keineswegs ein fester Bestandteil des Webs. Wer weiterlesen möchte, hier ist die ausführliche Version: Mainstream 2009 ;-)

  • Paul

    02.02.09 (20:49:19)

    Meine bescheidenen Ansichten: Twitter: Denke nicht, dass sich Twitter in irgendeiner Form durchsetzen wird. Zum einen ist es zu sehr auf Techies zugeschnitten. Zweitens haben viel zu viele Menschen keinen hinreichenden Mitteilungsdrang, um so einen Account zu nutzen. Umgekehrt gibt es zu wenige die sich für die Nachrichten anderer intressieren. Man kann da eine gewisse Parallelität zu Facebook Statusanzeige sehen. In meinem Netzwerk nutzen die Statusleiste ca. 2-6% dabei handelt es sich bereits, um eine Webaffine Zielgruppe. Andere nutzen es nicht oder sind sogar davon genervt. Entsprechend sehe ich für Twitter keine Zukunftschancen. Auch die Monetarisierung ist mir vollkommen schleierhaft. Facebook: Da sehe ich große Chancen. Wie Martin auch schon gesagt hat wächst dieses Netzwerk weiter und langsam nutzt auch an die Ü30 Ü40 Generation Facebook. Im Gegensatz zu Myspace ist die Nutzung einfacher, es bedarf keiner Selbstdarstellung bzw. nur sehr wenig und die Startseite ist aufgeräumt und bietet schnell einen Überblick über aktuelle Aktivitäten. Die zunehmend globale Vernetzung der Studenten wird helfen dieses Tool langfristig erfolgreich zu halten. Es erspart die Pflege eines Adressbuches sowie (hoffentlich langfristig) einen Kalender. Einladungen etc. lassen sich hervorragend hierüber abwickeln und organisieren. Meiner Ansicht nach gibt es auch zahlreiche Monetarisierungsmöglichkeiten die noch nicht genutzt werden. Sogar ein Freemium-Modell ist denkbar. Bezahlung einzelner Dienste halte ich allerdings für erfolgsversprechender als eine Premium Mitgliedschaft. Aber selbst wenn Facebook pro Nutzer nur $ 0,50 im Monat nehmen würde glaube ich das ein Großteil dies bezahlen würde und das wären auch schon wieder fast eine Milliarde $ im Jahr... Da müsste langfristig was zu machen sein. Zum Rest: Skype; vielleicht wenn sie gut in den Handymarkt einsteigen Hulu / Spotify: Wird sicher zahlreiche Konkurrenten geben. Allein weil die einzelnen Fernsehsender es sich gar nicht leisten können diesen Bereich zu vernachlässigen. Googledocs: So etwas oder ein Äquivalent könnte auch erfolgreich sein, ob aber gerade Unternehmen langfristig eine Dezentrale Speicherung auf unternehmensfremden Servern akzeptieren werden, weiss ich nicht. Mobile: Wenn Facebook / Google da effektiv einsteigt, glaube ich, dass es kein anderer schaffen kann. Allerdings sehe ich die größeren Chancen für Facebook, da es eine funktionierende Community hat etc. Was gäbe ich dafür nicht jeden morgen 10SMS verschicken zu müssen um zu wissen, welcher meiner Freunde in der Stabi ist zwecks Mittagessen.

  • Max2

    02.02.09 (21:05:50)

    @ Paul Es erspart die Pflege eines Adressbuches Das dachte ich Anfangs auch. Allerdings ist man dabei, wie Du selbst anführst, von den teils spärlichen Angaben der anderen Nutzer abhängig (gibt jemand Tel.Nr. etc.) und es fehlt defintiv eine Export-Funktion, somit ist Facebook nutzlos für mich, weil ich privat non-virtuelle Kommunikation vorziehe. Facebook nervt zunehmend, je erfolgreicher es wird, desto größer mein Aktivismus dagegen. Selbst wenn alle von der Brücke runterspringen, bin ich sicher nicht dabei.

  • Sebastian

    02.02.09 (22:37:33)

    Für mich ganz klar: Facebook und Google! Wieso Facebook? Ganz einfach: Facebook wird immer mehr Teil der täglichen Kommunikation. Beziehungen werden über Facebook gemanaged, Jobs werden über Facebook vermittelt, mal abgesehen von der "normalen" Smalltalk-Konversation. Wenn Facebook noch mehr Twitter-ähnlich wird und sich an LinkedIn annähert, um auch in der Business-Welt akzeptiert zu werden, wird es noch mehr in den Alltag rücken. Was StudiVZ angeht glaube ich, dass Facebook eine Übernahme gar nicht nötig hat, wenn man sich mal die Alexa-Zahlen für Deutschland anguckt. Facebook überzeugt durch viel mehr Innovation als das total langweilige StudiVZ, was sich in der Vergangenheit überhaupt nicht den Ansprüchen und dem Wachstum seiner User angepasst hat. Außerdem kommt Facebook das globale Zusammenwachsen der Menschen da total entgegen, die natürliche Grenze von StudiVZ endet nun mal an der Ländergrenze. Ich zumindest kenne kaum einen Südamerikaner der zum managen seiner Kontakte StudiVZ nutzt, da ist Facebook nun mal besser aufgestellt. Die richtige Internationalisierung und Ausrichtung aufs "normale Volk" wäre StudiVZ's Chance gewesen, aber das ist allein schon vom Namen her überhaupt nicht möglich gewesen. Wieso Google? Ganz einfach! Google mutiert durch seine vielen Services immer mehr zum digitalen Mittelpunkt. Was wäre das Web heute ohne Google's GEO-Services, ohne Android und ohne das Google Web Toolkit. Vor allem die letzten beiden werden ganz klar Googles Strategie zur zentralen Webplattform der Zukunft ebnen. In absehbarer Zeit wird es total normal sein, Daten wie Musik, Videos und Bilder, die man ständig bei sich haben möchte, auf seinem GDrive abzulegen um sie per Smartphone (Android) oder auf einer kommenden zentralen Webplattform abzurufen, auf der dann auch viele GWT-Anwendungen die normalen Desktop Anwendungen ersetzen werden. Dank dem im Google Chrome bereits integriertem Google Gears sind die Daten dann auch offline nutzbar, auch wenn das Wort "offline" in Zukunft eher seltener gebraucht wird. Skype ist nur der notwendige Baustein, um technisch endlich auf die neuen Kommunikationsformen umzuspringen. Ich kann mir eine Welt vorstellen, in der die Telefonie ausschließlich IP-basiert erfolgt. Das folgerichtig TV-Angebote auch immer mehr ins Web rücken ist dann nur logisch. Facebook fürs Soziale, Google fürs Digitale ... ist die Welt doch gut aufgehoben. Oder?

  • Frank Didszuleitr

    03.02.09 (08:57:37)

    Kann mir bitte jemand den Hype um Spotify erklären? Ich habe zwar auch einen Account, konnte aber bisher noch nichts wirklich Tolles antdecken, was es icht bei DI.FM (mein Favorit seit Jahren!), Last.FM etc. auch gibt. Ich befürchte ich verstehe es nicht richtig, würde es aber gerne ... ;-) Vielleicht kennt auch jemand eine gute Seite, wo Spotify genau beschrieben ist.

  • Martin Weigert

    03.02.09 (13:51:34)

    Spotify ist wie iTunes, nur besser und stabiler, kostenlos (in der werbefinanzierten Version, die es in Deutschland allerdings noch nicht gibt) und On Demand. Und dazu sehr sehr simpel (was, wie von Andreas gestern dargelegt, nicht selten ein entscheidender Erfolgsfaktor sein kann).

  • neverstop

    04.02.09 (13:45:17)

    Gute Chancen hat TWITTER. Firmen und Webservices, die twittern gibt es immer häufiger - ich hab das Gefühl, es breitet sich derzeit wie ein Krake aus im Web. Es kann einfach eingebunden werden = großer Pluspunkt. SMS war/ist die perfekte Vorbereitung auf Microblogging - das wird stärker kommen, weil es kostenfrei und einfach ist, für Firmen und Private erfolgreich ist und man es sich personalisieren kann. Ohne mit jedem gleich "befreundet oder bekannt" zu sein. Bis jetzt außerdem noch ohne Tracking von Nutzerinformationen ... solange bis Google Twitter kauft oder etwas ähnliches bringt um uns personalisierte News unterzuschieben. Nutzung von Mobiles wird mittelfristig zunehmen (schätze in 2-3 Jahren erst deutlich), somit auch Mobile Marketing + Content. Twitter ist dafür perfekt, originär und als Ergänzung. Spätestens dann geht's ab...der Vogel fliegt!

  • Andreas

    11.02.09 (01:29:19)

    Ich glaube an keine der Genannten. Facebook wird sterben, wie alle Comunities. Die kommen und fallen und bisher ist auch noch keine Com so lang da gewesen, dass die User "aus dem Alter rauswachsen". Das kommt auch noch. Nein im ernst, ich merke zunehmend, wie Leute Coms überdrüssig sind. Ähnlich bei Twitter. Das ist ein Hype, aber schon jetzt ein Informationsmüll. Zuviel, viel zu viel Trivia. Ich denke das nächste große Ding wird etwas sein, was eben noch nicht auf der Rechnung steht. Und große Perspektive sehe ich dadrin mittels Software (Skype, z.B.), Hardware (Geräte) und Infra (Telekom?) das Handynetz abzuschaffen- und durch ein Europaweites W-Lan zu ersetzen...

  • Hadmar von Wieser

    14.02.09 (05:49:24)

    Ein provokativer Gedanke: Solange sich hier nur Männer an der Diskussion beteiligen, werden wir gar nicht auf das Next Big Thing kommen. :-) Ich persönlich sehe um mich sehr viel mehr Frauen im Internet kommunizieren als Männer. Und was immer die wollen, wird bestimmen, wo die paarungsfreudigen Männer ihre Zeit verbringen, dann die PR-Profis, dann deren Kumpels und schließlich auch die Werbung.

  • Martin Weigert

    14.02.09 (12:30:53)

    Hadmar, du beleuchtest die Thematik aus einer ganz anderen Perspektive - und ich denke, eine sehr wichtige!

  • Robert S.

    19.02.09 (19:13:35)

    Hat denn hier keiner den "Welt-Supermarkt" Amazon auf der Rechnung?? Gerade auch in Anbetracht der steigenden Bedeutung des Cloud-Computing.

  • martin czerwinski

    10.04.09 (00:06:53)

    grundsätzlich vorab: jedem absoluten respekt, der es wagt zukunftsprognosen zu tätigen! ich stimme auch überwiegend zu, mit ein paar anmerkungen: 1.twitter: never the next big thing, da zu eindimensional (ist z.B. nur ein nebenfeature bei facebook (update) und kann somit niemals größer als die summe verschiedenster angebote werden (quantitativ, qualitativ ist twitter top: journalisten, blogger,etc,- multiplikatoren halt) 2.apple: sehe ich eine tick anders. mit itunes waren sie die ersten, die raubkopien in business gewandelt haben, ähnlich app-store, etc., stichwort "leverage the system", usability & experience (nicht zufällig tauchen apple produkte und services in allen einschlägigen präsen als paradebeispiel auf). die frage ist: bleibt das so? der apple-erfolg ist nicht systembedingt, sondern designer/developer-bedingt und somit extrem von (vermutlich einzelnen) menschen abhängig, sprich im zweifel schnell vergänglich. 3.google bleibt klar, immer eine größe. alle pokerspieler wissen der chipleader, sofern nicht vollkommen deppert, ist schwer zu schlagen (siehe aktuell "kaufen wir halt twitter-250mill.-peanuts).einzellösungen, siehe twitter sind im zweifel schwerlich kapitalisierbar, als bestandteil eines unschlagbaren gesamtpaketes (und somit beinahe monopol) wird ein schuh draus 4. mobile-internet: defacto the next big thing! zugegeben nicht konkret genug, aber auch hier sind wir aus heutiger sicht wieder bei google. egal ob iphone, nokia, samsung oder wer auch immer die geräte herstellt google verdient. iphones haben das potential aufgezeigt (1% marktanteil gerät, 66% of mobile internet usage).google hat ein simples learning verinnerlicht: "wenn irgendwo gold entdeckt wird, grabe nicht danach, sondern verkaufe schaufeln", dies, verbunden mit "chipleader"-status macht sie aus meiner sicht zum beständigen "Assimilator" aller "next big things"

  • Martin Weigert

    10.04.09 (09:24:53)

    Schönes Sprichwort, das mit den Schaufeln. Noch nie gehört.

  • Bruno

    11.04.09 (08:38:20)

    Ich denke, das keine dieser Plattformen das nächste grosse Ding ist. Wie Martin als Voraussetzung erwähnt hat, muss es ein grundlegendes einfaches Problem des Webs erfüllen und das ist Micropayment. Für mich wären die Kriterien, die das nächste grosse Ding erfüllen muss: - Micropayment - Live Communication mit Chat & Voice auch in Gruppen - Social Media Funktionalitäten - einfachste Benutzung, idealerweise browserbasierend - 3D-Möglichkeiten Ich denke, Second Life kann vom Konzept her gut herhalten, aber es ist definitiv nicht "the next big thing".

  • H.Agha

    13.07.09 (03:33:03)

    Ich finde die Frage sehr schwer und damit sehr mutig und bemerkenswert o.g. Aussagen zu treffen. Respekt! Für einen Paradigmenwechsel weiter als "ich suche im Netz", "alle beteiligen sich an eine Plattform - sogar Mobil" oder "mein Anwendungen sind im Web" reichen meiner Meinung nicht aus. Ich vermute, dass wird auch noch die nächsten ca. 5-10 Jahre so bleiben und die global Player weiterhin gut Geld verdienen. Themen wie Datendienste, Cloud-Computing und Software as Service werden sicherlich zur Verfeinerung dienen. Impuls für "The next big thing": Es wird eine noch viel stärkere Verbindung zur Realität geben und viele bekannte Strukturen verändern. z.B. Blick auf Jobs: - es wird mehr Personen geben, die über das Internet arbeiten werden (sie logen sich ein; tragen sich für den Call-Center Job, Übersetzer, Termin-Koordination, etc. ein; leisten ihren Dienst; bekommen Geld; das Unternehmen hat sie nicht als Angestellten; sie sind für sich selbst zuständig; wo sie sind ist egal; sie werden über ihr Profil bewertet und empfohlen) - die Jobs werden nicht auf die herkömmlichen Remote-Jobs begrenzt sein; sie können an der Kasse den Dienst machen ohne vor Ort sein; im Restaurant sind remote Kellner am Tisch - abrufbar in jeder Sprache; das Robotik-Thema wird in die Fläche gehen; sie können die Roboter steuern; sie können andere Personen, welche remote oder vor Ort arbeiten oder Kunden sind, kontrollieren, bewerten, etc. Ich denke der Impuls ist angekommen. Fokus könnte auch auf andere Gebiete ausgeweitet werden (warum nicht erstmal gemeinsam Tauchen gehen - vernetzt in der Realität? Wieso nicht New York online über eine echte Person erleben - vielleicht als Beobachter - vielleicht als Befehlsgeber? (komisches wort...aber ich ihr wisst was ich meine))

  • H.Agha

    13.07.09 (03:53:31)

    @Bruno: dein Beitrag hat mich noch auf ein anderes Thema gebracht: Trusted Identity Management Wer bist Du? Was macht dich aus? Warum soll ich Dir glauben? Zu wissen, dass dein Name echt ist - reicht nicht. Es gibt heute schon Initiativen, welche über andere vernetzte Personen/Institutionen deine Aussagen beglaubigen (ebay, amazon, etc.). Es gibt jedoch bisher niemanden der übergreifend ein Profil von Dir erstellt und pflegt. Jemand der über einen längeren Zeitraum dich begleitet, so dass Betrug sehr sehr schwer fallen wird.

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